Die Dunkle Biene (Reaktionen auf die Sendung der Montagsimker)

  • “Wir sollten als Imkerschaft eine Einheit bleiben“, ach Gott, wie süß. Die Eltern vom Klopfer sollten nicht überfahren, Bambis Mutter nicht erlegt werden und nach drei Cocktails sollte man einen Lap-dance umsonst bekommen!

    Träumt weiter.

    Als Außenstehender ( weil keine Ahnung ) kommt es mir seltsam vor wenn ich einerseits höre, daß wir in Deutschland unbedingt eine Erhaltungszucht brauchen obwohl es da wohl schon Projekte seit einigen Jahren gibt, die Schweizer weit vorne sind und gefühlt jeden Tag neue alte Bestände entdeckt werden.

    Aber laß sie doch machen, lasse ich ja, ich verstehe nur nicht warum ich das verstehen muß?

    Bleibt die Angst vieler Imker, die ich gut verstehen kann, daß die so beliebte wie einfache und kostenneutrale Standbegattung evtl. unter der wieder eingeführten dunklen Bienen leiden würde.

    Aber ja doch, man kann ja auch viel Geld in die Hand nehmen und Aufwand betreiben um sicher an die guten Bienen zu kommen, die die Profis so gebrauchen.

    Die meisten Hobbyimker werden diesen Aufwand wohl nicht treiben, jedenfalls nicht ständig.

    Dieser Faden zeigt deutlich wie die verschiedenen Meinungen verteilt sind und auseinandergehen.

    Das muß man vielleicht auch mal akzeptieren und nicht alles glattbügeln, was nicht in die Ideologie einzelner Akteure passt.

    Viele, wirklich liebe Grüße und bleibt stabil

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich, ebenfalls Außenstehender (weil auch keine Ahnung) fand den gestrigen Beitrag (Reinzucht Carnica) außerordentlich gut ergänzend zum Faden hier.

    Zum Beispiel die Information, dass die Besiedlung der Dunklen Biene nördlich der Alpen bis in den Ural nicht einmalig nach der letzten Eiszeit erfolgt ist, sondern im Laufe der Geschichte bis zu 30x immer wieder. - Demnach wurde die Dunkle auf dem Gebiet vom heutigen Deutschland schon 30x verdrängt (ganz ohne böse Imker) und hat den Weg immer wieder zurück gefunden.


    Spannend fand ich auch die Information, dass es 28 Unterarten der Apis Mellifera gibt, alle im Grunde durch Hybridisierung bedroht sind, und jede einzelne es Wert ist durch Reinzucht erhalten zu bleiben. - Auch bei der Carnica die Information, dass gesicherte Reinzucht nur mit künstlicher Besamung möglich ist.


    Ganz besonders wichtig die Info, dass Vermehrung durch künstliche Besamung nicht gleichbedeutend mit Zucht ist, sondern Zucht bedeudet die guten (gewünschten) Eigenschaften zu stabilisieren. - Dafür ist Erfahrung nötig, das ist nichts für Anfänger, oder Imker mit wenigen Völkern. (Sinngemäß: 10 Linien sollte man schon haben, und unter 5 Prüfvölker je Linie macht Bewertung keinen Sinn.)


    Wie schon von anderen bemerkt, gebraucht werden im wesentlichen erfahrene Züchter für die Mitarbeit... parallel wird in der Öffentlichkeit um Zustimmung gerungen, um das eigene Gewicht innerhalb der Szene zu vergrößern.


    Im Kern wünsche ich dem Projekt Erfolg etliche Linien der Dunkeln in Züchterkreisen zu stabilisieren.


    Es bleibt ein Stück inkohärente Ideologie einer Minderheit, die hoffentlich niemals mehrheitsfähig wird. (Wenn es Differenzen hier im Faden gab, dann nur zur Ideologie, und nicht zum Existenzrecht der Dunklen Biene.)

  • ...Aber ja doch, man kann ja auch viel Geld in die Hand nehmen und Aufwand betreiben um sicher an die guten Bienen zu kommen, die die Profis so gebrauchen.

    Die meisten Hobbyimker werden diesen Aufwand wohl nicht treiben, jedenfalls nicht ständig...

    Man braucht ihn g a r nicht und kann dennoch 50 bis 100 Kilo je Volk im Standdurchschnitt von friedlichen Biens ernten.

    Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand. (Arthur Schopenhauer)

  • Man braucht ihn g a r nicht und kann dennoch 50 bis 100 Kilo je Volk im Standdurchschnitt von friedlichen Biens ernten.

