Einbruch!!!

  • Sehr geehrte Kollegen,


    Bei mir wurde vergangene Nacht eingebrochen :( . Ich besitze einen Bienengerecht umgebauten zweiachsigen Bauwagen, der auf meiner Wiese steht. Als ich heute mal nach dem Rechten sehen wollte traf mich der Schlag! Das Vorhängeschloß war aufgebrochen, die Tür zertrümmert, und die Bienenkästen umgeworfen :( . Sämtliche Imkergeräte wurden entwendet, und die Fensterscheiben eingeschlagen.


    Benötige umbedingt einen Rat von euch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



    Rainer


    PS: War bei der Polizei und habe Anzeige erstattet.
    Außerdem habe ich die Waben in neue Kästen umgebaut.

  • Hallo rainer zwo,


    imkerlicherseits kannst du nicht mehr tun, als versuchen, die Völker zu retten. Häng die Waben in eine neue Kiste und hoffe das beste.
    Das man dir die Imkergerätschaften gemopst hast, läßt allerdings aufhorchen. Wer brauch denn sowas ?
    Außer einem "Kollegen" natürlich. :evil: 
    aber auch sonst ist es eine Sauerei ohnegleichen.


    PS:
    Wenn du im DIB bist, melde den Diebstahl unter Angabe der Nr. die die Polizei angelegt hat, deinem Vorsitzenden. Dieser erstellt dann eine Diebstahlsanzeige für die Versicherung. So bekommst weniogstens noch ein paar Kröten Entschädigung.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Rainer2
    Darf man mal fragen in welcher Gegend b.z.w. Raum dies passiert ist???
    Wollte mir auch eventuell mal son Bauwagen zu legen aber ich glaub ich laß es denn der Ärger ist ja vorprogramiert wenn son Ding irgendwo alleine im der Landschaft steht wirds nicht lange dauern bis irgendwelche Unholde sowas geknackt haben und dann ist der Ärger da.Die oder Der kommt bestimmt irgendwann nochmal wieder,würde mal nee Falle stellen und auf die Lauer legen.Wenns erst war kann man noch Fussabdrücke sichern????
    Echt ein Alptraum sowas.

  • Vorsicht Herby mit dem Tip, vom wegen auf die Lauer legen. Auf die Lauer legen ist in jedem Fall Vorsatz. Natürlich darf man sein Eigentum schützen und dazu auch Gewalt anwenden. Man darf sich aber nicht auf die Lauer legen oder Fallen bauen. Tut man's dennoch ist man selber dran.


    Stell Dir bloß vor, Du mußt dem Einbrecher dann auch noch Schmerzensgeld und Schadenersatz zahlen, weil er sich an einer für ihn angelegten Falle verletzt hat. Ich hatte einem Fall, da hat ein Schrotthändler, der regelmäßig nachts beklaut wurde, im Bauwagen auf seinem verschlossenen und gesicherten Schrottplatz gelauert und dem Einbrecher eine Ladung Schrot aus einem Sportgewehr aus nächster Nähe aufgebrannt. Weil er sich das Gewehr zurechtgelegt hatte und auf den Einbrecher gewartet hat, ist er wegen versuchten Mordes verurteilt worden und muß später auch noch Schadenersatz zahlen. Es gab keine andere Möglichkeit. Die Waffe war geeignet den Einbrecher zu töten, der Vosatz war gegeben, das Motiv war für jeden nachvollziehbar und der Schotthändler hatte auch in seiner Wut mehrfach geäußert, daß er das Schwein umbringt, wenn er's denn erwischt usw. Da mußte der Staatsanwalt nicht mal gut sein. Schrotgewehr aus nächster Nähe geht eben nicht mehr als Körperverletzung durch. Der Schrotthändler sitzt noch. Das Verfahren gegen den Einbrecher wurde eingestellt, weil nicht nachgewiesen werden konnte, daß er mehrfach eingebrochen hat und weil bei dem Einbruch, bei dem er gestellt wurde, kein Schaden entstanden ist. Auch fand es die Staatsanwaltschaft unangemessen, einen beim Einbruch schwerverletzten "Ersttäter" zu bestrafen.


    Wäre er, der Schrotthändler, zufällig auf dem Grundstück gewesen und hätte zufällig sein Gewehr dabei gehabt wäre er vermutlich straffrei durch's Ziel gegangen. Er hätte dann auch höher zielen können.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Frevel ist in Imkerkreisen nicht unbekannt, deshalb nehme ich keinen Imker den ich nicht selbst weiter kenne zu keinen meiner Außenstände mit.
    So beugt man schon gegen Frevel vor, Zuchtvölker stehen bei mir am Haus und sind gegen klau geschützt.
    Ich rate jedem keine Leute zu einem Außenstand mit zu nehmen der von jedermann leicht zugänglich ist.

