Wieviel MW bauen die Bienen aus ?

  • Hallo ,
    mich würde interessieren wieviel MW ich von meinen Bienen ausbauen lassen kann .
    Ich imker erst seit letztem Jahr und besitze keinerlei ausgebaute Rähmchen . Somit muß ich selbst die Honigräume nur aus MW aufsetzen.
    Zukaufen möchte ich aus Angst vor Faulbrut auch keine .
    Übrigens möchte ich den Bienen pro Volk 2 Baurahmen geben und diese abwechselnd ausschneiden .


    Ich imker auf DNM in Segeberger Beuten .


    Schöne Grüße Florian

  • Solange Tracht herrscht, bauen die Bienen gern und viel. Bei mir müssen die Bienenvölker jedes Jahr die kompletten Honigräume sowie mindestens die Hälfte des Brutraums neu bauen.


    Nach der Auswinterung werden alle nicht besetzten Waben aus den Dadantbeuten entnommen, das Volk wird zunächst eingeengt, um die Beheizung der Brut zu erleichtern. Sukzessive kommen dann im Brutraum Leerrähmchen mit Mittelwandstreifen zu Einsatz. Das Volk kann dann selber entscheiden, wann es Drohnenbau ansetzt.


    Ich überwintere keine Waben, da ich keine Lust habe, dauernd irgendwelche Wachsmottenbekämpfungen durchzuführen. Jede Woche 450 Honigräume kontrollieren, ob da eventuell irgendwo Wachsmotten beginnen - nein danke. Auch finde ich es nicht besonders appetitlich, wenn die Bienen "honigfeuchte" Waben säubern müssen. Im langen Winterhalbjahr können in den Waben befindliche Honigreste in Gärung übergehen, Hefen bilden sich usw..


    In der freien Natur schwärmt das Bienenvolk und errichtet binnen weniger Wochen seinen gesamten Wabenbau neu. Das sollte man bedenken. Es gibt immer noch die These, daß der Ausbau von Mittelwänden auf Kosten des Honigertrages geht. Das ist Unsinn.


    Auch im Sinne der Faulbrutprophylaxe ist es sinnvoll, soviel wie möglich bauen zu lassen.


    Mit imkerlichen Grüßen


    Klaus

  • Klaus, ich möchte Deinen Beitrag wie folgt noch ergänzen:
    Allgemein braucht es für einen guten neuen Wabenbau,
    genügend Wärme, mindestens 12°C im Schatten,
    guten regelmässigen Futternachschub (aus Reserve, Tracht oder Fütterung),
    erhöhter Raumbedarf für Brut oder Futter und genügend leeren Raum, z:B. durch die Beigabe von MW,
    genügende Volksstärke, dass heisst eine grössere Jungmannschaft im richtigen baufähigen Alter,
    und eine gesunde, junge Weisel.
    Als Nebenwirkung schwärmt das Volk weniger, da Baubienen und Ammenbienen voll beschäftigt sind und ihr Wachs und Futtersaftfluss nicht gestaut wird.


    Bei hellen (unbebrütete), trockenen Honigwaben macht es aber Sinn zu überwintern. Ich denke da an Frühlinge mit kleiner Tracht. Aber mindestens 1/3 des Wabenvorrats ist jedes Jahr zu ersetzen. Auf hellen Waben, da zu wenig Eiweiss vorhanden ist, verhungern vielfach die Wachsmotten. Im Winterhalbjahr ist es an vielen Tagen für die Wachsmotten-Entwicklung sowieso zu kalt. Die grösste Gefahr ist im August/September.

  • Hallo zusammen, damit Florian neben Fakten auch einige Zahlen zur Hand hat, nenne ich hier einige aus meiner Praxis: starke Völker um 20, mittlere um 15, schwächere nur um 10.(Normalmaß) Wenn man großen Bedarf an neu ausgebauten Waben hat, und als Anfänger oder Umsteller hat man den natürlich, sollte man nicht so viele Drohnenwaben ausbauen lassen. Viele Grüße Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Florian,


    die Sorge zu wenige Waben zu haben ist eine ganz typische Anfängersorge. Ich glaube die hatte hier jeder. Und ich glaube auch jeder Anfänger sieht erstaunt im ersten Frühjahr wie schnell komplette Zargen ausgebaut werden. Spätestens dann denkt man auch anders über Imker mit großem rehbraunen Wabenvorrat, deren Völker auf schwarzen Waben sitzen.


    Lothar hat völlig recht, ein gutes Volk "schafft" locker zwei Zargen Mittelwände auszubauen. Sicher sogar mehr, nur macht es eben oft gar keinen Sinn drei Zargen ausbauen zu lassen. Denn was soll man dann mit dem Überschuß. Dieses Volk wird auch nächstes Jahr seine Honigräume und Erweiterungen wieder ausbauen und bekommt ja nur eine Zarge ausgebaute Waben vom Vorjahr gegen eine alte getauscht.


    Und wenn's denn wirklich klemmt, dann vermehre halt nicht mit Ablegern sondern mit Kunstschwärmen oder bilde die Ableger sehr früh, setze sie an eine Zargenseite (also gerade nicht in die Mitte) und fülle die Zarge mit MW auf! Und füttere von Anfang an flüssig!


    Aber irgenwann fragst auch Du Dich dann: Wohin mit den Waben?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder