Ableger im Winter

  • Hallo liebe Imkerkollegen!
     
    Nachdem ich vor einigen Tagen einen Ableger verloren habe, den ich über Fliegengitter einem Wirtschaftsvolk aufgesetzt hatte, mache ich mir Sorgen um zwei weitere Ableger, bei denen ich genauso verfahren habe. Der Ableger ist offensichtlich verhungert, weil er an die Seitenwand des Zandermagazines angestoßen ist und der Weg zu dem Futter auf der anderen Seite zu weit war.
     
    Welche Möglichkeiten gibt es, dieses Problem zu verhindern?
    Wie oft muß man im Winter einen Ableger kontrollieren, damit man solche Fälle verhindern kann?
     
    Besten Dank im voraus!
     
    Steffen

  • Hallo Steffen


    daß der Ableger tot ist glaub ich wohl, daß er jetzt schon verhungert ist aber nicht.
    Wenn Du dennoch meinst, daß Deine anderen Ableger ebenfalls an Futtermangel, zumindest auf einer Seite leiden, dann hast Du jetzt ja die unbenutzten Futterwaben des Dahingegangenen und kannst die bei Deinen anderen Ablegern einsortieren. Bleibt Dir aber der Verdacht auf eine andere Ursache oder Krankheit, dann laß' das lieber.
    Überhaupt sollte man wohl eher nicht im Winter in den Völkern oder Ablegern rumsuchen. Oft macht man nur Schaden, kann aber nichts gewinnen. Und ein schwacher Ableger der über den Winter eingeht, kommt wohl bei jedem Imker vor und macht Entscheidungen im Frühjahr leichter. Besser der Ableger geht unbeobachtet gleich im Winter nach seiner Bildung ein, als ihn halbkrank mit Füttern, Tricks und Brutzugabe durch's nächste Jahr zu schleppen und dann im nächsten Winter einzubüßen. (Ich meine ich fische auch einzelne Bienchen verklammt aus der Tränke, trage sie ins Haus, wärme sie auf und gebe ihnen an einem Grashalm ein winziges Tröpfen Invertzucker, aber Imkerei ist das nicht :-? )


    Als kleiner Trost: Eingegangene Ableger verbessern das Erbmaterial am Stand, wenigstens können sie's nicht verschlechtern. :wink: Selektionskriterium Winterhärte.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ableger verhungern auch gern wenn zu wenige Bienen in der Kiste sind, der Ableger kann wegen Bienenmangel nicht die Waben wechseln und verhungert bei kaltem Wetter.
    Völker und Ableger verhungert auch gern wenn die Waben im Warmbau stehen, der Weg zum Futter ist dann länger als beim Kaltbau.
    Früher hatte ich Völker im Warmbau dadurch hätte ich einige Völker verloren wenn ich nicht die Völker bearbeitet hätte. Meist sitzt das Volk links oder rechts und kommt nicht ans Futter mehr ran, hat man so einen Fall rückt man den Ableger ans Futter wieder ran, man entnimmt Leerwaben und schiebt Futterwabe an den Bienensitz und schon ist die Gefahr gebannt vor dem Verhungern.
    Das deine Ableger krank sind glaub ich nicht ,Nosema (Durchfallerkrankung) gibt es heute so gut wie nicht mehr ,durch die Behandlung mit Ameisensäure gegen Varorra ist diese Krankheit weit in den Hintergrund geraden ,die Bakterien vertragen keine Säure ,dadurch bricht die Krankheit so gut wie nicht mehr aus.
    Früher hatte ich diese Krankheit ab und zu mal, aber seit gut 10 Jahre bis jetzt keine Anzeichen mehr davon gesehen.
    Ableger halte ich immer etwas genauer im Auge um sicher zu sein das alles in Ordnung ist ,bei milden Wetter ist eine Kontrolle unter dem Deckel nichts falsches ,man sieht ob genug Futter in nähe des Bienensitzes ist und ob der Ableger genug Bienen hat ,hat man schwächere Ableger ist es nicht falsch diese einen stärkeren Volk über Gitter oder Folie auf zu setzen ,damit kann man den einen und anderen Ableger sicher über Winter bringen.
    Bei sehr kalten Wetter sollten aber arbeiten an den Völker unterbleiben sonst besteht die Gefahr das Bienen von der Traube abreisen und verkühlen.
    Wie stark war der Ableger den du aufgesetzt hast? So kalt war es am Tag nicht das die Bienen bei dem Aufsetzen eingegangen wären, ich nehme an das der Ableger zu wenig Bienen hatte und dadurch bestimmt verkühlt ist ,es kommt auch drauf an wie viel Bienen so ein Ableger hat ,bei einer Wabe ist eine Rettungsaktion sinnlos und die Bienen verkühlen meist ,sind aber min 3 Waben belegt ist eine Rettung Erfolgsversprechend. :D 
    Ist der Ableger schwach solle er etwas eingeengt werden mit Hilfe eines Schied ,der leere Raum kann mit Zeitung und Stoff aufgefüllt werden ,bei 3 Waben Bienenbesatz sollten min noch 3 Waben mit Futter dabei sein ,das wären dann 6 Waben ,den Rest der Zarge abtrennen und wie oben weiter verfahren.