Varroabehandlung/ Auswirkungen auf die Honigerntemenge

  • Danke Rainfarn. Das Thema interessiert mich auch sehr. BernhardHeuvel, kannst du die beiden von dir im parallelen Thread benannten Studien mit Namen und/oder Autor nennen, damit man dort rein schauen kann?


    Ich hab kurz selbst gesucht, bin aber nicht fündig geworden (was aber an der Fülle der Studien liegt, die man bei der Suche nach Varroa, Behandlung, Honig etc. findet und weniger daran, dass es solche Studien nicht gibt).


    Lediglich eine Studie habe ich auf die Schnelle gefunden, die sich (u. A.) mit den Auswirkungen von Frühlingsbehandlungen auf die Honigernte beschäftigt:

    Spring honey yield per colony was significantly lower in G6 and higher in G1. Summer honey flow was significantly lower in G6 and higher in G3 and G5.

    (G1 = Control, G3 = Oxalsäureträufelung, G5 = Ameisensäure, G6 = MAQS)
    Hier sind die Ergebnisse also durchaus widersprüchlich. Im Frühling wurde in allen OS und AS Treatments sogar signifikant weniger Honig geerntet als in der Kontrollgruppe, während es im Sommer dann teilweise umgekehrt war.


    Allerdings ist das lediglich eine einzelne Studie (eine Schwalbe, kein Sommer und so) und da lediglich der Abstract frei zugänglich ist, nicht aber die Studie selbst kann ich auch keine Bewertung der Qualität der Studie abgeben. n = 8 lässt zumindest durchaus noch Raum für zufällige Signifikanzen - in beide Richtungen - bei einem derart variablen System wir Honigbienenkolonien.


    Ich denke auch nicht, dass die Ergebnisse auf Bayvarol, Varroamed etc. übertragbar sind, aber auf den ersten Blick scheint eine Frühlingsbehandlung zumindest nicht der Gamechanger zu sein.

  • Die andere Studie könnte die hier sein. Wageningen 2006


    Wenn man sich das Abstrakt der kanadischen Studie v. 2011 durchliest, wäre der Rückschluss auf eine generelle erhöhte Honigerntemenge durch eine Frühjahrsbehandlung sehr stark vereinfacht, wenn nicht falsch.

    Die Königinnenverluste bei der FA(AS) Gruppe sind schon der Rede wert und decken sich mit meinen persönlichen Erfahrungen, als ich vor Jahren mal testweise so eine Frühjahrsbehandlung durchgeführt habe.

  • Die andere Studie könnte die hier sein. Wageningen 2006

    :/ ... in der Studie geht's um TBE im Mai zur Schwarmverhinderung und Varroabehandlung. - Das Trachtszenario: Frühtracht - Bestäubung - Sommertracht. (Sommertracht nach OX oder AS im Mai scheint in den Niederlanden nicht unmöglich.)

    Aussagekraft hätte eine Studie mit gleich starken Völkern am gleichen Standort, vergleichbar leistungsfähigen Königinnen, gleich geführt, varroafrei gestartet mit der gleichen Anzahl an Milben infiziert, mit einer unbehandelten Vergleichsgruppe, über die Saison dokumentiert.


  • Aussagekraft hätte eine Studie mit gleich starken Völkern am gleichen Standort, gleich geführt, varroafrei gestartet mit der gleichen Anzahl an Milben infiziert, mit einer unbehandelten Vergleichsgruppe, über die Saison dokumentiert.

    Naja…, eher eine mit sehr vielen unterschiedlich starken und unterschiedlich geführten Völkern an vielen Standorten über mehrere Jahre…

  • Naja…, eher eine mit sehr vielen unterschiedlich starken und unterschiedlich geführten Völkern an vielen Standorten über mehrere Jahre…

    Wenn ich das Argument von Bernhard richtig verstanden habe, geht es ihm um den "gesamten Fettkörper des Volkes", vergleichbar einem lebenswichtigen Organ. Dieser sollte möglichst groß und unversehrt durch den Winter ins Frühjahr kommen, und über die Saison erhalten bleiben.

