Heidehonig

  • Hallo Imker,


    ich habe dieses jahr vor, in die Heide zu wandern. Kiloweise Imkerliteratur hab ich schon nach Hinweisen über eine Heidebetriebsweise durchstöbert aber bis auf Korbbetriebsweisen nichts gefunden. Nun wollte ich mich mal an euch wenden, kann mir irgend jemand Tipps geben was ich beachten muss wenn ich mit Magazinvölkern Heidehonig ernten will? Ein anderer Imker hat mir gesagt ich müsste vorher schon den gesammten Brutraum "zufüttern" damit die Bienen den Honig nicht dort einlagern aber was ist dann mit der Brut? und 2 Zanderzargen vollgefüttert das sind bestimmt 50 kg...

  • Hallo Walter, versuch es doch einmal mit "Meine Betriebsweise" von Bruder Adam. Haupttracht in Buckfast ist die Heide. Eigentlich braucht man zur Spättrachtnutzung, zu der die Heide gehört, nur die Völker zu vermehren und dafür sorgen, das sie rechtzeitig zum Trachtbeginn wieder stark genug sind. Dies haben die Heideimker ja auch praktiziert, und kann so auch für Magazine übernommen werden. Die Völker würdr ich nicht dadurch verbrauchen, das Du sie vorher auffütterst. Für die Heide brauchst Du unverbrauchte und starke Völker.Allerdings ist die Heide eine unsichere Tracht, deshalb würde ich nur einen Teil der Völker so behandeln. Das größte Problem sehe ich aber noch nach Trachtschluß auf Dich zukommen. Wegen der späten Blütezeit ist die zeitige Auffütterung und vor allem eine frühe Varroabehandlung schwierig.

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • hallo walter,
    ich denke, wenn du das erste mal heidehonig geschleudert hast (oder
    versuchst) warst du auch das letzte mal mit den bienen in der heide.
     
    liebe grüsse
    heinrich

  • Hallo Walter,
    Wenn Du in die Heide wanderst, mußt Du wissen , daß Du dann im nächsten Jahr keine Frühtracht anzuwandern brauchst. Die Völker sind nach der Heidetracht so ausgemergelt, daß sie für die Frühtracht nicht zugebrauchen sind . Oder Du verstärkst sie im Frühjahr.
    Gruß Matthias Asmussen

  • Hallo Matthias,


    stimmt das wirklich ,was Du da behauptest?
    Kommt es denn nicht durch die Heidetracht zu einem erneuten
    Brutgeschehen?
    Wozu reizen denn viele Imker im August die Bienen,damit nochmals die Königin verstärkt in Eiablage zu geht?

  • Hallo Matthias,


    stimmt das wirklich ,was Du da behauptest?
    Kommt es denn nicht durch die Heidetracht zu einem erneuten
    Brutgeschehen?
    Wozu reizen denn viele Imker im August die Bienen,damit nochmals die Königin verstärkt in Eiablage geht?

  • Hallo drohne,
    unsere Avatar-Bilder sind sich zum verwechseln ähnlich. Währe nett von
    Dir, um Verwechslungen zu vermeiden, ein anderes zu wählen. Danke

  • Hallo Walter !


    Ersteinmal vorweg: Die Heide ist eine unsichere Tracht. Früher sagte man bei uns in der Lüneb. Heide honigt sie nur richtig alle sieben Jahre. Von der letzten Saison mal abgesehen (da waren große Heideflächen vertrocknet) gab es die letzten Jahre aber gute Ernten.
    Grundsätzlich wandert man die Heide ohne Honigraum, also nur mit den beiden Brutraumzargen an. Die Völker müssen bereits ab Juli auf die anfang August beginnende Tracht vorbereitet werden, will heißen wenn sie nicht in einer guten Sommertracht wie der Phacelia oder Buchweizen stehen, müssen sie ständig mit Honig an die Heidetracht "herangefüttert" werden (macht man bei anderen Trachten ja auch). Eine Faustregel besagt, das man aus der Heide wenn sie denn honigt soviel kg Honig erntet, soviel Brutwaben (Anzahl) zu Trachtbeginn in den Völkern sind. Wichtig ist eine gute Wasserversorgung während der Tracht. Desweiteren sagt man bei uns "Wenn der Mais gut steht, kann auch mit einer guten Heidetracht gerechnet werden" (sofern das Wetter mitspielt........die Heide mag feuchtwarmes "schwüles" Wetter. Wenn man die Heide anwandert, sollten etwa 4 Kilo Futtervorrat in den Völkern vorhanden sein (zwei volle Waben Sommertracht, die man später säpperat schleudert). Die Tracht dauert bis anfang, mitte September. Der zweite Brutraum dient als Honigraum (den normalen Honigraum kann man sich sparen weil der gesammelte Honig zu dieser Jahreszeit naturbedingt nur noch Brutnah eingelagert wird), das Brutnest wird durch verhonigen in die erste Zarge runtergedrückt. Verhonigte Waben auf denen noch Brutflächen sind, werden zum auslaufen der Brut später zu Honigscheunen über Absperrgitter zusammengestellt. Das schleudern des Heidehonigs ist arbeitsintensiv und zeitaufwendig (jede Wabe muß aufgrund der geleeartigen Konsistenz gestippt werden (am besten mit Lösewalze oder teurer Stippmaschine). Beim schleudern bekommt man i.R. nur etwa 85% des Honigs aus den Waben, diese eignen sich aber gut für die Erweiterung ggf. einräumig überwinterten Jungvölkern (hellbraune Waben).
    Seitdem ich mit Buckfast Material arbeite, kann ich auf einen Vereinigungsbetrieb nach der Heidetracht verzichten, die Völker gehen mit vielen, gut genährten Jungbienenin aus der pollenreichen Tracht in den Winter und stellen ausgezeichnete Frühtrachtvölker da.


    Beste Grüße aus der Heide


    Frank


    www.bienenpower.de