Geringe Varroazahlen - Grund?

  • Denke es ist ein Zusammenspiel aus Klima und Brutpause, Beutenart spielt wohl eher eine Nebenrolle.

    Die Schwankungsbreite erscheint zufällig, dürfte aber mehrere Ursachen haben, die immer wieder angeführt werden. Es sind äußere und innere Faktoren:


    1. Heiße Sommer können den Befall mindern


    Außentmperatur ist da wohl Auslöser für Brutpausen der Bienen aufgrund von Nahrungsmängel (Pollen). Das hat Einfluss auf die Varroenpopulation. Die BN-Temperatur kann's nicht sein, die ist konstant bei 35,5 °C.


    2. Standortfaktoren


    ... spielen eine Rolle, z. B. damit verbundene Nahrungsversorgung und ggf. toxische Einflüsse über Polleneintrag, was den Völkern Mühe bereitet - so kommt eins zum anderen und die Resilienz wird geschwächt. Aber die "Grundversorgung" am jew. Standort dürfte entscheidend sein. Warum z.B. zeigen Völker vsh-Verhalten am Standort A, aber nicht mehr am Standort B?!


    3. Milbeneintrag von außen


    Wir kennen das Verhalten von Drohnen, sich durch verschiedene Völker zu arbeiten. Damit verbreiten sie Milben, ebenso wie Völker, die geschwächte Einheiten beräubern; denn die Schwäche hat ja eine Ursache.


    5. Genetische Ausstattung der Königin/Bienen


    Eine mehr oder weniger ausgeprägte Fähigkeit von Bienengruppen im Volk, Milben in der verdeckelten Brut zu erkennen und diese auszuräumen, kann den Milbenbefall in Grenzen halten. Je nach Ausprägung dieses Merkmals im Phänotyp der Bienen, bewirkt es unterschiedliche Befallszahlen. Wie kommt es sonst zustande, dass benachbarte Völker am Standort völlig unterschiedliche Befallsgrade aufweisen bei Gleichbehandlung?


    6. Genetische Ausstattung der Milben


    Aufgrund der Inzucht bei der Milbenvermehrung dürfte die genetische Variabilität von Milbenpopulationen sehr limitiert sein, ebenso die phänotypische Plastizität, welche schnelle Anpassung an sich wandelnde externe Faktoren erlaubt. Was wir sehen - Schwankung des Milbenbefalls von Jahr zu Jahr - ist mglw. Ausdruck dieser genet. Limitierung. Bestimmte Faktoren machen dem Milb zu schaffen, andere fördern dessen Vermehrung.


    7. Imkerliche Eingriffe


    Hier gibt's eine Unzahl von Optionen. Das Imkerverhalten, sich um seine Völker zu kümmern und jedes Jahr den Milbenbefall zu checken und zu Dezimieren, ist ein gutes Beispiel für Ursache/Wirkungsbeziehung: Jahr X viele Milben - mehr Behandlung, Jahr X+1 weniger Milben - weniger Behandlung, Jahr X+2 mehr Milben ...


    Ich habe Beobachtungen über Jahre gemacht und Beispiele für viele der genannten Optionen, aber verstanden habe ich es nicht.

  • Die Milbenpopulation hängt weniger von der Witterung als viel mehr vom Brutverhalten ab.

    Glaube ich so nicht. Es ist hier in der Gegend festzustellen, das Völker in Styropor Beuten stärker belastet sind als in Holzbeuten.

    Es gibt ne ganz logische Erklärung dafür und die stützt meine Aussage.

    Kannst du das genauer Ausführen?

    Styropor-Beuten sollten doch wärmer sein, somit weniger mit Milben belastet sein bei hohen Außentemperaturen? Oder werden die hohen Außentemperaturen besser isoliert? Oder sind die feuchter als Holzbeuten und somit besser für die Milben?

  • Bin da auch noch nicht ganz hinter gekommen. Wahrscheinlich sind die Holz Modelle für die Bienen etwas schlechter zu kühlen. Deshalb leichter Temperatur Anstieg im Brut Raum. Wie so eine Art Wärmebehandlung. Keine genaue Ahnung. Fest steht Segeberger und M+ sind stärker belastet, zumindest hier.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Moin,

    freuen wir uns erst einmal, dass die Belastung durch Varroa dieses Jahr so gering ist.

    Andrea, vielleicht hat dein Kollege auch endlich mal was richtig gemacht;-)) gerade mit dir als Betreuerin (auch reden und diskutieren hilft oft).

    Derzeit habe ich bei meinen Völkern auch richtig wenig Varroen drin (Milbenfallzahl bei 8 Völker <1 pro Tag, 1 Volk 1,15/Tag).

    Ich werde das aber weiter tracken und schauen, wie sich das in Richtung Mitte/Ende Oktober verhält. Eine vernünftige Winterbehandlng hinterher und die neue Saison kann kommen (so es nicht zu Futterabrissen oder Weisellosigkeit kommt, wovon wir erst einmal nicht ausgehen wollen).

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Die Milbenpopulation hängt weniger von der Witterung als viel mehr vom Brutverhalten ab.

    Glaube ich so nicht. Es ist hier in der Gegend festzustellen, das Völker in Styropor Beuten stärker belastet sind als in Holzbeuten.

    Es gibt ne ganz logische Erklärung dafür und die stützt meine Aussage.

    Kannst du das genauer Ausführen?

    Styropor-Beuten sollten doch wärmer sein, somit weniger mit Milben belastet sein bei hohen Außentemperaturen? Oder werden die hohen Außentemperaturen besser isoliert? Oder sind die feuchter als Holzbeuten und somit besser für die Milben?

    Styros sollen einen Isolationseffekt gegen Hitze von außen haben, der einer Holzbeute mit einer Wandstärke von 2,4 cm entspricht.

    Die Isolation gegen Hitze ist also etwas, die Warmhaltigkeit bei kalten Außentemperaturen deutlich besser als die der meisten Holzkisten.


    Beides fördert die Milbe::

    Wegen der hervorragenden Warmhaltigkeit brüten die Bienen

    früher im Jahr los und länger in den Herbst hinein.


    Und der etwas bessere Hitzeschutz führt im Sommer dazu, dass die Stocktemperatur von den Bienen etwas kühler gehalten werden kann, was zudem noch bei gleicher absoluten Luftfeuchte mit einer höheren relativen Luftfeuchtigkeit im Stock einhergeht.


    Von daher ist es verständlich, dass sich nicht nur Bienen, sondern auch die Varroen in den Segebergern wohler fühlen.

  • Vielen Dank für Eure Ausführungen. Ist es denn bei Euch allen so, dass Ihr wenig Varroen habt, oder gibt es Ausreißer mit ganz vielen?

    Ich hatte im letzten Jahr extrem viele (Ist ja auch beinahe total schiefgegangen), in diesem Jahr habe ich sehr wenige, bei zwei Völkern fallen tatsächlich dauerhaft Null, beim am stärksten befallenen Volk hatte ich 4 Milben in 5 Tagen. Ich hab bei 3 Völkern TBE gemacht, in der Brutscheune hatte ich nach der Behandlung 600 Milben, was mir für die Brutscheune wenig erscheint, oder irre ich mich? So viele hatte ich im letzten Jahr am Tag in einem Volk, das ich als Schwarm gefangen (aber aus Unwissenheit nicht behandelt) habe.

    Viele Grüße

    Andrea

    Ein Garten ohne was zu essen ist verschwendete Landschaft.

  • Die Situation ist wohl überall ähnlich - von der Tendenz. Und selbstverständlich gibt's Ausreißer (siehe Pkt. 5 und 7 meines Versuchs zur Begründung). Einerseits haben wohl die Meisten letztes Jahr intensiver behandelt, andererseits lässt bei manchen Völkern die Genetik eine höhere Milbenabwehr nicht zu. Letztere sind dann mehr befallen - habe da auch 2 Kandidaten, die noch umzuweiseln sind.

  • Guter Mann/Frau!


    Aber, wie hier sicher schon angemerkt wurde, es ist nur einer von vielen Faktoren. Sofern aber bei jemandem beobachtet wird, dass alle Völker gleich geführt werden und die Styros in Sommern wie diesen durch die Bank mehr Milben haben…

  • Meine sitzen auch in Segeberger.


    Und die Milbenzahl ist bis auf einen einzigen Ausreisser, enorm niedrig! Im Schnitt bei den Wirtschaftsvölkern 150 Milben.


    Die Ableger so um die 50 Milben.