Varroa Bekämpfung durch das Käfigen der Königin über den Winter

  • Hallo zusammen,


    durch ein Interview mit Ralf Alles auf Youtube stelle ich mir die Frage, ob diese Methode der Varroabehandlung etwas für mich ist. Er erwähnt, dass es auch für Jungimker sehr gut geeignet ist. Im Forum und Internet konnte ich leider nichts dazu finden. Insbesondere würde mich interessieren, warum so viel weniger Brut vorhanden ist. Mir ist nicht klar, ob eine ganze Wabe in einen Käfig kommt oder nur ein sehr kleiner Käfig verwendet wird. Das würde es für mich besser erklären (Beide Produkte habe ich schon gesehen, der kleine Käfig für so einen langen Zeitraum ist mir aber nicht ganz geheuer). Wandert die Traube nicht über den Winter? Gibt es Schäden bei der Königin, ...


    Wer hat Erfahrung und würde die Methode und seine Erfahrungen des 2x Käfigens genauer beschreiben. Auf die Ameisensäure zu verzichten fände ich sehr spannend.


    Hier der Link zum Video (ab Minute 20:30): https://www.youtube.com/watch?v=G-v4wu5b5p8&t=1465s


    Viele Grüße

    Henry

    (12er Dadant)

  • Es ist planbar, da Brutfreiheit auf einen gewünschten Zeitpunkt fällt.

    Es sorgt dafür, dass alle Völker gleichzeitig Brutfrei werden.

    Es ist sicherer als auf Brutfreiheit zu hoffen, die ev. gar nicht eintritt oder ohne Durchsicht schwierig festzustellen ist.


    Also wieso nicht? Meine sind jetzt im Scalvini, kommen nach drei Wochen raus und dann wird je nach Wetter gesprüht oder geträufelt. Wie gerade beigebracht gekriegt.

  • Ich bin zwar jetzt kein Experte für die Schweiz, aber das bei dir im Berner Oberland die Bienen nicht durchbrüten scheint mir doch relativ sicher zu sein! Oder?


    Bin gerade am überlegen ob dieser große Eingriff um diese Jahreszeit wirklich sein muss. :/

  • Wenn ich es richtig verstanden habe, käfigt er die Königin im Winter über mehrere Monate hinweg, nicht nur 3 Wochen.

    Ich finde die Argumentation schlüssig. Zugegebenermaßen würde ein käfigen natürlich den Futterverbrauch stark reduzieren über den Winter.


    Argumente dagegen:

    1. Wandern der Traube, ggf aber nicht stark relevant, da Futterverbrauch reduziert.

    2. Öffnen des Käfigs im Februar? Gilt ggf für Bayern, wäre bei mir auf jeden Fall viel zu spät. Habe regelmäßig im Januar wieder Brut. Muss man ggf auf seine Verhältnisse anpassen, aber verzögert man damit nicht den Start der Völker ins neue Jahr?

  • Doch, die Traube wandert im Winter und wenn es sein muss, lassen sie die Königin auch zurück.

    Ein Bekannter hat mit vor etwa zwei Jahren begeistert erzählt, dass er jetzt schon den zweiten Winter in Folge käfigt und das wäre total super. Anfang des Jahres hat er dann traurig erzählt, dass im März die Hälfte seiner Königinnen tot war.

  • Er erwähnt, dass es auch für Jungimker sehr gut geeignet ist. Im Forum und Internet konnte ich leider nichts dazu finden.

    :/ ... er erwähnt auch, dass er den Tipp von Neuhauser hat. - Das sind keine 0815-Königinnen und Völker, weil Neuhauser Züchter ist und eigene Belegstellen unterhält. Seine Kisten sind voll mit Bienen (sagt er), so wird die Traube immer die Königin umlagern.

    Es wäre auf jeden Fall spannend mehr über die gesamte Betriebsweise zu hören, und wie das Käfigen über den Winter darin eingebettet ist. - Vielleicht schreibt ein Kenner und Insider noch was dazu.

    Den Hinweis "gut geeignet für Jungimker" kann ich spontan nicht nachvollziehen.

  • Zitier ich mich mal selber, kann sein, dass das Bild auf dem Handy sowas gezeigt hat.

    Ob der Futterverbrauch jetzt wirklich dramatisch reduziert ist, wage ich zu bezweifeln; bis Februar wird ja sowieso nicht die Riesenmenge verbraucht. Dass die Traube von der Königin wirklich weggewandert ist, hatte ich eigentlich noch nicht, allerdings schaue ich da schon auch mal drauf durch die Folie.

    Diesen Februar ist mir meine Favoritin abhanden gekommen, allerdings direkt nach dem Freilassen. Ob's das Käfigen war, weiß ich nicht.

  • Grundsätzlich verstehe ich die Idee. Ich bin allerdings eher der Meinung jede Neue Biene hilft. Erst recht wenn die Voelker nicht alle richtig voll sind oder sogar schwach. Ich hoffe nur dass genug gute Winterbienen da sind. Aufgrund langer Spaetsommertrockenheit und ztw. wenig Tracht dieses Jahr auffällig.

  • Mit dem Thema beschäftige ich mich auch immer Mal wieder seit geraumer Zeit. Finde es sehr interessant, vor allem, da bei mir bei günstiger Witterung, so wie dieses Jahr zb, im Oktober noch sehr viel Brut da ist. Es kommt durch Gründüngung auch entsprechend was rein. Was das ganze begünstigt. Die Kisten sind rappelvoll und sie dürften ruhig Mal aufhören. Solange wir das mediterrane Klima noch nicht regulär haben macht die brutfreiheit im Winter zur schon noch Sinn. Aber in einigen Jahren werden wir den mediterranen brutzyklus mit zwei Entwicklungshöhepunkten haben. Da brüten sie dann so ziemlich durch, die Brutpause ist dann im Sommer.

  • Als Käfigvariante würde ich noch den einfach zu bastelnden Waldemarkäfig ins Spiel bringen.

    Ist der Käfig so breit und hoch wie das Rähmchen selbst? Gibt's ein Bild davon? Habe ich es richtig verstanden, der Oberträger ist wie bei manchen Rähmchen für Naturbau ein Schiffsrumpfprofil, oder Dreikant?

  • Der Käfig hat Rähmchenbreite, der 'Oberträger' also so lang, dass er ganz normal in die Kiste passt. Dann hat er eine Seite, die so lang ist wie ein normales Rähmchenseitenteil. Die Unterseite ist kürzer, denn da geht der Käfig schräg zum Oberträger hin, im 45° Winkel zu der Stelle, wo normalerweise das Seitenteil wäre.

    Es ist kein Schiffsrumpf, du brauchst ja parallele Seiten, sondern einfach ein 10×10mm Kantholz, normal Kiefer oder so aus dem Baumarkt. Darauf die durchsichtigen dünnen Plastikabsperrgitter draufgetackert. Mit der Zeit können die spröde werden, oder auch mal Knicke das ausbüchsen ermöglichen, kann man aber mit stabilem Tape richten. Ich schau mal, ob ich später mal ein Bild reinstell.