Polsternägel-was mache ich hier falsch?

  • Das bezieht sich auf das Zellmaß. Es gibt MW mit 'großen' Zellen (5,4mm, gilt als 'normal'), dann gibt es kleine Zellen ( 5,1mm, gilt als 'gesünder') und dann noch extra kleine Zellen 4,9mm, die sind so gesund, das die Bienen eigentlich keinen Bock darauf haben). Laßt Euch nicht verwirren :)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ach soo! Ja, das hat mir mein Imkerpate erzählt. Er hat kleinere Zellen in seinen Mittelwänden. Da muss ich direkt mal nachmessen.

    ingrid ich denke, die sind tatsächlich kürzer. Die Bienen sollen wohl kleiner sein und eher schlüpfen, so hat er mir das jedenfalls erklärt, und deshalb schlechter für Varroen sein, weil kürzer verdeckelt. Ob es stimmt - keine Ahnung.

    Viele Grüße

    Andrea

    Ein Garten ohne was zu essen ist verschwendete Landschaft.

  • In kleineren Zellen wachsen dünnere und kürzere Bienen. Dadurch ragen die verdeckelten Zellen nicht so weit raus und die Bienen brauchen weniger Platz dazwischen.

  • Bei den kleinen Zellen geht es hauptsächlich darum, mehr Zellen auf einer Wabe zu haben und kleinere Bienen zu bekommen. Der Sinn soll sein, kompakteres Brutnest und schnelleres ausbrüten. Die 4,9 mm Zellen sollen so klein sein, dass die Bienen so schnell schlüpfen, dass die Varoa nicht mehr in einem Maße auftritt, dass sie das Bienenvolk nachhaltig schädigt.


    Damit die Bienen kleiner werden, wird der Abstand zwischen den Rähmchen verkleinert. Sonst werden die Bienen evtl. schmaler aber nicht kleiner :)


    Leider können Bienen, die auf 5,4 mm Mittelwänden gehalten werden, nicht einfach auf 4,9 mm umgestellt werden, dann werden die Größen der Zellen schlichtweg ignoriert bzw. es gibt Wirrbau. Eine Umstellung auf 5.1 kann relativ einfach erfolgen. Aber erst, wenn die Bienen sich daran über Generationen gewöhnt haben, kann auf 4.9 umgestellt werden.


    Hintergrund: Die Bienen sollen früher einmal alle kleiner gewesen sein, aber sie wurden größer gezüchtet (ich meine Bruder Adam) um mehr Honig gewinnen zu können. Größere Bienen können weitere Strecken fliegen und mehr Honig transportieren. Durch die "Vergrößerung" hat sich die Entwicklungszeit der Biene ebenfalls vergrößert, außerdem haben sich die Zellgrößen der Bienen an die Zellgrößen der Drohnen angenähert. Dadurch wird vermutet, dass die Varoa die Zellen "verwechselt" und daher auch die weiblichen Zellen bevölkert. Durch einen kürzeren Brutzyklus der Biene kann bis zu einer Milbe weniger entstehen, was enorm effektiv ist/wäre.

    Ich meine auch, dass das Putzverhalten durch kleine Zellgrößen gefördert werden soll, da weniger Bienen mehr Fläche heizen können. Und das Brutnest wäre nicht nur kompakter von den Maßen, die Fläche wäre auch kleiner, da die Bienen nur 20 oder sogar 19 Tage benötigen würden zum schlüpfen.


    Der Ansatz ist interessant, ich habe aber keine Erfahrung damit, nur dass, was ich im Netz darüber gelesen habe. In Amerika soll es Züchter gegeben haben, die damit große Erfolge hatten. Sie haben gar nicht mehr behandelt, dafür wurden ihnen dann die Bienenstöcke angezündet von Leuten, die dachten, sie wären Varoaschleudern. Züchter, die es in Europa versucht haben, scheinen größtenteils gescheitert zu sein. Ob es verlässliche Beobachtungen oder Testungen hier gibt, kann ich nicht sagen.


    Ob es die Wahrheit ist, dass die Bienen früher kleiner waren, kann ich auch nicht sagen. Es gibt auch Quellen, welche die Zellgrößen vergleichbar mit der heutigen Größe angeben. Soweit mir bekannt, sind die Zellen im Naturbau auch nicht alle 100% gleich groß.


