Völker auf Standplatz vermehren

  • Ich finde die Betrachtung mit den Außenständen, insbesondere für die Brutscheunen/ Varroabomber hier immer ziemlich egozentriert. Schön bei mir aus dem Flugkreis raus, dafür jemand anderem dafür in (direkte) Nachbarschaft? Als Stadtimker manchmal schwierig.


    Gruß, Thorsten

    Und das nimmst du woher? Ich schrieb „Brutscheunen gehören weg von allem“


    Das inkludiert, dass man möglichst (sprich sofern bekannt) keinem Kollegen die Dinger neben die Haustür stellt.

  • Spontan fällt mir der Freiluftkunstschwarm nach Sklenar ein, allerdings habe ich da keine Erfahrungswerte diesen am selben Stand aufzustellen. Und es wird hierfür eine begattete KÖ benötigt...Könnte das am selben Stand klappen?

    Das könnte gehen. Ist trotzdem riskant, wenn sich ein paar Bienen an ihre alte Heimat erinnern und Du schon am füttern bist....

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Pinte

    Das nehme ich daher, dass es hier bei mir sehr schwierig ist,

    "weg von allen" aufzustellen, wenn man nicht 20km weit dafür fährt. Und man aufgrund der hohen Imkerdichte hier bei mir gar nicht alle Kollegen kennt.
    Ich vermute, da unterscheidet sich der Großraum Münster/Osnabrück etwas vom Ruhrgebiet. Kenne ich aber nur aus der Sicht von der A1.


    Gruß, Thorsten

  • Pinte

    Das nehme ich daher, dass es hier bei mir sehr schwierig ist,

    "weg von allen" aufzustellen, wenn man nicht 20km weit dafür fährt. Und man aufgrund der hohen Imkerdichte hier bei mir gar nicht alle Kollegen kennt.
    Ich vermute, da unterscheidet sich der Großraum Münster/Osnabrück etwas vom Ruhrgebiet. Kenne ich aber nur aus der Sicht von der A1.


    Gruß, Thorsten

    Hier findest du genauso exakt 0 Standorte wo in 3km Umkreis kein anderes Bienenvolk steht.


    Aber ja du hast schon recht. In der Stadt ist es vermutlich schwerer Stände zu finden. Brutscheunen sind ja nur dann wirklich schlimm, wenn sie beräubert werden oder zusammenbrechen und kahlfliegen. Gegen ersteres kann man schon viel machen, zweiteres ist schon schwieriger durch rechtzeitige Diagnose.


    Am Ende hilft es aber, wenn Brutscheunen möglichst abseits stehen von anderen Völkern und ja, ich sehe zu, dass die zumindest nicht in meinem Flugkreis stehen.

  • Spontan fällt mir der Freiluftkunstschwarm nach Sklenar ein, allerdings habe ich da keine Erfahrungswerte diesen am selben Stand aufzustellen. Und es wird hierfür eine begattete KÖ benötigt...Könnte das am selben Stand klappen?

    Ja, funktioniert in der Regel problemlos. Eine Nacht frei hängen lassen und dann am selben Stand einschlagen.

  • Am Standplatz beim Abschleudern. Vorteilhaft ist es, wenn noch ein wenig (Läpper-) Tracht da ist. (etwa Mitte Juli)

    Neuen Boden an einem neuen Platz aufstellen. Bodengitter offen, Flugloch geschlossen.

    Darüber eine Zarge mit 2 ausgebauten Waben und einer Futtertasche Sirup und einer Futtertasche Wasser (für das Wasser eine Kunststoff Futtertasche nehmen, Holzfuttertaschen mit Wasser schimmeln) Rest der Zarge mit Mittelwänden auffüllen. Begattete und legende Königin im Ausfresskäfig in die Zarge hängen.

    Darüber eine Bienenflucht.

    Darüber (2-4)Honigräume von verschiedenen Völkern mit Bienenbesatz.

