Drohnenrahmen auschneiden oder entdeckeln oder ...

  • Liebe Imker,


    wie haltet ihr es. Laßt ihr die Drohnenrahmen immer wieder neu bauen und schmeißt Larven und Wachs wie's ist in den Schmelzer oder entdeckelt ihr und werdet irgendwie die Puppen los?


    Wie macht ihr das? Ich finde es ja prinzipiell gut, gleich ausgebaute Drohnenwaben zur Verfügung zu haben, kenn' bis jetzt aber nur die Meisen-Methode. Oder gebt ihr Drohnenmittelwände?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry
    Ich habe in einer Zander Brutraumwabe drei Innenrähmchen mit etwa 19,8*13 cm Außenmaß. Die sind senkrecht und waagrecht gedrahtet und daher sehr stabil. An der Oberleiste ist eine etwa 3*5mm große Anfangsleiste eingeleimt (wie bei Naturbauwaben). Die Bienen bauen darin den Drohnenbau. Innenrähmchen die schon eine Weile verdeckelt sind entnehme ich und klemme ein oder mehrere neue rein. Die mit den Drohnenpuppen kommen in den Eimer. Wenn ich alle Völker durch habe schneide ich mit einem scharfen Messer die Deckel ab und klopfe die Innenwabe kräftig auf eine Steinplatte. Weil die Wäbchen so stabil sind kann man alle Zellen leeren. Die Wäbchen und das Entdeckelungswachs kommen so ohne die Puppen in den Sowasch. Ich mochte es früher micht besonders gekochte und manchmal auch stinkende Drohnenpuppen aus dem Sowasch zu entfernen.
    Nicht gerade besonders einfach, aber es funtioniert.
    Ich schmelze also alle Drohnenwäbchen ein und lasse jedesmal neu bauen. Wenn die Bienen Drohnen wollen bauen Sie die Rähmchen auch blitzschnell aus.
    Drohnenschneiden ist nur in den Jahren wichtig, in denen man eine Spättracht nutzen will. Wenn man im Juli mit der Varroabehandlung anfängt, kann man sich die Mühe sparen.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Lieber Henry
    Das Dronen ausschneiden ist sehr wichtig. Den Rat von Wolfgang das Ausschneiden zu sparen halte ich nicht für gut. Das Ausschneiden der verdeckelten Dronenbrut hat mich schon vor sehr hohen Milbenbelastungen geschützt. Diesen Versuch würde ich mir sparen.
    Gruß Peter

  • Moin Peter,


    schneidest Du aus? Entdeckelst Du und klopfst Dus aus? Arbeiten die Meisen für Dich? Sind Deine Drohnenrähmchen gedrahtet?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ich imkere im DNM und habe in jedem Brutraum eine Drohnenwabe( in der Mitte quergeteilt, nicht gedrahtet und ohne Anfangsstreifen).
    Vor dem Schlupf der Drohnen wird die gesamte Drohnenwabe entnommen, von Bienen befreit und an deren Stelle ein neues leeres Rähmchen ( w.o.) eingehängt.
    Die entnommene Drohnenwabe wird ausgeschnitten und kommt in den SoWaSchmelzer.
    Dieses Prinzip der Dezimierung der Varroapopulation wird solange angewandt, bis der Drohnenbau von den Bienen eingestellt wird.
    Die Dronenbauwaben sind am Rähmchenoberteil markiert und werden in der Regel an 2.Stelle vom Rand in der Zarge platziert.
    Im letzten Jahr waren große Gebiete in Leipzig mt Faulbrut befallen. Deshalb wäre es unverantwortlich diese Drohnenbrutwaben für die Meisen in die Bäume zu hängen.

  • Hallo Henry,
    Drohne hat schon alles gesagt.
    Die Larven aus dem SoWasch zu kratzen ist ekelig, aber meine Faulheit (entdeckeln, ausklopfen.. usw) siegt da eben. :roll:


    Mein Schwiegervater ist Angler, da kann er machmal ein Wabenstück gebrauchen.
    Viel lieber hat er aber Wachsmotten-larven!!


    Eine Alternative wäre noch im folgenden Link beschrieben:


    http://www.xs4all.nl/~jtemp/maaltijd.html


    :-@


    Gruß,
    Erwin

  • Hallo Wolfgang,


    warum hängst Du die ausgeklopften Drohnen(Mini-)waben nicht wieder ein? Die würden doch dann viel schneller und vor allem nahezu zum selben Zeitpunkt bestiftet also auch verdeckelt. Und sie werden auch noch bestiftet, wenn das Volk eben nicht baut. Oder ist da irgendwo tiefere Absicht dahinter, daß nicht alle Drohnenzellen das selbe Alter haben?


    PS: Drohnenpupen essen ist ja OK. Aber wie kriegt Ihr die ekligen Varroas ab? :lol:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Die Drohnenschneiderei ist mitunter doch recht matschig. Da ich mit Langstr. Flachzargen arbeite werden bei den Kontrollen zirka aller 12 Tage die zwei Stück ungedrahteten Baurahmen, welche sich in der obersten Brutzarge befinden kontrolliert und größtenteils ausgeschnitten. Wenn die Varoabelastung erwas höher ist erwischt man beim Ausschneiden von kurz vor der Verdeckelung stehender Maden sehr viele Milben, welche schon in ihre Brutzellen eingezogen sind. Diese sieht man dort leichter wie auf fast fertigen Drohnen. Die ausgeschnttenen Waben kommen in einen sehr großen Topf, werden aufgekocht, abgegossen und hygienisch vernichtet. Die Sonnenwachsschmelzermthode funktioiert nur mit kleinen Mengen und bei 2003 Wetter. Ich gewinne pro Topf nur wenig, aber hochwertiges Wachs bei überschaubaren Aufwand.
    Gruß Peter

  • Henry schrieb:

    Liebe Imker,


    wie haltet ihr es. Laßt ihr die Drohnenrahmen immer wieder neu bauen und schmeißt Larven und Wachs wie's ist in den Schmelzer oder entdeckelt ihr und werdet irgendwie die Puppen los?


    Wie macht ihr das? Ich finde es ja prinzipiell gut, gleich ausgebaute Drohnenwaben zur Verfügung zu haben, kenn' bis jetzt aber nur die Meisen-Methode. Oder gebt ihr Drohnenmittelwände?


    Mein "Bienenlehrer" meinte, folgendes wäre das Beste (ich habe es
    noch nicht probiert, aber es kommt mir plausibel vor und Kommentare dazu
    würden mich interessieren):


    Die Waben mit den Drohnen entnehmen, einen Tag in der Tiefkühltruhe lagern
    (mindestens).
    Dabei sterben die Drohnenlarven/-puppen ebenso wie die Milben.
    Dann wieder auf anständige Temperatur bringen (zumindest zimmerwarm), und wieder
    einhängen (mit den toten Drohnen!).
    Jedenfalls hat man dann wenig Arbeit, und die Bienen dafür umso mehr:
    die toten Drohnen werden angeblich sauber demontiert und an die nächste Brut
    verfüttert.


    Wenn die Drohnen tatsächlich wieder verfüttert werden, kommt mir das ganz
    brauchbar vor (falls man nur dort einhängt, wo man auch entnommen hat).


    Leider habe ich seither niemanden gefunden, oder darüber gelesen, daß es
    noch jemand macht.


    Kommentare aus berufenem Munde?

  • Hallo Miteinander,
    auch wenn ich mich jetzt oute: Ich finde es furchtbar ekelig die Drohnenwaben in den Sonnenwachsschmelzer zu geben. Ich finde es unvernünftig, dem Meisen diese zum Auspicken zu geben. Ich finde es eine Hundearbeit, die Waben zu entdeckeln und die Drohnen auszuwaschen. Icgh finde es pervers, die Drohnenwaben vielleicht neben das gefrorene Fleisch in die Tiefkühltruhe zu legen. Meine Methode, die zwei Drohnenwaben pro Volk zu bearbeiten ist für mich das Non plus Ultra, ich nehme die Biotonne und fahre von Volk zu Volk und........

  • Lieber mfgkw
    Ich bin entsetzt. Welche Praktiken wenden Sie an, oder glauben Sie wenden zu können. Von Seuchenhygiene, Arbeitsökonomie auch für die Bienen, (ca. 2kg Müll wegräumen ist sehr viel Arbeit) haben Sie bisher noch nichs gehört. Unsere Bienen sollen doch Honig sammeln und die Bienen sind keine Müllmänner und auch keine Allesfresser wie Schweine. Ehe solche Theorien ins Forum gestellt werden sollte doch..........angeschaltet werden. Wir wollen doch voranschreiten und uns nicht mit grundhygienischen Thenen befassen. Bitte studiert das Fachwissen, dann geschehen nicht solche Irrungen. Gruß Peter

  • Peter aus dem Erzgebirge :


    Entschuldigung, wenn ich jetzt jemanden verschreckt habe!
    Ich habe weder behauptet, daß ich es gut finde, noch daß ich es anwende,
    noch daß jemand anders es anwenden soll.


    Eben weil es mir supekt vorkommt, mache ich es nicht.
    Ich wollte vielmehr dazu Meinungen hören; eine habe ich ja jetzt :-)
    Rein gefühlsmäßig zumindest sehe ich das genauso.


    Auch wenn ich nicht recht den Eindruck habe, daß sie den Text ganz gelesen haben,
    trotzdem Danke!


    Konkret geht es mir (mehr oder weniger aus Neugier) darum, ob die Bienen diese
    vorgesetzten Proteine tatsächlich für die Brut verwerten, oder einfach raus schaffen.
    Wenn sie es verwerten, wäre es vermutlich ökonomischer, als Pollen anzuschleppen.
    Ich mag es mir aber kaum vorstellen, weil Bienen ja eher als Vegetarier gesehen
    werden, und schon gar nicht als Kannibalen.



    mfgkw

  • Hallo
    @ Peter
    Ich bleibe bei meiner Meinung, daß Drohnenschneiden, so wie es üblicherweise pratiziert wird (3-4Rahmen pro Saison, Brut in allen Stadien im Volk) keine starke Varroareduzierung bringt. Man kann grob sagen, daß sich in jedem Monat mit Brut im Volk die Varroapopulation verdoppelt. Aus einer Varroa am Anfang der Saison werden also ganz grob 250 am Ende der Saison. Mit dem Drohnenschneiden (3-4 mal) kann man die Varroapoulation nach Hohenheim und Liebefeld um 50% reduzieren. Das reicht um den Anstieg der Population zu mildern, ersetzt aber keine Varroabehandlung.
    Henry
    Ich habe Bienen an zwei Ständen, klopfe aber nur an einem aus und stecke die Rähmchen auch dort in den Sowasch. Also gleich zurück würde da sowieso nicht gehen. Dann nehme ich halt das Bauwachs auch noch mit, kann ich für meinen eigenen Wachkreislauf gut gebrauchen. Und wie ich oben schon sagte, wenn die Bienen Drohnen wollen bauen sie die Baurähmchen sehr schnell aus.


    Viele haben ja berichted, daß die Drohnenlarven im Sowasch eine ziemliche Sauerei sind. Ich habs am Anfang auch mal probiert, aber ich habe meinen Sowasch nicht am Haus sondern komme nur am Wochenende zu meinem Bienen-"Stückle". Wer mal eine Woche im Sowasch durchgekochte Drohenmaden gerochen hat macht das nie wieder. Da nehm ich die Arbeit mit dem Ausklopfen lieber auf mich.


    @ Franz Xaver
    Wenn du die Drohnenrahmen in den Biomüll wirfst würde ich mir echt überlegen ob sich die Drohnenschneiderei überhaupt lohnt. Wirkungsgrad siehe oben.


    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Wespenkönig schrieb:

    @ Franz Xaver
    Wenn du die Drohnenrahmen in den Biomüll wirfst würde ich mir echt überlegen ob sich die Drohnenschneiderei überhaupt lohnt. Wirkungsgrad siehe oben.


    Viele Grüße
    Wolfgang


    Hallo Wolfgang,
    den Berichten namhafter Fachleute soll das Drohenwabenausschneiden bei richtiger Handhabe ca. 30 -50 % minus der Gesamtentfaltungszahl der Varroas betragen.
    Ich bin eben in der Imkerei ein Stilist, soll nicht überheblich klingen, aber wie schon gesagt, so "Sauereien", wie "Grillen" das stinkt doch fürchterlich oder die Wabe neben dem Filet einfrieren, meine Frau würde sich scheiden lassen, geht bei mir über die "Ekelgrenze".