Vatervölker für Belegstelle

  • Welche Voraussetzung müssen die Königinnen der Vatervölker erfüllen?

    Alle müssen Schwestern sein und von Drohnen mit gleichen Genen begattet sein?

    Wie viele Königinnen können pro Vatervolk gleichzeitig aufgestellt werden, ohne Minderung des Begattungserfolgs?


    Danke für Eure Antwort.


    Grüße

    Hans

  • Das kommt darauf an, was man mit der Belegstelle und den Königinnen erreichen möchte. Die letzte Frage verstehe ich nicht. Warum sollten zu viele Drohnenvölker den Begattungserfolg reduzieren? Was genau meinst du mit Vatervolk?

  • Eine definierte Anpaarung will man erreichen.

    Wenn auf einer Belegstelle mit ausreichend großem Schutzradius zum Beispiel 5 Vatervölker aufgestellt werden, wieviele Königinnen können dann alle 14 Tage neu aufgestellt werden.

    Nehmen wir mal an so ein Vatervolk hat etwa 1000 Drohnen. Davon ist vielleicht die Hälfte geschlechtsreif. Von den geschlechtsreifen sind vielleicht 50% richtig fit. Eine Königin wird von 10 bis 25 Drohnen begattet.

    Wenn die Überschlagsrechnung stimmen würde, dann kann ich etwa 10 bis 20 Königinnen bei jedem Durchgang pro Vatervolk aufstellen. Aber ich habe da wenig Ahnung.

  • Hallo Hans,


    Zu Ihrer ersten Frage ist zu sagen: Bei den Vatervölkern geht es ausschließlich um die Genetik der Königin, sprich die Anpassung dieser ist egal. Das kommt daher, dass die Drohnen ein genetischer Klon ihrer Mutter sind, weshalb die Königinnen der Vatervölker auch F1 (Standbegattet) sein können.

    Es ist wichtig, dass die Königinnen der Vatervölker alles Geschwister einer geprüften Zuchtmutter sind, da so bei der genetischen Anpaarung eine recht hohe Wahrscheinlichkeit erzielt wird, dass alle das gleiche Genmaterial (von einer Linie), weitergeben.


    Zu Ihrer letzten Frage: Grob über den Daumen geschätzt, sagt man dass 25-50 Einheiten pro Vatervolk aufgestellt werden können. Ich persönlich würde lieber ein paar Vatervölker mehr aufstellen, als am Ende zu wenig zu haben.

    Ich hoffe die Antwort hat Ihnen weitergeholfen und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.


    Liebe Grüße

  • Vielen Dank Bio-Imker2001

    Es ist wichtig, dass die Königinnen der Vatervölker alles Geschwister einer geprüften Zuchtmutter sind, da so bei der genetischen Anpaarung eine recht hohe Wahrscheinlichkeit erzielt wird, dass alle das gleiche Genmaterial (von einer Linie), weitergeben.

    Geschwister haben höchstwahrscheinig unterschiedliche Väter. Das bedeutet die Drohnen aus den Vätervölker haben ähnliche, aber nicht gleiche Gene.

    Das müsste sich positiv auf die zu begattenden Königinnen auswirken.

    Vielen Dank. Das hat mir weitergeholfen.


    Grüße

    Hans

  • Apimarkus: "Begattungserfolg auf einer Belegstelle definiert sich nicht an der Frage, ob oder ob nicht, sondern vielmehr an der Frage, wie wahrscheinlich es ist, daß die Begattung auch wirklich durch Drohnen der dort aufgestellten Linien erfolgte.


    Dazu wurden bspw. an 2 Belegstellen Deutschlands (Gehlberg in Thür. und Haßberge in Unterfranken) mehrjährige Untersuchungen, sogar mit Genananlysen durchgeführt - s.a. #25 auf S. 2:


  • Bei der Standbegattung hast du Recht, da ist das nicht mehr nachzuvollziehen, da die Väter mit unterschiedlicher Genetik ausgestattet sind.