  • ..... um sein Eigentum zu schützen. Fallen darf man natürlich nicht aufstellen. Ertappt man jedoch jemanden auf frischer Tat, darf ihn jedermann gem. § 127 I StPO festnehmen, um ihn an die Polizei zu übergeben.
    Das beinhaltet natürlich auch den Einsatz von Gewalt, für den Fall, daß der andere sich gegen die Festnahme wehrt.
    -> Aber natürlich nur im Rahmen der Verhältnismäßigkeit
    -> also net mit Schrot auf Einbrecher schießen

  • Hallo Gast, Hallo "Beklaute" (ich gehöre auch dazu)


    ich möchte meine Warnung vor Fallen und vor dem auf die Lauer legen noch ein Wenig untermauern, obwohl ich das Gefühl sehr gut kenne, das einen beschleicht, wenn man den Einbruch, Frevel oder die Sachbeschädigung feststellt. Ich wollte auch schon mal eine Sense so ins Gerätehaus hängen, daß beim Öffnen der Tür...


    Also bitte macht keinen Fehler, denn das bloße Beschädigen eines Bienenhauses rechtfertigt keine Festnahme und wer will schon bei den Bienen solange warten bis der Einbruch vollendet ist? Außerdem wird hoffentlich kein auch noch so wütender Imker riskieren, daß er dann dort plötzlich nicht einem Einbrecher oder Vandalen gegenüber steht, sondern vielleicht einer bewaffneten Gruppe. Dann wird er eine Festnahme nur mit Waffengewalt durchführen können. Und welcher Imker hat schon einen Schein? Der Auffassung, das JEDE Straftat genüge, um eine vorläufige Festnahme nach § 127 (1) S. 1 StPO durchzuführen kann nämlich gerade nicht gefolgt werden. Das ergibt sich allein schon aus der Tatsache, dass auch die vorl. Festn. nach § 127 (1) S. 1 StPO der Verhältnismäßigkeit unterliegt. Das bedeutet, dass keine Befugnis zur vorl. Festn. besteht, wenn diese zu der Bedeutung der Sache oder einer zu erwartenden Strafe oder Maßregel der Besserung oder Sicherung außer Verhältnis steht. Es kommen nur solche Straftaten in Betracht, die zum Erlass eines Hafbefehls (§ 112 StPO) oder Unterbringungsbefehls (§ 126a StPO) berechtigen würden! Auch die Formulierung “auch ohne richterliche Anordnung” impliziert dies. Der Versuch genügt zwar, wenn er strafbar ist (BGH NJW 1981, 745), nicht aber eine straflose Vorbereitungshandlung, auch nicht die Begehung einer Ordnungswidrigkeit (§ 46 Abs. 3 S. 1 OWiG).


    Also tragt es mit Fassung und bringt Euch bitte nicht noch selbst in Gefahr.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Michael, (weil Du den Verdacht auf Imkerkollegen angedeutet hast)


    Dank eBay und der Anonymität des Internets braucht man nicht mehr selbst zu wissen was man da klaut. Einfach alles was man tragen kann mitnehmen, irgendwo 'ne DigiCam klauen, Fotos machen und alles zu eBay stellen. Da viele eBayer inzwischen wie an der Börse Artikel nicht nur verkaufen, sondern auch ersteigern kompletieren, reparieren und morgen mit Gewinn wieder verkloppen, verlieren sich die Artikel und Spuren recht schnell.


    Wir hatten hier in Leipzig Fälle, da stand Stehlgut bereits am Tag nach dem Einbruch im eBay. Das ist kein Witz, das ist schlimm! eBay macht den klassischen Hehler mit miesem, dunklen Image, zu dem nie ein "normaler" Bürger gehen würde, überflüssig. Heute kannst Du jeden Scheiß versteigern ohne daß irgendjemand fragt. Alle sind Schnäppchengeil. Sogar gebrauchte Fußmatten kann man ersteigern.


