Ohne Mittelwände imkern

  • Im Zuge des Schadens, den ich durch mit Stearin versetztes Bienenwachs bei zugekauften Bio-Mittelwänden hatte – damals glaubte ich noch fest an Bio – hatte ich den gesamten Betrieb auf Plastikmittelwände gesetzt. Da ich bereits mehrere Jahre mit kleinen Zellen (4,9 mm) herumexperimentiert hatte, wußte ich, daß die in Deutschland erhältlichen Plastikmittelwände nicht praxisgerecht sind. Und habe palettenweise Plastikmittelwände aus den USA importiert. Damit habe ich dann meine Völker gerettet, was zu retten war.


    Der Import war ein teures Vergnügen und langfristig will ich kein Plastik mehr in den Bienenvölkern haben. Ein bisschen Hippie und Öko bin ich dann noch geblieben. Und deswegen habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. Eine Alternative ist die Imkerei ohne Mittelwände. Diese wird in der Bioimkerei ja häufig angewendet – hatte aber entscheidende Nachteile für die Erwerbsimkerei, die ja beim Wandern von Bienen und mit den großen Fliehkräften in den Schleudern die Waben derart belastet, so daß "Naturbau" – also ohne Mittelwände ausgebaute Rähmchen – nicht halten. Wandern und schleudern ist mit Naturbau also nur begrenzt möglich.


    Hier habe ich den entscheidenden Hinweis von einem Berufsimkerkollegen erhalten, der über die mittelwandlose Imkerei seine Meisterarbeit geschrieben hat. Und zwar werden nicht nur oben sondern auch unten an den Unterträgern Anfangsstreifen gesetzt. Das veranlasst die Bienen die Waben am Unterträger fest zu verankern, was die Waben – nun rundherum an Holz geheftet, ausreichend stabilisiert.


    Hier ein paar Bilder, die ich auf die Schnelle herausgekramt habe, die aber das Prinzip wohl verdeutlichen: (ja, es ist ein klappbarer Rahmen für die Zucht) Die Rähmchen bekommen oben und unten Anfangsstreifen. Die oberen Anfangsstreifen können ruhig weniger hoch sein, die unteren Anfangsstreifen sollten etwas eher sein, so 3-4 cm.


    Diese auf diese Weise präparierten Rähmchen taugen wenig im Frühjahr, da dann Drohnenbrutzellen darin angesetzt werden. Da wir mit dem angepassten Brutraum in der 12er-Dadant (Bruder Adam-Beute) arbeiten, erweitern wir den Brutraum im Frühjahr nicht. Sondern erst mit dem Auffüttern im Sommer – und da wird dann Arbeiterinnenbau aufgeführt. Im Honigraum ist das ja fast egal, ob da dicke Zellen gezogen werden.


    Ich klebe die Anfangsstreifen (hier aus alten Plastikmittelwänden geschnitten, geht auch mit anderen Materialien) entweder mit Wachs oder mit der Heißklebepistole an.


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  • Geschleudert werden ja normalerweise nur Honigrähmchen. Wieso nicht einfach da Mittelwände einlöten? Gibt es ein Problem mit unterschiedlichen Zellgrössen im Honigraum und Brutraum?

    Die Aktion mit dem Heissleim finde ich fragwürdig, nimm doch lieber wie von dir selber vorgeschlagen Wachs.

  • Moin Bernhard,


    erstmal finde ich es sehr interessant, dass du etwas Bewegung in dieses Forum bringst.

    Alternative Ideen und andere Blickwinkel können ja nie schaden.


    Aber das ist doch jetzt alter Wein in neuen Schläuchen.


    Naturbau ist kein Hexenwerk auch wenn es jetzt "imkern ohne Mittelwände" heisst.

    Die Probleme mit dem nicht angebautem Unterträger sind bei Dadant nur im Brutraum relevant. Im Honigraum werden die Rähmchen bei ausreichender Tracht komplett angebaut und halten auch einer Wanderung und Schleuderung stand. Die Brutraumrähmchen wirst du doch wohl nicht schleudern?


    Beim befestigen der Anfangstreifen mit Heißkleber bin ich aber raus.

    Das ist doch Mumpitz...


    Ich würde mich trotzdem sehr freuen, wenn du mal etwas über deine Erfahrungen bzgl. wachsen und schrumpfen in der Imkerei mit den Montagsimkern teilst.


    Viele Grüße

    Ron

  • Sorry

    Aber Du löst gerade ein Problem, wo keines ist.

    Niemand benötigt bei Dadant Anfangsstreifen unten, und Plastikmittelwände schon gar nicht.

    Es ist doch ein lohnender Hinweis. Ich verstehe dein Problem nicht…


    Kunststoffmittelwände probiere ich dieses Jahr zum ersten Mal als Test und habe einen sehr guten Eindruck. 👍🏻🤷‍♂️


    Viele Grüße Stephan

  • Sorry

    Aber Du löst gerade ein Problem, wo keines ist.

    Niemand benötigt bei Dadant Anfangsstreifen unten, und Plastikmittelwände schon gar nicht.

    Im Honigraum in Kombination mit naturbau ist das durchaus üblich Anfangsstreifen am Unterträger zu montieren, auch Kunststoff Mittelwände oder kunststoffwaben sind Gang und gäbe, weltweit zumindest, nur nicht im deutschsprachigen Raum.

  • Teste ich auch in Verbindung mit zellmaß 4,9

  • Sorry

    Aber Du löst gerade ein Problem, wo keines ist.

    Niemand benötigt bei Dadant Anfangsstreifen unten, und Plastikmittelwände schon gar nicht.

    Im Honigraum in Kombination mit naturbau ist das durchaus üblich Anfangsstreifen am Unterträger zu montieren, auch Kunststoff Mittelwände oder kunststoffwaben sind Gang und gäbe, weltweit zumindest, nur nicht im deutschsprachigen Raum.

    Wozu? Mir erschließt sich nicht der Sinn...

    Ich mach nun seit 7 Jahren im Honigraum Naturbau und habe noch nie Anfangsstreifen unten benötigt. Und da ich mit Naturbau gut klarkomme, benötige ich auch keine Kunststoffwaben.

  • Die sind nicht gedrahtet die Rähmchen