Mittelwände unten anlöten?

  • Hallo Leute,


    mal eine etwas verwegene Frage. ich habe gerade bei ein paar Minirähmchen die MWs UNTEN angelötet und anstehen lassen und nicht oben. Wird das was? Hats schon jemand versucht? Oder vermurksen die Mädels dann die ersten Reihen, wenn sie auf die MWs stoßen?

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  • Hallo Reiner,


    bei Miniwäbchen mag das funktionieren.
    Bei größeren Waben wird es dir sicher passieren, da sich die Bienen beim Bauen ja von oben nach unten aneinander ketteln, dass sich der Oberrand der MW herabbiegt und schief und krumm ausgebaut wird.
    Oder hat schonmal jemand gesehen, dass sich die Bienen zum Bauen aufeinander stellen? :lol:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Das habe ich noch nicht gesehen, das sie sich zum Bauen aufeinanderstellen, aber die Mittelwände sind doch meist fünf Millimeter kleiner als das Innenmaß der Rähmchen. Diesen Raum überbrückt doch schon eine Biene mit ihrer Breite. Das reicht aus, um an der Prägung der Mittelwand "Maß zu nehmen" und die Lücke auszufüllen. Weiterer Vorteil:
    Die Wabe wird unten viel besser an das Rähmchenunterteil angebaut und damit stabiler. Dies vor allem, wenn man in einen unten liegenden Raum ausbauen läßt, oben bauen sie meist von selbst bis an die Unterleiste.
    Viele Grüße Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • ..ich kann mich Lothar nur anschließen.


    Seit Gedenken löte ich die MW unten an und nicht oben. Wenn doch mal eine andersherum angelötet wird sieht man es: oben verbauen die Bienen die Wabe immer mit dem Träger, umgekehrt lassen sie gern unten Luft zwischen Träger und Wabe. Diese Waben können beim Schleudern Probleme bereiten, weil sie leicher brechen.


    MfG
    Gerold Wustmann

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Leute,


    normalerweise komme ich ja mittlerweile aus der "Naturbau-im-Brutraum-Fraktion". Ein geringer Teil meiner Rähmchen wird aber immer noch mit MWs versehen. Dann sollte die MW sowohl unten als auch oben bündig sein, Das ist mit meinen modifizierten Rähmchen mit Nut kein Problem. Dabei stelle ich aber auch fest, das häufig die MW unten abgetragen wird. Erklären kann man das mit den Untersuchungen des Dr. Tautz in Würzburg. Demnach nutzen die Bienen die Wabe als "Tanzboden" zur Kommunikation. Das ist bei komplett verbauter Wabe schlechter möglich.


    Michael hat das mit dem AUfeinanderstellen ja mit einem Smiley versehen, Lothar. Ausserdem geht es bei mir um Minirähmchen (eine halbe Zander-Flachzarge) für Begattungseinheiten. Da habe ich halt alles Leistenzeug zusammengeschnitten was da war. Die Rähmchen werden nicht gedrahtet und die MWs in die Nuten gesteckt und mit Wachs "verschweißt". Als ich halt nur unten Nuten hatte und die MW-Stücke zu kurz, kam halt meine Frage auf. So ists gelaufen.


    Danke für eure Kommentare!!

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  • Hallo Reiner, den Smilie habe ich wohl gesehen.
    Natürlich ist mir auch bekannt, das ein freibauendes Volk immer oben anfängt.
    Vorteil bei unten eingelöteten Mittelwänden ist auch noch, das diese nicht nach unten verrutschen können. Das tun sie mit Vorliebe beim Transport. Das Ergebnis ist meist nicht so, das sie schön gerade herabrutschen, sondern unbrauchbar schief. Also Arbeit umsonst für nichts.
    Für Deine Zwecke, Nutzung der Miniwaben für Begattungsableger, würde ich nur an die Oberleiste Anfangsstreifen oder kleine Wachsstreifen anbringen. Die Stabilität für diesen Zweck ist doch dann ausreichend. Du willst diese Miniwaben doch nicht schleudern, oder :wink: ?
    Wenn man für die Honigschleuderung unbebrütete Waben möchte, ist die Methode, unten die Mittelwände anzulöten, meines Erachtens die bessere. Die Waben werden dadurch stabiler, weil auch unten größere Flächen angebaut sind. Wenn diese fehlen ( bei unbebrüteten Honigwaben), kann man schon erahnen, das so eine Wabe zu Bruch geht.
    Anders sieht das aus, wenn man Waben hat, die man nur im Brutraum nehmen will oder kann. Hier kannst Du ruhig die Mittelwände oben anlöten. Der Freiraum zwischen Wabe und Rähmchen dient hier dem Verkehr der Bienen zwischen den Wabenseiten. Hier im Brutraum stehen die Interessen des Volkes an erster Stelle, im Honigraum die des Imkers. Das mag zwar nicht gerade "Bio" klingen, stellt aber für mich einen guten Kompromis dar, mit den die Bienen sicherlich auch gut leben können.
    Viele Grüße Lothar

