Beenature - Verordnungen zum Schutz natürlich angesiedelter Bienenvölker

  • es gibt einfach keine Trennung von Haus und Baumbienen, alles in einem Boot, und das säuft ab.

    Da Baumbienen eben nicht gepflegt und gefüttert werden, kann deren Bestand nur duch Schwärme aufrecht gehalten werden.

    Geht ma in euch, wieviel Schwärme gehen euch durch?..... ja ja, so ist das!

    Eigentlich müsste es im Wald nur so von Baumbbienen wimmeln, tut es das?

    Warum wohl eben nicht?

    Genau, der Erste Winter, wenn nicht schon vorher!

  • Eigentlich müsste es im Wald nur so von Baumbbienen wimmeln, tut es das?

    Eigentlich, aber eben nicht!

    Warum?

    1. Mangel an Bruthöhlen in der Fichten- und KiefernMonokultur

    2. Mangel an Blütenpflanzen (Lichtungen, Gewässerränder, …)

    3. … (kann ergänzt werden)


    Und Rase widerspricht sich immer mal.

    Schwärme von Imkern sind dann auch ein Grund für die Probleme der Wilden. Wie er sagt, „die Vermehrungsbiologie der Milbe ist auch bekannt“.

    Schwurbel, schwurbel, keiner weiß es genau. Man kennt ja keine wilden Populationen! Oder?

    Ich schon.

  • Mangel an Bruthöhlen in der Fichten- und KiefernMonokultur

    mmmh, aber hier nicht, hier gibts seit Napoleon und dessen Säkularisation nebst den Kriegen

    Kaum Staatsforst und Kirchenwald, alles in Bürgerhand, Kleinstparzellig!

    Da gibts genug Nistmöglichkeit, ich schwöre!

    Und doch.....

    Nee, da verreckt alles im 2en Jahr spätetens, wird immer ersetzt durch durchgegangene Schwärme.(meine?!)

    Lass doch einfach ma ein Volk unbearbeitet und ungeöffnet unbehandelt ungepflegt jahrelang stehen, schau was passiert, genau, irgendwann, ziemlich schnell......is die leer und bleibt es auch.

    genau wie im Schiffertree (frei überzetzt: Pis..erbaum ;) )

    Träumereien! Wunschdenken!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/

  • Moin,


    warum es wenn überhaupt nur wenige Wildlebende Völker gibt, ist glaube ich ein eher sehr komplexes Thema. Ob wir wildlebende Völker wünschen ist auch eine andere Frage.


    Ich vermute, dass die meisten Bienenpopulationen in freier Wildbahn irgendwann an der Milbe draufgehen. Ob die Mechanismen wie Schwärmen, gute Isolierung und kleine Bruthöhle daran etwas ändern? Ich glaube es nicht.


    Wenn es wildlebende Völker gibt, dann müssen die sehr gut mit der Milbe zurechtkommen und sehr viel schwärmen. Selbst dann würden sie schnell an der Milbe (oder etwas anderem) sterben, aber wenn ein Volk 3 mal abschwärmt und dann stirbt, dann würde die Population ja gehalten werden können.


    Allerdings haben wir hier wieder die Wünsche der Imker, die schwarmträge Bienen haben wollen. Durch die Vermischung der Gene wird der Schwarmtrieb zumindest bei einigen wildlebenden Völkern geringer sein, dadurch werden sie auch früher and er Milbe sterben ohne sich zu teilen. Vermehren können sie sich aber vorher schon über die Drohnen, wodurch die "Schwarmträgheit" auch auf andere wildlebende Völker übergehen könnte.


    Die Mllbe ernährt sich vom Fettkörper der Biene. In einem Blog habe ich mal gelesen, dass offensichtlich die Völker, die am wenigsten Honig bringen am besten mit der Milbe klarkamen (dies wurde hierauf bezogen). Ob das wahr ist, kann ich nicht sagen. Aber wir Imker wollen Bienen, die Ertrag bringen. Das sollten also möglichst fette Bienen sein. Demnach hat die Varoa bei den Bienen die wir bevorzugen natürlich auch die beste Ernährungsgrundlage.


    Agressive Völker sollen die stärkste Varoaresistenz haben (z.b. die Varoa kaputtbeißen, etc). Wir Imker wollen aber friedliche Völker.


    Jeder der Gründe kann zutreffend oder falsch sein, es kann natürlich auch friedliebende Völker mit starker Varoatolleranz geben und fleißige schlanke Bienen. Nur die Chance, dass die Bienen, die sich in freilebender WIldbahn mit den Varoan arrangieren auch die Bienen sind, die wir als Imker haben wollen würden, halte ich für gering. Selbst wenn, durch die wenig vorkommenden Nistmöglichkeiten wird es sehr unwahrscheinlich, dass sich eine Genetik auf Dauer ohne Inzucht durchsetzt. Durch die immer weniger vorkommende Nahrung oder nur manchmal auftretende Massentrachten wird es den Bienen auch nicht erleichtert. Überall wo Imker nachfüttern müssen im Jahr können sich also auch keine wildlebenden Völker auf Dauer entwickeln (Ein Volk kann sich zwar im Raps 3 oder 4 mal teilen, aber bis die einen neuen Stock gebaut haben, ist Raps vorbei).

    Die Chance, dass sich in freier Wildbahn Bienen entwickeln, die mit der Varoa auf Dauer klarkommen, halte ich somit für gering, da die Drohnen der Imkervölker wahrscheinlich auf lange Sicht gesehen diesen Bienen die Eigenschaften "abzüchten" die für sie wichtig zum eigenständigen Überleben sind. Die Alternative wären Völker, mit denen die Imker nicht mehr arbeiten wollen würden. Das würde dann aber zu einem massiven Abgang an Imkern führen, sicher auch in der Berufsimkerei. Die Folgen aus dem Prozess wären dann auch gravierend, zumal Bienen an Insektenmasse mit Sicherheit mittlerweile einen recht großen Batzen im Nahrungsangebot von Insektenfressern machen und somit auch die Artenvielfalt sicherstellen. Auch das ist ein Punkt, der vom Nabu evtl. mal bedacht werden sollte :)


    Vg,


    Bugs

    My Brother went over the Ocean, my Sister went over the Sea. My Father went over my Mother, that was the beginning of meeeee...


    10 Völker Carnica/Buckfast DNM 1.0 und 1.5 in Seegeberger und Holzbeute, Anfänger seit 2021

  • Schwurbel, schwurbel, keiner weiß es genau. Man kennt ja keine wilden Populationen! Oder? Ich schon.

    Ach ja, steht das an den Bienen dran, ja?^^ Dann weiter feste beobachten.


    Ich kenne etliche wilde Völker. Aber keine einzige wilde Population. Die Nistplätze brauchen alle den Zuflug von frischen Schwärmen, ganz selten, das Mal ein solches wildes Volk es selbst bis zum Schwarmakt schafft. Der Blick auf Google Maps grenzt die Stellen, wo keine Imker Bienen stehen haben auch ziemlich ein. Und meistens ist da, aus genau diesem Grund, dann eine der Belegstellen. Wir reden also von einem Gebiet, was bienentauglich sein muss, groß genug für eine ganze Population, und außerhalb des Flugkreis der züchterisch bearbeiteten Bienen von Imkern. In Deutschland seh ich das nicht.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ach so! Und da leben also die wilden Honigbienen am Tropf der Imker!

    Ist ja schön, dass Du das so genau weißt.

    Man weiß es eben nicht genau - aber es ist halt fast unmöglich, dass es nicht so ist, wenn man weiß, wie Bienenvölker sich erhalten/vermehren etc.

    "Wie stellst du dir das Land vor in dem Milch und Honig fließen?" "Klebrig."

  • Nun, es wird nicht ganz geklärt werden können.

    Es gehen sicher viele der (von „Hausbienen“ abstammende“ Völker ein. Wieviele ( von / bis) weiß keiner. Wenn welche übrig bleiben, dann hat das Gründe!

    Und wie oben erwähnt tragen wir mit unseren Ausleseergebnissen zum Sterben einiger entflohener Schwärme bei.

    Trotzdem wette ich auf die Natur und ihre Gesetze.

    Es werden welche übrigbleiben.

    Das habe ich beim Bienen halten erfahren. 😉

  • “Nun, es wird nicht ganz geklärt werden können.“



    “Es werden welche übrigbleiben.

    Das habe ich beim Bienen halten erfahren. 😉“


    Wie, was denn nun?


    Davon ausgehend, ernst genommen zu werden, hätte ich das gerne im Zusammenhang mit dem hiesigen Thema (entflohene Schwärme) unmissverständlich erklärt bekommen.

    Was hast du diesbezüglich denn erfahren?

  • Dann wird das wohl nichts mit den Wilden. 😩

    Eigentlich nicht......Es sei denn, wenn die Imkerschaft, schon seit jeher ein "Wildtier" gehalten hat.

    Dann würde es bei diesem Thema, wohl eher um eine legitimierung von einer Haltungsform gehen.


    Es ist doch eher nur eine Frage der Definition......Den Bienen, ist dies aber wohl egal.


    Aber klar.

    Man kann auch Regenwasserpfützen in der Wüste schützen......Wenn es sie geben würde.


    Lg Sulz.

  • Eines auf jeden Fall, Schwärme überleben.

    Von Anfang meiner Zeit mit Bienen habe ich

    - Schwärme nicht gefüttert

    - Schwärme nicht gegen Varroa behandelt

    (nicht bevor ich die anderen Völker behandelt habe)

    - Schwärme nicht mit Mittelwänden, oder gar ausgebauten Waben „unterstützt“


    Sie sind meiner Erinnerung nach ohne Ausnahme immer ausgewintert.

    In gleicher Weise verfahre ich bei Ablegern. Ausgenommen: Fütterung und Waben, die der Ableger bei seine Bildung mitbekommt.

    Ableger stehen vom ersten Tag an in normalen Zargen wie ich sie verwende.

