Beuten Verstellen

  • Ich bin gerade dabei, Tische für meine Magazine zu bauen. Wollte dann nächste Woche die Bienen verstellen. Nun fliegen sie aber teilweise bei der warmen Witterung ganz fleißig. Kann ich die Bienen dann einfach verstellen?
    mfg
    fips
    P.S. In der Literatur finde ich unterschiedliche Angaben. Das steht z.b, im Winter ist es ohne Probleme machbar. Aber wann hört der Winter auf?

  • Hallo fips,


    wenn Deine Bienen den Reinigungsflug durchgeführt haben und auch weiterhin fliegen,dann ist ein Umsetzen der Beuten jetzt nicht mehr
    möglich.
    Ich versetze in jedem Winter immer einige Bienenvölker.Das muß aber immer vor dem Reinigungsflug erfolgen.Zwischen Reinigungsflug und
    letzten Ausflug sollten 4-6 Wochen liegen.In diesem Winter war bei mir der letzte Ausflug Ende November und der Reinigungsflug Anfang Februar.
    Es gab keine Probleme.

  • Hallo drohne,
    erklär mir doch mal, was das mit dem Reinigungsflug zu tun hat, da komm ich nicht so ganz mit :o
    Wichtig wäre eigentlich nur, daß die Bienen ihren Orientierungssinn verlieren und daß ich eigentlich schon nach wenigen Tagen so. Wenn es also kalt ist und die Tiere ohenhin nicht raus können, dann kann man sie
    doch zu jeder Zeit noch verstellen. So wie du es beschreibst, müsste man ja jeden Standort innerhalb des Jahres unbedingt beibehalten.
     :roll:

  • :( und wer hat nun recht?
    Sollte ich nun aber fälschlicherweise die Beuten zu einer falschen Zeit verstellen, was wäre dann der GAU?
    So viele Bienchen sind ja nun doch nicht unterwegs. Und ein paar werden ja dann doch zurückfinden.

  • Hallo Fips,


    wenn du die Beuten 30cm immer verschiebst ist das kein Problem die Bienen um zu stellen.
    Alle drei Tage 30cm
    Am besten du machst das wenn die Bienen wieder fliegen.
    Ich weiß ja nicht wie oft deine Völker schon dieses Jahr geflogen sind.

  • Ich kenne einen Fall, wo ein Bienenschwarm sich in einem Hohlraum eines auf Schienen fahrenden Baukranes eingenistet hat. Die Bienen haben es schienbar kappiert, dass der Kran in einem Beriech von ca. 25m immer wieder einmal hin oder herfährt. Neben der Tatsache, das sich der Schwarm überhaupt in einer solchen Umgebung (Stahl, nichts als Stahl, Sommer Hitze usw.) eingenistet hat, ist es erstaunlich, dass Bienen das mitgemacht haben. Auf dem gleichen Bauhof konnten über viele Jahre hinweg Bienen in einem auf die Seite gestellten Unterteil eines Krans beobachtet werden. Bienenbeuten aus Stahl, eingeölt un dunendlich heiß im Sommer! Leider konnte ich nicht mehr rausbekommen, ob hier in jedem Jahr ein neuer Schwarm eingezogen ist oder ob ein und daselbe Volk dort gewohnt hat. Wäre letzteres der Fall, so müßten wir die Lösung für das Varroaproblem vielleicht im Bereich Altöl und Schmierfett suchen. Für den Beutenbau wären dann Schweißbrenner anzuschaffen.


    Beuten verstellen:
    ICh habe gute erfahrungen damit gemacht, die Bienen vom alten Platz zunächst weit weg zustellen (raus aus dem Flugkreis). Je nach Wetter, bei guten Flugwetter weniger lang, bei schlechtem Flugwetter länger (mehr als 10 Tage). Danach geht´s zurück auf den neuen Platz.


    H. Watzl

  • Hallo Ralf,


    vor dem Verstellen der Beuten sollten die Bienen 4-6 Wochen fest
    in einer Wintertraube verbringen. Während dieser Zeit verlieren sie ihre Orientierung. Wenn sie dann wieder ausfliegen machen sie automatisch ihren Reinigungsflug und fliegen sich auf dem alten oder einen neuen Standort ( z.B. 20m entfernt)ein. Eine Wanderung im Sommer muß deshalb außerhalb des Flugradius erfolgen (>3km).

  • Hallo drohne,
    meine bisherigen Informationen über den Verlust der Orientierung sind da völlig anders. Hier im Forum wurden sogar nur 3 Tage dafür angegeben, was ich aber persönlich auch für zu gering halte. Aber 4-6 Wochen erscheinen mir >150 % sicher < zu sein. Daher konnte ich das ganze nicht nachvollziehen. Bei ständigem Flugverkehr im Sommer ist die Methode von Michael2 sicher richtig, das habe ich auch schon so gemacht.
     :)

  • Hallo
    Mein Wissen zu dem Thema Beuten verstellen ist, daß bis zu 50 cm seitlich und bis zu 90 Grad gedreht pro Fluftag in Ordnung geht. Bei größeren Entfehrnungen entweder mehrmals schieben oder raus aus dem Flugkreis wandern und warten bis eine neue Bienengeneration herangewachsen ist und dann an den Zielplatz wandern. Eine Ausnahme stellt wohl die Winterruhe dar, danach fliegen sich die Bienen selbst am alten Platz wieder neu ein.


    Also zurück zu deiner Frage Fips. Wenn deine Bienen den Reinigungsflug gemacht haben, würde ich sie nicht "beliebig" verstellen. Du schreibst nicht wie weit es sein soll. Der halbe Meter je Flugtag wäre schon ok. In den Völkern sind zur Zeit nur langlebige Winterbienen. Das heisst beim Abwandern könntest du nicht vor etwa April zurückwandern, wenn du Flugbienenverluste vermeiden willst. Im Sommer, mit den kurzlebigeren Sommerbienen kannst du nach etwa 6 Wochen sicher zurückwandern.


    Ich habe in dieser Sache mal selbst eine Dummheit gemacht. Ich habe an 2 Ständen Bienen und wollte zur Wandervorbereitung im Sommer von einem Stand abends Bienen zum andern Stand bringen, damit wir am nächsten morgen ohne viel Umwege losfahren könnten. Weil es am Abend noch heiss war habe ich das Flugloch geöffnet. Das haben die Bienchen genutzt um sich neu einzufliegen. Nach 4-5 Wochen im Wald kamen wir wieder zurück und ein Volk von denen die über Nacht gelagert wurden lies ich gleich an dem Stand , aber an einem anderen Platz. Am nächten Tag sammelten sich gut eine Hand voll Bienen an dem Platz des Zwischenlagerns.
    Übrigens kannst du gut erkennen ob sich Bienen einfliegen. Sie fliegen eine ganze Weile mit dem Kopf zur Beute auf und ab. Eine bereits eingeflogene Biene fliegt mit dem Kopf von der Beute wegzeigend davon.


    Übrigens H. Watzl, das mit dem Schmieröl und Fett als Lösung des Varroaproblems gibt es tatsächlich. Ein Amerikaner verwendet "food grade mineral oil" also Paraffinöl um erfolgreich Varroen zu bekämpfen. Es gibt dazu einige Artikel im Internet. Es wirkt wohl so, daß die Atemöffnungen von Milben von dem Zeug verstopft werden und die Milben ersticken. Ähnliches wendet man auch bei der Milbenbekämpfung von Haustieren an.
    Wenn der Schwarm sich nur einen recht öligen und fettigen Platz gesucht hat, wurde er von den Varroen vermutlich nicht sehr geplagt.


    Viele Grüße
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.