Ein Schuljahr mit den Bienen

  • Hallo Imkerforum,


    ich lese schon einige Zeit gerne mit und habe schon sehr gute Infos und Tipps aus dem Forum bekommen.

    Welch großer Erfahrungsschatz!


    Ich darf mich kurz vorstellen: Mein Name ist Stefan Maß, ich bin 49 Jahre alt und wohne in den bayerischen Alpen in Bad Reichenhall. Meine Frau und ich imkern seit 4 Jahren und sind in den Imkervereinen Piding-Anger und seit einem Jahr mit der Schule im Imkereiverein Freilassing und Umgebung.

    Wir haben insgesamt 6 Völker Carnica auf Deutsch-Normal.


    Meine jetztige Rektorin hat von mir früher immer mal wieder ein Glas Honig bekommen und natürlich gemeint, ich sollte doch die Bienen zum Thema bei uns an der Schule machen. Wir sind schließlich eine Umweltschule.

    Daher gibt es bei uns an der Grundschule Surheim seit einem Jahr eine Bienen-AG.

    Dieses Schuljahr mit den Bienen habe ich mit der Kamera begleitet und einen kurzen Film dazu gemacht.

    Wer mag kann sich den Film hier ansehen:


    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Natürlich ist konstruktiver Kritik willkommen, ich kann sicher noch viel lernen und besser machen.

    Da es die Bienen AG auch weiterhin geben wird, kann ich die Anregungen dazu vielleicht auch umsetzen...


    Vielen Dank für eure Mühe,

    Grüße

    Stefan Maß

  • Hallo

    und danke für eure positive Rückmeldung!

    Ich betreue selbst eine Grundschule beim Unterricht rund um die Bienen. Leider nicht in dem gezeigten Umfang.

    Ja, der Zeitaufwand war auch größer, als ich es mir vorgestellt habe.


    Wir haben nur 1 Stunde reguläre "Bienen AG". Die Kinder bleiben freiwillig länger in der Schule. Ja nach Absprache habe ich wöchentlich noch 2 Kinder, die "Überstunden" machen, wie Schwarmkontrolle oder zur Zeit füttern und Rähmchen einschmelzen.

    Zu bestimmten Tagen (Schleudern, Abfüllung, ...) war dann auch "open end" angesagt.

    Da es ja auch meine Leidenschaft ist, habe ich keine Stunden gezählt. :)

    Ich bin schon froh, dass sich der finanzielle Aufwand in etwa ausgleicht, da wir einige Fördertöpfe für Grundschulen in Bayern aufgetan haben...


    Danke für euer Feedback,

    Grüße

    Stefan

  • Hallo Tom,

    Echt super Stefan eine Klasse Sache.

    Wie haben da denn die Eltern reagiert wo ihr das ganze begonnen habt, ging das ohne Hürden der Eltern?


    Eine AG ist bei uns freiwillig, das heißt die Kinder bleiben nach dem normalen Unterrichtsschluss da. Wer nicht will, kann nach Hause gehen. Die Eltern müssen mit ihren Kindern am Schuljahresanfang einen Antrag auf Teilnahme stellen.

    Ich finde das optimal, weil die Kinder die teilnehmen wollen wirklich motiviert sind. :)


    Ich habe mir auch von allen Eltern am Beginn unterschreiben lassen, dass keine Insektenstichallergie bekannt ist. Denn natürlich gab es einige Stiche. Teilweise wollten die Kinder es auch wissen...

    Auch, weil ich ohne Handschuhe und Kopfbedeckung arbeite, siehe Abspann im Film :)


    Rückblickend bin ich mit der Gruppe und den Eltern sehr zufrieden, es gab auch einen Stich mit starken Schwellungen am Kopf. Die Eltern waren aber sehr verständnisvoll und es kam kein böses Wort.

    Ich bin schon gespannt, wie viele Freiwillige es im nächsten Schuljahr geben wird...


    Viele Grüße

    Stefan

  • Mich erinnert der Film an meine Grundschulzeit. Unser Klassenlehrer damals war eigentlich gelernter Zimmermann und kam über Quereinstieg zum Lehrerdasein (da gab's irgendwann um 1970 rum schon solche "Quereinstiegs-Programme" in Niedersachsen....gibt's auch einen "Namen" für...komme ich jetzt nicht drauf.)

    Auf alle Fälle war sein Unterricht immer sehr praktisch geprägt und dauernd wurden wir an die frische Luft gezerrt. Immer der Mensch in Verbindung zu seiner Umwelt und der Natur.

    Die Bienen-AG haste du ja auch richtig umfänglich konzipiert, so daß die Schüler lernen, wie was zusammenhängt. Auch die handwerklichen Dinge kommen nicht zu kurz.

    Ich habe auch in das Flugzeug-Bauen-Video mal reingezappt. Hat mir auch gut gefallen.

    Wenn man wüßte, daß alle Lehrer so einen umfänglichen und durchdacht konzipierten Unterricht praktizieren würden, dann müßten wir uns keine Gedanken um die nächste Generation machen.

    Aber die Qualität des Unterrichts hängt eben viel vom persönlichen Engagement der Lehrkraft ab.


    Also, weiter so!


    Und vielleicht ist das Video auch eine Anregung für andere Lehrer, generell ihren "Unterricht" interessant zu machen.


    Wenn sich Schüler auf die Schule freuen, weil der Unterricht interessant ist und Freude macht, dann ist das schon die halbe Miete.

  • Hallo,


    Wissen die Eltern, dass ein Video ihrer Kinder auf Youtube steht?

    Natürlich. Ich habe von allen Eltern eine schriftliche Einverständniserklärung im Vorfeld eingeholt. Die brauchen wir mittlerweile für vieles: Zeitung, Homepage, ...


    Schnuckenbock :


    Vielen Dank für die warmen Worte! Sehr gut formuliert!

    Übrigens habe ich auch schon einen Beruf gelernt, bevor ich Lehrer wurde. Das erweitert das Weltbild schon etwas :)

    Wenn sich Schüler auf die Schule freuen, weil der Unterricht interessant ist und Freude macht, dann ist das schon die halbe Miete.

    Da trifftst du den Nagel auf den Punkt. Man muss selbst begeistert sein, um die Kinder begeistern zu können. Ohne Freude am Leben und am Lernen wird es schwierig...


    "Es geht bei der Bildung nicht darum, den Kopf wie ein Fass zu füllen, sondern darum, Lichter anzuzünden, die alleine weiterbrennen können."


    Viele Grüße

    Stefan