Hilfe, Suche Honigsorteninfo!

  • Hallo,
    Ich bin auf der Suche nach einer bestimmten Honigsorte, die ich einmal in einem Fernsehbericht vor langer Zeit gesehen habe.
    Es ging dort um ein Volk von wilden Ureinwohner, die im Urwald leben und dort unter Einsatz ihres Lebens und unter großen Aufwand, den Honig von einer wilden Bienensorte, die ihren Bienenstock in hohen Felsen ansiedeln haben, erntet.
    Es wurde gesagt das dieser Honig einer der teuersten der Welt sei.
    Da ich ein absoluter Laie bin hoffe ich daß ihr mir irgendwie weiterhelfen könnt und bitte meine eventuell nicht Fachgerechte Ausdrucksweise zu entschuldigen. :oops: 
    Bin für jede Info dankbar!!!
     :P

  • Also, es gibt verschiedene Gegenden in der Welt, wo Honig sehr aufwendig geerntet werden muß. Beispielsweise in Asien, wo man den Honig der wandernden Riesenhonigbiene Apis dorsata erntet, die gerne in Felsspalten oder an Bäumen ihre Einzelwabe errichtet und im Laufe des Jahres dann der Tracht hinterherwandert. In bestimmten Gebieten Afrikas wie z.B. Botswana, gibt es noch Honigjäger, d.h. keine Imker, die die Völker pflegen und hegen, sondern Sammler,die die Bienenvölker ausplündern.


    Insgesamt macht es nicht viel Sinn, sich auf die Suche nach einem solchen Honig zu machen; allein schon die Art der Gewinnung macht es deutlich, daß es hier keine Mengen sind, die für Exporteure interessant sind und somit unseren Markt erreichen. Außerdem sollte ein Honig, der da so mühsam von den Eingeborenen geerntet wird, auch deren Ernährung zugute kommen und nicht den verwöhnten und überversorgten Bewohnern westlicher Hemisphären.


    Mal ganz abgesehen davon, daß es auch hier guten Honig gibt. Als Rheinländer würde ich dann höchstens - falls es nun unbedingt Honig aus Gebieten sein muß, die noch tribal organisiert sind und deren Habitat noch überwiegend von indigenen Populationen bewohnt wird, doch mal einen Blick in jene Gefilde werfen, die von den Alpen-Aborigines südlich des Mains bewohnt werden. :lol::lol: Auch dort gibt es finstere, gar schwarze Wälder, in denen man unter hohem Aufwand einen gar guten und teuren Tannenhonig erntet.


    Mit imkerlichen Grüßen


    Klaus

  • Klaus Maresch schrieb:

    Als Rheinländer würde ich dann höchstens - falls es nun unbedingt Honig aus Gebieten sein muß, die noch tribal organisiert sind und deren Habitat noch überwiegend von indigenen Populationen bewohnt wird, doch mal einen Blick in jene Gefilde werfen, die von den Alpen-Aborigines südlich des Mains bewohnt werden. :lol::lol: Auch dort gibt es finstere, gar schwarze Wälder, in denen man unter hohem Aufwand einen gar guten und teuren Tannenhonig erntet.


    Mit imkerlichen Grüßen


    Klaus


    Hallo Klaus,
    normalerweise schätze ich deinen Sachverstand, aber von der Waldhonigernte scheinst du nichts zu verstehen. Der hohe Aufwand ist nur die Flughöhe der Mädels zu den Tannwipfeln, das ist das Einige "Hohe" bei der Ente :lol::lol:

  • Eric Zeissloff schrieb:

    Hallo Franz Xaver,


    Das du dich als Bayer angesprochen fühlst ist ja in Ordnung
    Aber das war bestimmt nur ein Witz, etwas Humor kann ab und zu nicht schaden und mitlachen ist besser als sich gleich beleidigt zu fühlen!


    Eric


    Hallo Eric,
    ich hoffe, der Klaus hat meinen Joke aber verstanden!

  • hallo Imkerkollegen,


    die Wertschätzung einer bestimmten Honigsorte aus einem bestimmten Gebiet ist meines Erachtens nicht vom Preis abhängig zu machen.


    Des Geschmacksempfinden des Verbrauchers bestimmt den Wert eines Honigs.


    So kann ich im Direktverkauf an die Kunden im näheren Umkreis keinen reinen Waldhonig "an den Mann bringen", da dieser Honig bei uns nur selten geerntet werden kann. Die Verbraucher sind auf einen Waldhonig vom Imker vor Ort nicht eingestellt. Selbst bei Verkostungen ziehen die Mehrzahl der Kunden einen Blütenhonig mit heller Farbe vor.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • drohne2000 schrieb:

    hallo Imkerkollegen,


    So kann ich im Direktverkauf an die Kunden im näheren Umkreis keinen reinen Waldhonig "an den Mann bringen", da dieser Honig bei uns nur selten geerntet werden kann. Die Verbraucher sind auf einen Waldhonig vom Imker vor Ort nicht eingestellt. Selbst bei Verkostungen ziehen die Mehrzahl der Kunden einen Blütenhonig mit heller Farbe vor.


