Drohnen, Prinzessinnen und Begattung nach begonnener Drohnenschlacht

  • Hallo,


    ich habe "Teilen und Behandeln" (TuB) am 24.7. begonnen.

    Ehrlich gesagt war die Drohnenschlacht hier zu dem Zeitpunkt bereits im Gange.

    Glaube die ersten Männer wurden so ab der zweiten July Woche rausgeschmissen.

    Am 24.7. waren bei der Durchsicht vielleicht so 5-6 Drohnen existent. Drohnenzellen keine einzige.

    Denke dass die Drohnen das zeitliche segnen, bevor die Nachschaffung im Brutling beendet ist.


    Ich denke also, dass meine Prinzessinnen von Nachbarimkern beglückt werden müssen, sofern dort noch Drohnen existieren. Aus meinem Völkern kommt wohl nicht mehr viel.

    Irritiert bin ich etwas, weil z.B. Liebig und Aumeier davon sprechen, dass eine Begattung mit TuB bis mitte August gut möglich sein sollte.

    Ich muss also wohl hoffen, dass die Drohnen von den Nachbarimkern vielleicht noch länger geduldet wurden.


    Nun die Fragen:

    1) In welchem Radius nimmt ein Drohn eine junge Prinzessin wahr? Wie weit kann er sie riechen?


    2) In welchem Radius bewegt sich die Prinzessin im Hochzeitsflug?


    3) Beginnen die Völker in einem Ort die Drohnenschlacht quasi zeitgleich, oder liegen da auch mal ein paar Wochen dazwischen?


    4) Bis zu welchem Datum sollte eine natürliche Begattung hier (nähe Hamburg) noch problemlos funktionieren?



    Danke und VG

  • Moin,

    also Drohnen fliegen weniger weit als Königinnen.

    Ich hab was von Drohnen 1-2km und Königinnen von mehreren Kilometern im Kopf.

    Hat ja was mit Inzucht zu tun, dass die Königin nicht von den Drohnen des eigenen Volkes begattet wird. Von daher solltest du hoffen, dass die Königin von Drohnen deiner Nachbarimker begattet wird;-))

    Wann die Drohnenschlacht beginnt, ist immer unterschiedlich. Wenn die Bienen der Meinung sind, dass die Drohnen zu viele werden und nicht mehr gebraucht werden, werden sie raus geschmissen. Das kannn bei Hitze auch schon mal Anfang Juli, manchmal bis Anfang September sein. Ich hab dieses Jahr 2x Drohnenschlacht gesehen. Das erste Mal recht früh (in der ersten Hitzewelle), das zweite Mal jetzt.

    Entsprechend lang kann auch noch unproblematisch begattet werden, was sich je nach Futter und Wetter auch mal 2 Wochen nach vorne oder 2 Wochen nach hinten schieben kann.

    Liebig/Aumeier müssen ihr TuB ja für gut befinden, sie haben das Verfahren ja "entwickelt" und propagiert. Es wird immer Defizite geben, die regional mal besser und mal schlechter ausfallen können. Es wird allerdings selten offen darüber gesprochen, dass die Strategie von Liebig/Aumeier viele Mini-Ableger sind, von denen im Herbst die Besten herausgesucht und in den Winter geschickt werden, die schlechteren aufgelöst und zur Verstärkung von Einheiten verwendedet werden. Und nicht jedes TuB Volk wird ind den WInter mit genommen.

    Ich würde jetzt erst einmal abwarten, wie sich das alles entwickelt. Drohnen sind ja auch noch da, allerdings nicht mehr so viele und wie vital die sind, kp. Aber machen kannst du eh nix als warten.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • 1 die Literatur spricht von einem unglaublich großen Radius, ich meine mal bis zu 30 km gelesen zu haben. Schwer vorstellbar...


    2 auch da gehen die Meinungen weit auseinander, ich persönlich würde vom normalen Flugkreis ausgehen


    3 bei mir ja, aber es gibt nach meiner Beobachtung immer Völker, die sich länger mehr Drohnen leisten, als andere. Und dies beim gleichen Futterstand und Pollenangebot.


    Wird schon reichen zur Begattung, ob qualitativ hochwertig wird sich erst später entscheiden...Die Variante, wieder zu vereinigen steht dir ja offen.

    Der Tradition verbunden, der Natur verpflichtet.

  • Mach dir da nicht so einen Kopf. Völker weiseln auch noch eigenständig um und das würden sie nicht machen, wenn sie keine Chance auf Begattung bestehen würde.