    Meine Meinung:

    Es klingt extrem einfach und ich vermute, dass es bei vielen eine Verbesserung des Varoamanagements gegeben hat, welche die Umstellung auf 4.9 (was ich für die größte Hürde halte) hinbekommen haben. Allerdings glaube ich nicht, dass es mit allen Bienen mit jeder Art zu imkern an jedem Standort klappt. Die Zellgrößen könnten ein Baustein sein, aber Genetik wird auch eine Rolle spielen, genauso wie generelle Gesundheit der Bienen, Störungen durch den Menschen, auch die Art der Beute oder das Vorkommen von anderen Kulturen wie Tigerschlegel oder Bücherskorpion könnten das ganze beeinflussen. Hinzu kommen Standort, Futter und der Brutzyklus der Bienen.


    Gruss,


    Bugsi

    My Brother went over the Ocean, my Sister went over the Sea. My Father went over my Mother, that was the beginning of meeeee...


    10 Völker Carnica/Buckfast DNM 1.0 und 1.5 in Seegeberger und Holzbeute, Anfänger seit 2021

  • aber sie wurden größer gezüchtet (ich meine Bruder Adam)

    Nein, ausnahmsweise hatte Bruder Adam damit nix zu tun.


    Laut Wikipedia:


    Das Standardzellmaß heutiger Mittelwände beträgt 5,4 mm und geht auf Arbeiten des Belgiers Usmar Baudoux zwischen 1890 und 1930 zurück. Er fand heraus, dass die Zellgröße der Waben die Körpergröße der Bienen beeinflusst. Die Idee von Baudoux war ein erhöhter Honigertrag durch längere Rüssel und größere Honigmägen. Untersuchungen der beiden Imker Dee und Ed Lusby aus Arizona zeigten jedoch einen Zusammenhang zwischen der Zellgröße und der Anfälligkeit der Bienen gegenüber Milben. Daher gibt es seit einiger Zeit auch reduzierte Zellmaße von 5,1 mm beziehungsweise 4,9 mm

  • 5,1 bzw. 5,4mm MW

    Damit ist die Zellengrösse gemeint! Alles gut!

    Nur nebenbei: Habe in HR nur 32mm Abstand. Geht auch mit 5,4mm MWs.

    Auch habe ich ganz schnell mal 18mm OT-Breiten gebaut und 14mm Abstandhalter aus Holz drangenagelt. Geht auch, und ohne Wildbau.

    Achtung: Nicht zum Nachahmen bestimmt! Und mischen geht normalerweise auch nicht.

    Gruß

    Harald

  • Ich kam damit zu spät.

    Das Ding mit den kleinen, 4,9mm Zellen ist in der heutigen Zeit ein „Kunstprodukt“. Ich habe das probiert. Ist möglich, aber die MW müssen dann auch immer eingesetzt werden. Ohne machen die Bienen was sie für richtig halten.

    Im BR habe ich Naturbau und messe ab und an nach. Maße schwanken von etwa 5,2 bis 5,6mm bei 32 mm Wabenabstand ( 2021 / 2022)

    Aber: In diesem Jahr habe ich ein Volk mit auffällig kleinen Bienen. Ursache bisher unbekannt. Danke für Denkanstöße!

    Harald

  • Und mach nicht zwei Polsternägel auf eine Rähmchenseite!!!! Den einen auf die eine Seite, den annern auf die andere Seite. Dann kannste auch mal Waben drehen oder auch blind und besoffen rein stecken und der Beespace passt immer. 😉


    Viel Spaß und viele Grüße


    Roman

  • Und mach nicht zwei Polsternägel auf eine Rähmchenseite!!!! Den einen auf die eine Seite, den annern auf die andere Seite. Dann kannste auch mal Waben drehen oder auch blind und besoffen rein stecken und der Beespace passt immer. 😉


    Viel Spaß und viele Grüße


    Roman

    Hab ich auch immer so gemacht, hat mich dann in meinen Styropor-Ablegerkästen und bei dünnen Schieds genervt, wo ich keine Polsternägel drinnen habe.

    Mittlerweile mache ich auf der rechten Seite immer weiter auseinander hin und links näher zusammen, dann kann man es auch super drehen und ich brauch an den Beutenwänden, Schied, Futtertasche,… keine mehr drin :)

    Taugt mir jetzt so bei mir besser.

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    Aktuell 6 Buckfast Völker auf 12er Dadant.
    Ziel 6 starke Völker einwintern.

  • Ich hab jeweils 4 Nägel pro Rähmchen reingehauen.Zwei oben, zwei unten, jeweils auf der linken Seite, damit ich den Rahmen drehen kann. (Auch wenn ich besoffen nicht an die Bienen gehe 🤣) Da hab ich mir doch vermutlich auch wieder zuviel Arbeit gemacht, oder?

    Viele Grüße

    Andrea

    Ein Garten ohne was zu essen ist verschwendete Landschaft.