Welche Beute soll ich nehmen?

  • Guten Tag,
    ich möchte im Frühjahr mit Bienenhaltung beginnen. Frage was sollte ich für eine Beute nehmen bei uns haben sich mehrere Imker für Segeberger Kunststoff entschieden, ich lese aber das Holzbeuten besser sind.
    Kann mir wer Vor- oder Nachteile erklären? Ich wohne am Harzrand.


    Danke im Vorraus Ernst

  • Hallo Ernst,
    die Frage nach der Beute ist hier schon sehr oft das Thema gewesen und unter anderen Punkten behandelt worden.


    Welche "die beste" Beute ist läßt sich nicht pauschal beantworten.
    Ein Faktor dabei ist die Biene mit der man imkern möchte.
    Buckfast und Ligustica brauchen wesentlich mehr Raum als z.B. die Carnica.
    Auch spielen persönliche Vorraussetzungen und Vorlieben eine Rolle.
    Die Biene ist im Prinzip sehr anpassungsfähig und nimmt das an was sie bekommt.


    Ich habe einst mit dem Kuntzsch-Zwilling in Hinterbehandlung angefangen, aber gleich auf die Segeberger umgestellt.
    Mir gefiel daran überhaupt nicht, daß man ständig den 2. Brutraum abheben mußte, wenn man an den unteren ran wollte und daß sie aus Kunststoff ist,so hab ich ein weiteres Mal umgestellt.
    So bin ich bei der Golzbeute gelandet. Nun hatte ich die Oberbehandlung, ohne dabei Zargen bewegen zu müssen. Obwohl die Golzbeute sehr geräumig ist, ist sie nicht so flexibel wie ein Magazin und brachte mir nach Umstieg auf die Buckfastbiene wieder Probleme.


    Nun bin ich letztendlich bei der Dadant-Beute gelandet und ärgere mich ein wenig, daß ich da nicht schon eher drauf gekommen bin.
    Für mich persönlich ist diese Beute sozusagen das "non plus ultra".
    Für meine Buckis ist sie nahezu maßgeschneidert und bietet mir als Imker die nötige Flexibelität. Die Honigernte wird durch den Einsatz von Bienenfluchten erleichtert, das Auffüttern mit dem Adamfütterer, die halbhohen Honigräume sind vom Gewicht her zu bewältigen usw.


    Aber wie oben schon erwähnt gibt es keine allgemeingültige Empfehlung.
    Mit der Carnica Biene würde man zumeist wohl in der Dadantbeute schon Vorschwärme haben, bevor der große Brutraum ganz besetzt ist.
    Es sind viele Faktoren , die man beachten sollte.
    Ich hab als kleiner Hobbyimker schon immer gern bei den "Profis" abgeguckt, so bin ich letztendlich auch auf die Dadantbeute im modifizierten Dadantmaß gekommen.


    Viel Erfolg beim Einstieg- und finden Deines Weges in der Imkerei.


    Gruß
    Bernd

  • Hallo Ernst,


    ich empfehle die Segeberger Kunststoffbeute z.B. von Holtermann.
    Diese Normalmaßbeute ist zu den noch immer sehr verbreiteten Hinterbehandlern aus DDR-Produktion rähmchenkompatibel. Wenn Dir also jemand in Deiner Gegend Ableger oder Völker abgibt, werden die wahrscheinlich auf DNM sitzen und Du kannst sie einfach in Deine neuen Kisten umhängen.


    Die Beute selbst ist leicht und stabil (wesentlich stabiler als man meint) Sie saugt kein Wasser auf und quillt oder schrumpft nicht. Sie braucht auch keinen Unterbau, der Boden steht auf dem Boden. Es gibt passende Futterzargen ausreichenden Inhalts. Sie ist leicht zu transportieren und zu verstauen, weil sie quadratisch ist.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Ernst, bevor Du Dich für eine Beute entscheidest, schau Dich bei möglichst vielen Imkern in Deiner Umgegend um. Gut wäre es, wenn diese verschiedene Maße und Beutenformen haben. Frage nicht nur nach den Vorteilen, davon werden sie Dir viele nennen können, sondern nach den Nachteilen der einzelnen Rähmchenmaße und Beutenformen. Ich habe am Anfang auch den Fehler gemacht, das ich gleich das Rähmchenmaß und die Beuten meines Imkervaters übernommen habe. Allerdings konnte ich mit dem Rähmchenmaß auch in Magazinen arbeiten. Das ist halt der Vorteil von Normalmaß,das es keinem System unterworfen ist, sondern in Trogbeuten, Hinterbehandlern und Magazinen passt. Am einfachsten macht man sich vorher kundig über die Betriebsweise, mit der man arbeiten möchte, da die meisten Rähmchenmaße und Beutenformen einer Betriebsweise angepasst sind. Viele Grüße Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo miteinander,


    in Bayern können Anfänger bei der Anschaffung von neuen Beuten eine bis zu 30%-ige Förderung beantragen.
    Bedingungen:
    - aus Holz
    - Dadantbeute oder
    - Magazine in Langstroth oder Zander
    sonst nichts.
    Jetzt darf jeder überlegen - warum wohl ???

  • Aber Lothar,


    wer wird denn gleich sowas denken? :)


    Es hat mit dem Sitz der Wintertraube in dünnwandigen Magazinen (20 mm) zu tun. Durch die Breite der Waben wird die äussere Schicht der Traube von der Beutenwand weiter weg gehalten, eine sogenannte Pufferzone entsteht und die leeren Zellen in dieser Zone erleichtern die Wärmeregulierung in der Wintertraube.
    - aus "Naturgemäße Bienenzucht" von R. Moosbeckhofer und J. Bretschko
    Da ist was dran und deswegen bin ich der Meinung das Anfänger gut überlegen sollten, womit sie anfangen.

