jetzt Völker umfegen?

  • Hallo!


    ich bin gerade mitten in der umstellung meines beutensystems. leider sind einige meiner völker in den neuen beuten eingegangen.(keine bienen mehr drin) sonst sind die beuten aber mit futter voll und sauber. da ich noch 2 völker auf dem alten system sitzen habe dachte ich jetzt wo es keine brut gibt wäre es doch eine möglichkeit sie einfach in die neuen beuten zu fegen. was meint ihr dazu?

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    Ich bin nicht die Signatur,
    ich putze hier nur.

  • Laß das bleiben! Es ist noch nichtmal richtig Februar und Du willst an Deinen Bienen arbeiten wie im Juni. Wir diskutieren hier, ob zärtliches Wiegen schädlich ist. Dein Umfegen ist es ganz sicher.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hy Henry,
    ja aber theoretisch, ich meine ich hatte die sache ernsthaft in erwägung gezogen, und wenn man noch etwas zeit in sland gehen lässt so bis anfang april und bis dahin zärtlich wiegt? nur weil das noch niemand gemacht hat - pff... man könnte sich doch einen warmen milden tag aussuchen so 15 °c, mit dem wiegen aufhören und dann oh schreck, oh schreck die bienen umfegen. möchte wetten am nächsten tag sind sie mir nicht mehr böse....


    also mal im ernst gibt es dazu vieleicht noch andere denkansätze?

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  • Wer sagt denn, es sei keine Brut in den Völkern? Ich habe heute und vorgestern meine Stände abgefahren und bei 146 Völkern unter den Deckel bzw. auf das Bodenbrett geschaut - die übliche Bodenbrettsäuberungsaktion. Bei uns sind es immerhin 17°C in der Sonne gewesen und die Bienen begannen schon um 9 Uhr bei 12°C mit den Sammelflügen in Richtung Hasel, Schneeglöckchen und Krokus, die ebenfalls schon blühen. Übrigens habe ich 19 Völker in der Überwinterung verloren. Ein Stand muß noch kontrolliert werden.


    Ein Volk mußte ich komplett auseinandernehmen und umhängen; eine Maus saß in den Waben. Ich fand bei neun besetzten Dadantwaben drei mit verdeckelter Brut in ca. Handtellergröße und Jungbienen liefen auch shcon herum. Auf den Bodenbrettern der anderen Völker waren abgenagte Zelldeckel - die Völker sind schon seit langem in Brut, jedenfalls in meiner milden Gegend am Mittelrhein. Nur sehr wenige Völker saßen so ruhig, daß größere Brutaktivitäten wohl nicht vorhanden sein werden.


    Ich würde dennoch um diese Jahreszeit nicht zu solchen gravierenden Eingriffen raten. Sicher, das abgefegte Volk wird es überstehen, wenn es ein starkes Volk ist und auf vorgewärmte Futterwaben gesetzt wird. Jedoch werden sicher eine ganze Menge Bienen verkühlen und eingehen. Im Sommer kann man die Bienen einfach auf den Boden der Zarge fegen und Waben einhängen. Jetzt würden eine ganze Menge Bienen es nicht schaffen, auf die Wabne zu klettern.


    Wie stark ist das Volk denn? Von welchem auf welches Maß soll geändert werden?


    Aber ich würde erst einmal versuchen, zu klären woran die anderen Völker eingegangen sind.


    MfG


    Klaus

  • Hallo Klaus,
    also so ganz sicher mit der brutfreiheit bin ich mir nich allerdings sind bei uns erst 3 tage 10 °c (brandenburg, fast westpolen). ich dachte nur das dann am wenigsten verlust für das volk entsteht. ich stelle von einem modifiziertem 2/3 langstroth auf zander um, es besteht leider überhaupt keine möglichkeit waben umzuhängen. und meinst du, dass es auch gravierend bei 15 °c und dann so anfang april ist (das viele bienen verlohren gehen)?
    klar könnte ich die völker auch im sommer umsetzen allerdings kann ich sie dann nicht mehr für die honigernte nutzen.


    zu den eingegangenen völkern:
    es waren jungvölker auf zwei zargen, sind im september gut versorgt in den winter gegangen. ich würde mal das varroaproblem ausschließen, da si zweimal mit as (erfolgreich) behandelt wurden. im september waren sie mittelstark, man konnte sie also gerade auf 2 räume setzen. gebrütet haben sie aber bis anfang dezember (polleneintrag) recht stark. und jetzt anfang februar mach' ich die beuten auf und es sind keine bienen mehr drin... :cry::cry::cry:

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  • Hallo Apiarius,


    die Völker beginnen etwa mit der Sonnenwende wieder mit dem Brutgeschäft. Je niedriger die Temperaturen, desto weniger Eier legt die Königin. Manche Völker brüten in mildem Klima sogar durch.


    Das Umsetzen auf ein neues Maß hat Zeit. Jetzt, wo es bald wieder kalt werden wird, ist ein denkbar ungünstiger Augenblick dafür. Versuche im Frühjahr (Ende April/Anfang Mai) die Brutwaben umzuschneiden.


    MfG

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo,



    das umsetzen von Bienen im Februar sollte wenn es sein muss bei Sonnenschein und wenigste 12-15 Grad durchführst werden ,wenn man Anfänger sollte man sich einen erfahren Imker dazu holen der weiß auf was man achten muss, wichtig dabei ist das man zügig arbeitet und drauf achtet das keine Bienen runterfallen und möglichst einen flachen Boden hat ,das die Bienen wieder auf den Waben zurück kommen.
    Das umschneiten von Waben die Brut enthält sollte aber unterlassen werden und auf ende März /Anfang April verschoben werden.
    Wenn dir Völker dabei eingegangen sind hast du was falsch gemacht, oder die Völker waren einfach zu schwach und die restlichen Bienen sind verkühlt.
    Das du nur 2 x behandelt hast ist nach meiner Sicht einfach zu wenig ,wenn es starke Ableger waren sollte man wenigste 3 x behandeln mit AS ,es kommt auch drauf an wie viel Milben fallen ,das die Völker verstärkt in Brut gegangen sind im Dezember schließt darauf das diese zu wenig Winterbienen hatten.
    Du hättest aber wenigste eine Winterbehandlung mit Perizin oder Milchsäure machen sollen. Weil du keine Winterbehandlung gemacht hast hat mit Sicherheit deinen Bienen das Leben gekostet.
    Früher ist Volk bei mehren tausend Milben eingegangen heute sieht das anders aus.
    Die beste Zeit für Umstellung auf ein anderes Maß ist ende März /Anfang April, es kommt immer aufs an Wetter.
    Hier am Mittelrhein ist es zu dieser Zeit eigentlich immer warm, wie es bei dir in Brandenburg aussieht das weiß ich nicht.
    Ich wähle diesen Zeitpunkt deshalb weil die Völker noch nicht so viel Brut haben.

    Ich habe schon im Januar bei warmen 15 Grad ein schwaches Volk aufgelöst und diese Bienen
    in eine Mini-Plus-Beute, auf einer Zarge Mittelwände (6 Dadant 1/¼ Waben gesetzt und mit Zuckerwasser gefüttert ,3 Tag später war das Futter aufgenommen und die Mittelwände ausgebaut.
    Eine Woche später war es wieder kalt, den Bienen hat es nichts ausgemacht und Mitte April hatte diese Völkchen schon die 4 Zarge erreicht. :D
    Für Experimente bin ich immer zuhaben, aber man sollte für so was Erfahrung haben, sonst können solche Sachen auch ganz schnell nach hinten losgehen.

  • Hallo Apiarius !


    Das mit dem Völkerumfegen kann ich Dir auch nicht empfehlen. Die eleganteste Art und Weiße Bienen in eine neue Beute umzujonglieren wenn sich das Rähmchenmaß deutlich ändert ist und bleibt der Kunstschwarm !


    Was man hingegen nun an den Völkern nachdem sie ein paar Flugtage hatten und die Temperaturen verträglich sind tun kann, ist Futterkranzproben zu ziehen und sie auf Faulbrut untersuchen lassen. Dies stellt nur einen kleinen, kurzen Eingriff da und man kommt nach Überprüfung der Proben mit entsprechendem negativen Befund leicht an sein amtliches großes Gesundheitszeugnis was man z.B. für Wanderungen mit den Bienen oder Völkerverkauf gut gebrauchen kann. Sollte der Befund positiv ausfallen, was mir glücklicherweise noch nie untergekommen ist kann man entsprechend frühzeitig handeln (Faulbrutsporen sind schon ca. 24 Monate vor akutem Ausbruch der Krankheit auffindbar).


    Beste Grüße


    Frank