    Nach einer Nacht Honigräume wegnehmen und schleudern. Bienenflucht auch wegnehmen und Deckel auflegen. Vier Tage so lassen (auch wenn es sehr warm ist, können die Bienen die Temperatur mit dem Wasser regulieren) und dann Flugloch (klein) öffnen.

    Nachdem sich die Bienen eingeflogen haben, die Futtertaschen mit dem Sirup und dem Wasser wegnehmen und durch Mittelwände ersetzen. Varroabehandlung (OS) durchführen. Je nach Wabenmaß gegebenenfalls erweitern und in kleinen Portionen dünn auffüttern.


    Die Bienen bauen die Mittelwände innerhalb weniger Tage aus. Das Volk ist varroabehandelt und sitzt auf neuem Wabenwerk und hat eine junge, legende Königin, die optimalerweise in einem Begattungs- oder Ablegerkasten bereits ihre Leistungsfähigkeit angedeutet hat. Die Perspektive ist optimal. Das sind die Völker, die fast immer gut gedeihen und im Folgejahr die besten Ergebnisse erbringen.

    Gruß Bernd http://www.hommel-blechtechnik.de

    "Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel."

    (Bertrand Russel, englischer Philosoph und Mathematiker 1872 - 1970, Nobelpreis für Literatur 1950)

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  • Ich finde die Betrachtung mit den Außenständen, insbesondere für die Brutscheunen/ Varroabomber hier immer ziemlich egozentriert. Schön bei mir aus dem Flugkreis raus, dafür jemand anderem dafür in (direkte) Nachbarschaft? Als Stadtimker manchmal schwierig.


    Gruß, Thorsten

    Es geht nicht darum dass keine anderen Völker im Flugkreis sind. Es geht darum, dass die Spendervölker nicht mehr im Flugkreis sind. Sonst fliegen Bienen von den Brutscheunen aus nach Hause und sagen, wo es Honig zu holen gibt und dann holen sich die sanierten Fluglinge beim stillen Räubern die Varroen, die man mit der Brut rausgenommen hat, gleich wieder zurück.

    Da die Brut kontinuierlich schlüpft, bleibt immer rein Restrisiko, dass sowas auch noch ein paar Tage später passiert.

  • Es geht nicht darum dass keine anderen Völker im Flugkreis sind. Es geht darum, dass die Spendervölker nicht mehr im Flugkreis sind. Sonst fliegen Bienen von den Brutscheunen aus nach Hause und sagen, wo es Honig zu holen gibt und dann holen sich die sanierten Fluglinge beim stillen Räubern die Varroen, die man mit der Brut rausgenommen hat, gleich wieder zurück.

    Da die Brut kontinuierlich schlüpft, bleibt immer rein Restrisiko, dass sowas auch noch ein paar Tage später passiert.

    Komisch, bei mir funktioniert das am Stand jetzt im fünften Jahr problemlos. Ableger 2 x verstellen hilft scheinbar. Plus wie ich weiter oben schrieb, konsequent Brutkisten wie auch immer man sie nennt mit unattraktivem Futter versehe und SOFORT behandeln.

    Tote Varroen gehen nicht mehr auf Reisen.

    Man müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn man meint, Ableger würden kein Opfer von "echter" Räuberei auf dem Ablegerstand (selbstverständlich auch auf dem Heimstand).

    Daher würde ich die selbst dort nicht ohne sofortige Behandlung aufstellen. Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, warum man das Bruder Adam-Prinzip (die Geschichte mit dem Paradies) mit den Milben veranstaltet, um sie dann hinterher doch zu killen. Nur damit man trendgerecht brutfrei behandeln kann? Wegen mir...

  • Danke euch für den Input.

    Wird nun doch nur ein Kunstschwarm.

    Aktuell auf vier Völkern jeweils zwei Honigräume drauf. Wobei bei einem Volk im zweiten nicht viele Bienen drin sind.


    Wenn ich alle Honigräume nutze zum einen Kunstschwarm bilden, ist zu viel oder?