Ist Kerzenverkauf lohnend?

  • Kerzen verkaufen ist doof.

    Wenn man keine dabei hat, wird man garantiert danach gefragt.

    Hat man welche dabei, kann man sie Abends alle wieder einpacken.

    Es ist auch von Markt zu Markt und von Tag zu Tag verschieden.

    Allgemein geht bei uns der Trend zu den kleinen Kerzen. Die Zeit der großen "Omakerzen" ist momentan vorbei. Zumal die vom Preis her richtig teuer sind. Verschleudern tun wir die nicht.

    Ich hab trotzdem immer Kerzen jeder Größe und Form dabei, auch weil sie selbst nur als Deko einfach zu einem Imkerstand dazu gehören.

    Geschickt beleuchtet hat die goldgelbe Farbe immer was warmes, und das lockt die Kunden an. Selbst wenn sie dann nur Gummibärchen kaufen.

  • EK Preis habe ich leide nicht, MW werden im Verein gekauft .

    Nee der EK ist ja auch komplett unterschiedlich. Wenn ich im günstigsten Fall Eigenwachs zu MW umarbeiten lasse, zahle ich inklusive Versand vielleicht 5-6 Euro das Kilo. Danke schritte für den Hinweis, dass man das als eher kleinerer Imker besser jemand Spezialisiertes machen lassen sollte.


    Dann ist noch die Frage, ob die Reinheit der umgearbeiteten MW die dabei herauskommen für Kerzen ausreichend wäre. Wenn ja, Jackpott, dann lohnt sich der Verkauf auf jeden Fall, wenn man sich am normalen Marktpreis orientiert.


    Mal unbedarft ein paar Gedanken gemacht... 100% Bienenwachs als Tropfenwachs zum Kerzen Gießen habe ich für ca. 15-20 Euro Einkauf das Kilo gesehen. Mit Energieaufwand und Docht gerechnet, wäre eine 100g Kerze so bei vielleicht 2,50 Herstellungsaufwand und ein Verkauf würde sich für ca. 4-5 Euro denke ich lohnen. Bei sehr großen Kerzen 400-500g würde ich wohl Richtung 35-40 Euro das Kilo, bei eher kleinen Kerzen 50-100g vielleicht bis zu 55-60 Euro das Kilo kalkulieren. Bei gerollten MW-Kerzen würde ich wahrscheinlich eher Richtung 30 Euro das Kilo gehen, da brauche ich auch keine Form und kaum Energie zur Herstellung.


    So gedacht, wäre ein Kerzenverkauf mit umgearbeitetem Eigenwachs sehr lohnend, und wenn ich Fremdwachs kaufen muss, immer noch okay, vor allem bei kleineren Modellen.


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Kerzenverkauf läuft wesentlich über den Geruch. Deswegen sind muffig riechende Kerzen echter Mist. Ich hatte mal eine Charge Wachs, die ich besonders intensiv reinigen musste, weil sie stark verfärbt war. Weil das Wachs dann nach gar nichts mehr roch, habe ich sie mit künstlichem Wachsgeruch versehen. Es war mir dann ein wenig peinlich, dass Käufer von dem tollen Wachsduft der Kerzen schwärmten.

    Ansonsten sind Kerzen doch ein dankbares Produkt. Da sie fast unbegrenzt halten, kann man sie gut über Jahre vorhalten, auch wenn sie sich mal nicht verkaufen.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Meine Kerzen laufen alle nach einigen Monaten an bzw bleichen aus. Da sie teils filigrane Oberflächen haben, ist Fönen keine Option. Stört das die Kunden nicht?

    Bleichen die auch, wenn sie dunkel gelagert werden?

    Gegen das Anlaufen hilft ein wenig nachpolieren. Das ist bei komplizieren Formen natürlich schwierig.

    Ein weitere Option wäre ein kurzes Tauchbad in heißem Wachs.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Warm und dunkel lagern beugt dem Anlaufen vor.

    Aber ganz vermeiden lässt sich das nicht. Kann man aber auch dem Kunden als Qualitätsmerkmal "schmackhaft" machen.

    Man kann sie aber auch mit einem speziellen Glanzlack überziehen. (Gibts im speziellen Fachhandel)

    Ist aber nicht Jedermanns/Fraus Sache.

  • Meine Kerzen laufen alle nach einigen Monaten an bzw bleichen aus. Da sie teils filigrane Oberflächen haben, ist Fönen keine Option. Stört das die Kunden nicht?

    Ich nehme da für meine Verschenktürme „Kerzenlack matt“. Das mit dem Lack habe ich aus dem tollen Video zum Thema Kerzengießen von der Imkerei Seip. Der matte Lack verändert die Optik nicht.

    Bienen seit 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 9 Völker

  • Leute, sonst kann euch doch der Honig auch nicht naturnah genug sein als Abgrenzung zu Langnese & Co, am besten nur gepresst mit allem drin, was die Wabe so bietet!


    Aber bei Kerzen soll dann wieder der Industriestandard gelten? Das Anlaufen ist doch ein echtes Qualitätsmerkmal und macht den eigentlichen Charme von Bienenwachskerzen doch erst aus - schließlich können nur echte Bienenwachskerzen so anlaufen!

    Im Gegenteil, neue, noch nicht angelaufene Kerzen sehen doch kaum anders aus als Mineralöl-Kerzen im Supermarkt. Gute Kunden wissen das und achten darauf, weshalb ich solche und solche am Stand habe - weil der Kunde soll kaufen und es gibt ja tatsächlich solche, die ein kerniges Handwerksprodukt haben wollen, aber bitte trotzdem in der Industrieoptik...