    Es könnte also durchaus sein, daß die nächste Selbstwendeschleuder die wir uns günstig per Spedition aus Norddeutschland kommen lassen und die trotz Porto und Verpackung ein Superschnäppchen war, einfach irgendwo fehlt. Vielleicht auch ja bald wieder auch bei uns. Denkt mal drüber nach, wenn Ihr für gebrauchtes Imkerzeug wildfremden Menschen Geld schickt! Und schraubt Eure Fußmatten fest!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen
    Ich weiß nur eins! Wer meinen Bienen was tut, der macht Bekanntschaft mit den selbigen, und das nenn ich dann verhältnismäßig. :evil: Vor allem werde ich straffrei bleiben, weil ich das im Affekt mache. Wenn dieser Fall mal eintreten sollte, werde ich Hartmut bitten, diesen Beitrag zu entfernen, denn sonst sagt noch jemand, es wäre Vorsatz gewesen.


    Aug um Aug, Zahn um Zahn.

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Leider funktionieren "Eckvölker" nicht im Winter, nachts und wenn's brennt. Und leider macht der Eckvolkeinsatz bei alkoholisierten Vandalen keinen Sinn. Die werden nur wütend und schlagen alles kurz und klein. Und wenn die sich zum Umschuppen der Beuten auch erst noch Stöcke und Steine holen müssen. (Ich habe, weil ich das Zielschmeißen nicht auch noch unterstützen will, keine Steine mehr auf den Beuten)


    Bei uns hier gab es auch noch so bescheuerte Mutproben von Teens (sächs. Wensder). Die rennen an einem Bienenwagen mit zB. 4*9 Völkern vorbei und klappen die Flugbretter hoch. Meist bleiben die hochgeklappten Flugbretter dann auch oben und damit geschlossen, obwohl die Vorreiber nicht rum sind. Die klemmen nämlich manchmal und die Völker verbrausen qualvoll. Auch das Entfernen der Vorreiber oder nach dem Aufklappen der Fluglocher nach innen drehen, bringt nicht viel. Abhilfe war nur ein dünnes Stahlseil, das im Fluglochfalz über alle Beuten gezogen wurde. Dadurch kann das Flugbrett nicht mehr hochgeklappt werden und die Wandervorsätze bleiben außerdem gesichert. Nur muß man das Stahlseil vorm Wandern jetz noch entfernen oder wenigstens lockern. Es ist schon wieder mehr Arbeit aber besser als 36 tote Völker.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    wie wahr, wie wahr.
    Ein "Internet"-Bekannter hat vor drei Monaten seine eigene, bei ihm geklaute Kamera in einem Internet-Auktionshaus wiedergefunden. Der Dieb hatte sie ganz frech ins Netz gestellt, mein Kumpel hat noch frecher nach der Seriennummer gefragt, sie auch prompt bekommen und danach die Polizei angerufen.
    Also hilft nur, alles, was irgendwie wertvoll ist, verdeckt zu kennzeichnen und zu hoffen, dass keiner die Sachen stiebitzt.
    Sauerei bleibt es so oder so.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Kollogen,


    Ersmal vielen dank für die Unterstützung.


    Zweitens:


    ich Habe einen Sachverständiger kommen lassen, der den Sachverhalt aufgenommen hat. Dieser bestätigte mir, dass der Schaden sich auf ca. 200 € belaufen würde. Danach habe ich auch mit der Versicherung geredet, die mir 600 € für die Beschädigungen am Bauwagen, den Völkern und den gestohlenen Imkergeräten anbot.


    Nur noch mal zur Überprüfung was ihr von dieser Summe haltet.


    imkerliche Grüße Rainer

  • Na Rainer2,


    das kannst wohl nur Du wissen :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • moin Henry!
    Man könnte meinen, Du hättest das Polizeifachhandbuch zitiert.
    Hinsichtlich § 127 I S.1 StPO habe ich ja extra auf die Verhältnismäßigkeit hingewiesen.


    Aber nun noch ein Beispiel:
    Ein Ladendetektiv, der einen Jugendlichen festhält, der für 40 E zwei CD`s entwendet hat, handelt nach o.g. Vorschrift.
    Und das ist nur ein Diebstahl geringwertiger Sachen.


    Ein Einbruchdiebstahl aus einem verschlossenen Bauwagen wiegt ja wohl strafrechtlich schwerer; §§ 242, 243 StGB ( ich weiß, ich weiß; wenn die Sachen, die aus der Imkerei entwendet werden geringwertig sind, scheidet § 243 StGB wieder aus.


    Jedenfalls wird kein Richter in Deutschland hadern, wenn Du den Täter festhältst.


    Was jeder einzelne Imkerkollege daraus macht, bleibt ihm selbst überlassen.


    Ansonsten bringe ich es auf den Knackpunkt:


    Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen. :D


    MfG