  • Hallo Gast, so ernst war der Einwand von mir nicht gemeint. Natürlich dürfen Bayern genau wie alle anderen ihre Beuten beziehen woher immer sie wollen. Die bayerische Landersregierung verfolgt bestimmt in ihrer Wirtschaftspolitik keinen "Bayerischen Merkantilismus" (oder etwa doch?? :wink: ). Zu Erich: Das mit der Pufferzone habe ich nicht im Sinn gehabt. Tatsache ist aber, das ihr Fehlen beim Normalmaß sich in einfachwandigen Holzmagazinen negativ bemerkbar macht. Beim Segeberger gleicht die dicke Styroporwand diesen Nachteil aus. Deshalb empfehle ich bei Magazinen in Normalmaß Segeberger oder oder gut isolierte Magazine. Viele Grüße Lothar

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  • Hallo Lothar,


    deine Ausführung ist sicherlich richtig, wer jedoch nicht in Styropor imkern will oder kann und wer seine Magazine nicht gleich aus Bohlen fertigen möchte (Magazine sollen ja leicht sein) der sollte an ein Wabenmaß ab 420 mm Breite denken.
    Ich habe selbst den positiven Einfluß der Pufferzone auf die Überwinterung feststellen können, nachdem ich von einem kleineren (kürzeren) Wabenmaß auf Zander umgestellt habe.

  • Zu dem Thema Beuten-Förderung in Bayern sei der Hintergrund mal kurz sachlich dargestellt.
    Bayern war das erste Bundesland, welches den Imkern den Zugang zum Anspruch der EU-Verordnung 1221/97
    für „Maßnahmen zur Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung von Honig“ ermöglicht hat. Vorher wurden Einrichtungen der Länder, von allen Ländern, erst mal berücksichtigt. In BY nehmen seit 2002 im Jahresdurchschnitt 70 % der Mittel Hobbyimker jeden Alters und 30 % Erwerbs- und Berufsimker in Anspruch. Das alles war zuerst ein Gesamtumsatz ca. 2,86 Mio. DM. Kommt auch den Lieferbetrieben zugute.
    Die Förderung bis zu 30 Beuten – einmalig nur für Anfänger – wurde an mehrere Überlegungen geknüpft, insbesondere nach vorne schauend. Welche Maße sind internationaler Standard? Nachwachsender Rohstoff (Holz)! Kompatibilität, der Außenmaße! Preiswerte Bauweise, wie z.B. auch falzlose Konstruktion. Das waren die Vorschläge von den Imkern.
    Zur Liefersituation kann nur festgestellt werden, die meisten Beuten kommen nicht aus Bayern. Die Bitte sei an alle gerichtet: Beim Einzahlen in die EU sind wir unschlagbar. Beim Verteilen an unsere eigenen Bürger, mehr als ungerecht. Gehen Sie zu Ihren gewählten Politikern und bitten um Unterstützung. Sie werden sehen, keiner ist informiert. Das wäre eigentlich die Lobbyarbeit unserer Landesverbände. Dort dürfen Sie in vielen Bundesländern noch Druck machen.
    Und noch mal – die 1221/97 ist 1997 ins Leben gerufen worden. Wisst Ihr wie viele Millionen die normalen Imker schon verschlafen haben?
    Viele Grüße - Manfred Hederer – 1949 nach Bayern verschleppt – Gott sei Dank.

  • Hallo Manfred, die Sache mit den EU-Fördermittel ist die, das die Bundesländer die Mittel zur Hälfte mittragen müssen. Und da sieht es bei den meisten Bundesländern nicht so rosig aus. Was nutzt es, wenn mir in NRW z.B. 100 Euro an Mitteln zustehen, wenn das Land seinen Anteil von 50 Euro nicht zahlt oder nicht zahlen kann. Schön, wenn Bayern das noch kann. Es sei Euch gegönnt. Viele Grüße und ein gutes neues Jahr von Lothar

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  • Hallo Lothar,


    gerade NRW sollte sich gewaltig schämen, wie sie mit den Imkern umgehen, auf der einen Seite rühmen die sich, sie hätten die einzige deutsche Berufsimkerschule, und die alte Heideimkerei hätte schon lange Tradition in ihrem Land, und was weiß ich was es da noch für Sonntagsreden gibt, und was machen sie wirklich für ihre Imker? Wo gehn die Landesmittel alle hin? alles geht doch nach Celle oder weiß jemand genaures?


    Prost neu Jahr!

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Toyotafan, hier etwas Nachhilfe in Geografie: Celle und die Lüneburger Heide liegen im heutigen Niedersachsen, zwischen Hannover und Hamburg. NRW besitzt nur zwei Bieneninstitute, in Münster für Westfalen und Lippe, und in Bonn (?) fürs Rheinland. Aber diese wurden zum Jahreswechsel zusammengelegt. Das Land spart wo es kann. Die einzige Berufsimkerschule ist aber nach wie vor in Celle. Tja, wo haben die Länder nur das ganze Geld gelassen? Na, wenn man immere mehr Ausgaben vom Bund aufs Auge gedrückt kriegt, bleibt für die paar Imker im Lande halt nichts mehr über. Viele Grüße Lothar

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