Völkerzahl in Naturschutzgebieten / Aktiv werden gegen drohende Aufstellverbote

  • Wir haben in Österreich die gleichen Probleme. Wildbienenfreunde wollen da in Schutzgebieten die Honigbiene verbieten. Das läuft nun schon einige Jahre. Zu Beginn der Diskussion kam das Ganze in Österreich aus dem Rassenstreit. Die Buckfastzüchter haben im Burgenland eine staatlich anerkannte Belegstelle beantragt, die Carnicafreunde (vor allem ein Tierarzt aus einem Nachbarbundesland ...) haben diese bekämpft mit dem Argument das ist eine künstliche industrielle Hochleistungsbiene die den Wildbienen die Nahrung wegfrisst. Die Carnica sei an die lokalen Wildbienen angepasst. Gut nach gut einem Jahrzehnt genehmigten die Politiker die Belegstelle dann doch. Aber dann kamen die Dunkle Biene Freunde in OÖ mit demselben Argument (ursprüngliches Dunkle Gebiet) die C sei eine hybridisierte künstliche Hochleistungsbiene ... und wetterten gegen die Carnica. Hatte Folgen ... Und jetzt kommen die Wildbienenfreunde mit demselben Argument gegen alle Honigbienen. Die Geister die man rief ...


    Relativ zu Beginn des Threads stand Hobbyimkerei zulassen, Erwerb weg ... Leute, EU rechtlich und aus der Notwendigkeit für Bestäubung für die Landwirtschaft ist es anders rum. Derartige Vorschläge hätten ein Verbot der Hobbyimkerei zur Folge. Den Erwerb trifft es als Letztes. Kommen zB. Beschränkungen ala Anzahl Völker x pro km, dann ist klar, dass der Erwerb Vorrang hat. Das hat Grundrechtliche Ursachen und EU rechtliche und und


    In Österreich geht es bei diesem Streit um ca. 1/3 der Staatsfläche. In Bundesländern wie Wien um fast die ganze Stadt und Salzburg um ca. 2/3 des Bundeslandes. In Oberösterreich ist man so weit, dass eine staatlich geschützte Belegstelle geschlossen werden musste und im dortigen Nationalpark Bienenhalteverbot gilt. Auf Widmung Wohngebiet 3 Völker pro Baugrund als Kleintierhaltung erlaubt und das nach einem medialen Aufschrei. Die Grenze lag schon bei verboten. Also da bereits der Beginn der Trennung von Hobby und Erwerb. Gnädigerweise darf der Hausbesitzer noch bzw. wieder 3 Völker auf seinem eigenen Grund halten. Noch gibt es keine Regelung außerhalb vom Wohngebiet. In OÖ sind die Widmungskategorien aber klar. Im Wohngebiet haben Bürger also Hobbyisten Vorrang, in den anderen Widmungskategorien der Erwerb. Kommt da der logische nächste Schritt auch noch war's das für die Hobbyimkerei. Diese Teilung ist in Oberösterreich in den Widmungen sehr konsequent umgesetzt, ist aber im Großen und Ganzen von EU Recht und Grundrechten gedeckt.


    Wie gesagt, wer als Imker dafür ist Flächenbegrenzungen einzuführen, dem soll schon klar sein, dass er damit auf den meisten Flächen ein Verbot der Hobbyimkerei fordert.

  • Ich muss Mal kurz nachhaken, da ich den Chat zwar Recht aufmerksam verfolgt habe, aber ich noch keinen Link oder Verweis auf diese Vorhaben gesehen habe. Hab ich es übersehen oder wo kann ich mir die Infos zu den geplanten Regelungen ansehen.

    Danke und beste Grüße

    Uli

  • Wie gesagt, wer als Imker dafür ist Flächenbegrenzungen einzuführen, dem soll schon klar sein, dass er damit auf den meisten Flächen ein Verbot der Hobbyimkerei fordert.

    In Deutschland steht zur Entscheidung, salop ausgedrückt, "...generelles Honigbienenaufstellverbot in Naturschtzgebieten und 3 km drum herum..."

