Auflösen von Brutscheunen und Verstärkung der Völker

  • Wie viele Tage vor Auflösen der Brutscheunen soll behandelt werden, damit die Varroen auch wirklich tod bzw. so geschädigt sind, dass sie nicht mehr auf gesunde Bienen wechseln können?

    Ich habe weiselrichtige Brutscheuen gebildet, und nach 14 Tagen die Brut der Königin (Fangwaben) entnommen und eingeschmolzen, damit die Brut darüber vollständig auslaufen kann, und im Brutraum keine Varroen schlüpfen. - Somit habe ich ein Behandlungsfenster von ca. 10 Tagen ohne schlüpfende Brut. (Ein Teil der Brutwaben möchte ich weiter verwenden, deshalb lasse ich sie auslaufen.) - Alle Brut der Königin wird abschließend eingeschmolzen.

    Mit den Bienen möchte ich behandelte Ableger/Jungvölker verstärken.

  • Meine Frage zielt auf die wirksame Behandlungsdauer, bevor die Bienen verwertet werden... ohne Varroen auf andere Völker zu verteilen.

    Mögliche Behandlungsmethoden sind OX sprühen oder Ameisensäure.

  • Mit den Bienen möchte ich behandelte Ableger/Jungvölker verstärken.

    :/ ... die Brutscheunen auflösen, und die verstärkten Ableger/Jungvolker komplett mit OX sprühen wäre eine andere Lösung... ohne Sorge um verschleppte Varroen.

    Wie würdet ihr das machen?

  • Die Frage nach der "Wirkzeit" der Varroabehandlung bleibt akademisch... falls jemand Quellen dazu kennt, würde ich mich freuen.


    Gefunden habe ich bisher nur Angaben wie z.B. OX sprühen wirkt zu größer 95 Prozent. - Bislang habe ich keine Quellen zum Zeithorizont gefunden. Also exemplarisch z.B. 75% nach 1 Tag, 90% nach 2 Tagen, 95% nach 3 Tagen, oder so ähnlich.

    Ich gehe davon aus, dass OX sprühen nicht zum augenblicklich sofortigen Tod von Varroen führt. OX wäre ein Kontaktgift, habe ich gelesen... beim OX sprühen werden Bienen am Rücken benetzt... die Varroen sitzen aber am Bauch zwischen den Segmenten.

    Damit die gesprühte Oxalsäure ihre Wirkung entfaltet müssten die Varroen also ihren geschützen Platz verlassen... oder vielleicht verteilen die Bienen selbst durch Putztrieb die Säure überall in der Beute? - Hat jemand gesicherte Informationen über die Wirkungsweise? - In biene&natur heißt es z.B. die Wirkung könne über 3 Wochen andauern.

    Die Fragestellung ist z.B. wichtig bei der Behandlung von Brutscheuen... mit anschließender Verstärkung anderer Völker. - Wenn die Varroen im geschützten Versteck nicht direkt geschädigt werden, bietet sich nach Vereinigung die Flucht in offene Brut, oder auf unbehandelte Bienen.

    Rein praktisch habe ich das jetzt für mich so gelöst: Ich habe OX gesprüht, und löse die weiselrichtigen Brutscheunen nach 5 Tagen auf. Zwischenzeitlich können die Varroen noch in offene Brut abtauchen. Neue Brut schlüpf bis dahin keine mehr. - Ich hoffe das passt so, und ich nehme nicht viele lebende Varroen mit in die anderen Völker.

  • Hallo vosp,


    da sonst niemand etwas geschrieben hat: ich bin da genauso ratlos wie du und hätte es wohl auch in etwa so oder genauso gemacht. Berichte doch mal, wie es gelaufen ist.


    Liebe Grüße,

    Jan

  • Berichte doch mal, wie es gelaufen ist.

    :/ Ich denke, nach dem Abschlagen mache ich noch eine Befallskontrolle mit Puderzucker, dann weiß ich mehr. - Bin eigentlich guter Dinge, weil die Varroen immer ein Angebot offener Brut hatten. - Falls irgendwie noch fies viele Varroen drin sind, lege ich ein Schwammtuch auf.

  • Berichte doch mal, wie es gelaufen ist.

    Bei einer Brutscheune hat die Befallskontrolle mit Puderzucker 1 lebende Milbe ergeben. - Passt also. - Dann haben wir leider den Puderzucker am Stand liegen lassen, und die beiden anderen Brutscheunen am andern Stand wurden ohne Test aufgelöst.

    So große Brutscheuen (3-4 Zargen Brut über Absperrgitter) auslaufen lassen, mit anschließender Verwertung der Bienen mache ich nie wieder. - Zu viel Arbeit für zu wenig Bienen als Ergebnis. - Und viel zu viele pissige alte Bienen in der Luft beim abschlagen. Das war heute echt kein Spaß.

  • Der zweite Absatz war ja noch wichtiger,als der erste und unerwartet. Danke vosp.

    Ich hab letztes Jahr fünf weiselrichtige Brutscheunen aus der Brut von vier Völkern gemacht. Die habe ich nach 10 Tagen auf Mittelwände gesetzt. Das gab alles Völker noch einwinterungsfähige Völker. Während dem massewechsel waren zwischendurch aber auch mal echt wenig Bienen noch da.

    10er DD

    Einmal editiert, zuletzt von JaKi ()

  • Die Frage nach der "Wirkzeit" der Varroabehandlung bleibt akademisch... falls jemand Quellen dazu kennt, würde ich mich freuen.


    Gefunden habe ich bisher nur Angaben wie z.B. OX sprühen wirkt zu größer 95 Prozent. - Bislang habe ich keine Quellen zum Zeithorizont gefunden. Also exemplarisch z.B. 75% nach 1 Tag, 90% nach 2 Tagen, 95% nach 3 Tagen, oder so ähnlich.

    Hallo vosp,


    auf die schnelle habe ich dieses Paper gefunden:



    Quelle: Link


    Viele Grüße und eine erholsame Nacht

    Pleo

    Einmal editiert, zuletzt von hartmut () aus folgendem Grund: Bild wegen Urheberrechten entfernt

  • Berichte doch mal, wie es gelaufen ist.

    Bei einer Brutscheune hat die Befallskontrolle mit Puderzucker 1 lebende Milbe ergeben. - Passt also. - Dann haben wir leider den Puderzucker am Stand liegen lassen, und die beiden anderen Brutscheunen am andern Stand wurden ohne Test aufgelöst.

    So große Brutscheuen (3-4 Zargen Brut über Absperrgitter) auslaufen lassen, mit anschließender Verwertung der Bienen mache ich nie wieder. - Zu viel Arbeit für zu wenig Bienen als Ergebnis. - Und viel zu viele pissige alte Bienen in der Luft beim abschlagen. Das war heute echt kein Spaß.

    So ähnlich ging es mir auch.

    Ich hatte drei Türme mit je fünf Waben voll Bienen.
    Beim einsammeln abends waren die immer so stichig und pissig drauf.

    Es sind so viele herum geflogen, haben danm bei den anderen geräubert oder haben sich an den Bock gesetzt, dass hatte ich das Jahr davor nicht so.
    Ich habe sie alle beim einsammeln gleich eingesprüht und meine acht Völker daraus gemacht, dass hat dann mit der Varobehadlung gepasst. Ein paar blieben zurück, die habe ich eingesprüht, nicht das der Nachbar meien Varoa bekommt.

    Im nächsten Jahr muss ich mir eine alternative für die TBE überlegen. Bei 23 Völkern wird das sonst sehr viel Arbeit und ich habe die Scheunen immer 12 km entfernt stehen. Hier habe ich auch viel Fahrerei

    Da kann ich den Vorteil von Oxalsäure suplimieren im Ausland verstehen.
    Ich würde gerne im Sommer und Herbst im Block behandeln dürfen und dann änhlich Rainer Schwarz arbeiten. Aus den Sammelbrutablegern Königinnen ziehen und Kunstschwärme bilden. Aus den ganz großen Minis auch Ablager und dann noch Kunstschwärme aus den Honigräumen. Damit würde ich eine gute und stabile Vermehrung von 1 / 3 hin bekommen.

    TBE ist einfach eine Materialschlacht und Riesenaufwand.


    Die Milbenlast bei dir hört sicht gut an, schaue bei mir am Wochenende nach.

    Imker im dritten Jahr.

    Imkern im angepassten Brutraum.

    24 Völker Stand Juni 2021:

    Dadant, Zadant und Mini Plus Völker, 1 TBH, 1 Bienenkiste

    53 Hühner

  • So ähnlich ging es mir auch.

    Ich hatte drei Türme mit je fünf Waben voll Bienen.
    Beim einsammeln abends waren die immer so stichig und pissig drauf.

    Yep. Die haben sogar durch die wirklich feste Arbeitshose durchgestochen. :rolleyes: (Hab mal ein Knopf annähen müssen, war echt nicht einfach.)

  • So ähnlich ging es mir auch.

    Ich hatte drei Türme mit je fünf Waben voll Bienen.
    Beim einsammeln abends waren die immer so stichig und pissig drauf.

    Yep. Die haben sogar durch die wirklich feste Arbeitshose durchgestochen. :rolleyes: (Hab mal ein Knopf annähen müssen, war echt nicht einfach.)

    Das hat zumindest bei mir was mit der Uhrzeit zu tun. Wenn ich Brutscheunen sichte, sind die bei mir tagsüber/nachmittags chillig, aber sobald es abends (19/20 Uhr Uhr) ist, brauchst du nur den Fütterer lupfen und die ersten kommen rausgeschossen (sonst sehr zahme Buckfast).


    P.S. Die sind nicht weisellos

  • Das hat zumindest bei mir was mit der Uhrzeit zu tun. Wenn ich Brutscheunen sichte, sind die bei mir tagsüber/nachmittags chillig, aber sobald es abends (19/20 Uhr Uhr) ist, brauchst du nur den Fütterer lupfen und die ersten kommen rausgeschossen (sonst sehr zahme Buckfast).

    Ja, bei Brutscheuen kommt eins zum anderen, und die Bienen sind super nervös. - Flugzeit, viele alte Bienen, Trachtlücke (die Scheunen wurden von mir nicht mehr flüssig gefüttert)... und dann...


    ... habe ich bei einer Brutscheune die Bienen früh morgens trocken durch eine Siebzarge geschickt, alles was auffliegt durfte durchs Flugloch in den leeren Brutraum wieder rein. (Chaos in Luft.) - Dann die Bienen nass gesprüht, in Schwarmkästen geschöpft, und die Scheune ganz aufgelöst.


    Bei den beiden anderen Scheunen habe ich alternativ die Bienen gleich nass gemacht, auf frische Waben abgeschlagen, und die überschüssigen Bienen mit Saugling über Absperrgitter geerntet. - Das war deutlich friedlicher.


    Bemerkenswert war auch wie die Bienenmasse binnen 5 Tagen zwischen dem OX sprühen und Auflösen geschrumpft ist. (Alt, krank, egal.)