Ableger ohne Nachschaffungszellen

  • Zu meiner Verteidigung: der befreudete Imker, von dem ich das Volk erhielt, hat mir Liebig und Aumeier empfohlen. Und da beide auch im Bienen Journal prominent vertreten sind, nahm ich an, daß die beschriebenen Vorgehensweisen geeignet wären... ich wußte es nicht besser.

    Wichtig ist, dass man sich bei Rezepten an die Details und Zeitpunkte hält. Du schriebst glaube ich eingangs mal du hättest „Einfach Imkern“ von Dr. Liebig zuhause. Schau mal da auf Seite 115 im Kapitel „Bildung eines Brutablegers“ „Bei der Bildung Ende April/Anfang Mai genügt ein Brutbrett, Mitte/Ende Mai werden zwei Brutbretter benötigt, Anfang Juni sollten es sogar drei sein, jeweils mit ansitzenden Bienen.“

    Du hast sogar später als Anfang Juni gebildet. Also nächstes Mal mehr Bienen.

    Anfängerin 2019, Warré-Beuten, „klassische Magazinbetriebsweise“ mit Absperrgitter im Naturbau, aktuell 5 Völker

  • Ich habe Freitag Vormittag die Weiselprobe vorgenommen. Der von mir beobachtete Ansatz einer Nachschaffungszelle ist nun zurück gebaut (nur noch kleine Erhebung).

    Dafür befinden sich auf der Weiselprobe auf beiden Seiten jeweils zwei Nachschaffungszellen.

    Ob diese verdeckelt sind kann ich nicht sagen, da ich die Wabe nicht gezogen habe (ich wollte nur kontrollieren, ob die Nachschaffungszellen vorhanden sind).

    Wie genau hast Du nachgeschaut und was genau hast Du gesehen? Ich hoffe, ich täusche mich, aber es klingt, als hättest Du eine Weiselprobe durchgeführt und dann gar nicht richtig nachgeschaut, was diese ergeben hat … :/

  • Du hast sehr viel richtig gemacht. Finde ich total gut. Es gibt nicht die eine Wahrheit in der Imkerei, aber das was rase und @LudgerMerkens da montags mit ihren Gastrednern auf die Beine stellen ist vermutlich online das beste was es im deutschsprachigen Raum online für die Imkerei gibt.


    Vor allem wird erklärt warum bestimmte Dinge funktionieren oder warum bestimmte Vorgehensweisen nicht gut sind. Liebig und Aumeier vermitteln imkern nach Rezept. Man muss aber verstehen warum bestimmte Dinge gemacht werden.


    Mach die Montagsimker zu einem festen Termin und du wirst deinen Horizont enorm erweitern.


    Ich bin froh, dass ein weiterer Imker vom 1-Wabenkrüppel „geheilt“ wurde 😉


    Viel Erfolg auf deinem Weg und mit Respekt für die Demut hier deinen Irrtum einzugestehen. Muss man auch erstmal können

  • Du hast sehr viel richtig gemacht. Finde ich total gut. Es gibt nicht die eine Wahrheit in der Imkerei, aber das was rase und @LudgerMerkens da montags mit ihren Gastrednern auf die Beine stellen ist vermutlich online das beste was es im deutschsprachigen Raum online für die Imkerei gibt.

    Bezüglich Varroabehandlung, Königinnenzucht und Völkervermehrung ist es sogar besser als alles was es im englischsprachigen YouTube Bereich gibt.

  • Es gibt hier mehrere Aspekte.

    1.Wie viele Nachschaffungszellen ein Volk anzieht hängt nach meiner Erfahrung von der Genetik ab. Gut durchgezüchtete Völker ziehen oft sehr wenige NZ an.

    2. Wie viele NZ ein Volk anzieht, hängt von seiner Stärke ab. Je schwächer ein Volk ist, umso weniger Zellen werden angezogen; wenn es zu schwach ist, werden manchmal keine NZ angezogen.

    3. Je schwächer ein Volk ist, umso mehr ähneln NZ verdeckelten Drohnenzellen. Die Oberfläche ist dann glatt und zeigt kein Muster. Solche NZ werden leicht übersehen. Die Königinnen sind entsprechend klein.

    4. Wenn man einen Einwabenableger bildet, muss man sich über das Ziel klar sein. Wenn man ein überwinterungsfähiges Volk erhalten will, ist die beste Zeit Anfang Mai, nicht Ende Juni. Jetzt wird aus einem Einwabenableger kein überwinterungsfähiges Volk mehr. Wenn das Ziel ist, eine Königin zwischenzuparken oder als Begattungsvölkchen zu nutzen, mit der Absicht, die Königin im September in ein Volk einzuweiseln, dann ist ein Einwabenableger sinnvoll, der aber sehr gut gegen Räuberei geschützt werden muss. Auch ist hier unbedingt eine fertige Königin oder einer schlupfreife Zelle, die unter guten Bedingungen herangezogen wurde, zu verwenden.

    Gruß Ralph