Volk mittig setzen?

  • Hallo zusammen,
    heute hat mich der Vorwitz geplagt und ich habe mal vorsichtig bei den Völkern den Deckel abgehoben. (Temp.ca +5 Grad)
    Durch die Folie konnte ich sehen,daß 3 der einräumigen Völker ganz außen auf den Waben saßen.
    Bei 2 Völkern auf 2 Magazinen genau das selbe Bils.(Habe die obere Zarge vorsichtig ein wenig gekippt.
    Frage:
    Soll ich die Bienen durch Entnehmen von Futterwaben auf der einen Seite und zugeben auf der anderen Seite in die Mitte des Magazins bringen?
    Wenn ja,wie mach ich es beim 2 Etager und wann soll ich es machen.
    Danke für Euren Ratschlag


  • Hallo Dieter1,
    den "Gucken" war unvernünftig, besonders das "Anlupfen" der Zarge. Die Bienen quittieren jede Störung mit einer Unruhe. Lass die Bienen jetzt in Ruhe, da ist im März immer noch Zeit zum Schauen, du kannst und mußt jetzt nichts tun.

  • Hallo Dieter1,


    jeder Anfänger soll mit mindestens drei Völkern anfangen.
    Eines zum Totgucken, eines zum Nachziehen und eines zum in Ruhe lassen.


    Du bist gerade dabei Deine Völker allesamt in die erste Kategorie umzusortieren. Laß' sie lieber in Frieden und eventuell in Frieden ruhen, aber leiste nicht noch aktive Sterbehilfe. Die Völker bewegen sich im Winter so nach und nach durch die Beute. Manche spiralförmig nach oben, mache linear auf einer Ebene und wieder andere sitzen den ganzen Winter an der selben Stelle, werden nur manchmal lockerer ziehen sich dann aber wieder zusammen. Wenn Du da jetzt irgenwas umsortierst, rein oder raushängst, bringst Du die ganze Ordnung durcheinander. Ganz besonders tödlich ist das, wenn sich durch Dein Umhängen die Ordnung im beginnenden Brutnest ändert, denn dann zwingst Du die Bienen mit der Brut oder den Eiern zu ziehen.


    Der Streß, den Du Deinen Bienen im Winter machst, bringt sie erst im Frühjahr um, deshalb wirst Du morgen und in einer Woche noch nichts problematisches bemerken.


    Wenn Du's aber garnicht lassen kannst, etwas an Deinen Bienen zu machen, dann wiege sie. Dadurch erfährst Du alles was Du durch's reinschauen auch erfahren würdest, nur eben bienenschonend. Ich mach das auch immer, wenn's denn wieder kribbelt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke für die Antworten.Ich nehme es mir zu Herzen und lasse die Bienen in Ruhe.
    Futter haben die Bienen mit Sicherheit genug.Muss ich mir keine Sorgen machen,daß der Kontakt zum Futter bei den Völkern die ganz außen sitzen abreißt?
    Wenn ja,bin ich beruhigt.


    mfg.
    Dieter 1

  • Die Wiegerei stört nicht, weil die Beute nur ganz sanft angehoben und wieder abgesetzt wird, alles gefedert von der Feder in der Sackwaage. Sicher stört schon das Deckelabheben mehr.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo ihr Wieger,


    um es mal klar zu sagen:
    Tut mir leid, Henry, dir widersprechen zu müssen.


    Jede Manipulation am Volk bedeutet eine Störung
    Die eine mehr, die andere weniger.
    Natürlich ist ein Beutenwiegen weniger streßverursachend als ein abgehobener oder weggewehter Deckel, aber die Störung ist allemal da.
    Dabei gilt, daß die Bienen sich an regelmäßig wiederkehrende Störungen viel eher gewöhnen als an plötzlich einsetzende. So bedeutet z.B. ein an die Beute klopfender Ast, der regelmäßig daran scheuert oder die Vibrationen eines vorbeifahrenden Zuges eine deutlich geringere Störung als eine Wildsau, die die Nase ins Flugloch schiebt und daran rumschnüffelt.
    "Wiegen" als Störung könnte man noch akzeptieren, solange es einen vernünftigen Grund dafür gibt.
    Perinzinbehandlung, Henry, macht schon mal einen Bruteinschlag, besonders wenn der Sache eine etwas wärmere Periode folgt. Durch die Störung und Benetzung lockert sich die Bienentraube, die Bienen müssen aktiv werden um sich zu trocknen, dadurch kommt Wärme ins Bienenvolk und bei entsprechender Witterung und je nach Fortschritt des Winters wird ein kleines Brutnest angelegt.
    Im Übrigen gehe ich davon aus, daß bei den Völkern in meiner Gegend das Brutgeschäft schon wieder begonnen hat, wenn auch nur so minimal, daß eine größere Gewichtsabnahme noch nicht auffällt.
    Henry
    Sinnvoll wäre in deinem Falle doch sicherlich eine Waage, die immer und kontinuierlich unter dem Volk bleibt.
    Es gibt doch solche Systeme auf dem Markt, wo Du nur 1x am Tag deinen Laptop an die Waage anschließt und das Ding dir eine Fieberkurve des Gewichts anzeigt.
    Dann könntest Du auch herausbekommen, bei welcher Gelegenheit diese drollige Gewichtszunahme stattfindet und wann nicht.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin Michael,


    sicher hast Du Recht. Ich bin zwar ein so vorsichtiger und geübter Wieger, daß sicher ein Windstoß oder eine landende Meise schon mehr an den Beuten rüttelt, aber meine Einsicht ist inzwischen auch, daß viel Information auch nicht unbedingt Erkenntnis bedeutet. Ganz besonders wenn Dir jeder 'nen Vogel zeigt und was von drei Kilo Kondenswasser oder Eisblumenhonig, Winterräuberei und wasserziehenden Kunststoffbeuten erzählt und Du eh nichts machen kannst. (Die Deckel wiegen übrigens direkt aus dem Schuppen genausoviel wie direkt vom Volk, weil das weiter oben mal 'ne Idee war)


    Zum Thema automatische Bienenüberwachung auf Stockwaage: Ganz ganz sicher werde ich mir nie meine Imkerei mit EDV und Fernwirktechnik versauen. Das liegt einfach daran, daß sie einen Gegenpol zu meinem Job darstellt und ich keinen Spaß dran hab', auch noch am Wochenende Stockkarten im PC zu führen oder Waagen per "Händie" und SMS-Befehl auszulesen oder mit 'nem Palm an die Beuten zu gehen oder meine Notizen in ein Laptop zu diktieren. (Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal die Stockkarten mit Excel vorbereitet und nicht wie sonst mit dem Lineal, mehr Zugeständnis an die "Neue Zeit" muß in der Entspannungszeit nicht sein) Aber für alle nicht EDV-Vorbelasteten ist eine elektronische Stockwaage mit Temperaturkompensation (!) und kleinem Speicher sicher eine sehr gute, vor allem bienenverträgliche Lösung. Vermutlich steht sie aber immer unter dem falschen Volk und kann nicht sehen, ob Schnee oder Nachbars Katze auf der Beute liegen. Und wenn man damit Völker vergleichen will, dann braucht man schon mehrere solche Waagen und das wird ganz schön teuer.


    Vielleicht kauf' ich mir aber mal so 'ne alte mechanische Stockwaage zur Trachtbeobachtung, damit der Nachbar einen Grund hat nach meinen Bienen zu sehen.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder