Königinnenzucht mit integrierter Umweiselung?

  • Hab gesucht und nichts gefunden.

    Daher befürchte ich fast auf dem Holzweg zu sein. Aber erst Mal zu meinen Überlegungen:

    Wie die meisten Vereine bietet auch unser immer Umlarvtermine von einer Inselkönigin an. Nun hätte ich gerne bessere (friedlicher und weniger Schwarmtrieb und möglichst einheitlich) Bienen.

    Abholung des Zuchtstoffs mit Anbrütekasten. Nach 24 Std. Endpflege im Honigraum weiselrichtiger Völker. Soweit alles klar und kein Problem.

    Überlegung ist nun pro Volk eine Königin im Honigraum ungekäfigt schlüpfen zu lassen. Zweites Flugloch. Bei Begattungserfolg wird die alte Königin entnommen und das Volk hat eine neue Königin.

    Gedankliche Variationen:

    -Nicht im Honigraum, sondern im durch Absperrgitter getrennten Brutraum

    -Brutraum geteilt. Alte sitzt im oberen kein zweites Flugloch nötig.


    Natürlich sollte das Volk nicht in Schwarmstimmung sein. Dann käme das doch alles einer stillen Umweiselung Recht nah.

    Ich bräuchte nicht später mit den Begattungsableger vereinigen. Kein Risiko bei der Abnahme, da die Königin im Volk geschlüpft ist. Und wenn die Prinzessin nicht wieder kommt ist die alte noch da. Also auch kein Risiko. Kein Ertragsverlust.


    Klingt doch alles super. Aber wenn es tatsächlich so einfach wäre, würde man die Methode dich irgendwo finden. Der Gedanke ist angelegt an Karl Weiß.


    Also wo bin ich gedanklich falsch abgebogen???


    der Maddin

  • Für mich hört sich das an als ob du das noch nicht so oft oder noch nie gemacht hast. Traust du dir zu zu beurteilen welche Zelle schlüpfen wird? Sonst fängst du wieder von vorne an.


    Zwei Königinnen in der Schwarmzeit bieten das Risiko des Schwarms, auch wenn du die durch ASG trennst. Wie du selbst sagst, hast du ein Problem mit deiner Genetik bzgl Schwarmträgheit.


    Ich würde erst die Genetik auf konventionellem Weg verbessern, bevor ich solche Varianten mit schwarmlustigen Bienen mache. Es gibt eine ganze Reihe von Verfahren die mit etwas Aufwand tolle Königinnen ergeben.

  • So super mies sind die Bienen nicht. Aber hier und da ist n mäßiger Stecher dabei. Hier und da eins das etwas mehr Schwarmneigung hat.

    Das Königinnen ziehen ist nicht das Problem.

    Aber die Überlegung ist eben, ob ich mir das einweisen, bzw. Vereinigen sparen kann, besonders nach der Lektüre vom "Wochenend-imker" der seine Begattungsableger (über bienendichtem Gitter) in einer aufgesetzten Zarge hat und erst nach der Begattung trennt. Da kam der Gedanke, ob dann nicht die alte, statt der neuen gehen könnte.

  • Auch das ist ein Grund. Die brauche ich ja schließlich für die überzähligen, da ja pro Volk nur eine Prinzessin verbleiben soll. Und ich bin ja gnadenloser Optimist. :)

  • Viele Methoden sind nicht die Frage nach der Methode ob es klappt oder nicht, sondern eine Frage der Menge und damit verbunden der Sinnhaftigkeit.

    Sichere Methoden für gute "Produkte" bedürfen halt auch immer mehr Aufwand als bei anderen Methoden.


    Liebe Grüße Bernd.

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Hallo geo008, mein erster Gedanke war, dann ist ja Brut im Honigraum? Ein Tipp, bei uns im Verein gibt es ein paar Apideas, die man ausleihen kann, vielleicht bei euch ja auch? Hätte den Vorteil, dass du die Königinnen etwas abseits schlüpfen und begatten lassen kannst, zeichnen und dann umweiseln kannst, z.B. im Spätsommer(ca. Juli) in Kombination mit einer Brutentnahme und gleichzeitig OS Sprüh Behandlung. Viele Grüße Flo

  • Hallo geo008, mein erster Gedanke war, dann ist ja Brut im Honigraum? Ein Tipp, bei uns im Verein gibt es ein paar Apideas, die man ausleihen kann, vielleicht bei euch ja auch? Hätte den Vorteil, dass du die Königinnen etwas abseits schlüpfen und begatten lassen kannst, zeichnen und dann umweiseln kannst, z.B. im Spätsommer(ca. Juli) in Kombination mit einer Brutentnahme und gleichzeitig OS Sprüh Behandlung. Viele Grüße Flo

    Brut im Honigraum ist Standard bei der Endpflege in selbigem. Du hängst ja nur 2 Waben um die Zuchtlatte mit Brut, damit garantiert genug Pflegebienen oben sind und die (Königinnen-)Brut warm genug ist.


    Die Brutwaben kommen nachher wieder runter genau wie die Zuchtlatte oder Dreispitz raus kommt.


    Das was du vorschlägst ist ja genau das was geo008 nicht will (zusetzen der Königinnen mit Annahmerisiko, Zellen brechen etc).

  • Ich hatte über etwas ähnliches nachgedacht. Ich hatte mir überlegt, nach Karl Weiß im Honigraum Königinnen zu ziehen, direkt vor dem Schlupf die alte etwas garstige Königin abzudrücken und eine schlupfreife Zelle in den Brutraum umzuhängen.

    Natürlich hätte ich dann das Begattungsrisiko, aber das habe ich ja auch im Restvolk, wenn ich z.B. einen Königinnenableger bilde.

    Viele Grüße

    Andrea

    Ein Garten ohne was zu essen ist verschwendete Landschaft.

  • Man würde sich damit auch eine Menge Begattungskästen sparen und die ganzen Arbeiten mit Erstellen und Auflösen auch

    Das ist Bestandteil einer Betriebsweise, wo man in der Tracht die BW alle ganz oben auf die HR aufsetzt, mit Miniflugloch (20mm, kann man bei Nichtgebrauch einen Korken reinstecken) und die Königin bleibt auf MW unten. Nach drei Wochen ist oben meisten dann eine neue legende Mutti drin, unten ist die Alte wieder in Brut. Dagegen das Verfahren so abzuändern, dabei oben noch Zuchtstoff oder eine Zelle zu geben spricht erstmal nichts.


    Vorteile: Schwarmlust gebrochen, volle Arbeitskraft des Volkes erhalten, mit etwas Glück einen fetten Ableger geerntet.


    Nachteile hat das Verfahren aber auch. Die Völker sind ätzend zu bearbeiten, weil man pfundweise Bienen im Gesicht hat, die sich aufs ober Flugloch eingeflogen haben. Bienenfluchten gehen nicht mehr bei der Ernte, weil zuviel Drohnen im HR sind. Man verliert Honig, weil auf vielen Waben eine Mischung aus Brut und Honig ist.


    Mein Tipp (wie immer): einfach ausprobieren.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Einfach Schlupfzelle zuhängen funktioniert nicht, wenn noch eine Königin im Volk ist, habe ich mehrmals probiert, wird nicht angenommen. Sie müssen wenigstens noch die Zelle zu Ende pflegen.


    Ausserdem muss das Volk wirklich stark und in Pflegelaune sein. Ab Juli mag das schwierig werden.


    Was bis August gut funktioniert ist:


    1) Altkönigin in Scalvini Käfig auf eine Brutwabe über ASG. Geht auch mit Nikot, wenn man die Alte nicht behalten will, aber dann werden oft sofort Zellen selbst nachgeschafft, Brutwaben kontrollieren.


    2) angepflegte Zellen ( hab bis zu 5 genommen, nie probiert, ob auch frisch umgelarvte funzen) unter ASG zwischen Waben mit junger Brut hängen oder direkt draufstecken ( bessere Wärme) Eventuell Futterteig auflegen.


    3) kurz vor Schlupf eine drin lassen, die anderen raus.


    4) Wenn die Junge in Eilage ist, Alte raus oder befreien. Brutfreiheit zur Oxalsäurebefampfung nutzen. Füttern bei Trachtlosigkeit.

    Dann gibt es 2 Brutnester und man kann im Oktober die Völker teilen.


    Gibt super gepflegte Königinnen mit wenig Materialaufwand.


    Gruss

    Jan

  • Florian2

    Hab ich alles. Aber Ziel meiner Überlegung ist ja das ganze on the fly und ohne jegliche Einbußen an Honig, oder Bienen in den wv zu machen. Und eben nicht Begattungskästchen mit Futterteig zu füllen und irgendwo hin zu stellen und später wieder zu reinigen.


    Brut im Honigraum könnte man ja durch die Variante mit geteiltem BR umgehen.


    Man könnte auch kurz vor Schlupf n Königinnen Ableger machen um das Risiko des Schwärmens zu reduzieren. Bei Verlust der kö dann Rückvereinigung.

    Bei Erfolg ohne die alte.

    Aber unterm Strich ist das Ziel nicht erst im Herbst umzuweiseln und die Begattungskästchen nicht auf zu stellen.