Geringe Varroazahlen - Grund?

  • Guten Morgen!

    Ich mache mir Gedanken, warum in diesem Jahr die Befallszahlen so niedrig sind. Dass es was mit der Hitze zu tun hat, erscheint mir naheliegend.

    Ich hab gestern einen alten Herrn besucht, der ein großes Problem mit Varroabehandlung hat, um es mal vorsichtig auszudrücken. Normalerweise kauft er alle zwei Jahre neue Bienen. Auch in diesem Jahr hat er nicht behandelt.

    Er hat seine zwei Völker in einem Schuppen stehen, in dem es sicherlich noch heißer wird als draußen. Er hat mir die Windeln gezeigt - da lag tatsächlich nicht eine einzige Milbe drauf. Im letzten Jahr war das wie Kaffeepulver und die Völker sind dann auch trotz AS-Behandlung gestorben.

    Ich imkere ja erst seit dem letzten Jahr und habe deshalb keine Vergleichsmöglichkeit. Wie sind Eure Erfahrungen aus vergangenen heißen Jahren?

    Ist die Milbenpopulation tatsächlich witterungsabhängig? Oder ist das eine zufällige Übereinstimmung?

    Viele Grüße

    Andrea

    Ein Garten ohne was zu essen ist verschwendete Landschaft.

  • Die Milbenpopulation hängt weniger von der Witterung als viel mehr vom Brutverhalten ab. Wenn es zu heiß oder kalt ist, kommt es zu Brutpausen. Das zurückfahren des Brutnestes reduziert bereits optimale Vermehrungsmöglichkeiten und echte Brutpausen bremsen die Varroa sehr stark aus, je länger desto besser. Teilweise fehlen den Varroen ganze Brutzyklen im Juni (ggf auch mehr). Bei mir war zur TBE in manchen Völker kaum Brut (1-2 handtellergroß bebrütete Waben). Andere Völker hatten etwas mehr.


    Sofern du noch keine Kontrolle gemacht hast im September, mache das schnell. Meine Windeln kommen heute raus (bin schon für meinen Geschmack spät dran mit der Herbstkontrolle…).


    Ich erwarte bei den meisten Völkern nicht viel, aber ggf gibt es 1-2 Ausreißer die nachbehandelt werden müssen. Einige Völker schleppen noch Pollen ran, andere haben kaum Flugbetrieb trotz voller Kiste. Es sind ein paar der Brutscheunen die noch stark brüten. Stelle mich da mental schon auf eine Nachbehandlung ein.

  • Ich habe gestern gerade die Windeln kontrolliert .

    Sie wurden mit TBE und OX sprühen im Juli behandelt.

    2 Völker haben 0 Varroen, 2 Völker haben eine tolerierbar wenige Fallzahl und eins hat 16/Tag.

    Alle wurden gleich behandelt, alle sind gleich stark und stehen an einem Ort ziemlich auseinander.

    Ich bin ebenfalls auf der Suche nach evtl. Ursachen.

    Ein " Nuller " ist ein Sammelableger ( als Reserve gedacht ) mit einer Königin aus 2020 und der andre hat eine Königin drin, nachgeschafft aus dem letzten Jahr.

    Die sollte eigentlich ausgetauscht werden. Darf aber nun bleiben.

  • Die Milbenpopulation hängt weniger von der Witterung als viel mehr vom Brutverhalten ab.

    Glaube ich so nicht. Es ist hier in der Gegend festzustellen, das Völker in Styropor Beuten stärker belastet sind als in Holzbeuten.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Hast du direkt im Anschluss an die TBE gesprüht, oder hast du noch bis abends gewartet, bis alle wieder zuhause waren ?

  • Guten Morgen,


    ich habe Segeberger und Dadant Holz, ebenfalls bei beiden sehr niedrige Befallsraten gehabt im Juli/August zwischen 0 und 4/Tg. Hatte keine Brutpausen im Sommer, aber Mitte Mai TBE gemacht. Denke es ist ein Zusammenspiel aus Klima und Brutpause, Beutenart spielt wohl eher eine Nebenrolle.

    Imkerliche Grüße, Sebastian

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    12 Völker Segeberger 1,5 und Dadant US mod. Holz

  • Nach 5 Tagen, abends.

    TBE mit Fangwabe, ohne Sammler, Fangwaben eingeschmolzen.

    Aber alle waren bestimmt nicht daheim, da es noch hell und sehr warm war.

    Komisch nur, diese Unterschiede bei völliger Gleichbehandlung.

    Vielleicht war meine TBE heuer etwas spät ( 15.7.)

    Durch die Bannwabentaschen, die nicht funktionierten, habe ich fast 2 Wochen Zeit verloren.

  • Varroa Milben lieben/braucheqn wie eigentlich alle Insekten eine gewisse Feuchtigkeit.


    Ich habe einmal mit Puderzucker gewonnene Varroa Milben auf eine kleine Versuchsarena aus angefeuchteten Küchenkrepp gesetzt, um zu schauen, ob sie die Larvenpheromone von Mehlwürmern attraktiv finden.


    Zu der Mehlwurmquetsche sind sie nicht gelaufen, aber sie waren nach einer Stunde immer zuverlässig an den Stellen versammelt, wo das Krepp noch feucht war.

    In diesem Sommer war es furztrocken, und die Stockluft ist davon anscheinend nicht komplett abgekoppelt, jedenfalls hatte ich noch nie bei allen Völkern durchgehend so trockenen Honig wie heuer (wo folglich bei Betätigung des Wasserzerstäubers auch alle immer auf die Oberträger gestürmt sind, statt sich in den Wabengassen zu verziehen 🤪)


    Während letztes Jahr mit durchgehend sehr ergiebigem Niederschlag der Honig viel feuchter war.

    Und ein Vielfaches mehr an Varroen in den Kisten - die meisten ibei mir n dem Volk, dass nen "Honig" mit 20% Wasser produziert hatte.. .


    Luftfeuchtigkeit könnte einen direkten Effekt haben.

    Vielleicht lohnt sich die Selektion auf Bienen, die einen niedrigen Sollwert bei der Feuchtigkeit ihrer Stockluft haben.


    Aber wahrscheinlich ist der indirekte Impakt auf die Varroa Milben über Bruteinschränkung/Brut Pause bei trockener Hitze erheblich stärker.

    Insofern :

    Welcome end of ice age!