Welche Rähmchen für die Seegeberger

  • Ich habe über die Rähmchenunterschiede nicht so sehr nachgedacht, aber Guido hat mich daraufhingewiesen, dass durchaus noch andere Unterschiede bestehen.
    (Eigentlich wollte ich einheitliche Rähmchen haben, und bin gerade dabei, alles langsam aus den Völkern herauswachsen zu lassen, was nicht Hoffmannsseitenteile hat. Mein erstes Volk habe ich von einem Hinterbehandlungsimker bekommen, deswegen habe ich da sehr unterschiedliche und "abenteuerliche" Abstandslösungen, die ich zukünftig in meinen Beuten nicht tolerieren will. Ich habe mich dann für Hoffmannsseitenteile entschieden. Dazu haben mir genauso viele Imker zu und abgeraten. Nun gut, dann habe ich gedacht: jetzt habe ich einheitliche Rähmchen. Mit der neuen Lieferung sehe ich, dass ich mich irrte. Da ich erst 7 Völker habe, kann ich mir ein bischen Experementieren noch leisten, will aber dieses jahr die Rähmchenfrage endgültig geklärt haben.)
    1. Stimmt, die Stärke der Oberträger und Unterträger sind jetzt 10mm, bei den Rähmchen des vergangenen Jahres waren sie schmaler, Ich kann mir vorstellen, dass das drahten dann nicht so schnell zu krummen Ober- und Unterträgern führt, wenn die Träger dicker sind, Sind aber etwas gekrümmte Träger problematisch? Mit dickeren Trägern ist dann auch der relative Abstand zwischen den Waben der übereinanderstehenden Zargen größer, beeinflusst das den Bien? Oder die Arbeitsweise?
    2. Wie im vorigen Thread - Breite der Ohren - Was für Erfahrungen gibts da, Ich kann mir vorstellen, dass für einen Hinterbehandlungsimker, schmale Ohren von Vorteil sind, da er die Rähmchen um sie aus dem Kitt zu lösen, gern anwinkelt, bei breiten Ohren wäre nicht der Platz dazu. Ist das Verkitten breiter Ohren wirklich ein Problem?
    3. Zum Drahten - abgesehen von der Kostenfrage - Welchen Unterschied machen verzinnte oder Edelstahlwabendrähte?
    4. Ist es im Großen und Ganzen nicht besser mit nicht so Guten Rähmchen lieber 4 Jahre zu Imkern, und dann regelmäßig ein schönes wohlriechendes Herbstfeuer zu machen. Als möglicherweise belastetes Rähmchenmaterial 10 Jahre zu nutzen. Wie lange hält denn übrigens so ein Rähmchen?
    5. Wenn man aber lang haltende Rähmchen bauen will, sind dann die Metallösen überhaupt zu empfehlen? Mir leuchtet ein, dass das Verbiegen der Träger dann wegfällt, und das es leichter ist, dann mal einen draht zu wechseln, aber steht die Arbeit in einem vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis?
    6. Ich will lange haltende Rähmchen haben, und investiere lieber ein bischen menr Geld und Arbeitszeit, aber unter welchen Umständen habe ich länger haltende Rähmchen?
    Ich weis nicht ob ich alle möglichen Fragen aufgeschrieben habe, sollten aber nochmehr mögliche Entscheidungskriterien dazukommen, bin ich dankbar wenn ich darauf hingewiesen werde.
    mfg
    fips
    P.S. Es ist mir klar, dass Berufsimker, eine andere Antwort auf die Fragen haben als Hobbyimker, aber auch an diesen Unterschiede bin interessiert.

  • Hallo Fips,
    das sind gleich soviele Fragen auf einmal, da hoffe ich, dass jeder seine Erfahrungen niederschreibt. Meine Rähmchen von Warnholz haben Hoffmannsschenckel. Nachteile, das starke Verkitten. Bei der ersten Frühjahrsdurchsicht kann ich damit rechnen, dass ich grundsätzlich das erste, äusserste Rähmchen, trotz Ponal und Nageln beim Zusammenbauen, breche.
    Bei den Dadanträhmchen habe ich als Abstandshalter "große Silbernägel", da braucht man nicht mal einen Stockmeisel bei der ersten Durchsicht, da wird nichts verkittet.
    Edelstahldraht ist den verzinkten wegen besserer Festigkeit vorzuziehen.
    Soweit meine Erfahrungen!

  • Hallo Fips!
    Auch wenn du schon viele Meinungen über das Pro & Contra von Hoffmann-Seitenteilen gehört hast möchte ich meinen Senf dazu geben: Ich nutze z.Zt. Rähmchen mit HS, werde mich aber über kurz oder lang von ihnen verabschieden, da mir das Bienenquetschen bei jeder Nachschau ein Leid ist. Selbst bei großer Vorsicht läßt es sich nicht vermeiden, dass beim Zusammenschieben der Rähmchen das eine oder andere Tier in die ewigen Blumenwiesen befördert wird.
    Nun zu deinen Fragen:
    1. Verbogene Träger- und Unterleisten können dazu führen, dass der Beespace zwischen den Rähmchen der übereinanderstehenden Zargen nicht mehr eingehalten wird und dort von den Bienen Wachsbrücken eingebaut werden. Zum einen wird es damit aufwendiger die Zargen voneinander zu trennen. Zum anderen finden hier viele Bienen beim Zurücksetzen der Zargen eine jähes Ende. Insbesondere wenn die Zellen dieser Wachsbrücken mit Honig gefüllt sind und die Bienen sich darauf stürtzen.
    Abhilfe schafft das waagerechte Drahten der Rähmchen.
    2. Verkittete Rähmchenauflagen erschweren das Bearbeiten der Völker. Ideal finde ich die Verwendung von Metallschienen auf denen die Träger liegen. Diese werden von den Bienen so gut wie garnicht verkittet und es ist ein leichtes die Rähmchen auf diesen hin und her zu schieben. Obes diese aber für die Seegeberger gibt weiß ich nicht.
    3. Edelstahtdraht sollte man bei der Anwendung organischer Säuren zur Varroabekämpfung einsetzen, da andere Metalle durch die Säuren korrodieren.
    4. Welche Belastung meinst du denn?
    5. Falls du Rähmchen neu Drahten willst solltest du unbedingt Ösen verwenden. Das Erleichtert das Einfädeln und Spannen des Drahtes ungemein.
    6. Stabile Bauweise = lange Lebensdauer


