AFB Akteneinsicht Veterinäramt

  • Die sind verpflichtet, dir alle Angaben zumachen, da es um eine Beschränkung deiner Völker geht.


    Aber sie haben das Problem, dass die Probennahme sicher nicht rechtsgültig ist, was im Endeffekt einen unrechtmäßigen Sperrbezirk und für dich einen Schaden entsteht.


    Du musst nur die Probennahme beanstanden, die du nicht selber durchgeführt hast. Und natürlich hast du ein Recht darauf, deine Ergebnisse zu bekommen, es sind deine Völker.

    Wenn du einen Coronatest machst, bekommst du auch das Ergebnis.


    Das ist doch alles schwammig in der Aussage.


    Es gibt mittlerweile einen Berufsimker, der trotz positiver FKP weder Sperrgebiet noch Sanierung auferlegt bekam, weil er sich wehrte.

  • Warum sollte man eine Probenentnahme beanstanden können, nur weil man sie nicht selbst durchgeführt hat? Wenn der Imker die Probe selbst entnimmt, wer kontrolliert dann ob er die Proben korrekt genommen hat?


    Gruß

  • Das Veterinäramt muss sicherstellen, dass die Proben aus den Völkern des Imkers kommen. Kann man der FKP Probe ansehen, aus welchem Volk oder Völkern sie stammt?

    Der Imker kann nicht seine eigene Handlung beanstanden, dass könnte nur das Veterinäramt. Dann müssten sie aber wieder Proben ziehen, die nach der Verordnungen einer amtlichen Probennahme erfolgen müssen. Mit z.B. der Möglichkeit der A und B Probe und der verschiedenen Labore. Damit die Ergebnisse überprüfbar werden, muss auch beim Labor das Veterinäramt sicherstellen, dass die Ergebnisse reproduzierbar positiv oder negativ sind.

    Damit müsste man sogar die Ausgangsproben über einen Zeitraum lagern und nochmals untersuchen. Bei FKP ist das absolut möglich, da die ja lange haltbar sind.

    Anders ist das bei Blutproben, wo bestimmte Werte schon nach sehr kurzer Zeit verändert sind.


    Wenn auch die Probennahme unbeanstandet bliebe, wie sieht das mit dem Ergebnis des Labors aus? Kann mit der derzeitigen Untersuchung eine sichere Aussage getroffen werden? Unterschiedliche Nährmedien und sogar mögliche Fremdverunreinigungen können Ergebnisse verfälschen.

    (Daher wurde z.B. im Fall Nawalny von den europäischen Referenzlaboren selber Probennehmer entsandt und jedes Verfahren mit Vergleichstest sichergestellt, dass die Verfahren ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Damit niemand das Ergebnis beanstanden konnte)


    Dann muss der Veterinär auch noch den Ausbruch der Faulbrut festgestellt und die Diagnose gestellt haben und eine Beurteilung vorgenommen haben, um die Maßnahmen dann einzuleiten, die entsprechend dem Befund verhältnismäß sein müssen. Hier darf nur der approbierte Tierarzt eine Entscheidung treffen.

  • Für alle Mitleser: Das ist leider alles unzutreffend. Ein Blick in die Rechtsgrundlage genügt:

    BienSeuchV - Bienenseuchen-Verordnung

    - AFB ist (bereits im Verdachtsstadium) meldepflichtig, von wem auch immer festgestellt. Dann übernimmt sofort das VetA das Ruder (gesetzliche Pflichtaufgabe).

    - Sperrbezirk ist zwingend einzurichten, sobald AFB amtlich festgestellt ist (d.h.: klinischer Befund und Labornachweis des Erregers) - da ist es unerheblich, ob

    der Stand eines Berufsimkers betroffen ist oder der Imker sich wehrt oder kooperiert. Resp.: Positive FKP allein begründet allenfalls den (meldepflichtigen) Verdacht, nicht aber den Ausbruch der AFB. Im jährlichen AFB-Monitoring wird ganz bewußt nach diesem Frühindikator (Sporennachweis im Labor) gesucht, um noch rechtzeitig vor Ausbruch der Seuche handeln zu können. In Tschechien wird das sogar für jeden Bienenstand jährlich 1 x untersucht und man rechnet dort - je nach Sporenlast - mit einer so gewonnenen Vorwarnzeit von 3 ... 5 Jahren:


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    - VetA muß innerhalb des Sperrbezirks alle Bienenstände überprüfen, kann die Beprobungen aber jederzeit auch für andere Bienenstände anordnen, sogar verdachtsunabhängig und anlaßlos.

