Verdampfung von OS - Welche OS?

  • Hallo,


    wie der Titel schon sagt, kurze Frage betreffs der Verdampfung von Oxalsäure.


    Hier und da sieht man ja doch die Pfannenverdampfer und auch der Sublimox ist ja (ein bißchen) im kommen. Nichtsdestotrotz ist die Verdampfung in DE nicht erlaubt und so kann man bspw. Varroxal ad us vet nicht beziehen. Im Grunde handelt es sich aber nur um Oxalsäure-Dihydrat in Pulverform.


    Meine Frage daher, ich finde auch bei manchem Inkereibedarf in DE Oxalsäure-Dihydrat in Pulverform zu kaufen, manchmal steht aber zusätzlich noch technisch da und manchmal nicht.


    Sollte ich vorhaben zu verdampfen, dann wäre das doch das Mittel der Wahl, oder (ad us vet hin oder her)?


    Und könnte man auch technisches OS-dihydrat nutzen?


    Ich bin der Sache eigentlich ziemlich sicher, wollte aber trotzdem einfach nochmal ein Backup haben.


    Ich will jetzt keine Diskussion anstoßen weil es nicht erlaubt ist, meine eigene Gefahr, Sinn und Unsinn, etc. Ich möchte einfach nur eine Rückmeldung von Personen die ebenfalls verdampfen und in Deutschland wohnen (oder jemanden kennen der verdampft), welche OS dort genommen wird?


    Ich würde auch 1...2 links zu Oxalsäure-Dihydrat in Pulverform posten, aber dann wird mein Beitrag wieder wegen verbotener Werbung gelöscht :rolleyes: . Daher könnt ihr mich auch gern per PM anschreiben, wenn es die Beantwortung einfacher macht.


    Danke

  • Der Unterschied bei "technisch" und "ad us vet." wird auch hier die nur das Zertifikat sein, das der Hersteller dafür vorlegt. Oft kommen die sogar aus dem gleichen Gefäß und werden nur verschieden etikettiert. Wenn OS rein ist, ist sie rein - egal was für eine Verwendung angegeben ist.

    Nachdem du in Deutschland keine erlaubte Verdampfung betreiben kannst, selbst wenn du im Ausland eine dort erlaubte Bienenarznei kaufst, kannst du auch die technische nehmen. Sollte dich jemand fürs Bedampfen belangen wollen, wird es keinen Unterschied machen oder sogar noch zu deinem Nachteil ausgelegt werden, wenn du bewusst eine unerlaubte Anwendung mit einem "erlaubten" Präparat abzumildern versuchst.

    Ich habe technische OS daheim, mit der ich die Gartenmöbel entgraut habe (Bis auf den Duftstoff ist der "Entgrauer" eines namhaften Herstellers auch nix anderes als verdünnte Lösung davon - also sehr teuer Wasser mit gekauft). Beim Oxamat konnte man früher sogar auch direkt die entsprechenden Tabletten mit bestellen. Der scheint mit gepresster OS besser zu gehen, hat aber auch mit losem Pulver gedampft. Zur Dosierung kann man super eine abgeschnittene Spritze nehmen, die man in das Pulver drückt und dann den Pressling in das Schälchen rausdrückt.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • zur Reinheit: ## 76, 87


    I.ü: OX ad us.vet. zur Anwendung an Bienen (Apibioxal in Italien, Schweiz z.B.) hat in anderen europ. Staaten lediglich eine Reinheit von 88,6%, technische OX dagegen 99,6%, reine OX ad us.vet. sogar 99,8%. Industriell wird die Reinheit durch Sublimieren erzeugt. Man zieht dazu das OX-Gas ab zur Resublimation in einer angeschlossenen Kühlung. Die unerwünschten Begleitsubstanzen bleiben zurück, weil sie eben nicht die Anomalie von OX aufweisen, bei 157 Grad schlagartig gasförmig zu werden. So gesehen, ist imkerliches Sublimieren ("Verdampfen") sogar ein zusätzlicher Aufreinigungsschritt.

  • Der Unterschied bei "technisch" und "ad us vet." wird auch hier die nur das Zertifikat sein, das der Hersteller dafür vorlegt. Oft kommen die sogar aus dem gleichen Gefäß und werden nur verschieden etikettiert. Wenn OS rein ist, ist sie rein - egal was für eine Verwendung angegeben ist.

