Perizin - Wie richtig anwenden.

  • Liebe Imker,


    ich möchte Perizin richtig anwenden und meine Völker und Ableger in der nächsten Warmphase damit beträufeln. Die Völker sitzen allesamt auf 3 Zargen (Kletterzarge, Brutraum, Brutraum) auf 11 Waben DNM. Natürlich (leider :D ) sind nicht alle Gassen besetzt und manche Völker hängen unter, manch andere genau auf der Zargengrenze und andere eher oben.


    Die Anwendungsanleitung von Perizin sagt leider nur: 5. Gebrauchslösung gleichmässig entlang der besetzten Wabengassen auf die Bienen verteilen.


    Aber wie soll ich das nur konkret machen?
    Soll ich die benötigte Perizinmenge abschätzen und die obere Zarge abheben und die untere Zarge mit der Hälfte beträufeln, dann die Obere wieder aufsetzen und den Rest dort verträufeln? Ich kann ja sonst nicht sehen, wie weit die noch in die untere Zarge hängen. Oder soll ich nur die obere Zarge beträufeln und die Kiste garnicht auseinanderreißen? Aber was ist dann mit den Völkern die zu 2 Dritteln oder mehr unten hängen? Oder soll ich zuerst oben beträufeln und die Perizinmenge um den Bienenanteil erhöhen den ich dann noch in die untere Zarge gieße? Oder soll ich jede Zarge einzeln wie ein normales Volk behandeln? Also jeweils die Bienenmenge abschätzen und neu dosieren? Oder hab ich vielleicht noch irgendeine Variante vergessen? :wink:


    Für Antworten bin ich sehr dankbar und ich weis, daß es auch Oxalsäure gibt :wink: Bloß hätte ich da wahrscheinlich die selbe Frage.


    PS: Bitte laßt dieses Thema nicht zu einem Perizin/Bayvarol-ect.-ist-schlecht-alles-andere-ist-besser-Thema werden. Ich habe mich entschlossen Perizin anzuwenden und frage, weil ich es optimal einbringen will. Ansonsten verwende ich im Wechsel AS und Bayvarol (was aber dieses Jahr den nat. Milbenfall Ende November bei einigen Völkern nicht auf unter 1 Milbe pro Tag bringen konnte :cry: )

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    ich mache es so:
    (Zwar mit O-Säure, ist aber im Prinzip wurscht.)
    -Deckel abheben, reinschauen. Sehen, wieviele Gassen besetzt sind, -
    -reinträufeln.
    -Zarge lupfen, schauen, träufeln. Und zwar immer die Menge, die den in der entsprechenden Zarge sich aufhaltenden Bienen entspricht.
    Du hast ja so ungefähr einen Blick, ob sich die Masse an Bienen in Zarge 2 oder 3 befindet.


    Du mußt natürlich nur schauen, dass du nicht überdosierst, also Maximalmenge/Volk vorher in der Spritze bereithalten und bei kleineren Völkern halt noch einen Rest wieder mit weg nehmen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Das ist alles sehr einfach.
    Du hast 3-räumig eingewintert.


    Der Großteil sitzt zwischen der 2 und dritten Zarge.
    Also die dritte Zarge hochkippen,dann ca 25 ml mit der Perizinflasche in die Bienentraube träufen. Zeitaufwand 5-10 Sekunden pro Volk.
    Befindet sich die Bienentraube zwischen der 1 und 2 Zarge und Du siehst keine Bienen in den Wabengassen der Dir offen stehenden 2 Zarge so mußt du das Volk eine Zarge tiefer öffnen.
    Bitte suche Dir keinen wärmeren Tag aus,sondern einen kalten Tag kleiner 3 Grad aus wo die Bienentraube eng sitzt.
    Vorteil : Die beträufelten Bienen bleiben in der Wintertraube ( höhere Wirksamkeit,geringerer Totenfall.)
    und laufen nicht weg wie bei einem wärmeren Tag.


    Gruß
    Rainer

  • Hallo,
    wirklich bei so niedrigen Temp. anwenden? Ich habe letztes Jahr gewartet bis es etwas wärmer war und hatte einen erheblichen Totenfall zu beklagen,so dass ich dieses Jahr sogar gar nicht behandeln wollte.Mus die Temp. wirklich so gering sein? Mit der Traube, dass leuchtet mir ja auch ein, die ist aber auch bei 6 Grad da, aber ich dachte das je niedriger die Temp. um so mehr klamm werden die Bienendurch die Feuchtigkeit, um so mehr fallen ab und verenden.
    Danke für die Antwort

  • Warum machst du die Bienen mit Rückstandsmitteln nass und behandelst nicht mit verdampfter Oxalsäure? Selbst bei niedrigen Temperaturen und mehrfacher Behandlung im Abstand von ca. 7 Tagen ist bei meinen Bienen der Totenfall durch den Dampf gleich NULL – die Wirkung aber bestimmt nicht schlechter als beim träufeln mit Perizin. Auf jeden Fall hast du kein Gift in deinen Völkern.
    Hier im Forum kannst du alles darüber nachlesen, falls du es nicht findest......... fragen!


    Frohe Weihnachten wünscht
    Günter

  • Hallo Gast,
    Bei wärmeren Temperaturen wie von Dir beschrieben sitzen die Bienen schon etwas lockerer,die beträufelten nässeren Bienen bewegen sich von der aufgelockerten Wintertraube weg und gehen dann mit dem Wirkstoff,der ja eigentlich die anderen Bienen erreichen sollte zu Grunde.
    Also umso kälter umso besser,Du kannst auch bei Minustemperaturen behandeln.
    (Erfahrungswerte aus 20 Jahren Erwerbsimkerei ).
    Habe bisher die Restentmilbung in den letzen 20 Jahren immer erfolgreich mit Perizin durchgeführt.
    Die teure Honigrückstandsuntersuchung
    aus der diejährigen Ernte gab überall ein n.n.
    Hallo Günter,
    Du hast recht es entsteht bei der Öxalsäure momentan so gut wie kein Totenfall,aber das Ausmaß des Bienemasseverlustes durch die Verkürzung der Lebenserwartung der Winterbienen ist mit ca 15% Masseverlust (2000 bis 3000 Bienen) im Frühjahr erschreckend.(Nachzulesen beim Schweizer Bienenforschungsinstitut)
    Da sind mir 20-50 Bienen Soforttotenfall
    ohne Abschwächung der Gesamtbienenmasse doch viel lieber.



    Gruß
    Rainer

  • Danke Johannes, für das OS-Abtrennen. :wink:


    Ich habe wie von Michael beschrieben mit Perizin behandelt und bin nun über die Windelergebnisse sehr erstaunt:
    Völker, die vorher ein, zwei Milben pro Woche auf der Windel hatten, haben dennoch richtig was abgeworfen. Ich schätze so 50-100 Milben.
    Völker die vorher 50 Milben und mehr pro Woche (also mehr als 5 am Tag) hatten, haben auch nur so um die 100 Milben abgegeben. Ich kann das nicht verstehen und mache mir nun natürlich Sorgen.


    Deshalb werde ich, wie in der Gebrauchsanweisung angegeben, morgen erneut mit Perizin behandeln und hoffen, daß dann nun endlich mal alle Milben abkratzen und ich die abkratzen kann.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    vielleicht -ich weiß es nicht- hängt die Sache auch mit der Altersstruktur der Milben zusammen.
    In einem Volk, das lange aus der Brut ist, sind die Milben ja auch schon etwas älter. Ein Jungvolk, das bis -wie bei mir festgestellt- im November noch Brut gepflegt hat, hat sicher mehr jüngere Varroen, die dann als natürlicher Totenfall kaum erfasst werden.
    Aber nix genaues weiß ich nicht.
    Vielleicht noch ein Tipp:
    Für die Nachbehandlung suche ich mir immer die "Ausreißer" aus,d.h. die Völker mit den meisten und die mit den wenigsten Varroen.
    Wenn ich dann sehe, ob noch Varroen fallen und wie viele, dann entscheide ich über eine generelle zweite Behandlung.


    Alles Gute

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Hallo Michael,


    ich hab' auch über die Altersstruktur nachgedacht, bin aber zu keinem logischen Ergebnis gekommen. Wenn noch Brut schlüpft gibt es auch viele nicht lebensfähige, helle Milben. Diese fehlen bei meinen Völkern, könne das Bild also auch nicht verfälschen.


    Oder die Milben sterben natürlichen Todes, weil sie schon so alt sind. Nur hatte das Volk mit dem hohen natürlichen Milbenfall und dem geringen behandlungsbedingten sehr lange Brut. Da müsten ja die Milben eigentlich auch noch jung und top fit sein.


    Mir ist das jetz aber S.. (ehr) egal. Ich schmeiß nei Perizin und dann sehen wir mal wer mir meine Bienen zu Sau macht. Es kann nur einen geben! :evil:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Liebe Leser,


    habe nun ach auch ein zweites Mal mit Perizin behandelt und hatte wieder höchst unterschiedlichen Fall. Völker die nach der ersten Behandlung (ohne voher auffällig zu sein) sehr viele Milben abgegeben haben, haben jetzt einige wenige oder keine verloren. Wohingegen Völker, die bei der ersten Behandlung schon nur wenige Milben verloren haben, jetz nochmal mit 30, 40 Stück dabei waren.


    Nun sage ich selbst ja immer, daß die Milbenzahlen während der Behandlung nur wenig oder fast nichts aussagen, sondern entscheidend ist, wie hoch der nat. Fall danach ist. Deshalb meine Frage:


    Wann geht erfahrungsgemäß der Perizin-bedingte erhöhte Milbenfall auf das nat. Maß zurück? (Ich bin sozusagen Erstanwender und will mir wieder sicher sein.)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Rainer, Hallo Michael, Hallo liebe Imker,


    Ich habe heute wieder Milben gezählt und bin nun schon wieder verunsichert. Ich hatte am 23.12.03 zum zweiten Mal periziniert und am 25.12.03 die Windeln gereinigt. Der Milbenfall war wie schon beschrieben sehr unterschiedlich. Am zum 31.12.03 habe ich dann wieder Milben gezählt. Ergebnis steht oben. Heute, also nach Rainers Meinung wieder auf natürlichem Niveau, fallen bei manchen Völkern immernoch 7,5 Milben pro Tag, andere sind auf 0,3 runter.


    Was soll ich tun? Nochmal Perizin reinschütten? Oder damit noch warten, weil der Milbenfall doch behandlungsbedingt war? Oder Augen zu und durch und auf die Fänigkeit der erste Drohnenwabe hoffen?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder