Ab welchem Tag kann die Varroamilbe im Futtersaft abtauchen?

  • Habe ein Volk mit neuer Königin, das am Freitag noch keine Stifte hatte. War nicht sicher, ob die Begattung geklappt hatte und wollte da nicht behandeln, um die evtl unbegattete Königin nicht zu gefährden.

    Heute Stifte und jüngste Maden in etwas Futtersaft. Habe heut behandelt, reicht das noch, oder war das zu spät um (fast) alle Milben zu erwischen?

  • Ganz genau weiß man es ja nie, aber ich denke, bei jüngsten Maden passiert da noch nichts. Ich meine aber auch gelesen zu haben, dass die nicht erst kurz vor der Verdeckelung abtauchen, sondern deutlich früher.

  • Mal ein grundsätzliche Frage: Ist dieses "Abtauchen" nachgewiesen oder nur eine der Hypothesen, die sich gern verselbstständigen (wie die "Haftlappentheorie").

    Man könnte ja auch mutmaßen, dass die Milben im Futtersaft ertrinken. Und ist nicht die allgemeine Auffassung, dass die Milben erst kurz vor der Verdeckelung in die Brutzellen gehen? Was ja wiederum einleuchtet, weil sie andernfalls von den Bienen entfernt werden könnten.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo zusammen,

    Mal ein grundsätzliche Frage: Ist dieses "Abtauchen" nachgewiesen oder nur eine der Hypothesen,...

    Das scheint unstrittig zu sein, habe schon mehrfach Bilder davon gesehen, zB. auch hier (Seite 4):


    Fortpflanzung der Varroa in den verdeckelten Brutzellen

    Heute Stifte und jüngste Maden in etwas Futtersaft. Habe heut behandelt, reicht das noch, oder war das zu spät um (fast) alle Milben zu erwischen?

    Ich habe schon häufig mit Erfolg am 2./3. Madentag behandelt. Alle Milben werden wir ja nie und müssen wir auch gar nicht "erwischen".


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)

  • Hallo Rudi,


    ja, dass die Milbe zur Vermehrung in die Brut steigt und sich dort auch im Futtersaft aufhält ist unstrittig. Die Frage ist: ab welchem Zeitpunkt der Brutentwicklung tut sie das, bzw. ab wann wirkt sich die Existenz von (offener) Brut auf den Behandlungserfolg bei Sprühbehandlungen aus?

    Ich habe hier bisher nur sehr vaage Aussagen gefunden. Gibts da irgendwo genauere Untersuchungen?


    Gruß
    Ludger

  • Hallo zusammen, hallo Ludger,

    mehr als vage Aussagen wird es vermutlich nicht geben. Ich kenne keine genaueren Untersuchungen (...aber das will ja bei mir als lediglich mitlesendem Laien nichts heißen. Wenn Du schon keine kennst... ).

    Ich denke, diese Frage wird am lebenden Bien nur schwer zu beantworten sein, ähnlich wie die Dauer des Reifefraßes oder die Anzahl der Brutzyklen von Mama Varroa.

    Im Labor ermittelte Werte helfen uns leider nicht so viel weiter.


    Deshalb habe ich versucht, aus meiner Praxis heraus zu antworten: Keine negativen Folgen beobachtet, wenn zum Behandlungszeitpunkt schon junge Maden vorhanden waren.


    Das soll aber kein Freibrief sein!

    • Ich bin nicht der Meinung, daß spätere Behandlungen gleichwertig sind.
    • Je früher nach Brutfreiheit behandelt wird, um so wirkungsvoller!


    Beste Grüße aus dem Hintertaunus,

    Rudi

    _______________________________

    Drei Imker - fünf Meinungen. Und ich stehe zu meinen beiden... ;)


  • Hier nochmal...

    Und das Signal kommt von der Larve, wenn sie verdeckelt werden möchte. Das dürfte wohl wenige Stunden vor Verdeckelung sein. Das "versteht" der Milb und wandert in die Zelle.


    Das schließt nicht aus, dass auch vorher schon Milben eineandern, jedoch in viel geringerem Maße.