    - Probenahme ist Pflichtaufgabe des VetA, allerdings dürfen (auch ehrenamtliche) Personen mit diesem amtlichen Auftrag ausgestattet werden.

    - § 9 Abs. 2 regelt zwingend die Mindestdauer eines Sperrbezirks: 2 Monate und die Pflichtuntersuchung. § 11 ebenso strikt die Wiederholungsuntersuchungen: Frühestens 2, spätenstens 9 Monate nach Abtötung/Sanierung.

    - Ausnahmen von den Beschränkungen kann das VetA zulassen n. § 11 Abs. 3. Die muß der AVet aber sachlich begründen und in Form eines Gutachtens aktenkundig machen. Die Wehrhaftigkeit eines Berufsimkers ist da ganz sicher nicht Entscheidungskriterium...

    - § 10 Abs. 1 schreibt zwingend die Mindestgröße des Sperrbezirks bei 1 km Radius vor. Wenn man sich vor Augen hält, wie AFB vorzugsweise verbreitet wird - gerade in der jetzigen Saisonphase (beginnende Räubereitendenzen), dann müßte i.d.R. der Sperrkreis aus fachlicher Sicht viel größer sein.

    Amerikanische Faulbrut
    Die Amerikanische Faulbrut ist eine anzeigepflichtige Bienenseuche. Sobald der Verdacht besteht muss der Amtstierarzt informiert werden.
    www.lwg.bayern.de

  • Das überzeugendste Argument, Imker von fruchtlosen Streitereien um Akteneinsichtsrechte etc. weg und hin zu konstruktiver Kooperation beim Finden und Ausmerzen des AFB-Infektionsherdes zu bewegen:

    Der Infektionsweg bei AFB verläuft typischerweise umgekehrt, als wir es sonst gewöhnt sind: Nicht die Kranken stecken die Gesunden an, sondern umgekehrt: Gerade die gut betreuten und findigen Völker sind am ehesten gefährdet, denn sie spüren zuerst die nicht mehr voll verteidigungsfähigen, erkrankten Einheiten auf und holen sich dort aktiv die Sporen ab. Wer Räuberei einmal erlebt hat, weiß, daß sich ein gesundes, starkes Volk innerhalb von 15 ... 20 min fast vollständig auf ein nicht mehr verteidungsfähiges eingeflogen hat. Da hilft der negative Laborbefund der FKP von gestern, ja sogar von vor einer Stunde nichts - falsch verstanden, vermittelt er sogar trügerische Sicherheit. Es hilft nix: Der Infektionsherd muß gefunden und ausgemerzt werden und zwar so schnell wie möglich.

  • Meine Güte, waslaberschdu? 🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈🙈

  • ribes

    Ich mag deine kopierten Texte, nur wäre es auch toll, wenn du sie verstehen würdest.


    -ein Sperrgebiet ist zwingend einzurichten, sobald AFB „amtlich“ festgestellt wurde.

    Klinischer Befund und Labornachweis


    Amtlich ist hier entscheidend. Hier gelten die Vorgaben der „amtlichen Probennahmen“, die im Neuen AHL und auch in der deutschen Gesetzgebung festgeschrieben sind.


    Das heißt im Grundsatz, dass genau zu dokumentieren ist, was wann wie entnommen wurde.

    Und ein Foto reicht nicht aus, was sehr schön in der Urteilsbegründung des Oberverwaltungsgerichts deutlich wird.