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo Fips,


    es ist fast alles gesagt, was zu deinen Fragen zu sagen gewesen wäre.
    Eines noch:
    Du sprichst an, ob es nicht überlegenwert wäre, die Dinger nach einer gewissen Zeit dem Feuertod zuzuführen.
    Ich finde: ja, unbedingt.
    Nicht nur Rückstände aus Varroaziden sammeln sich im und am Rähmchenholz, auch andere Keime fühlen sich darin pudelwohl. (!)
    Bei mir "leben" die Rähmchen in der Regel nur drei Jahre, danach gehen sie in die Verbrennung.
    Natürlich kann man, werden die Gegner solcher Methoden jetzt sagen, die Dinger ja in Natronlauge desinfizieren, danach mit Wasser abwaschen und -neu gedrahtet-, wieder verwenden.
    Aber mir ist dafür der Zeitaufwand viel zu hoch, auch hantiere ich nicht gerne mit aggressiven Laugen, wenns denn nicht unbedingt sein muss, und außerdem freut sich meine Frau, wenn ich auch mal Zeit für sie und die Familie habe.
    Den Mehrpreis, den die neuen Rähmchen kosten, muß man halt in seine Kalkulation einbeziehen, aber dafür entfällt die aufgewendete Arbeitszeit.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael
    Das hieße also: die billigsten Rähmchen, ohne Ösen, ohne Edelstahl, dafür öfter mal Rahmen tauschen.
    Verstehe ich dich da richtig?
    mfg
    fips

  • Nö,


    nicht so ganz.
    Die billigsten verziehen sich, werden krumm. Damit ärgerst du dich dann, solange sie leben.
    Edelstahldraht auch, weil du ja AS benutzen willst, und die rosten dann.
    Ob du Ösen brauchst, sei dahin gestellt.


    Also:


    Versuche, für dich den Mittelweg zu finden zwischen billig und gut.


    PS:
    Meine kommen aus Gera :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Fips
    Die "Geraner" haben auch gleich die richtige Beute dazu. (Wenn du schon nach der Ideallösung am suchen bist) ;-)

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo !


    Ich kann jedem der mit DNM arbeitet (z.B. in der Segeberger) nur wärmstens ein modifiziertes (20mm Oberträger) DNM Hoffmanrähmchen empfehlen. Ich kaufe sie bei der Fa. Weber aus Gera (Edelstahldraht, geöst, Seitenteile a. Hartholz). Diese Rähmchen sind nicht günstig (um 1,00 €/Stck) aber jeden Cent wert. Habe derzeit über 5.000 Stck davon im Einsatz und werde nach und nach völlig auf dieses Rähmchen umstellen. Sowas von stabil und handlich hat man noch nicht gesehen ! Wenn sie aus dem Dampfwachsschmelzer kommen, haben sie noch immer die gleiche stabilität wie vorher, den Draht braucht man nur selten nachspannen. Diese Rähmchen kann man über viele, viele Jahre nutzen !
    Die Desinfektionsleistung eines Dampfwachsschmelzers reicht in einem seuchenfreien Betrieb im übrigen völlig aus !


    Beste Grüße


    Frank


    www.bienenpower.de

  • Hallo Imkerkollegen,


    es spielt sicher auch eine entscheidenden Rolle für die Lebendsdauer eines Rähmchens, welchen Stockmeisel und Wabenzieher man verwendet.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Der Vorteil einheitlicher Rähmchen ist oft deutlich größer als der angestrebte Vorteil eines neuen Rähmchens.


    Deshalb empfehle ich auf alle Fälle das gleiche Rähmchen in der ganzen Imkerei einzusetzen. Und wenn man denn wirklich wechseln will gleich soviele Rähmchen fertig geöst und gedrahtet zu bestellen, wie man nach der Umstellung im Einsatz haben will. Die alten Rähmchen gehen dann innerhalb der nächsten zwei Jahre über Ablegerverkauf und Heizung aus dem Bestand. Hier muß man wirklich konsequent sein. Auch eine noch so schöne Wabe im alten Rähmchen muß dann weg! Wenn man große Mengen Rähmchen in Gera bestellt, kann man sich dort auch Muster schicken lassen und sich die Rähmchen dann ansehen und entscheiden, ob man wirklich damit zufrieden ist.
    Ich selbst habe sechsfach senkrecht gedrahtete Hoffmannsrähmchen mit Ösen. Ganz normal, nicht modifiziert, schmale Ohren, genagelt.
    Mir gefallen aber auch die Polsternägelrähmchen mit dickerem Oberträger und schmaler Unterleiste. Vier Polsternägel pro Wabenseite auf dem Seitenschenkel. Umsteigen darauf werde ich aber nicht, weil ich generell Anbauteile, wie Abstandshalter, -bügel, -brücken, Drathohren ect. nicht leiden kann. Und Polsternägel sind solche Anbauteile, die dann im Ofenrost klemmen. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder