Honig sieben

  • Hallo,


    ich verschenke bald das neue Buch von Friedrich Pohl "1 mal 1 des Imkerns", eine ganz schöne, reich bebilderte Anleitung für Anfänger, und lese es vorher mal selbst. Darin habe ich gesehen, wie der Honig durch eine großes, sehr feines Kunststoff-Spitzsieb direkt in einen Hobbock gesiebt wird; es heißt dort sinngemäß, dies sei das empfehlenswerteste Verfahren. Außerdem stand dort in etwa die Anmerkung, die Honig-Doppelsiebe seien weniger gründlich und letztlich veraltet. Andere als diese in verschiedenen Variationen (u. a. Lunzer Honigsieb) kannte ich gar nicht, und auch diese nur von Photos.


    Wie siebt Ihr Euren Honig? Arbeitet jemand mit diesen Spitzsieben?


    Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes Haller
    Darin habe ich gesehen, wie der Honig durch eine großes, sehr feines Kunststoff-Spitzsieb direkt in einen Hobbock gesiebt wird;
    Sollte eigentlich in der Grundausstattung der Imkerei nicht fehlen.Wer es probiert bleibt dabei,oder seh ich das falsch???
    imkerliche Grüße

  • Liebe Imker,


    am Besten (wirklich) ist ein Honigsumpf gleich unter der Schleuder. Darin drei senkrechte Siebe und den Abfluß oben(!). Nur ein Sumpf verkraftet den Honig, der ja doch ziemlich zügig aus der Schleuder kommt gleich auf einmal.


    Die Wachsteilchen schweben zwischen den Sieben und können diese nicht zusetzten. Der Honig wird also in der Waagerechten gesiebt. Je voller der Sumpf desto größer die Siebfläche. Der Sumpf bleibt dabei eigentlich immer voll, nur ganz am Ende wird der untere Auslauf geöffnet.


    So abeitet auch eine Siebeimer mit zwei senkrechten Sieben.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich verwende beim Schleudern das Honig-Doppelsieb und das Spitzsieb
    in einem Arbeitsgang . Schneller und sauberer kann ich meinen Honig
    nicht in die Hobbocks bringen. Hier erfolgt auch das Abschäumen des Honigs. Soll der Honig in Gläser gefüllt werden, dann hat der Hobbock auch einen Hahn.

  • Hallo drohne,


    setzt sich das Spitzsieb allein zu schnell zu, wenn man vorher kein Doppelsieb verwendet?


    Wie läßt Du den Honig erst durch ein Doppelsieb, dann durch ein Spitzsieb gleich in einen Hobbock laufen - ich meine, wie hoch muß dann die Schleuder stehen?


    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,


    ich besitze eine 10-Waben Sternschleuder. Diese steht bei mir im Schleuderraum auf einer
    ca. 50-cm hohen Tischbank. Wenn 29 Waben geschleudert sind, kommt der Wabenkorb in der Regel zum Stillstand.
    Jetzt befinden sich ca. 46 kg Honig in der Schleuder und ich muß mich um die Entleerung der Schleuder kümmern.
    Zweckmäßigerweise hebe ich jetzt an entgegengesetzter Seite des Ablaßhahns die Schleuder
    um ca. 15cm an und lege einen Holzkeil zwischen Tisch und Schleuder.
    Unter den Ablaßhahn wird nun ein Honigkübel ebenfalls mit Ablaßhahn gestellt ( ca. 46 kg).
    Bevor nun aller Honig aus der Schleuder in den Kübel fließt, wird über den Rand des Kübels das Spitzsieb gestülpt und auf den Rand des Kübels das Doppelsieb gesetzt.( Der Durchmesser des Metallrings vom Spitzsieb ist etwas gößer als der des Kübels).
    Nachdem aller Honig aus der Schleuder abgeflossen ist, wird der volle Honigkübel auf die Tischbank gestellt und über den Ablaßhahn des Kübels ein Honigeimer( ca. 18 Kg) und ein
    kleiner Hobbock( ca. 28 kg) gefüllt.
    Wenn ich mit der Schleuderung fortfahre, dann wird das mittlere Honigsieb vorbeugend
    gereinigt. Die Verwendung des Spitzsieb allein geht nur bei kleinen Mengen Honig.
    Bis zum nächsten Tag ist aus der Schleuder und dem Honigkübel mit den Sieben noch einiger Honig zusammengelaufen.
    Auf jeden Fall habe ich nur ein zusätzliches Gefäß "eingematscht". Die Reinigung der Schleuder und Siebe fällt immer an.
    Im Endeffekt muß auch jeder selbst für sich die beste Lösung finden.