    Ja, die Anzahl der Drohnen sinkt inzwischen deutlich, aber in allen Völkern sind noch welche vorhanden.


    Von der Vorstellung, dass deine Prinzessinnen von deinen Völkern begattet werden musst du dich eh lösen. Das wäre nur der Fall, wenn du in ca 10km Umkreis der einzige Imker wärst und es auch keine verwilderten Völker geben würde. Dürfte in Deutschland außer auf Inseln praktisch unmöglich sein.


    Bzgl Drohnenschlacht kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass nicht alle Völker an einem Ort gleichzeitig die Drohnen abtreiben, sondern viele Faktoren dazu gehören und es durchaus sehr unterschiedlich ist. Es hängt von vielen Faktoren ab wann ein Volk die Drohnen abtreibt. Bei mir konnte ich dieses Jahr z.B. feststellen, dass die letzten beiden Landrassevölker 3 Wochen früher mit der Drohnenschlacht begonnen haben als die ganzen Buckfast. Es ist aber auch so, dass diese viel früher angefangen haben Drohnen aufzuziehen und Schwarmtrieb zu entwickeln während bei den Buckis nur ein einziges Volk überhaupt mal für 2 Wochen Zellen angelegt hat.

  • die Literatur spricht von einem unglaublich großen Radius, ich meine mal bis zu 30 km gelesen zu haben.

    Kaum glaublich. Eine Zahl, die ich realistischer finde: 75% der Drohnen kommen aus einem Umkreis von 3 Kilometern.

    Es gibt aber bei der Imkerei kaum etwas, was mit noch mehr Mysterien verbunden ist, als die Begattung der Königin.

    Wie auch immer: Begattung im August klappt noch gut. Man muss bedenken, dass von hunderten Drohnen nur eine zum Zug (sprich zur Begattung) kommt. Die Natur hat also auf Überschuss gesetzt.


    (Man liest ja die wildesten Sachen: Auf einer Seite wird behauptet, der Begattungsflug finde in 600 Meter Höhe statt!.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Drohnen sind wunderbare Geschöpfe.

    Leider wird deren Brut oft nur als Milbenfänger degradiert. ;( Doch, beschäftigt man sich mal intensiv damit, eröffnen sich neue Welten.

    Schade, das Drohnen meist wie unnütze Nebensächlichkeiten behandelt werden, können sie doch so viel erzählen, schaut man richtig hin.

    Meist oder fast immer sind rund ums Jahr ausreichend Drohnen in den Völkern vorhanden, um die Eine oder die Andere Queen zu begatten.(ich hab im November schon ma aus neugierde Drohnen gedrückt, die hatten Sperma)

    Lediglich das Wetter, genauer die Temperaturen verhindern wohl den Begattungsflug. (auch im Frühjahr :u_idea_bulb02:

    Es wird immer von nicht ausreichend begattet und deswegen stille Umweiselung gefa...t :P Eine Queen, nur mit dem Sperma eines Einzigen Drohns besamt, zeigt keinen einzigen Unterschied zu einer natürlich begatteten Queen im Volksaufbau, solange die Handbesamung richtig geglückt ist. Leider reicht ihr Spermavorrat nicht auf Dauer aus, die Spermatheka läuft leer. Es wird still umgeweiselt, also erst DANN.

    Die Quallität der Drohnen macht mir Sorge, Drohnen sind oft krank (auch deren Sperma!), eine Folge der Virenbelastung durch Milben. Eine Drohne die spät im Jahr zur Begattung kommt ist eher mit Viren verseucht als früh im Jahr.....Eine Queen (kann schon als Ei Infiziert sein) die solch Sperma abbekommt, ist nicht tauglich. Die Warscheinlichkeit das sie kranke Nachkommen hat ist groß. Die Bienen solch einer Queen zeigen keine Lebenskraft, die Völker halten nix aus. Deren Drohnen....... :u_idea_bulb02:

    Alles dreht sich im Kreis rund um die verfluchten Milben und deren Virenverbreitung.

    Mich freut es gerade besonders, nach der Infektion mit Milben, sehe ich beglückt, die werden in ihrer Fortplanzung mächtig behindert (VSB) kranke Larven werden aus den kleinen Einheiten raus geschmissen/ausgefressen....

    Ich kann es nicht beweisen, aber ich denke, mit Viren befallene Zellen (Königinnen) werden von meinen Mädels ausgefressen, gleich den kranken Drohnenlarven.


    ups, bin ausgerutscht :saint:

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/

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