Open Source in der Bienenzucht

  • Morgen, Samstag den 12.11.'22 gibt es im Rahmen der JHV der Gdeb einen Vortrag von Walter Haefeker zum Konzept Open Source in der Bienenzucht. Für die meisten von uns war das noch kein Thema, weil durch die Mehrfachbegattung und das Fehlen professioneller Akteure eine Entwicklung wie beim Saatgut oder der professionellen Nutztierzucht schwer vorstellbar war. Durch die Erfolge der Varroaresistenzzucht ist aber eine gewisse Dringlichkeit eingetreten, diese Erfolge vor Patenten zu schützen, um Zucht weiterhin für alle Imker möglich zu machen. Gangbare Wege und auch die Schwierigkeiten dabei sind Thema des Vortrages, angedachter Start ist 14 Uhr, die Dauer ist ungefähr zwei Stunden mit der Möglichkeit, dem Referenten Fragen zu stellen.


    Ich freue mich auf rege Teilnahme, in Präsenz in Aua oder daheim am Bildschirm!

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Sehr guter Vortrag, einfache Umsetzung für jeden Imker möglich.
    Apimondia Lizenz Info u. Download

    Ich hab mir das grad mal durchgelesen, aber verstehen tu ichs nicht.

    Wenn ich so eine OpenSource-Kö kaufe, muss ich dann jedem von ihr gelegten Drohn (also "Zuchtmaterial" im Sinne der Lizenz), der aus dem Flugloch krabbelt folgen, gucken mit welcher Kö er sich paart, und mir dann von deren Imker bescheinigen lassen, das er sich an die Lizenzbedingungen halten wird?

  • Wenn ich so eine OpenSource-Kö kaufe, muss ich dann jedem von ihr gelegten Drohn (also "Zuchtmaterial" im Sinne der Lizenz), der aus dem Flugloch krabbelt folgen, gucken mit welcher Kö er sich paart, und mir dann von deren Imker bescheinigen lassen, das er sich an die Lizenzbedingungen halten wird?

    Der Vortrag von Walter Haefeker erläutert es sehr gut. Die Lizenz schützt in diesem Fall das Erbgut der Honigbiene vor der expliziten Vereinnahmung durch Einzelne.

    Die umherfliegenden Drohnen muss keiner kontrollieren, da hier der umgekehrte Fall eines Copyrights erzeugt wird. Ein Copyleft

    Die Weitergabe von Zuchtmaterial unter der Lizenz ermöglicht aber einen Schutz gegen Nutzungsbeschränkungsansprüche bei der Weiterentwicklung durch einen Verwender.

    Das ist auch keine Sache, die nur einen engen Züchterkreis betrifft. Je mehr Imker da mitmachen, umso wirkmächtiger.

  • Nä, schau Dir mal den Vortrag an. Vielleicht bringt der Klarheit?

    Danke für den Hinweis, aber leider net wirklich. Er erläutert zwar die lobenswerte Absicht, die ich natürlich uneingeschränkt teile, für die legale Wirkung ist er aber komplett irrelevant.


    Als Programmierer hab mit dieser Art OS-Lizenzen naturgemäß einiges zu tun und daher bin ich da vielleicht auch etwas vorsichtiger.


    Mein Hauptschmerz ist, inwieweit ich mich im Rahmen eines normalen Umgangs mit meinen Bienenvölkern strafbar machen kann und wofür ich im Rahmen dieses Umgangs hafte. (Im Gegensatz zu Softwarebibliotheken kann ich die Verwendung und Verbreitung von Bienengenen ja nicht wirklich kontrollieren.)


    Was ist für mich ein normaler Umgang mit meinen Völkern:

    • Bienen, bzw. deren Gene kommen zu meiner Imkerei via:
      • Königinnenkauf
      • Schwarmfang
      • Begattungsflüge (über die Drohnen)
    • Bienen gehen von meiner Imkerei weg via
      • Königinnenverkauf
      • Abschwärmen
      • Drohnenflug
      • (Diebstahl)


    Unterschreiben tu ich aber nur beim Kauf/Verkauf.


    Was also, wenn ich mir jetzt einen Schwarm vom Baum hole und die Kö von jemandem stammt, der sie, samt Lizenz, von einem Züchter gekauft hat? Hab ich jetzt Verpflichtungen aus der Lizenz obwohl ich die Kö gar nicht mit Lizenzpapier gekauft hab?


    Wenn ich aber derjenige bin, der seine lizensierte Kö, samt dem halben Volk grad losgeworden ist, hab ich dann meine Lizenzbedingungen verletzt?


    Wenn ich Tönnies heiße, und feststelle, das die eingefangene Königin Honig macht, der nach Bratwurst schmeckt, und ich den Fang irgendwie dokumentiert hab, hab ich die Bratwurstbiene jetzt lizenzfrei?


    (Mein zweites (kleineres) Problem ist http://carnica.bayern/lizenz/apimondiaosz/ . Da sind mir bei den Begriffserklärungen fehlende Textteile aufgefallen. Wenn das eine Software-Lizenz wäre, und "http://carnica.bayern/lizenz/apimondiaosz/" der Link auf das rechtsverbindliche Original, gäbe es jetzt ein Problem.)

  • Zitat von vhe

    Mein Hauptschmerz ist, inwieweit ich mich im Rahmen eines normalen Umgangs mit meinen Bienenvölkern strafbar machen kann und wofür ich im Rahmen dieses Umgangs hafte. (Im Gegensatz zu Softwarebibliotheken kann ich die Verwendung und Verbreitung von Bienengenen ja nicht wirklich kontrollieren.)

    Es kommt in Software Projekten immer mal wieder vor, dass aus Versehen, z.B. durch Librarys, OpenSource Code in Projekte kommt, in die er nicht gehört. Dann ist immer große Aufregung und Klagen werden nur vermieden, weil es niemanden auffällt, oder weil die Lizenzinhaber kooperativ sind.

  • Also ich bin der Meinung man sollte die Kirche im Dorf lassen!

    Wir Imkern mit Insekten die kann man nicht mal an die Leine nehmen und Gassi führen, Chippen oder ein DNA Bild von jeder Königin anlegen würde wahrscheinlich den Rahmen jeder Imkerei sprengen.

    Ist nur mal so ein Gedanke.