Die Dunkle Biene (Reaktionen auf die Sendung der Montagsimker)

  • In diesem Zusammenhang wäre ich auch interessiert, wie es um die Dunkle Biene in der Schweiz steht, falls da jemand Infos hat. Es gibt bei uns ja diverse Schutzgebiete für die Mellifera und ich habe heuer selber mit der Dunklen angefangen zu imkern. Es ist doch seltsam, dass in DE mühsam neu angesiedelt werden muss mit Zuchtstoff aus dem hohen Norden und in der CH imkern wir wie gehabt mit „unseren“ Mellifera. Irgendwie geht mir da was nicht auf :/


    Edit: http://www.mellifera.ch/cms/in…/apis-mellifera-mellifera

  • dass eine Erhaltung der Genetik sinnvoll ist.

    UNBEDINGT!

    In der Dunklen, wenns denn eine ist, steckt urwüchsiges, wildes drinne. Unverzichtbar!

    Nur, es besteht ein Unterschied, zwischen möglichst allen Eigenschaftsallele erhalten, und Rückkreuzung ala Heckrind, und auch Standbegatteten.

    Die Erhaltungszucht der Dunklen, kann nur mit der Besamungsspritze erreicht werden.

    Und ob da wirklich noch eine mit altem Typus im Aussehen UND im Verhalten, exiatiert, ich bin da skeptisch, alles ist irgendwie durch Zucht beeinflusst.

    Ich bin ma gespannt, was rauskommt, wenn die 2-3mal sDi hintereinander, also beim VsH additiv Züchten.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/

  • Deutschland ausgestorbenen Unterart.

    Nee, ausgestorben ist die nict wirklich, die steckt mehr oder weniger noch in so einigem drinn. Es kann was gestrickt werden, was nahe kommt, am einfachsten im Aussehen.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


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  • Ich bin Mitglied im Verband und habe ausschließlich Dunkle Bienen Reinzucht und standbegattete F1. Meine persönlichen Erfahrungen sind durchweg positiv. Die Bienen sind wehrhaft am Flugloch und selbst kleine BGK wissen sich zu verteidigen. Mit Rauch lassen sie sich gut lenken und die hier mehrfach genannte Stechlust kann ich nicht bestätigen. Selbst kleine Völker kommen gut und sehr sparsam über den Winter. Wir haben hier kontinentales Klima mit sehr trockenen und heißen Sommern und dann legen die Völker regelmäßige eine Brutpause ein, welche ich zur Varroabehandlung nutze. Im Winter behandele ich nicht mehr.

    Nach den Massentrachten nutzen die Bienen die Läppertracht gut aus. Ich bin sehr froh, diese Biene zu haben.

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen.

  • Danke für's Aufräumen, hartmut


    Lieber Landbiene,

    ich finde es gut und wichtig die Dunkle zu erhalten. Ich kann auch den Wunsch verstehen, dass die Dunkle wieder ein eigenes Verbreitungsgebiet bekommt.

    Du hast jetzt mehrmals geschrieben, dass du die Aufregung nicht verstehen kannst. Ich möchte versuchen, das zu ändern. Was bei mir die Aufregung auslöst ist, dass so ein Verbreitungsgebiet enorm groß sein muss. Sonst würde es ja durch die Völker am Rand des Gebiets gleich wieder verwässert. Ein Gebiet, in dem heute keine Bienen leben, kann man wohl kaum nehmen, weil die Dunkle dort dann auch nicht leben könnte. (Wenn die Dunkle die einzige Biene wäre, die dort leben könnte, gäbe es sie dort ja noch)

    Es müsste also ein riesiges Gebiet sein, in dem auch heute Bienen leben. In diesem Gebiet sind dann viele Imker. Nun hast du von einem Schutzgebiet gesprochen. Wenn diese Imker alle freiwillig umweiseln würden und jeder fände das super, müsste man dieses Gebiet ja nicht schützen. Außerdem hast du von demokratisch gesprochen. Ich nehme daher an, dass du Gesetze dazu erwirken möchtest. Diese mögen dann zwar von der Gesamtbevölkerung demokratisch legitimiert sein, aber wir wissen ja, wie schwierig es sein kann, gesetzliche Schutzradien für Belegstellen umzusetzen. Da gibt es reichlich Imker, die ihre eigenen Bienen doch gern behalten würden und dann auf demokratischer Basis dazu gezwungen werden umzuziehen oder umzuweiseln. Und da das Gebiet so riesig wäre, wären sehr viele Imker von diesem Zwang betroffen und niemand lässt sich gern zu etwas zwingen. Das ist es worum es mir geht. Konnte ich mich verständlich machen?

    Liebe Grüße,

    Jan

  • Gibts bei unseren südlichen Nachbarn ja auch schon… :(


    Ich freu mich über jede gute Genetik, die auf irgendeinem Weg in meinen Flugkreis kommt.

    Rassen sind mir da völlig egal; muß halt nur für meine Zwecke gut geeignet sein.

    Bei der Beschreibung der Schwarzen kann ich das nicht erkennen und erwarte es aufgrund der Motivation zur Verbreitung so schnell auch nicht…!?!

  • hartmut

    Hat den Titel des Themas von „Die Dunkle Biene“ zu „Die Dunkle Biene (Reaktionen auf die Sendung der Montagsimker)“ geändert.
  • Bei der Beschreibung der Schwarzen kann ich das nicht erkennen und erwarte es aufgrund der Motivation zur Verbreitung so schnell auch nicht…!?!

    Unter einer schwarzen Biene, verstehe ich die alte Nigra von früher, und nicht eine Dunkle von Heute.


    Ich kannte anfänglich nichts anderes, und war mit der Nigra zufrieden.

    Mit dem einen Auge, war sie mir recht....Mit dem anderen Auge, habe ich nun auch andere Bienen kennen gelernt.


    Bei der Motivation, würde es schon schwierig, eine solche Biene zu halten....Also die bestehenden Völker umweiseln.

    Wenn sie aber wieder von selber kommt, würde ich diese Biene auch behalten.


    Mir persönlich, ist die "Rassenzugehörigkeit" sehr nebensächlich.

    Ob Nigra, carnica, oder Buckfast... Umgehen, könnte ich mit allen.


    Nur mit "Rassenwahn", und den Streitigkeiten um die "beste" Biene, will nichts mehr zu tun haben.


    Lg Sulz.

  • Du vergisst die Anfälligkeit der Brut für Krankheiten, mir fällt da zb die Sauerbrut ein.

    Man vergisst .... gell?

    Aber ich hätte ma Spass dran an ner Nigra

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/

  • Spaß hin oder her.

    Wenn die Dunkle aus unserem Dunstkreis komplett verschwunden ist, dann sollten wir doch als erstes einmal klären, warum das so ist und wie es in verhältnismässig kurzer Zeit dazu kommen konnte.

    Unsere Altvorderen waren ja auch nicht blöd und haben ihre Völker und Betriebsweisen auf eine andere Biene umgestellt, nur weil ihnen langweilig war.

  • Dazu gibt es bei Golz ein paar Hinweise in dem Heftchen 'auf dem Weg zu einer neuen Landrasse'. War mir vieles von neu, aber einleuchtend.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo wasgau immen,

    vielen Dank für Deinen Beitrag. Ja die westliche Honigbiene stammt nach heutigem Wissenstand aus Afrika. Da die Dunkle Biene eine Unterart der Westlichen Honigbiene ist, stammt sie also auch von dort, wie alle anderen Unterarten auch. Das Ganze ist aber schon sehr, sehr lange her und hat mit der hier angestoßenen Diskussion nichts zu tun.
    Deine Aussage zur Situation der Dunklen Biene ist jedoch falsch. Die reine Dunkle Biene ist in all ihren Herkunftsländern stark bedroht und in Deutschland (worüber wir hier sprechen) ist sie ausgestorben/ausgerottet wurden. Eine Schutzwürdigkeit steht außer Frage. In Deutschland wurde die Dunkle Biene bereits als vom Aussterben bedrohtes Haustier von der GEH anerkannt. Allerdings fehlt die Einstufung als vom Aussterben bedrohtes Wildtier noch. Da die Mellifera ein einheimisches Tier unserer Wälder ist (war). Diese Doppelbedeutung ist einmalig und macht die Diskussion teiweise etwas kompliziert. Die Erlebnisse, die Du schilderst, kann ich von der Mellifera nicht bestätigen. Die Iberica, hat sich uns allerdings genau so dargestellt, wie Du sie beschreibst. Die Dunkle Biene in Belgien, ist zum allergrößten Teil hybridisiert und nicht als reine Dunkle Biene zu sehen. Sie ist damit eine regionale Type der Mellifera, aber keine typische Mellifera. Das Gleiche gilt für einige andere Populationen auch (Polen, Österreich, Frankreich, ...). Die reine Dunkle Biene kommt nur noch sehr vereinzelt vor und wäre ohne die Bemühungen um deren Erhalt, schon vollkommen verkreuzt. Eine einheimische Tierart, nur aus Profitgier auszurotten, ist heute nicht mehr denkbar, auch wenn es nach dem Weltkrieg sicher andere Prämissen gegeben hat. Es geht uns also nicht um eine Rückzüchtung aus verkreutzen Tieren, sondern um den Erhalt der reinen Restvorkommen. Die Mellifera hat in ihrem großen Verbreitungsgebiet sicher einige lokale Unterschiede ausgebildet, dennoch ist es die Apis mellifera mellifera, egal ob sie aus Schweden oder aus Russland oder aus Frankreich kommt. Die Organisationen dieser Länder arbeiten eng mit uns zusammen, um diese wertvolle Genreserve für uns alle zu erhalten.
    Ich hoffe, ich konnte die Diskussion etwas versachlichen.

    Mit imkerlichem Gruß - Jan

  • Spaß hin oder her.

    Wenn die Dunkle aus unserem Dunstkreis komplett verschwunden ist, dann sollten wir doch als erstes einmal klären, warum das so ist und wie es in verhältnismäßig kurzer Zeit dazu kommen konnte.

    Unsere Altvorderen waren ja auch nicht blöd und haben ihre Völker und Betriebsweisen auf eine andere Biene umgestellt, nur weil ihnen langweilig war.

    Da täuschst Du Dich aber, Michael,
    die Gründe für deren Verschwinden, haben wir im Vortrag deutlich gemacht und es ist eindeutig zu erkennen, dass es nieder Beweggründe waren, die zur Ausrottung einer einheimischen Tierart(unterart) geführt haben. Sicher spielte damals Artenschutz keine Rolle und deshalb konnte es in Deutschland (und Tschechien) so weit kommen. Das macht diese Entscheidung aus heutiger Sicht aber nicht richtiger.

  • Hallo Jan,
    Du machst Dir ne Menge Gedanken, aber ich kann Dich nur trösten, die machen wir uns natürlich auch und es wird nicht so kommen, wie Du es Dir gerade in Deinen kühnen (Alp)träumen ausmalst. Bitte mach Dir keine Sorgen, Du wirst keine Einschränkungen haben. Alles was Du geschrieben hast, entstammt Deiner Phantasie, nichts davon habe ich je gesagt. Bitte lasst uns bei den Tatsachen bleiben. Was sollten wir denn davon haben, wenn wir so vorgehen würden? Man würde uns sicher nachts auflauern und uns an der nächsten Laterne aufknüpfen. Es wird noch eine lange Zeit dauern, bis es zu einem solchen Schutzgebiet kommt. Ich habe den Begriff nur in einer Aufzählung erwähnt, in der ich weitere nicht im Vortrag angesprochene Themen aufgezählt habe. Es ist ein Thema, Zukunftsmusik. Das Interesse an der Dunklen Biene wächst schnell und die Bedeutung der anderen Bienen verändert sich ebenfalls ständig. Also ist es möglich, dass es irgendwann einmal einausreichend großes Verständnis und eine Akzeptanz für ein solches Schutzgebiet geben wird. Im Übrigen, sind wir nicht die ersten oder einzigen, die sich ein solches Gebiet wünschen würden - die Jane Goodall Stiftung hat schon vor Jahren dazu Anstrengungen unternommen und wollte tatsächlich große Teile des Bayrischen und Böhmer Waldes zum Schutzgebiet machen, was aber nicht realisiert werden konnte - weil es eben nicht mit Gewalt durchgesetzt wird. (das nur zu Deiner Beruhigung).
    Ich stehe Euch gern für Fragen zum Thema zur Verfügung, bitte aber zu verstehen, dass ich nicht auf jede absurde Angst oder Phantasie eingehen kann, dafür fehlt es mir an Zeit. Wer den Vortrag angesehen hat, sollte bemerkt haben, dass der Verband unter unserer Leitung keineswegs aggressiv gegen andere Imker vorgeht und es auch in Zukunft nicht tun wird. Wir arbeiten mit allen Verbänden in Deutschland gut zusammen, sprechen regelmäßig mit den jeweiligen Präsidenten/Vorsitzenden und stimmen uns mit ihnen ab. Es gibt absolut keinen Grund für solche Ängste.