Alte Futterwaben

  • Hallo Imker
    Dieses Jahr ist mein drittes Jahr mit Bienen, und sehe mich immer noch als Anfänger.
    Ich möchte dieses Jahr von Zander auf Dadant Beuten umstellen. Habe aber noch einige Zanderwaben mit Futter vom letzten Jahr übrig.
    Kann ich diese einfach ausschleudern und als Futter für Ableger verwenden?
    Diese Futterwaben sind natürlich nicht verschimmelt, und auch nicht mit Kot verschmutzt.


    Gruß Michael S.

  • Hallo Michael,


    wenn die Waben noch gut sind ist das kein Problem diese zu schleudern, am besten du erwärmst die etwas, sonst bekommst du das Futter nicht so leicht raus.
    Mit einem Auftausschrank geht das ganz gut, hast das nicht brauchst du einen Heizlüfter.
    Den Futtersirup kann man wenn man will noch Mals erwärmen und sieben, daraus kann man durch Zugabe von Puderzucker eignen Futterteig herstellen, oder so verfüttern.

  • Hallo Michael S.


    ich würde die nicht erst ausschleudern und dann das gewonnene Futter wieder einfüttern. Der Vorteil einer Futterwabe wäre doch, daß Du sie in den Ableger einhängen kannst und eben nicht flüssig füttern mußt. Flüssigfutter aus dem Kanister macht da dann aber weniger Arbeit und ist garantiert steril.


    Versuch doch mal die Waben aufgerissen beim ersten Flugwetter in der Nähe Deiner Bienen in die Bäume zu hängen. Reizfutter, das durch's Flugloch kommt, wirkt deutlicher als alles andere. (und macht deutlich weniger Artbeit als schleudern und sieben. Außerdem sind die Waben dann trocken und Du kannst sie problemlos bis zum Einschmelzen lagern.) Ein Imker in meiner Nachbarschaft räumt dafür sogar regelmäßig überschüssige Futterwaben aus den Völkern. Räuberei seie dabei noch nie aufgetreten. Wenn die Futterwaben verdeckelt und in Ordnung sind kannst Du sie auch ein Jahr und länger aufheben und eben nach der Maßumstellung aufhängen. Verdeckeltes Futter wird normalerweise nicht schlecht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    Du kannst mit alten Futterwaben wegen mir alles machen, aber diese
    zum Ausfressen in die Bäume hängen ist eine große Frevelei. Meine
    Bienen wollen von Dir keine Faulbrutsporen mit nach Hause bringen.
    Denk mal darüber nach.

  • Hallo Drohne,


    würdest Du Futterwaben aus Faulbrutvölkern lieber ausschleudern und sieben und anschließend Deinen Ablegern flüssig wieder einfütter?


    Was unterscheidet die Frühjahrsreizung mit eigenem Honig von der Frühjahrsreizung mit eigenem Futter?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry!
    Man kann in einem Forum ja vieles schreiben…
    Die Empfehlung Futterwaben im freien ausschlecken zu lassen ist aber völlig inakzeptabel.
    Diese Praxis ist aus gutem Grunde illegal, das ist eines der ersten Dinge die man über die Verbreitung von Bienenkrankheiten wissen sollte.
    Schneller kann man Erreger kaum verteilen.
    Abgesehen davon fördert man dadurch auch die Räuberei mit allen bekannten Folgen.
    Bei der Reichweite dieses Forums sollte man sich seiner Verantwortung beim schreiben bewusst sein.
    Viele Grüsse, Hermann Mehl

  • Hallo Henry,
    deinen Nachbarimker solltest Du anzeigen :evil: .


    Die Frage ist weder, ob belastetes Futter zur Fütterung verwendet werden soll, noch ob sich Honig oder Futter besser zur Frühjahrsreizung eignet.


    Worauf Drohne hinauswollte, ist, daß solche Praktiken die Verbreitung von Seuchen fördern, allen Imkern schaden und sich daher für einen verantwortungsvollen Imker VERBIETEN.





    Grüße, Erwin

  • Hallo Henry,


    du schreibst.

    Zitat

    Versuch doch mal die Waben aufgerissen beim ersten Flugwetter in der Nähe Deiner Bienen in die Bäume zu hängen


    Das ist ja wohl ein ganz tiefer Griff ins Klo !
    Vergiss dies bitte ganz schnell wieder, und versuche, es deinem Nachbarn wieder auszureden.
    Eine billigere, schnellere und zuverlässigere Methode zur Verbreitung der BF gibt es kaum.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Und dann wundert sich noch jemand, wenn ich in den Veröffentlichungen meiner Imkerei (Faltblatt und Internetseite, Leserbrief in DBJ März 04) regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen bei den Bienen fordere. "Ich wandere ja nicht" oder "Das sind die großen Wanderimker, die die Faulbrut verbreiten" bekam ich zu hören.