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  • Hallo!
    Ich habe bisher immer nur mit gedrahteten Rähmchen gearbeitet und da ist das einlöten klar (Kontakt) . Womit wird aber eine MW am Rähmchen (Holz) angelötet? (Gibt es da so kleine Ausgießer für erhitztes Wachs?
    Und wie schnell muss man da sein, damit das Wachs im Kännchen nicht wieder fest wird?
    Mag vielleicht als dumme Frage aussehen, aber ich habe es eben noch nicht gesehen und steige heuer auf Dadant um und möchte dabei auch die Honigwaben ohne Draht einlöten.
    Auf einen baldigen Frühlingsbeginn hoffend
    Fritz

    Fritz Eder
    (Hobby-Imker mit 4 Carnica-Völkern in DN im Garten - 335 m Seehöhe)

  • Hallo Lother und Fritz,


    wie schon erwähnt, habe ich modifizierte Rähmchen, bei denen im Ober- und Unterträger eine Nut zum Einstecken der Mittelwand ist.Ist die MW gross genug, kann man sie leicht "hineinbiegen". Zum Einschweissen habe ich ein kleines Schnabelkännchen und eine Herdplatte. Nach etwa zehn MWs muss ich das Kännchen wieder kurz draufstellen um die Temp zu erhöhen, sonst wirds zu schnel fest. Da gieße ich einfach in eine Nut etwas Wachs lasse es verlaufen und stecke dann die MW hinein. Dazu muss das Wachs schon etwas heisser sein, ca. 80 Grad.


    Das mit "Honigraum gehört dem Imker" sehe ich genauso, Lothar! Je nach Schleuder (tang. oder radial) ist auch das ungedrahtete Rähmchen im HR kein Problem, wenn es flache Rähmchen sind natürlich.

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  • Hallo Fritz
    Ich selbst arbeite mit einem Lötkolben und Reststreifen von Mittelwänden.
    Ist machbar, aber noch nicht die Ideallösung.
    Habe aber Versuche mit einem Öler (Natürlich neu) vor, der in einem Wasserbad warm gehalten wird. Ich verspreche mir davon punktgenaues arbeiten, und man kann eine saubere Spur entlang der MW legen. Werde über die Anwendungsmöglichkeiten dann berichten.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo Reiner
    Dein Schnabelkännchen, ist das ein Öler oder irre ich mich da? Wenn nein, kannst du mir bitte ein Bild mailen, damit ich mir ein Bild davon machen kann?
    Komisch, aber die Grammatik scheint mir so richtig. ;-)

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  • Liebe Löter,


    wer ganz genau Löten will, kann eine Heißklebepistole modifizieren. Dazu wird am einfachsten in die Leitung eine Diode geschaltet damit die Klebepistole nicht mehr so heiß wird. Wer ein regelbares Vorschaltgerät oder einen Dimmer hat, kann das natürlich noch exakter einstellen. (Das empfehle ich auch dringend, das Wachs hat einen sehr kurzen Übergang von fest nach flüssig) Dann muß man nur noch Original-Klebepistolen-Leimstangen in eine Klorolle stecken und mit Silikon abformen. Man sollte die vorher mit Trennmittel einschmieren. dann kann man sich Wachsstäbe gießen. Die gehen gut aus der Form, wenn die in der Kühltruhe stark gekühlt wird.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry
    Hast du das schon ausprobiert und funkktioniert es? Wenn ja, wieviel Stunden brauchst du dann für eine Zarge?
    Oder hast du nur mal eine Antwort geben wollen?

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  • Hallo Guido,


    ich hab' das mit der Heißklebepistole selbst ausprobiert. Es war, weil ich es am Anfang mit gerollter Mittelwand versucht hatte ein Sauerei. Inzwischen klebe ich mit der Pistole Mittelwandstreifen in die drahtlosen Baurahmen und die EWK's. Es funktioniert wirklich ganz gut. Auch kann man allerhand Ornamente auf gerollte Kerzen kleben.


    Ich hatte auch versucht normal an den Drähten eingelötete Mittelwände durch zusätzliches Anlöten an die Rähmchen besser zu fixieren. Bei paar Rähmchen hab ich das gemacht. Später hab' ich diese Rähmchen aber nicht mehr rausgefunden. Also hat es wohl auch nichts gebracht.


    Bei EWK's und Apideas geht das Ruck zuck. Ich kann aber nicht sagen wie schnell. :wink: Ich kann auch nicht sagen, ob es mit allen Heißklebepistolen geht. Meine ist von Henkel und war ganz billig.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder