• Auch wenn ich nein sage. Ich habe keine Erfahrung. Warum ich mich zum Thema melde? Soviel ich weiss (nur Halbwissen) wird Michsäure ausschließlich auf die Waben gesprüht. Irgendwie habe ich instinktiv etwas gegen das Wabenziehen im Winter. Ich denke, dass Du die Winterbehandlung meinst. Ich weiss, dass der michael2 wohl Erfahrung hat , oder Michel?

  • Ich meine die Behandlung mit Milchsäure nackter Bienenvölker, das hat nichts mit Winterbehandlung zu tun (auch wenn man meinen könnte, daß die Bienen sich dabei nackt vorkommen :wink: ). Gemeint ist z.B die Behandlung in Kunstschwarmkisten. Bienen ohne Waben / als Schwarm bezeichnet man als nackt. Insbes. interessieren mich Erfahrungen über die Bienenverträglichkeit bei dieser Methode.


    Gruß M.Brandt

  • Hallo Martin,


    ich habe meine ganzen Völker einer Winterbehandlung mit Milchsäure unter zogen und bin sehr positive überascht von der Bienenverträglichkeit und vom Milbenabfall.
    Zum eigen Thema habe ich noch keine Versuche mit losen Bienen gemacht, was ich aber diese Jahr ausgiebig teste.
    Wenn man Waben die mit Bienen besetzt sind gleichmäßig besprüht kann man das auch mit losen Bienen machen, ich schlage daher vor die Bienen leicht feucht und gleich mäßig, aber nicht durchnässt mit Milchsäure zu besprühen.
    So werde ich das auch bald testen.
    Wichtig ist dabei die Königin nicht unbedingt mit Milchsäure zubesprühen, bei Kunstschwärmen oder Naturschwärme setzt man die Königin mit ein paar Bienen in einen Lockenwickler und befestigt das ganze an einen Draht, den man am Eimer oder Schwarmfangkiste befestigt.
    Wenn ich diese Jahr Kunstschwärme oder Bienen zu Füllung der Begatungseinheiten abfege werde ich diese Bienen nach dem sammeln alle mit Milchsäure besprühen.
    Dasselbe werde ich auch mit Naturschwärmen machen wenn ich einen fange. :D
    So viel zum Thema.

  • Hallo Michael 2,
    vielen Dank für Deine Antrwort. Die Vorgehensweisen sind mir soweit geläufig, wie gesagt interessiere ich mich insbesondere für die Bienenverträglichkeit und Erfahrungen bei Anwendung an nackten / losen Bienen, da ich meinen Bestand fast auschließlich über Kunstschwärme vermehre.


    Gruß M. Brandt

  • Hallo zusammen,


    meine Erfahrungen bezüglich der Milchsäurebehandlung decken sich weitgehend mit deren von Michael2. Ich habe vor zwei Jahren an einer Studie mitgearbeitet, die vom Landesverband Sächsischer Imker/Abteilung Bienengesundheit in Auftrag gegeben wurde. Beteiligt waren Imker aus ganz Sachsen mit insgesamt 365 Völkern.
    Hier die von mir und von anderen Imkern festgestellten Vor- und Nachteile der Milchsäurebehandlung:


    Als Vorteil wäre zu nennen, daß Milchsäure eine sehr milde und rückstandsfreie Säure ist, die sich ausgezeichnet zur Varroabekämpfung im Jahresverlauf eignet. Milchsäure wirkt antiseptisch und ist in der Lage, Pilzerkrankungen wie Kalkbrut in ihrer Entwicklung zu hemmen.


    Nachteile:
    Da jede Wabe einzeln gezogen werden muss, ist der Arbeitsaufwand bei Imkern mit mehr als 5 Völkern erheblich. Bei der Behandlung mit MS sollten alle Völker am gleichen Tag behandelt werden, da die behandelten Völker kurzzeitig ihren Stockgeruch verlieren! Räuberei in trachtarmer Zeit kann nicht ausgeschlossen werden! Im Gegensatz zu Michael2 kann ich Milchsäure zur Restentmilbung im Herbst/Winter nicht empfehlen. Bei der Behandlung wird zwangsläufig der Wintersitz zerrissen und der für diese Zeit überlebenswichtige Volksgeruch kurzfristig lahmgelegt. Es kann unter Umständen mehrere Stunden dauern bis die Bienen ihre Ruhe und alten Sitz wiedergefunden haben. Mit einer Schwächung,Weisellosigkeit, im ungünstigen Fall dem Verlust des Volkes muss gerechnet werden!!