    Hallo drohne2000,
    wenn du den Waldhonig so selten erntest, dann wird es auch kein Waldhonig sein, denn normalerweise ist der in der Regel min. alle drei Jahre Waldhonig zu ernten, letzte Ernte waren in unserem gebiet örtlich begrenzt sogar alle Jahre. Hast du ihn schon einmal auf Sortenreinheit untersuchen lassen?
    Über Geschmack lässt sich streiten. In unserem niederbay. Raum greifen alle nur auf den Waldhonig. Der Heidehonig, der normalerweise der teuerste Honig ist, auf diesen passt der Spruch: Entweder man liebt in oder man hasst ihn. Bei mir trifft letzteres zu. Aber es ist gut, dass es auch so eine Geschmacksvielfalt gibt.

  • 'türlich habe ich die Antwort von Franz Xaver auf meinen Beitrag genauso ernst genommen, wie meine "Alpen-Aborigines" gemeint waren. :D Das Leben ist ernst genug.... finde ich zumindest.


    Mit besten Grüßen


    Klaus

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!
    In eure Diskussion bezüglich der Alpen-Aborigines mische ich mich als Laie lieber nicht ein... :) 
    Nun mein Interesse für diese Art von Honig, liegt darin daß ich gerne einen Honig finden würde, der frei von jeglichen Zusätzen, aus einer naturbelassenen Gegend ohne Industrie, Autos, saurem Regen usw.
    und wenn möglich weitestgehend ohne menschliche Einmischung, von den Bienen so produziert wurde, wie sie es seit Jahrtausenden tun.
    Es sollte sozusagen ein Honig sein , "wie Gott ihn schuf"...
    Ich lege dabei keinen Wert auf den Geschmack des Honigs oder seine Farbe sondern auf seine Wirkung und seine 100 Prozentige natürlichkeit!!!
    (natürlich bezüglich aller Faktoren: Bienen, Umfeld, Waben, Pflanzen...)
    Vielleicht könnt ihr mir ja da ein paar heiße Tipps geben, die meinen Wunschvorstellungen nahe kommen.
    Danke im Vorraus!
    Andy :) 
    P.S: Ich denke mir da als Laie, daß je mehr Blumen in den Honig Eingang finden, um so vielfältiger könnte seine positive und heilsame Wirkung auf den menschlichen Organismus ausfallen...
    Ist das so???

  • Hallo Skylite,


    in Europa einen Honig zu finden, der Deinen Anforderungen entspricht, wird schwierig werden.


    Wenn ich einen Bericht der "Biene" , Ausgabe 8/2003 über die Herkunft von Honig zur medizinischen Verwendung heranziehe, so muß der Honig aus einem absolut sauberen Gebiet stammen. Das heißt, im Umkreis von 150 km um den Standort der Bienen darf es keine Schwerindustrie geben und keine Landwirtschaft, die mit Herbiziden oder Pestiziden arbeitet.


    für diesen Hersteller kommen nur Honige aus Indien, Kenia, Mexico oder Chile in Frage.


    Ob die bei uns angebotenen Honige (im Lebensmitteleinzelhandel) dieser Herkunft, oben genannten Anforderungen entsprechen, wage ich zu bezweifeln.


    Ich denke aber, daß Du mit einem Honig aus unseren Landen, direkt vom Imker Deines Vertrauens gut bedient bist.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Hallo Skylite,


    Deine Vorstellungen in allen Ehren, aber so etwas wird kaum erfüllbar sein. Auch wenn Du romantischerweise "den Honig wie Gott ihn schuf" als das Ideal ansiehst, so übersiehst Du dabei schon, daß die Beeinflussung ja schon bei der Ernte los geht - egal ob es nun ein Imker oder Honigsammler macht mit Rauch oder betäubenden Kräutern. Danach geht es weiter mit der Verarbeitung des Honigs entweder durch Ausquetschen, Schleudern oder Schmelzen der Waben´mit der jeweiligen spezifischen Beeinflussung des Honigs. Schon allein diese Stichwörter müßten Dir zeigen, daß es unmöglich ist, in den Genuß eines "unbeeinflussten" Honigs zu kommen.


    Ich würde von diesen lebensfernen Vorstellungen Abschied nehmen. Das hat es auch in der guten alten Zeit nie gegeben und kann es nicht geben - es sei denn, Du mutierst zur Biene und sitzt somit direkt an der Quelle. :lol: Der Nektar als Ausgangsprodukt ist nunmal in erster Linie für die Bienen geschaffen und stellt deren Belohnung/Lockmittel durch die Blüte für geleistete Bestäubungsdienste dar, quasi läuft es auf eine Art Arbeitsvertrag zu beiderseitigem Nutzen hinaus, der sich im Lauf der Evolution ergeben hat. Der Mensch/Imker ist da überhaupt nicht eingeplant.


    Saurer Regen ist übrigens mittlerweile ein weltweites Phänomen, das auch in Indien anzutreffen ist. Wer Gelegenheit, möge sich mal das Taj Mahal ansehen, dessen Kalk- und Marmoroberfläche arg unter dem sauren Regen leidet.


    Mit besten Grüßen


    Klaus

  • Hallo,
    Danke für die Infos!
    Ich bin beim recherchieren im Internet gerade auf : Manuka Honig und Rewarewa Honig gestoßen.
    Für mich hörte sich die Beschreibung dieser Honige schon sehr interessant an.
    Sie sollen relativ naturbelassen und "aktiv" sein. (Sie haben wohl eine medizinisch relevante Wirkung)
    Habt ihr darüber Infos?
    Was ist davon zu halten, würdet ihr etwas anderes empfehlen?
    Ich weis das meine Erwartungen leicht utopisch sind, vielleicht gibt es ja etwas das dem nahe kommt!?
    Danke im vorraus! :wink:

  • Hallo Skylite,


    wir als Praktiker ( :D ) sehen die Sache natürlich etwas nüchterner. Um einem Honig etwas heilendes zuzusprechen muß dieser nicht unbedingt aus dem Garten Eden stammen. Wie bereits erwähnt ist so ein Ort objektiv gesehen, durch die globale Umweltbelastung realitischer Weise nicht mehr in dem Umfang zu finden sein, bzw. Honig von dort.
    Gerade in der Wirkungsweise bestehen auch Unterschiede zwischen Blütenhonigen und Honigtauhonigen !
    Wenn Du dich etwas weiter informierst kannst Du feststellen, daß das Endprodukt Honig sehr geringe, wenn überhaupt meßbare Schadstoffe enthält. Das kommt durch die Nektarweitergabe von Biene zu Biene. Die größte Gefahr der Kontermination entsteht durch den Imker selbst. Verwendung von chemischen Schädlings(Varroa)bekämpfungsmitteln, und/oder Überdosierung, auch das beliebte "Schwefeln" der Waben.
    Da sollte man seinen Imker schon sehr genau kennen, ähnlich einem Restaurant bei dem man erst bestellen sollte wenn man in der Küche war. :D
    Wenn Du über die o.g. Manuka bzw. Reawrewa-Honige etwas mehr recherchiert hast, kannst Du uns gern berichten (Quelle).


    Gruß
    Matthias

  • Wer möglichst natürlichen Honig geniessen möchte, kauft Wabenhonig. Wabenhonig ist Honig der sich noch in den verdeckelten, brutfreien Zellen der von den Bienen gebauten ganzen oder geteilten Waben befindet. Diese Waben mit Honig muss man mit speziellen Rähmchen unter optimalen Bedingungen extra herstellen. Deshalb ist er selten im Handeln frei käuflich. In unseren Breitengraden bekommt man ihn am ehesten direkt beim Imker. Waben oder Scheibenhonig ist sehr beliebt in den südlichen Ländern von Europa.
    Möchte auch daran erinnern, dass Honig aus einer nach den Demeter-Richtlinien geführter Imkerei am ehesten den Vorstellungen diesem kleinen Kundekreis entspricht. Und wenn man dort Waben-, oder auch Scheibenhonig genannt, bekäme ..........................

  • Danke für die Antworten!
    Falls jemand über den Manuka Honig lesen will:
    http://www.manuka-honig.org/
    oder:
    http://www.apitherapie.de/forum/messages/260.html
    Bin selbst noch am forschen...
    Weiß aber nicht ob die Preise gerechtfertigt sind...
    Als Berliner Stadtpflanze habe ich keinen direkten Bezug zu Imkern und würde auch nur ungern Honig von Imkern aus Großstadtnähe kaufen.
    Könt ihr mir denn eine gute Deutsche Marke oder Imker empfehlen, der meinen Erwartungen in etwa entgegen kommt???
    Die Info mit den Waben war für mich auch neu und sehr interessant!
    Wo kann man den denn qualitativ beziehen???
    Kennt ihr jemanden der aus dem Ausland gute Honige liefert?
    In der Türkei soll es sehr naturbelassene geben...
    Sorry daß ich so nerve, und danke für eure Mühe!!! :wink: 
    1000 fach Dank!!!
    Andy