    Verkauft wird vor allem nach Gewicht mit einem Zuschlag für den unterschiedlichen Aufwand. Preise zwischen 40 und 90 EUR/kg werden anstandslos bezahlt -auch oder gerade bei angelaufenen Kerzen! Wobei die mit Abstand billigsten Kerzen am unteren Rand dieser Spanne eigentlich nur die einfachen Teelichter sind.

  • Ja hornet, das ist immer so eine Sache... von der Optik her wirken glänzende Kerzen eben neuer, und neuer ist für viele Käufer besser als älter, außer vielleicht bei Wein oder nem guten Whisky :)

    vielleicht lässt sich "matt" ja auch mit "glänzend" oder "leuchtend" besser verzieren, das wirkt dann nochmal anders. Ein Infozettel "Echtes Bienenwachs erkennen Sie an der matten Oberfläche" könnte vielleicht genauso helfen wie "ein echter Norddeutscher MEISSELT seinen Honig" ;).

    Den Hinweis von WFLP Wolfgang mit dem Verkauf über Geruch finde ich gut, kann ich mir gut vorstellen, weil ich sehe viele Kunden vor dem Kauf an Kerzen riechen, dass diese schon einen besonderen Duft erwarten, wenn sie schon mehr als beim Discounter hinlegen.

    Gibt es vielleicht auch natürliche Propolis/ Honig Mischungen die geruchstechnisch positiv wirken, was man z.B. einen Fingerhut je Liter beimischen kann? Oder würde das eher unter "gut gemeint" fallen? ;)


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • Propolis besteht zum größten Teil aus Harz. Genau der Stoff, der Nadelholz beim Verbrennen knistern und Funken sprühen lässt. Das dürfte in Kerzen eher nicht so gut ankommen.

    "In einer Demokratie hat jeder das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten."

    aus "Mensch, Erde"

  • Gegen das Anlaufen hilft ein wenig nachpolieren. Das ist bei komplizieren Formen natürlich schwierig.

    Ein weitere Option wäre ein kurzes Tauchbad in heißem Wachs.

    Ja die bleichen auch im dunkeln wenn sie mit Sauerstoff in Berührung kommen.

    Nachpolieren geht fast nur bei Stabkerzen/Stumpen.

    Ein Tauchbad in Wachs würde ich nicht empfehlen da du dann wieder eine dünne Luftschicht unter die Äußere Haut bekommst und die ist gerade bei konturierten Formen oder Formen mit z.B. Deko Bienen oder Wabenmuster ein Optik Killer da die Schönen Details dann alle rundgelutscht und weich aussehen. Entweder fönen oder in 50°C warmes Salzwasser tauchen.


    Was gegen anlaufen hilft ist Kerzenglanzlack, den gibts für etwa 12€ pro 100ml.

    Ich verdünn den meist mit Wasser 1:1 - Nachteil ist die Kerze riecht nicht mehr so schön von außen. Darum biete ich immer frische unlackierte mit an. Die Kerzen die besonders schön aus der Form kommen lackier ich und frage bei Kauf ob eher zum Hinstellen oder abbrennen gekauft wird.


    Ich gebe Stylex recht das jeder Kunde am liebsten noch handwarme frisch gegossene Kerzen gereicht haben möchte und ob man nun "gemeisseltes Wachs" :D oder organisch gewachsene Bio Kerzen aus echt angelaufenem Wachs verkauft - Hauptsache man redet mit dem Kunden und klärt auf warum anlaufen, wie wieder schick machen und warum lackiert oder natürlich. So kann jeder kaufen was er gut findet.


    Zu den Preisen gesagt finde ich eine Kalkulation schwierig jedoch halte ich mich auch in etwa an das Gewicht und verkaufe noch Kerzengläser dazu. Viele finden nachfüllbare Teelichter gut da kein Abfall groß entsteht (nur ein kleiner Dochtfuss) und die Lichter im Glas auch besser aussehen.


    Teelicht nagsch 20-22g 70 Cent (als Nachfüller)

    Teelichtglas 1€

    Teelicht in Transparenthülle 20-22g 80 Cent

    Eule, Bienenkorb, Geschenk, Tannenbäumchen 40-45g 3,50-4€

    Kerzenglas rund, 7cm hoch und 5,5 Durchmesser 2€

    Stabkerze 16cmx2,2cm 45-50g 4,50€


    Bei Dochten benutz ich fast immer welche mit Fuss damit die Kerzen in den Gläsern ordentlich ausbrennen und kein Wachsrest zurück bleibt. Auch das wird kommuniziert und ist ein Verkaufsargument. Die gibts bis 21cm und auch in 3mm Stärke aus Hanf Parafinfrei und bienengewachst aber halt 16Cent/Stück. Geht aber auch preiswerter.


    Bei Tafelkerzen bin ich noch am probieren da meine immer noch etwas laufen und auch salzen nichts hilft aber da finde ich schon noch den passenden Docht.


    Wer anfangen will sollte sich wenige kleinere Formen zulegen. Pro Form musst du schon 2-4 Kerzen verkaufen ehe die Kosten wieder rein sind. Ich stelle immer in kleinen Chargen her, meist nur ein halbes Kilo pro Gang. So sind sie immer frisch und es artet nicht in Arbeit aus.


    Kerzen giessen lohnt sich immer, da es entspannt, man mit den Kindern schöne Familienzeit verbringt und ein Kerzlein als Beiwerk zu Geschenken für die Familie/Freunde immer für Begeisterung sorgt - "Und die habt ihr selbst gemacht - Extra für mich?! Aus dem Wachs von deinen Bienen - oh die riecht sooo gut!" So kann man auch als Erwachsener immer noch das gleiche wohlige Gefühl verspüren wenn man als Kind etwas selbst gebasteltes verschenkt hat.


    Hmm... wieder einen halben Roman geschrieben :S


    Dresdner Grüße