• Hallo, meine Lieben,


    ich wüßte sehr, sehr gern, ob jemand Erfahrung mit FGMO, sprich "Food Grade Mineral Oil", vulgo auf deutsch: Vaseline, bei der Varroabekämpfung hat...


    In den USA eine gängige Methode, allerdings ohne Erfassung der Milben in der Brut.


    Wer weiß was?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    erklär dich mal.
    Ist das die Sache mit den vaselinegetränkten Schnüren?
    Ich glaube, da gabs doch mal irgendwo einen Versuch? Waren das nicht Südeuropäer?
    Aber meines Wissens waren die Erfolge dort nicht so dolle.
    Ich kann dir allerdings keine nähere Quelle nennen, ich habe das nicht im Kopf. :cry:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Sabi(e)ne
    Nein, praktische Erfahrung habe ich nicht. :( 
    Ich war vor etwa 5 Jahren bei BEE-L eingeschrieben und da kam die Sache gerade auf. Dr. Rodriguez (ein Veterinär) dachte, daß die Anwendung von FGMO bei Haustieren (Milben bei Hund, Katze...) sich auch auf die Bienen übertragen lassen müßte. Die Diskussion wurde sehr emotional geführt und Dr. Rodriguez verließ zunächst wütend BEE-L ( Ihr seht, alles schon mal dagewesen). Später hat er immer wieder seinen Wissenstand mitgeteilt. Er experimentierte zunächst mit der Ausbringungsform, soviel ich noch weiss aufschmieren auf Oberträger, sprühen und vollgesaugte Papiere oder Dochte. FGMO wirkt varroazid, aber wohl mit schlechtem Wirkungsgrad. Soviel ich weiss, muss selbst nach jetzigem Stand der Versuche regelmäßig im Abstand von 2-3 Wochen behandelt werden um die Varroapopulation nicht gefährlich ansteigen zu lassen. Ich meine das ist schon ein drastischer Nachteil. Außerdem finde ich es nicht gut große Mengen Mineralöle in die Bienenstöcke einzubringen. Die organischen Säuren kommen ja auch schon natürlich im Honig vor, aber ein Erdölprodukt (persönliche Meinung)?!?
    Vielleicht spielst du ja auf die Versuche zum kleinen Bienenstockkäfer an? Die Ergebnisse mit FGMO sind meiner Meinung nach noch zu vage um von einem Erfolg zu sprechen.
    Für mich sind das viele Gründe von FGMO die Finger weg zu lassen. :wink: 
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Hallo,


    die "zentrale Diskussionsstelle" für FGMO ist im Beesource-Forum, dort gibt es regelmäßig neue Forumsbeiträge; viele Fragen, viele Antworten, viel offenes:


    http://www.beesource.com/cgi-b…Ultimate.cgi?action=intro


    dort Unterforum "FGMO" wählen.


    Mir selbst geht es da wie Wolfgang, ich habe einen Anflug von Übelkeit bei der Vorstellung, Erdöldestillate in meine Beuten zu kippen. Es widerspricht zu sehr dem, was ich mir unter naturgemäßer Bienenhaltung vorstelle... (Eigentlich wollte ich Automechaniker werden, aber ich kann kein Öl sehen...)


    Aber wer weiß, was man nicht alles tut, wenn der Käfer kommt.


    Johannes

  • sabi(e)ne schrieb:

    Hallo, meine Lieben,


    ich wüßte sehr, sehr gern, ob jemand Erfahrung mit FGMO, sprich "Food Grade Mineral Oil", vulgo auf deutsch: Vaseline, bei der Varroabekämpfung hat...


    Hallo Sabi(e)ne,
    vor ein paar Jahren hat Dr. Rodriguez auf beesource.com ein paar Abhandlungen über "White Mineral Oil" gehalten. (flüssiges Paraffin - Lebensmittelgeignet) Ein Mittel das es in amerikanischen Drugstore`s wohl Hektoliterweise zu kaufen gibt, - was man bei uns in Deutschland aber suchen muss wie eine Nadel im Heuhaufen. Es handelt sich um ein Mineralöl das z.B. die Lebensmittelindustrie benutzt um Maschinen zu schmieren, die direkten Kontakt mit Lebensmittel haben, so z.B. Aufschnittmaschinen ect. In einem Großhandel für Metzgerei und Schlachthofausstatter bin ich dann auch fündig geworden. Ein Spray, 0,3 Liter, für damals rund 20 DM. Ich habe mehrere Applikationsversuche gemacht, u.a. auch die von Dr. Rodriguez empfohlenen wie z.B. besprühen eines Papiers zum zernagen auf die Oberträger gebracht und über Wollfäden ins Brutnest eintropfen lassen und andere abenteuerliche Dinge mehr. Einzig das *direkte* ansprühen der Bienen auf den Waben hat einen nennenswerten Abfall von Milben gebracht. Aber lange nicht soviel wie eine vergleichsweise durchgeführte Behandlung mit Milchsäure. Es hat das Volk auch mächtig gestört, denn an Fliegen war für die Angesprühten Bienen die nächste Zeit nicht zu denken. Sie hatten alle Beine und Zungen voll zu tun den Mist wieder los zu werden. Dabei haben sie sich dann wahrscheinlich auch die Milben vom Leib gerissen und daher der vermehrte Abfall. Eigentlich sollte das Öl die Milben ersticken, was ich aber nicht bestätigen kann. Die Milben auf der Windel klebten vor Öl, lebten aber munter weiter. Alles in allem, ein missglückter Versuch unter vielen anderen. Mag sein, dass Dr. Rodriguez mittlerweile mit einem anderen Öl erfolgreicher ist, ich kann nicht so gut englisch um in den amerikanischen Foren mitzulesen. Wahrscheinlich ist es aber eher so, das es verschiedene lokale Erfolge gibt wie hierzulande auch mit K-Kresse u.a. Bei einigen wenigen ist es erfolgreich, - hakt man aber genauer nach – wäre auch eine „Nichtbehandlung“ genauso erfolgreich.
    --- Harry ---

  • Guten Morgen, meine Lieben!


    ...wollte ich wissen. :o
    Allerherzlichsten Dank, Harry! :D 
    Allen anderen natürlich auch!


    Ich hatte mich da im November mal näher mit beschäftigt, aber erstens zucke ich genauso wie ihr davor zurück, Erdöl in meine Beuten zu kippen, zweitens waren mir die Ergebnisse nicht so ganz überzeugend und drittens konnte ich mir absolut nicht vorstellen, wie das funktionieren soll, in real.


    Deswegen meine Frage nach "praktischen" Erfahrungen, und ich bin für eure Antworten sehr dankbar.
    Nur zu sagen, "das kann nicht funktionieren" überzeugt nun mal keinen; da muß man schon bessere Argumente bringen :wink: 
    Dankeschön!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen