Knappe Ressourcen, Liefer-Engpässe 2022/23?

  • Wie schätzt du Liefersicherheit und Preisentwicklung von Imkereibedarf in den nächsten sechs Monaten ein? [zwei Antworten sind möglich] 78

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    Hallo liebes Forum,


    wie seht ihr das mit möglichen Lieferengpässen für Imkereibedarf in den kommenden Monaten? Mein Gläser-Lieferant ist aktuell froh über jede Palette, die noch aus den Glashütten bei ihm ankommt. Es scheinen viele Betriebe aktuell auf Vorrat einzukaufen. Neu für mich bei der jetzigen Bestellung waren diesmal die hohen Energiekostenzuschläge, die pro Kilo Lieferung auf Palette bei Brutto knapp 24 Cent lagen. Dazu haben sich die Lieferkosten des Spediteurs seit letztem Jahr deutlich erhöht. Die Stimmung in der Wirtschaft ist inzwischen wohl bei den meisten eher schlecht und die Versorgung mit notwendigem Bedarf scheint gefühlt gefährdet zu sein. Darum habe ich mich entschieden, deutlich früher als sonst für kommendes Jahr erforderliche Sachen wie Gläser usw. zu bestellen. Wie schätzt ihr das die kommenden Monate ein? Habt ihr aktuell schon früher als sonst bestellt oder auf Vorrat eingekauft? "Sicher" fühle ich mich in Bezug auf Versorgung mit Gläsern & Deckeln, Futtermitteln und ggf. Beuten/Zubehör im Moment nicht mehr so wie noch vor Corona oder dem Kriegsausbruch in der Ukraine und möglichen Lieferstopps auch aus dem asiatischen Raum. Wie ist Euer Gefühl, was die Liefer-Verlässlichkeit von notwendigem Imkereibedarf (Futter, Gläser, Deckel, Beuten, Rähmchen usw.) für die kommenden Monate angeht? Seht ihr das eher entspannt oder eher skeptisch? Und wie schätzt ihr in diesem Zusammenhang die Preisentwicklung von Imkereibedarf in den nächsten sechs Monaten ein? Als Ergänzung zu dieser Frage habe ich eine kleine Umfrage erstellt.


    Schöne Grüße - Matthias

    Es war alles sooo gut geplant. Und dann kam das Leben dazwischen...

  • An meiner Arbeit haben wir seit Monaten immer wieder das Problem, dass plötzlich billigste Elektronikbauteile, wie 0,2 ct Leuchtdioden, von jetzt auf gleich, nicht mehr lieferbar sind. Dann fehlen Stecker. Wenn man die hat, fehlen die Pins und die Stecker kosten jetzt 30 statt 7 Euro. Die Stecker sind übrigens aus Plastik und die Pins aus Metall. Also nicht mal Microchips. Von denen fange ich am Besten gar nicht an.

    Ein Bekannter verkauft Holzpellets, die waren kürzlich deutschlandweit alle, weil kaum noch gebaut wurde. Selbst für Geld hat er keine bekommen.

    Das Einzige Material, was ich zur Zeit als sicher betrachte, ist das, was ich Zuhause habe.

  • Hallo, vor ein paar Tagen kam die Newsletter aus der Nähe von Giessen. Da wurde wieder Panik verbreitet, man solle noch schnell zum alten Preis kaufen. Aus dem gleichen Haus kam bei Corona ein ähnliches Schreiben..... Da wird versucht Umsatz zu genieren.....

    Die Woche kam eine Palette Torfbriketts für knapp 500, sie brennen gut. Da wollte ich noch eine bestellen, war nicht lieferbar. Heute schon......für 700.

    Hier wird sich schamlos bereichert.

    Bis bald

    Marcus

    mehrere Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, xx Miniplus,

  • Bin ganz froh grundsätzlich großzügig mit Nutzung von Staffelpreisen einzukaufen. Gläser, Beuten, Rähmchen etc. reicht alles bereits jetzt mindestens für die nächsten 2 Jahre.


