Saisonale Arbeitsverteilung

  • Königinnen zeichnen: ja ist Pflicht, nützt einem aber am Ende auch nix

    Immerhin weißt du dann Bescheid dass eine neue Dame im Kasten ist. Ohne Zeichnen raussuchen, abdrücken weil gedacht dass die schon knapp drei Jahre alt ist und neue gekauft zum Einweiseln, ist auch Aufwand. In diesem Fall wolltest du von Haus aus umweiseln, aber wenn es eine F1 Buckfast gewesen wäre, könnte man sich ärgern...


    Schöne Grüße - Matthias


    PS gerade noch eingefallen und eigentlich selbstverständlich: Ein ebener Boden im Lager, auf dem man mit Hubwagen hin und herfahren kann, wär sowas von schön. Das Eichhörnchen braucht deutlich länger. Habe ich im Moment (zumindest noch) nicht...

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

    Einmal editiert, zuletzt von Stylex ()

  • Was Du anmerkst, Matthias, ist völlig richtig und konsequent zu beachten. Hatte auch mal 5 Stände - zuviel Fahrerei und set up-Zeitverlust. Jetzt nur noch 3, reicht für mich.


    Was m.E. wichtig ist - die Modulplanung. Vorgegeben ist die Honigernte im FJ und So. Bspw. wissen wir alle, dass Königinnachzucht und Begattung im Mai/Juni i.d.R. gut gelingt. Aber da sind Module parallel: Schwarmzeit, Honigernte, Königinvermehrung. Hinzu kommt der "Nachlauf" wie Begattungseinheiten oder Ableger betüteln, Honig aufarbeiten, kristallisieren, abfüllen.


    Entzerren kann man z. B. die Kö'-Nachzucht. Die kann ab Mitte Juni stattfinden oder man kauft zu. Kö's, die ich zukaufe, werden über Kunstschwarm eingeweiselt und in Abständen gefüttert - kostet weniger Zeit.


    Die zweite Arbeitsspitze So-Honigernte plus Varroabehandlung wird mit einer TBE sehr aufwändig, wenn mehr als 10 - 15 Völker da sind. Die "Methode käfigen" ist da schon ein großer Schritt; denn nicht die TBE macht Arbeit, aber die Vor- und Nachbereitung.


    Zur Genetik: M.E. eine der wichtigsten Einflussgrößen in der Imkerei! Stellen wir uns doch mal die Vision einer Milben toleranten Biene vor, wo "nur" die Ausreißer identifiziert und behandelt werden müssten. Da sparen wir ganz viel Aufwand nach der So-Honigernte.


    Das Büchlein von dem Mönch lese ich jeden Winter. Ob ich es durchdrungen habe, ...?!

  • Stylex ,


    CHAPEAU !!! :!:

    Danke für dieses explizite Aufzählung.


    Der muss ins "best of IF"


    Wie JEDER hier diese Liste für sich selbst mit dem virtuellen Kugelschreiber abgehakt oder auf die To Do Liste gekritzelt hat. :)

    Danke, danke , danke !


    LG

    Hulki

  • Jetzt Mal ganz fies. Wisst ihr wie viel Zeit hier beim Durchstöbern und Schreiben verbraucht wird ? Mit der Zeit könnte ich doppelt so viele Völker führen

    Aber...


    ...macht ja Spaß.

    Finde ich tatsächlich einen berechtigten Hinweis. Aus diesem Grund hab ich meine Buchführung auch auf ein absolutes Minimum reduziert. Werde gelegentlich von einem älteren Imker (an die 70) unterstützt. Super netter Typ, hat auch echt Ahnung, aber während er noch dabei ist seine Aufzeichnungen zum jeweiligen Volk zu konsultieren bin ich (gefühlt) schon zwei Völker weiter.


    Stein hochkant - hier stimmt was nicht, Details geben der Blick ins Volk und die aufkeimende Erinnerung preis. Stein flach - alles ok.

  • Das Büchlein von dem Mönch lese ich jeden Winter. Ob ich es durchdrungen habe, ...?!

    beemax, die Frage mag berechtigt sein, aber wenn Du da meinst, etwas nicht verstanden zu hast, dann sollte ich es erst gar nicht versuchen.

    (Ist eben ein Buch, in das man rein schreibt und Notizzettel einklebt)

    Vielleicht sollte man deshalb 2 Exemplare besitzen.


    Gruss

    Ulrich

  • Stein hochkant - hier stimmt was nicht, Details geben der Blick ins Volk und die aufkeimende Erinnerung preis. Stein flach - alles ok.

    Ja, diese Praktiker! Am Saisonende weiß man bei 25 Völker noch, welche Kandidaten aus dem Rennen waren und warum. Willst aber Anfang der nächsten Saison genau wissen, woran es lag, kommst ins stammeln.


    Llecter, gerade Du als systematisch arbeitender Mensch, machst keine Doku ? - Das nehme ich Dir nicht ab.


    Die FDA hat ein Prinzip: Was nicht dokumentiert ist, wurde nicht gemacht.


    Da ist 'was dran.

  • Ich mach das auch mit dem Stein und wenn's nötig ist mit Wachskreide (A wie auflösen, U wie umweiseln, WL mit Datum weisellos).

    Willst aber Anfang der nächsten Saison genau wissen, woran es lag, kommst ins stammeln.

    Anfang der nächsten Saison ist mir das alles egal. Was dann nicht läuft fliegt eh raus, wenn's läuft, frag ich mich auch eher nicht warum :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • dann sollte ich es erst gar nicht versuchen

    Moin Ulrich,


    gerade deswegen solltest du es unbedingt versuchen.

    Es war eines meiner ersten Bücher zur Imkerei und ich lese es jährlich aufs neue.

    Und jedes Mal habe ich erneut einen Aha Effekt.

    Das wird sich auch bestimmt noch einige Male wiederholen.


    Viele Grüße

    Ron

  • Llecter, gerade Du als systematisch arbeitender Mensch, machst keine Doku ? - Das nehme ich Dir nicht ab.

    Danke für die Blumen :) Aber es stimmt, ich dokumentiere gar nichts, was nicht zwingend ins Bestands- oder Honigbuch gehört. Ich habe festgestellt, dass mich das einfach nur (viel) Zeit kostet, die ich in der Saison nicht habe, aber keine Vorteile bringt.


    Ich betreube keine Basiszucht, sondern kaufe mir Königinnen zu. Ziehe ich doch im Frühjahr mal eine Serie selbst, dann von Völkern, die gerade sehr gut dastehen. Dicke Völker, viel Honig. Varroa ist dabei nur sekundär, da mein Behandlungskonzept bisher gut fuktioniert und ohnehin jedes Jahr frische Genetik von außen dazu kommt.


    Steht der Stein hochkant, fällt mir in aller Regel auch wieder ein, was mit dem Volk war - bei +- 65 Völkern funktioniert das tatsächlich noch halbwegs gut. Weiß ichs doch mal nicht mehr, wird eben situativ entschieden und die Historie vernachlässigt. Dann wird im Zweifel eine Weiselprobe zu viel gemacht oder ein Volk zu früh/spät aufgelöst.


    Unterm Strich arbeite ich so dennoch viel effizienter und schneller, als ichs mit detaillierter Doku machen würde. Ich hatte auch im Winter noch nicht das Bedürfniss, Aufzeichnungen zu wälzen und zu checken was wann wie lief. Ich bin da eher praktisch veranlagt und auf Effizienz ausgelegt und afrbeite in meiner Imkerei nach dem Pareto-Prinzip. Die fehlenden Prozente, etwa bei der Zucht, überlasse ich den Profis und kaufe mir die Resultate einfach zu :)

  • Mache ich ähnlich. Stein in Richtung Beute (10er Dadant) alles ok. Stein quer -> hier gibt es was zu tun bzw. es stimmt was nicht. Daneben habe ich noch innerlich 4 häufiger auftretende Probleme die ich mit einem Stein auf der Ecke des Deckels markiere (Königin zeichnen, Weisellos etc).


    Habe anfangs alles aufgeschrieben. Inzwischen schreibe ich fast nichts mehr auf. Es werden nur Auffälligkeiten bzgl Nachzucht, Honigertrag sowie Behandlungen notiert.

  • Und Gaffatape auf den Deckel, darauf mit Edding paar Abkürzungen kritzeln. Geht auch mit Propolisfingern. Ich finds manchmal für die Zeiträume gut, da verschätz ich mich sonst so schnell. Königin vor zwei oder drei Wochen rausgeschmissen? Wann die Zelle gesteckt…?

  • Und Gaffatape

    die Sonne! Wenn du so einen Fetzen kleben lässt klebt der für immer ;( und Deckel werden aus unerklärlichen Gründen immer vertauscht (Kistennr, drauf schreiben hilft). Ich machs nicht mehr so gerne, sieht schnell bäh aus. Der gute alte Pflasterstein nach der Trachtzeit is schon ma Hilfreich.

    Am Ende nütz alles nix, ein Büchlein muss einfach geführt werden.... wer schreibt, bleibt.

    Um der Vergesslichkeit zu entgehen, schreib ich mir Infos auf ein Stück Panzerband und kleb das ins fahrende Büro ans Amaturenbrett.... das spart echt Spritt :saint: und Zeit

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/