    Bei der Reinzucht, sei es Anpaarung über Belegstellen oder instrumentelle Besamung, stammen die Königinnen der Vatervölker allerdings auch nur von einer Linie ab.

    Dies hat den Hintergrund, dass schon die Zuchtmutter, von der die Vatervölker abstammen, eine Reinzuchtkönigin sein sollte, das bedeutet, dass sie entweder auf einer Belegstelle war oder instrumentell besamt wurde.

    Die Drohnen, mit denen die Zuchtmutter angepaart wurde, sollten daher alle von einer genetischen Linie abstammen. Daher hast du Recht, dass die Geschwister unterschiedliche Väter haben, allerdings haben sie dennoch zu einem hohen Prozentsatz die gleiche Genetik.

    Hoffe das war verständlich erklärt.


    Liebe Grüße,

    Johannes

  • "Begattungserfolg auf einer Belegstelle definiert sich nicht an der Frage, ob oder ob nicht, sondern vielmehr an der Frage, wie wahrscheinlich es ist, daß die Begattung auch wirklich durch Drohnen der dort aufgestellten Linien erfolgte.

    Das verstehe ich.

    Es gibt wohl 3 Wege, um die gewünschte Anpaarung zu erreichen.

    1. Instrumentelle Besamung

    2. die geografische Lage muss so sein, dass fremde Drohnen nahezu ausgeschlossen sind (insel, Hochgebirge, .Naturschutzgebiet, ..)

    3. Drohnendichte so hochschrauben, dass Fremddrohnen vernachlässigt werden können.

  • Hier kommt es in den Erklärungen zu den Drohnenvölkern noch nicht ganz deutlich heraus.

    Die Völker die die Drohnen erzeugen, haben alles Schwesterköniginnen einer Zuchtmutter. Mit welchen Drohnen diese Schwesterköniginnen begattet sind, spielt für das Erbgut der erzeugten Drohnen keine Rolle.

    Ausschließlich das Erbgut der Mutter der Schwesterköniginnen ( Drohnen = unbefruchtete Eier) wird hier bei der Begattung durch diese Drohnen weiter gegeben.

    Um eine ausreichende genetische Vielfalt weiter zu geben, braucht es eine größere Anzahl von Geschwisterköniginnen für diese Drohnenvölker (genügende Anzahl von Sexallelen). Ich nannte hier min 20 Geschwistervölker, ist aber eher ein schlechter Kompromis.

    Das mag jetzt für 5 Königinnen (extrem nach unten) etwas oversized zu sein, ist aber notwendig, wenn man die genetische Vielfalt haben möchte.

    Nach Oben könnten diese 20 Völker auch 400 und mehr Königinnen begatten, wenn dafür ausreichend Drohnen im Laufe der Zeit (versetzt oder punktuell) gebildet werden.


    Jetzt kommen wir zur Begattungsqualität. Je weniger Fremddrohnen an der Begattung der Königinnen teilhaben, um so besser ist das Ergebnis, welches man sich mit diesen Begattungen auf Basis der genetischen Linien verspricht.

    Je höher der Fremdeinfluß, um so schlechter lassen sich Eigenschaften der Völker, die von den begatteten Königinnen erzeugt wurden, miteinander vergleichen und daraus diejenigen selektieren, mit denen man weiter machen möchte.

    Der Ort der Anpaarung reguliert dann mögliche Fremdeinflüsse, bzw entscheidet darüber welchen zusätzlichen Aufwand man betreiben muß, um den Fremdeinfluß so gering wie möglich zuhalten.

    Das kann bei Belegstellen mit Schutzradius auch dazu führen, das man dort die Imker mit ihren Völker im Schutzbereich und nahen Schutzbereich mit entsprechenden Schwesternköniginnen jedes Jahr kostenfrei umweiselt.

    Oder die Imker wandern für den Zeitraum der Belegstellensaison und kurz davor an andere Standorte ab.


    Suche hier bitte im Forum noch einmal nach Drohnenvölker. Da kommen auch noch reichlich Informationen, bevor wir hier alles noch einmal zusammenfassen.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

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