    Nur Futter bin ich quasi blank….wird übel. Erzeugerpreise knapp 50% hoch. Stärkster Anstieg seit Gründung der BRD….

  • Hallo, vor ein paar Tagen kam die Newsletter aus der Nähe von Giessen. Da wurde wieder Panik verbreitet, man solle noch schnell zum alten Preis kaufen. Aus dem gleichen Haus kam bei Corona ein ähnliches Schreiben..... Da wird versucht Umsatz zu genieren.....

    Die Woche kam eine Palette Torfbriketts für knapp 500, sie brennen gut. Da wollte ich noch eine bestellen, war nicht lieferbar. Heute schon......für 700.

    Hier wird sich schamlos bereichert.

    Bis bald

    Marcus

    Wer verheizt denn heute noch Torf, gehts noch??

  • Die stärkste Waffe gegen Inflation ist der Igel in der Hosentasche. Also kein Geld ausgeben. Ich denke z.B. über ein Pfandsystem beim Glas nach, werde vorerst nicht mehr erweitern und meine Völker im nächsten Jahr alle ins Springkraut stellen. Im normalen Leben einfach immer die Frage stellen. Brauch ich das wirklich ?

  • Werde diesen Winter wieder alles selber herstellen. Rähmchen, Beuten, Mittelwände, alles was geht, Werkzeug dafür ist noch vorhanden. Außer Gläser brauche ich vermutlich nichts kaufen.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Die stärkste Waffe gegen Inflation ist der Igel in der Hosentasche. Also kein Geld ausgeben.

    Dann wird das Geld in der Hosentasche weniger wert. Und vom Igel bekommt man Flöhe, an Stellen, wo man sie nicht haben will.

    Ich halte es für sinnvoller, Artikel, die man regelmäßig braucht, ausreichend zu bevorraten. Es ist abzusehen, dass der Preis für Gläser deutlich ansteigen wird. Deshalb habe ich mir für die nächsten drei Jahre meinen Bedarf in den Keller gestellt. Das gleiche gilt für Futter und Zucker. Der Bedarf für 2023 ist eingelagert.

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Stimme Pinte zu. Die hohen Preise derzeit haben nur bedingt mit Krieg oder Energiekrise zu tun.


    hornet hat bereits im Oktober letzten Jahres von massiv angezogenen Glaspreisen berichtet. Holzpreis zieht schon seit Frühjahr letzten Jahres steil nach oben.


    Habe die Tage gerade einen historischen Artikel über Imkern in Graubünden gelesen. Die Vereine haben sich bei Zuckerpreisen von 130 CHF pro 100 kg für gemeinsame Einkäufe zusammen getan, als der Preis etliche Jahre später unter 40 CHF fiel, war die Nachfrage nicht mehr vorhanden.

    Der Tradition verbunden, der Natur verpflichtet.

  • Die Lieferketten brechen doch aktuell überall zusammen, oder sind es schon. Klar wird es irgendwie weitergehen, aber heute schon an morgen denken wird nicht das dümmste sein, was man (auch in der Imkerei) jetzt tun kann.


    Ich komme mir persönlich vor wie auf einer Achterbahn kurz nach dem Start. Noch geht's bergauf, aber der Drop kommt. Bügel ist zu, jetzt muss man da durch. Die Ungewissheit macht mir dabei viel mehr zu schaffen, als wenn es - endlich - konkret wäre und man was tun müßte. Alle warten irgendwie auf den großen Knall. Laßt Euch nicht bekloppt machen, Imker sein ist in erster Linie gut improvisieren können. Damit sind wir besser aufgestellt als 99% vom Rest^^

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • wie seht ihr das mit möglichen Lieferengpässen für Imkereibedarf in den kommenden Monaten? [...] Wie schätzt ihr das die kommenden Monate ein? Habt ihr aktuell schon früher als sonst bestellt oder auf Vorrat eingekauft? Wie ist Euer Gefühl, was die Liefer-Verlässlichkeit von notwendigem Imkereibedarf (Futter, Gläser, Deckel, Beuten, Rähmchen usw.) für die kommenden Monate angeht? Seht ihr das eher entspannt oder eher skeptisch? Und wie schätzt ihr in diesem Zusammenhang die Preisentwicklung von Imkereibedarf in den nächsten sechs Monaten ein?