    Welche Gründe soll es geben, die von vornherein zum Ableben von unbetreuten Schwärmen führen müssen?

    Da sagen doch einige immer was nicht gemacht werden soll! Für mich vom ersten Tage an unumstößliche Regel.

    Gruß

    Harald

  • Es ist doch eher nur eine Frage der Definition......Den Bienen, ist dies aber wohl egal.

    Nein, es ist keine Frage der Definition.

    Es ist eine Frage des Wollens! Und natürlich eine Frage der richtigen Einschätzung der Machbarkeit unter gegebenen örtlichen Bedingungen.


    Sicher , den Bienen ist es egal. Sie kennen die Menschen eigentlich nicht. Und sie können nicht ihre Situation einschätzen.

    Das können alle Tier- und Pflanzenarten nicht.

    Wir sind für die Situation verantwortlich, in die WIR sie gebracht haben.

    Es gibt nur zwei Möglichkeiten:

    - wir lassen es aufs Ende zu laufen

    - wir legen ganz schnell einen großen Klotz unter das Rad.


    Hier wohl eher das erste. Wilde Honigbienenpopulationen, geht doch nicht, brauchen wir nicht, die Honigbiene ist doch nicht vom Aussterben bedroht!

    Worüber reden wir hier?

  • Diesen Text finde ich super.


    Schwärme nicht gegen Varroa behandelt

    (nicht bevor ich die anderen Völker behandelt habe)


    Mein höchster Respekt vor diesem geschwurbel. Wer soll Dich da ernst nehmen, wenn Du es selbst nicht tust?


    Gruss

    Ulrich

  • Es gibt wilde Honigbienenpopulationen auch in deutschen Wäldern.

    Und die Populationem sind selbsterhaltend? Oder sind die angewiesen auf frische Schwärme aus Imkerhand? Das möchte ich sehen, wie man das eine oder das andere sicher sagen kann.

    https://pdfs.semanticscholar.org/0d26/aad66d2bf665e50378f0226a4f5e4e35b4eb.pdf?_ga=2.118898121.1398981295.1657841343-1343684956.1657841343


    Erste Untersuchungen dazu mittels beelining und ausgesetzten kunstschwärmen gab es bereits. Die Ergebnisse deuten darauf hin, (Abstand der Kolonien im Wald zueinander im Vergleich zur schwarmentscheidung (Distanz) bei der Suche nach einer neuen Behausung.


    Ebenso in Irland:

    [PDF] Investigation of free-living honey bee colonies in Ireland | Semantic Scholar
    It is shown here that unmanaged free-living honey bee colonies are present and widespread in Ireland, inhabiting a mixture of nesting habitats with some…
    www.semanticscholar.org


    Zwei Studien machen noch keine definitive Aussage, allerdings geben Sie immerhin Hinweise, die eine stabile Population ohne notwendige Rebesiedlung aus Imkereien erlauben.

  • Zwei Studien machen noch keine definitive Aussage, allerdings geben Sie immerhin Hinweise, die eine stabile Population ohne notwendige Rebesiedlung aus Imkereien erlauben.

    Mir fällt es schwer in den Studien tatsächlich den Nachweis einer stabilen Population ohne notwendige Rebesiedlung aus Imkereien zu erkennen, da wir zu dicht besiedelt sind und einfach zu viele Imkervölker existieren.

    Multipliziert man die 3 Testschwärme der ersten Studie mit 10, 20 oder 100 Imkerschwärmen, wäre die Waldkarte voll von potentiellen Schwarmzielen bei „nur“ 9 nachgewiesenen Bienenvölkern im Wald.


    Selbst wenn ich es nun als nachgewiesene Tatsache akzeptiere, dass in Deutschland eine stabile Population von ~5000 Bienenvölkern in den Wäldern existiert, die keiner Auffrischung aus Imkereivölkern bedürfen…


    Bei mehr als 1.000.000 Imkereivölkern und gegebener dichten Besiedelung wird die Lufthoheit der „Imkereidrohnen“ auch in den Wäldern so erdrückend sein, dass in den Wäldern nur existieren kann, was in den Imkereien an Bienenmaterial bevorzugt gehalten wird.

    Den einzigen Schluss den man bei einer tatsächlich stabilen Population ziehen könnte, wäre doch, dass unsere aktuellen Imkereibienen in geringerer Zahl auch ohne uns überleben können.

    Das würde ich eh nicht anzweifeln.


    Welchem Ziel würde/könnte es dann dienen diese Population durch zum Beispiel einige Tausend künstliche Baumhöhlen und ein unter „Schutz“ stellen zu unterstützen?


    Am Ende wäre die Population auch zukünftig immer noch nur ein Querschnitt von dem, was aktuell in unseren Kisten bevorzugt gehalten wird. So etwas wie ein natürliches Gleichgewicht oder Evolution könnte sich nie einstellen.


    Ich tue mich wirklich schwer damit, tatsächliche Ziele und Motivationen außerhalb von Profilierung, Idealismus, Besserwisserei und meinetwegen auch Profit zu erkennen.