    Dafür gibt es unterschiedliche Faktoren: gesunde Völker im Herbst (Varroabehandlung, Pollen), große Anzahl an Dauerbienen im Winter, frühe Brutpause, brutfreie Behandlung, später Brutbeginn,... soweit nichts neues... und jetzt eben als zusätzliche Einzelmaßnahme die Varroabehandlung im Frühjahr als Gamechanger für eine Verdopplung der Honigernte.

    :/ ... vielleicht habe ich Bernhard aber auch falsch verstanden, und die Varroabehandlung im Frühjahr ist eher als "Holzhammer" zu verstehen, der mögliche Unzulänglichkeiten der Überwinterung wieder gerade klopft. - Also kein Booster oder Doping, sondern mehr Hilfe und Unterstützung damit die Völker sich entfalten können.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, sprüht z.B. Eugen Neuhauser kolodiales Silber auf die Oberträger beim ersten Schieden Mitte Februar nach dem Entfernen vom Überbau. (Damit die Oberträger während der Saison schön sauber bleiben. ;) )

    :/ ... zweifellos ist alles was dem Volk in seiner Entwicklung hilft prinzipiell auch gut für eine größere Honigernte.

  • und das gaaanz enge dauernde Schieden nicht vergessen!

    Oh, das kommt dann doch noch......

    Alles hat seinen Ursprung beim Hans Beer, der behandelte seinerzeit auch im März nem Oxpräparat.... setzte im Frühjahr ein Schied....

    Also Alter Wein in Neuen Schläuchen :/

  • Das eigentliche Problem ist doch nicht der Fettkörper, sondern die Virenverseuchung, die mit einer Varroalast über der Schadschwelle einhergeht. Dadurch werden weniger fitte Bienen geboren. Wenn wir im Hochsommer von max. 1000 Milben ausgehen, also 1000 befallene Zellen/Bienen, sollte sich die direkte Schädigung des Fettkörpers im Grenzen halten.

  • Aber mal zurück zur Ausgangsfrage: Warum muss man eigentlich im Frühjahr eine Varrobehandung machen? Wer im Winter erfolgreich behandelt, hat vor Juli kein Problem.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Es geht ihm wahrscheinlich darum, ganzjährig die Belastung auf den Fettkörper aller Bienen zu verringern.


    Aber eines verstehe ich dann nicht. Wenn die TBE den Bien so sehr belastet, warum kann dann ein Volk schwärmen und dann doch noch normal überwintern?


    Die können nach der Rechnung mit den genannten drei Monaten auch erst im August anfangen Winterbienen zu erbrüten.

  • Aber mal zurück zur Ausgangsfrage: Warum muss man eigentlich im Frühjahr eine Varrobehandung machen? Wer im Winter erfolgreich behandelt, hat vor Juli kein Problem.

    :thumbup: ... wenn man Randy Olivers Varroa-Modell zu Grunde legt... dann ist die erfolgreiche Winterbehandlung der Schlüssel für eine erfolgreiche Saison (den größten Effekt hätte z.B. die 2-malige OX-Sublimation im brutfreien Zustand im Winter, weil es wegen der exponentiellen Entwicklung einen großen Unterschied macht, ob man mit 10 oder 100 Milben ins Jahr startet)...

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    ... bei einer durchgehend niedrigen Varroabelastung in den Folgejahren...
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    Es geht ... darum, ganzjährig die Belastung auf den Fettkörper aller Bienen zu verringern.

    :?: Hier halte ich es für wichtig die Hypothese mit Zahlen zu hinterlegen. Wo sind die Schadschwellen mit welchen Auswirkungen? (Z.B. bringt ein Volk mit 100 Milben die doppelte Menge wie ein Volk mit 1000 Milben?)