    Gruß, Klaus

  • Liebe Imker


    bitte erklärt es mir. Ganz im Ernst (und bitte ganz sachlich). Wo liegt das Problem, wenn Honig oder Futter des eigenen Standes wieder verfüttert wird. Der selbe Honig oder das selbe Futter würde doch sonst auch zu Zuckerteig verarbeitet oder in andere Völker gegeben, um deren Futtermangel zu beseitigen. Ich glaube Lothar hat auch mal geschrieben, daß man Völker die gesund sind und die man aus anderen Gründen auflösen will, zufüttern soll und dann die Futterwaben verteilen. Micheal S. hat nichts von Krankheiten erwähnt. Ausgeschleudert wäre das Futter dann auch immernoch genauso infektiös. Zumindest Faulbrut läßt sich durch Erwärmen ja nicht abtöten.


    Ich meine ich hab' ja das Problem nicht, daß ich auf ein anderes Maß wechseln wollte, aber bitte klärt mich auf. Bis eben fand ich die Idee Futterwaben als Reizfutter erneut eintragen zu lassen wirklich nicht schlecht. Erstens weil der Flugradius im zeitigen Frühjahr ja nun wirklich sehr begrenzt ist und zweitens, weil Reizung durch's Flugloch zigmal wirkungsvoller ist, als Wabenaufreißen und dergleichen.


    Hättet Ihr auch etwas gegen die offene Fütterung garantiert sterilen Futters?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    du hast Michaels Beitrag nicht richtig verstanden, er hat geschrieben dass er von Zander auf Dadant umstellen möchte, und fragt ob man die Futterwaben im Zandermaß noch ausschleudern kann.
    Da er ja Zander bald nicht mehr hat sind diese Waben nichts mehr Wert, aber das Futter kann man noch ausschleudern und zur Fütterung von Ablegern verwenden oder Futterteig herstellen.
    Verbrennt man diese Waben gleich ist das Futter und das Wachs verloren.
    Ich rate keinen Futterwaben oder honigfeuchte Gegenständen zum auslecken ins freie zu stellen.
    Das Problem dabei ist das nicht nur die eigenen Bienen diese Futterquelle aufsuchen,
    damit bekommt man jede mögliche Krankheit die es gibt
    Faulbrut, Sackbrut, Kalkbrut, Ruhr, Nosema, und sogar Viren.
    Ich kenne auch Leute die Waben etc… zum auslecken raus stellen, den meisten Imkern ist es nicht bewusst was man damit anrichten kann.
    Fütterungen im freien sollten nicht durchgeführt werden ,egal ob die Bienen gesund sind ,wenn Bienen eine Trachtquelle gefunden haben fliege diese auch weite Strecken ,damit steht fest das auch Bienen von weit her kommen ,und diese Trachtquelle anfliegen ,dabei kann man nie ausschließen das auch Bienen von kranken Völkern dabei sind ,das ist das Problem an der ganzen Sache.

  • Hallo Michael2,


    ich hab' die Frage schon verstanden und wollte Deiner Antwort meine ja auch nicht entgegenstellen. Sicher kann man Futter genauso schleudern, wie Honig (Und mancher Imker schleudert viel Futter :lol: ) Ich wollte nur anregen sich den Aufwand des Auschleuderns zu sparen und auch gleich trockene Waben zu haben. Nur hat meine Empfehlung des Ausschlecken-Lassens den Unmut der hier vertretenen Imkerschaft ausgelöst.


    Geht ihr davon aus, daß man sich mit solchen offenen Futterquellen die Faulbrut sozusagen holt, weil Fremdbienen im eigenen nicht infizierten Honig rumkrauchen und ihre Keime verteilen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    deine Anregung, sich das Schleudern zu sparen, ist ja auch in Ordnung,
    das kann man auch in der geschlossenen Beute machen.


    Das Problem ist die Fütterung im Freien.
    Dabei geht es gar nicht darum, ob sich meine Bienen dadurch die Krankheit von anderen "holen" oder "nur" meine Bienen andere anstecken.
    Man eröffnet damit eine zusätzliche Möglichkeit, Krankheiten zu verbreiten.
    Im Interesse der Allgemeinheit sollte das eben unterbleiben.


    Grüße, Erwin

  • Hi Henry,


    du schreibst:

    Zitat

    Geht ihr davon aus, daß man sich mit solchen offenen Futterquellen die Faulbrut sozusagen holt, weil Fremdbienen im eigenen nicht infizierten Honig rumkrauchen und ihre Keime verteilen


    Genau so isses.


    Das Futter ist solange steril, bis eine Biene im Eifer des Gefechtes mal drauf gesch... hat. Kommt vor.
    Oder gek ...
    Ausserdem werden Bienen aus der ganzen Gegend angelockt, die dann vielleicht, ohne dass du es bemerkst, deine Völker "finden"



    Literatur dazu, wenn Du interessiert bist:


    Dr. Friedrich Pohl


    Die Faulbrut
    vorbeugen
    erkennen
    bekämpfen


    ISBN: 3-431-05001-8


    Sehr gut und verständlich geschrieben.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-