    Nachdem du in Deutschland keine erlaubte Verdampfung betreiben kannst, selbst wenn du im Ausland eine dort erlaubte Bienenarznei kaufst, kannst du auch die technische nehmen. Sollte dich jemand fürs Bedampfen belangen wollen, wird es keinen Unterschied machen oder sogar noch zu deinem Nachteil ausgelegt werden, wenn du bewusst eine unerlaubte Anwendung mit einem "erlaubten" Präparat abzumildern versuchst.

    Ich habe technische OS daheim, mit der ich die Gartenmöbel entgraut habe (Bis auf den Duftstoff ist der "Entgrauer" eines namhaften Herstellers auch nix anderes als verdünnte Lösung davon - also sehr teuer Wasser mit gekauft). Beim Oxamat konnte man früher sogar auch direkt die entsprechenden Tabletten mit bestellen. Der scheint mit gepresster OS besser zu gehen, hat aber auch mit losem Pulver gedampft. Zur Dosierung kann man super eine abgeschnittene Spritze nehmen, die man in das Pulver drückt und dann den Pressling in das Schälchen rausdrückt.

    Die Argumentation mit der Reinheit ist Unsinn. Ich mach mal nen Beispiel:


    Sauerstoff kannst du als Gas in verschiedenen Reinheiten kaufen wie z.B. die gängige Variante Sauerstoff 6.0 (entspricht 99,9999% Reinheit). Daneben gibt es medizinischen Sauerstoff 2.5 (entspricht 99,5% Reinheit). Der Industriesauerstoff 6.0 ist wesentlich reiner als der medizinische Sauerstoff. Der Unterschied ist, dass der medizinische Sauerstoff geprüft ist auf die Bestandteile der restlichen 0,5% und diese für den Menschen ungefährlich sind während der 6.0 ungeprüft bzgl der Restbestandteile bleibt.


    Rein ist eben nicht rein. Ich vermute aber mal, dass es bei Oxalsäure für imkerliche Anwendungszwecke nicht relevant ist, aber ich weiß es nicht mit Sicherheit ob es da Unterschiede zwischen technisch und ad us vet gibt. Ggf ist es nur wie vielfach behauptet wird die Zulassung.

  • Pinte: Die Argumentation von Amape ist kein Unsinn, sondern Tatsache. Lies dazu noch einmal die ersten Links in #3. Ich gehe davon aus, daß die Produktionsprozesse bei den Herstellern nicht wesentlich verschieden sind. Bei dem Hersteller, den ich dazu befragte, kommt OX aus ein und derselben Produktionsanlage - ganz egal ob techn. oder ad us.vet. Einziger Unterschied liegt wirklich nur in der Häufigkeit der produktionsbegleitenden Laborbeprobung und Dokumentation.

    keinimker: Weiter gehe ich davon aus, daß die "pharmazeutischen Hilfsstoffe", die bspw. Apibioxal beigefügt werden (um dies rieselfähig zu halten bzw. schlicht etwas zu strecken), nicht unmittelbar bei der OX-Synthese, sondern erst danach beigefügt werden und so vom Marketing, nicht aber von der geforderten "Reinheit" bestimmt sind. Ich habe reale Indizien, die dafür sprechen, möchte diese hier aber nicht weiter ausbreiten.

  • Ich kenne das Verdampfen sowohl mit Tabletten als auch als Pulver. Tabletten erscheinen etwas einfacher händelbar, bei der Verdampfung konnte ich keinen Unterschied erkennen.

    Seit 2010 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Pinte: Die Argumentation von Amape ist kein Unsinn, sondern Tatsache. Lies dazu noch einmal die ersten Links in #3. Ich gehe davon aus, daß die Produktionsprozesse bei den Herstellern nicht wesentlich verschieden sind. Bei dem Hersteller, den ich dazu befragte, kommt OX aus ein und derselben Produktionsanlage - ganz egal ob techn. oder ad us.vet. Einziger Unterschied liegt wirklich nur in der Häufigkeit der produktionsbegleitenden Laborbeprobung und Dokumentation.

    keinimker: Weiter gehe ich davon aus, daß die "pharmazeutischen Hilfsstoffe", die bspw. Apibioxal beigefügt werden (um dies rieselfähig zu halten bzw. schlicht etwas zu strecken), nicht unmittelbar bei der OX-Synthese, sondern erst danach beigefügt werden und so vom Marketing, nicht aber von der geforderten "Reinheit" bestimmt sind. Ich habe reale Indizien, die dafür sprechen, möchte diese hier aber nicht weiter ausbreiten.