    Es darf kein Zweifel bestehen, woher die Probe kommt oder die Wabe, welche Völker beprobt wurden und noch ein paar wichtige Punkte.


    Und dazu kommt noch der klinische Befund, dieser muss zwingend vom Veterinär erhoben werden und kann nicht auf BSV Aussage gestützt sein. Auch hierbei gibt es Regeln zur Dokumentation.


    Ansonsten besteht eben nur der Verdacht der AFB und nicht mehr.


    Bisher wurde nie näher hingeschaut bei AFB, oft hat das Veterinäramt einfach auf Zuruf eines BSV einen Sperrbezirk ausgerufen, dass darf aber so nicht sein, dafür hat der Veterinär eine besondere Position.


    Meist du, dass man auf Vermutung einen ganzen Tierbestand einfach keulen darf als Veterinär?


    Das wirklich spannende ist, dass die richtige Dokumentation auch bei jedem Gesundheitszeugnis erfolgen muss. Was bisher aber niemand interessiert hat. Es ist immerhin eine „amtliche“ Bescheinigung.



    Zusatz: Laborbefunde sind nicht über jeden Zweifel erhaben. Auch hier muss dann das Labor nachweisen, dass seine Ergebnisse korrekt waren mit der Methode und sie sauber gearbeitet haben. Dies wird oft durch die A und B Probe gewährleistet, den zwei Labore sollten bei den Proben zum gleichen Ergebnis kommen.

  • Night Shadow: Sicher gelten für Verwaltungshandeln (und die entsprechende Dokumentation) Spielregeln. Eine davon relativ unabhängige Frage ist, wer im Zweifel wofür die Beweislast trägt und womit Beweise geführt werden können. Da gibts in der Praxis sehr große Bandbreiten, was nicht zuletzt der hier erörterte (m.E.: Mißbrauchs-)Fall in Berlin gezeigt hat. Die Rolle der BSV dabei ist wohl jeweils länderspezifisch geregelt, manche Länder haben gar keine. Bezeichnenderweise ist z.B. Berlin - ohne BSV - seit Jahren unangefochtener Spitzenreiter bei der AFB-Rate.

    Dr. Koithan hat in seiner Dissertation nachvollziehbar dargelegt, daß diese Rate nicht von der Völkerdichte, sondern v.a. vom (nicht zuletzt personellen, ja: auch ehrenamtlichen) Aufwand beim Vorsorgemanagement bestimmt wird:


    GEB - Das aktuelle Gefahrenpotential der Amerikanischen Faulbrut, Ursachen und mögliche Bekämpfungsstrategien - Koithan, Frithjof


    Bevor wir hier weiter vom Thema abschweifen, wäre ich dankbar für die Benennung einer Quelle des von Dir herangezogenen OVG-Urteils.

  • ribes

    Es steht in der Verordnung drin.. Es muss "amtlich" festgestellt werden. Damit ist klar, dass nicht der Imker, sondern das Amt die Arbeit machen muss und auch nur bedingt übertragen kann an BSVs.


    Oberverwaltungsgericht NRW, 13 B 1313/19


    ribes

    Ich finde nicht, dass man BSVs abschaffen sollte. Ich finde sogar, dass sie sich vielmehr stärker einbringen und Wissen vermitteln könnten. Nur ist die Faulbrut im Grunde eine Gefahr, die man leicht durch Wissensweitergabe bannen kann, die nicht tausende von Völkern kostet und dem Imker nur verständlich gemacht werden muss.


    Es geht nur darum, ob ein Veterinär, der mit Bienen nur wenig zutun hat, ein Gesundheitszeugnis, dass keinerlei Aussagekraft für Monate hat und ein BSV, der rechtlich (weil oft mit Werksvertrag abgespeist) nicht gut abgesichert ist, ob so ein System, was nicht wirklich hilft, hier aufrechtgehalten werden sollte.

  • Verstehe die Aufregung nicht. BSV nimmt Proben (oder der Amtsveterinär selbst). Ab ins Labor und dann kann je nach Laborbefund das VetAmt den Sperrbezirk verhängen. Weise erstmal nach, dass der Laborbefund fehlerhaft ist.