    Für die Behandlung kleiner Begattungseinheiten ist sie wie geschaffen, für größere Schwärme eher nicht. Milchsäure wirkt anders als systemische Mittel wie Perizin oder Bayvarol. Beim Besprühen trifft man zwangsläufig
    die meisten Hautbienen. Um auch die anderen zu treffen, müsste zwangsläufig der Schwarm "umgeschaufelt" werden. Beim Einlogieren der Schwärme liefen die besprühten Bienen ( ich imkere in Hinterbehandlungsbeuten ) nicht in die Beute, sondern kamen heraus und ketteten sich vor der geöffneten Beute auf. Seitdem habe ich dies
    nie wieder versucht.


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Hallo,


    wie Dieter schon gesagt hat, müssen bei vielen Bienen die lose sind umgeschaufet werden das alle Bienen gleichmäßig feucht sind.
    Was ich in meinen Abschnitt nicht erwähnt habe.
    Da im Rheinland ein sehr mildes Klima herrscht ist eine Winterbehandlung mit Milchsäure einfach.
    Meine Winterbehandlung habe ich ende November Anfang Dezember bei Temperaturen von 10 Grad durchgeführt.
    Wenn ich die test durchführe werde ich hier alles ausführlich beschreiben, deshalb soll dieser Beitrag Anregung und Hilfestellungen geben, dazu können alle die Erfahrung mit der Behandlung von Bienen mit Milchsäure ihre Vorgehensweise beschreiben.
    So viel zum Thema. :D

  • Liebe Freunde,


    Milchsäure wirkt nicht systemisch - dieses ist schon mehrfach gesagt worden, der direkte Kontakt Milbe-Säure tötet die Milbe. Eine vergleichbare Wirkweise ist bei der Oxalsäurebehandlung zu beobachten. Der Putztrieb der Bienen sorgt nach Beträufelung dafür, daß alle Bienen in der Wintertraube mit der OS versorgt werden. Das mühsame Rähmchenziehen unterbleibt, der Bienensitz im Winter wird nur unwesentlich gestört.


    Gibt es eigentlich Untersuchungen darüber, ob Milchsäure bei Träufelung auch wirkt und wenn ja, mit welchem Ergebnis?


    Im Winter Rähmchen ziehen, ist kaum möglich, die sind bei meinen Völkern oft so verklebt, dass anschließend die Bienen nervös und unruhig sind, auffliegen und stechen wollen. Wenn die Milchsäure in gleicher Weise wie OS verabreicht werden könnte, wären viele Probleme gelöst.


    Christoph

  • Grüß dich Christoph,


    die Träufelbehandlung mit Milchsäure hat sich nicht bewährt, da nur wenige Bienen mit der Säure in Verbindung kamen. Im Gegensatz zu Perizin werden alle Säuren nicht durch den sozialen Futterstrom weitergegeben, sondern alle Bienen versuchen durch intensives putzen sich der Säure zu entledigen. Um den besten Wirkungsgrad zu erreichen, ist es wichtig, wie Michael schon erwähnte, die Bienen leicht feucht und gleichmäßig aber nicht durchnässt mit Milchsäure zu besprühen.
    Es gibt noch eine andere Anwendungsform und zwar die Milchsäure-Aerosolbehandlung mit Druckluft. Vielleicht ist das was für dich. Schau mal ins schweizerische Zentrum für Bienenforschung unter:
    http://www.apis.admin.ch/index_d.htm
    unter Varroa vorbei.
    ( Milchsäure-Aerosol zur Bekämpfung von Varroa destructor (280k, pdf)


    Die Homepage ist darüber hinaus hochinteressant und sehr zu empfehlen. Da können sich unsere Bieneninstitute ( auf ihren Seiten ) eine Riesenscheibe abschneiden. :oops: 

    Es grüßt


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!