    Hallo Matthias,


    soweit ich das überblicken kann, wird die Inflationsrate weiter steigen, (hoffentlich) irgendwo bei 10-14 % einen Spitzenwert erreichen und dann wieder auf vielleicht 5 % sinken, wo sie allen Anschein nach noch einige Jahre bis zu einem Jahrzehnt verharren wird.


    Inflation wird immer mit Preissteigerungen in Verbindung gleichgesetzt – Inflation bedeutet aber vor allem eine Entwertung des Geldes. Sprich: fürs gleiche Geld gibt es weniger. Bei einer Inflationsrate von nur 5 % über 10 Jahre – da sinkt der Geldwert auf weit unter 20 % der heutigen Kaufkraft.


    Inflation ist normal, hohe Inflationen sind auch normal, führen aber zu einer Welle von Folgen. Wer den alten Leuten zuhört, die solche hohen Inflationen bereits erlebt haben, oder sich andere Länder mit solchen oder noch viel höheren Inflationszahlen ansieht, der bekommt einen Eindruck, was uns noch bevorsteht.


    Im Prinzip ist das richtige Verhalten: alles auf Lager legen, Tauschware bereitlegen, alles wiederverwenden, Preise im Gleichschritt mit der Inflationsrate anheben (Wertverlust weitergeben), Umsatzeinbrüche durch Vergrößerung der Absatzpunkte ausgleichen, und ganz wichtig: alle Investitionen aufs Eis legen.


    Aber selbst diese Maßnahmen garantieren nicht das wirtschaftliche Überleben, sondern erhöhen die Chance ein wenig.


    Die überbordenden Energiekosten – unsere Abschläge für Wärme wurden vom Versorger gerade um das Dreifache angehoben, der Brief kam gestern rein – machen jegliches Produzieren fast unmöglich. So wie Habeck es sinngemäß sagte: einfach den Laden zumachen und nicht mehr verkaufen. :/


    Also mein Eindruck ist, daß die Preise in den nächsten Monaten weiter steigen werden. Die Lagerhallen der Händler werden wohl auch beheizt oder wenigstens vor Frost geschützt. So eine Halle – je nach Dimension – verbraucht im Monat große Mengen Energie. Das geht schnell in die 10.000-100.000 Kilowattstunden. Wenn dann Rechnungen für Zehntausend oder Hunderttausend Euro Abschlag pro Monat ins Haus flattern, müssen diese Kosten von den Händlern weitergegeben werden. Die Transportkosten erhöhen sich auch ständig, fast egal auf welchem Transportweg.


    Was passiert, wenn der Winter dann endlich vorbei ist, steht in den Sternen. Das wir mittelfristig bei Inflationsraten von 2 % landen werden, denke ich, ist mehr oder weniger ausgeschlossen.


    Obwohl keiner wirklich sagen, was passieren wird – es wird auf jeden Fall knifflig für alle Wirtschaftstreibenden.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Wer verheizt denn heute noch Torf, gehts noch??

    So ich zitiere mal Wikipedia:

    Zitat

    Traditionell wurde Torf vor allem als Heizmaterial verwendet. Da Moore von den Ökologen mittlerweile als bewahrenswerte Biotope angesehen werden, findet in Deutschland ein Abbau aus intakten Mooren nicht mehr statt, vornehmlich werden bereits in der Vergangenheit trockengelegte ehemalige Moore als Torflagerstätten genutzt. In Skandinavien und Irland wie auch im Baltikum wird Torf noch lokal beschränkt zur Energie- und Wärmegewinnung abgebaut und dient vor allem der lokalen Versorgung.

    damit die ganzen Fanboys(m/w/d) sehen was sie da gut gefunden haben.

    Wieder Grußlos