    Du widersprichst dir doch schon selbst und mein Beispiel ist noch zutreffender als gedacht. Niemand bestreitet, dass es aus der selben Produktionsanlage stammt. Das ist bei meinem Sauerstoffbeispiel genauso. Die Analyse schafft in meinem Beispiel den Mehrwert. Du räumst selbst ein, dass es einen Unterschied gibt und genau das wird ja mehr oder weniger in der Imkerschaft immer wieder behauptet. Eine unterschiedliche Beprobung kann bereits einen Unterschied in der Anwendbarkeit machen. Ich kann dir noch zig Beispiele nennen wo Produkte identischer Herstellung massiv teurer sind, nur weil sie beprobt werden. Schrauben im Luftfahrzeugbereich sind auch so eines.


    Rein ist eben nicht gleich rein.


    P.S. Ich behaupte nicht, dass es einen Unterschied in der praktischen (nicht rechtlichen) Anwendung von Ox technisch und Ox ad us vet gibt, denn ich weiß es nicht und habe dazu keine Testreihen gemacht


    Korrektur: es muss natürlich heißen „wird immer wieder in der Imkerschaft bestritten“

  • In einem Sauerstoff der Reinheit 99,9999 erübrigt sich ein Test der 0,5 % Fremdbestandteile, da er höchsten 0,001 % dieser enthalten kann.

    Das von Dir Aufgeführte zeigt und belegt doch nur, dass im medizinischen Bereich mit grösseren Toleranzen gearbeitet wird.


    Gruss

    Ulrich

  • In einem Sauerstoff der Reinheit 99,9999 erübrigt sich ein Test der 0,5 % Fremdbestandteile, da er höchsten 0,001 % dieser enthalten kann.

    Das von Dir Aufgeführte zeigt und belegt doch nur, dass im medizinischen Bereich mit grösseren Toleranzen gearbeitet wird.


    Gruss

    Ulrich

    Das ist deine Meinung, entspricht aber leider nicht den Tatsachen. Lies es gerne nach. Medizinischer Sauerstoff ist ein Arzneimittel.


    Vielleicht kommen wir wieder zurück zur Oxalsäure.

  • Du widersprichst dir doch schon selbst und mein Beispiel ist noch zutreffender als gedacht...Die Analyse schafft in meinem Beispiel den Mehrwert...


    P.S. Ich behaupte nicht, dass es einen Unterschied in der praktischen (nicht rechtlichen) Anwendung von Ox technisch und Ox ad us vet gibt...habe dazu keine Testreihen gemacht

    Du mißverstehst mich. Noch einmal:

    Es braucht keine imkerlichen Testreihen dazu. Auch der Hersteller selbst betreibt keinen zusätzlichen Testaufwand. Er macht nur die für OX techn. vorgeschriebenen Prüfungen und Tests, nicht mehr. Allerdings etikettiert er die ersten Gebinde, die jeweils unmittelbar nach den Sowieso-Tests vom Band laufen, als ad us.vet. und zwar solange, bis er den nächsten Test für ad us. vet machen müßte. Auf den verzichtet er und stellt statt dessen nur die Etikettierung auf "techn." um, bis die max. Stückzahl erreicht ist und er den nächsten Test machen müßte. Dann läuft dasselbe Etikettierspiel erneut an. So nutzt er die vorgeschriebenen unterschiedlichen Testrhythmen aus, ohne wirklich zusätzliche Tests machen zu müssen, da der Bedarf an ad us.vet.-Qualität weit unter dem an techn. Qualität liegt und sich so ohne Mehraufwand die Produktion bedarfsgerecht durch bloßen Etikettenwechsel einrichten läßt.

  • ribes danke für die ausführliche Erklärung, das hilft sicher vielen, die sich diese Frage schon gestellt haben. Ist ja trotzdem bei uns leider noch Grauzone. :thumbup:


    Beim Varrox geht sowohl Presspellet als auch Pulver aus dem Löffel gleich zuverlässig.


    Grüße

    Roland

  • Danke für die ganzen Antworten.


    Ich fasse das jetzt mal so zusammen das im Grunde technische OS ausreicht für das verdampfen. Man kommt ja sowieso nicht ohne weiteres an ad us vet ran und so würde ich mal behaupten das die meisten eh mit technischer OS verdampfen.


    Sieht man auch Post #7 dann liegt die Reinheit in Frankreich bei 98%, während die technische in Deutschland sogar 99,6% hat. Die Reinheit sollte also für die Bienen vollkommen ausreichen.