    Daneben: wer mal in einem AFB-Sperrbezirk oder auch nur Kreis mit AFB imkern musste weiß wie übel das ist. Es ist mit aller Gewalt ein weiterer Ausbruch zu verhindern.


    Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass das VetAmt über den Sperrbezirk hinaus auch außerhalb des Sperrbezirks beproben lässt. Das ist allerdings immer auf den Zuständigkeitsbereich (i.d.E. der eigene Kreis bzw. die Stadt) beschränkt. Macht aber auch Sinn, da AFB bei nem betroffenen Imker gerne unbewusst verschleppt wird durch Ablegerbildung, Werkzeug etc.

  • Wo das Problem ist?


    Hab einfach einmal Faulbrut. Hier haben sich Imker deswegen erhängt. Da geht dann die üble Nachrede los und ja, dabei ist Faulbrut nicht ausrottenbar und seit Jahrtausenden gehen damit unsere Bienen um und sterben nicht aus. Und das ganz ohne Imker und ohne Veterinäramt. Aber wenn du einen BSV fragst, dann ist immer der Imker schuld.


    Doch hat man es, ist man sofort ein schlechter Imker und bei uns in der Gegend sind drei Stände in Flammen aufgegangen.


    Und Veterinäramt sagte ein paar hundert Völker müssen abgeschwefelt werden, ob positiv oder negativ war völlig egal. Niemand konnte mehr sagen, welche Probe, welche Völker betroffen hat, daher dann alle.


    Das wäre so, als würde man wegen einem positiven Coronatest einen ganzen Landkreis isolieren oder….

    Was man auch zwischendurch mal durchgezogen hat. Und in China wird das so gemacht.


    Doch die Faulbrut ist leicht zu bekämpfen und tötet die Völker nur selten unentdeckt. Wo ist die Gefahr, die dieses Töten von Völkern, die man mit einfachen Maßnahmen sanieren.kann, rechtfertigt?


    Ich habe einen Anspruch an Qualität und wenn es diese Ausmaße hat, dann muss die Probennahme professionell sein und die Labore müssen nachweisen, dass ihr Ergebnis passt……


    Warum darf bei Bienen geschludert werden?


    Und jetzt noch einmal für dich zum Nachdenken, würdest du einem Gesundheitszeugnis trauen, was aufgrund einer schludrigen Probennahmen und laboruntersuchung dir erklärt, alles ist gut?

    Frag dich einfach, ob.der ganze Aufwand lohnt?


    Die Bienen tragen ein und räubern und können schnell sein, weißt du, was sie in der nächsten Stunde, Tage, Wochen, Monate eintragen?


    Und weißt du, wie viele Gläser umgespult in den Container kommen, ob ein Glas auf dem Supermarktparkplatz zu Bruch geht?


    Kontrollierst du nicht nur dein Winterfutter, sondern auch deine verschiedenen Honigernten? Kannst du jeden Schwarm verhindern? Und jede Räuberei?


    Statistisch ist jedes 10 Volk mit Sporen belastet. Weißt du, dass der Berufsimker immer mit Sporen rechnen muss und dann lahm gelegt wird?


    Gib mir einen einzigen guten Grund für dieses Handeln, nur einen?


    Und dann erkläre mir, warum wir bei der Varroa alle Augen zudrücken?

  • Das Problem, dass man in Zweifel zieht, dass Beprobungen sinnvoll und erforderlich sind bzw Sperrbezirke angezweifelt werden sollen oder die Beprobung selbst bezweifelt wird bzgl ihrer Gültigkeit.


    Wenn meine Völker beprobt werden, bin ich dabei und dann ist das in Ordnung. Ja Sperrbezirke sind übel, aber sie dienen einem größeren Zweck.


    Wer AFB hat und solide Völker ist eher derjenige der alles richtig gemacht hat. Davor kannst du dich kaum schützen. Sich deswegen zu erhängen? Ganz ehrlich, da würde ich eher das imkern aufgeben 🤦‍♀️