    Weil wir von der Zuchtarbeit der Profis profitieren. Natürlich müssen und können nicht alle züchten (obwohl die sog. Basiszucht allen Imkern offen steht, die mehr als ein Volk haben). Aber zu glauben man könne sanftmütige Völker mit der genannten Honigmenge ohne Zucht erreichen, ist natürlich Unsinn.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Aber laß sie doch machen, lasse ich ja, ich verstehe nur nicht warum ich das verstehen muß?

    Man muss nicht alles verstehen, nur akzeptieren.

    Demnach wurde die Dunkle auf dem Gebiet vom heutigen Deutschland schon 30x verdrängt (ganz ohne böse Imker) und hat den Weg immer wieder zurück gefunden.

    Wer sagt das, Imker gib es seit tausenden von Jahren, die Biene ist eines der ältesten Nutztiere des Menschen....

  • Wer sagt das, Imker gib es seit tausenden von Jahren, die Biene ist eines der ältesten Nutztiere des Menschen....

    Ackerbau und Viehzucht gibt's erst seit ca. 8500 Jahren, also nach Ende der letzten Eiszeit. - Davor gab es noch etliche andere Eiszeiten, die Bienen nördlich der Alpen immer wieder komplett zurück gedrängt haben. (Insg. ca. 30x, wie Andreas Le Claire ausgeführt hat.)

  • Fakten dienen meist nur die eigene Sichtweise zu stärken und sind in der Wissenschaft oft der aktuelle Stand des Irrglaubens. Es hat schon Mendel fröhlich Bienen gekreuzt und mir als dummer Mensch wird es immer ein Rätsel bleiben, warum andere sich erfreulicherweise ganz klar gegen Rassismus aussprechen, jedoch bei den "Viechern" einen Rassenwahn an den Tag legen, als ob sie damit die Zeit anhalten oder sogar rückgängig machen könnten. Und falls es tatsächlich klappen sollte - warum? Dabei sind Fortschritt und Veränderung entscheidene Triebfedern, dass wir alle hier sein können. Wenn ich z.B. im Jahr 2022 imkere, dann freue ich mich über gesunde Bienen die Honig bringen und Pflanzen bestäuben und mache mir keine Gedanken darüber, dass die nicht mehr so schön dunkel sind wie sie wohl irgendwann mal waren, noch drücke ich die ab weil die Flügeladern nicht so aussehen wie auf meiner Mustervergleichsschablone ;) Der Biene ist es egal wie sie aussieht oder wo sie herkommt nur bei manchen Imkern besteht anscheinend dieses Problem.

  • Naja, das DU heute so schön politisch korrekt Imkern kannst, liegt in weiten Teilen an den Leuten, auf die Du in deinem Post so verächtlich herab blickst^^

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo 0816 Imker, zumal ja die Gefahr des Aussterbens nicht besteht. Eine andere Hausnummer wäre es, wenn es wirklich nur noch 300 Völker in Europa

    gäbe. Da müssten dann Besamer ran und wirklich viele Königinnen machen. Der der das Angebot hier unterbreitet hat, Besamer auszubilden, der wurde ja schnell verärgert. Vielleicht ist es auch nicht gewollt, dass wirklich reine dunkle deutsche Biene verramscht wird.........

    Bis bald

    Marcus

    mehrere Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus,

  • als dummer Mensch wird es immer ein Rätsel bleiben, warum andere sich erfreulicherweise ganz klar gegen Rassismus aussprechen, jedoch bei den "Viechern" einen Rassenwahn an den Tag legen, als ob sie damit die Zeit anhalten oder sogar rückgängig machen könnten.

    Könnt Ihr mal endlich aufhören, an dieser Stelle Menschen mit Tieren zu vergleichen.

    Tiere werden gezüchtet, Menschen glücklicherweise nicht.

    Wer züchtet, braucht Zuchtkriterien. Der Begriff Rasse macht hier Sinn, wenn er ein Bündel von züchterisch gewünschten Eigenschaften beschreibt.

    Bei Bienen ist die Sachlage natürlich anders als z.B. bei Hunden. Aber von Ökotypen zu sprechen, suggeriert eine natürlich entstandene Population. Die gibt es bei Bienen hierzulande nicht.

    Im Übrigen wird der Begriff Rasse heute sonst nicht mehr verwendet, auch nicht in der Biologie und bezüglich Menschen nur von Rassisten.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)