  • Eh, aber das ist ja nur ein erster Schritt. Wir wissen aus den Gesprächen aus Österreich, dass es Teilen der Wildbienenfreunde um ein generelles Verbot geht. Die Naturparks sind erst der Anfang, dann geht es um Landverbindungen zwischen den Parks ... Das hört ja nicht auf, wenn man denen entgegenkommt. Ich hatte da die letzten Jahre dazu mehrere Gespräche mit Ämtern, Wildbienenfreunde, Imkern, Politikern, dass ich nicht mehr daran glaube, dass Schluss ist wenn eine Fläche gesperrt wird. Schritt für Schritt ... Die Sperrung der Heide oder einzelner Parks ist nur ein Schritt.


    Und auf den Flächen die frei bleiben wird es enger, was auch dann in Folge Konsequenzen hat.

  • Eh, aber das ist ja nur ein erster Schritt.

    Es sollte Dir klar sein das dieser "erste Schritt" schon große Teile Deutschlands umfasst, fast ganz Oberbayern und alle unsere Hochgebirgsbelegstellen betrifft - Ausnahme Stadtzentren wie München, Berlin etc.

  • Wie gesagt, wer als Imker dafür ist Flächenbegrenzungen einzuführen, dem soll schon klar sein, dass er damit auf den meisten Flächen ein Verbot der Hobbyimkerei fordert.

    In Deutschland steht zur Entscheidung, salop ausgedrückt, "...generelles Honigbienenaufstellverbot in Naturschtzgebieten und 3 km drum herum..."

    Wo genau steht das zur Entscheidung?

  • Wie gesagt, wer als Imker dafür ist Flächenbegrenzungen einzuführen, dem soll schon klar sein, dass er damit auf den meisten Flächen ein Verbot der Hobbyimkerei fordert.

    In Deutschland steht zur Entscheidung, salop ausgedrückt, "...generelles Honigbienenaufstellverbot in Naturschtzgebieten und 3 km drum herum..."

    Wo genau steht das zur Entscheidung?

    Nachdem es heißt Entscheidung wird es um die politische Ebene und um die Ämter Ebene gehen. Bei uns in Österreich marschieren die Wildbienenfreunde auch längst bei Naturschutzbehörden und Politikern aus und ein und versuchen die von Verboten zu überzeugen.

  • Wo genau steht das zur Entscheidung?

    Entscheidungen sind immer nur das Ende der vorangegangenen Debatten. Wenn entschieden wurde, ist es gelaufen!


    Die Debatte ist entscheidend und da zeigen sich die NGO's sehr spröde. Ich könnte andere Beispiele aus dem Kommunaĺbereich beschreiben, wo irrwitzige Sachen als "Erfolg" verkauft wird, nachdem die sog. Experten zur Rate gezogen wurden. Mit diesen Leuten zu diskutieren, ist anstrengend, weil sie die Weisheit mit Löffeln zu sich genommen haben - allwissend!


    Unsere Verbände sind gut beraten, sich dieses Themas intensiv anzunehmen, um Dinge zu vermeiden, deren Wirksamkeit und Effekte höchst zweifelhaft sind.


    Ich habe mehrfach den Eindruck gewonnen, es geht nicht um den Schutz der Wildbienen, sondern darum, das eigene Narrativ zu realisieren und klar zu machen, dass es trotz demokratischer Strukturen Mittel und Wege gibt, NGO-Standpunkte durchzusetzen.

  • ich bin vor kurzem umgezogen. hier gibts deutlich mehr Wildbienen und andere Insekten und Pflanzen die ich vorher nicht mal kannte. Hauptsächlich weil hinter der Bebauung ein großer Wald beginnt und die Flächen für die moderne Landwirtschaft nicht attraktiv genug sind zum bewirtschaften und auf der anderen Seite schon das Stadtgebiet beginnt. Dadurch hat die Natur noch einen gesunden Rückzugsraum ohne Pestizide und co.

    Es gibt hier ein deutliches Überangebot an Nahrung. Ich nehme wahr, dass meine Bienen vor allem auf größere Trachten anspringt (die es hier auch gibt) und die Wildbienen kleine Wiesen und Kräuter anfliegen. konnte hier bisher nicht beobachten, dass meine Bienen großflächig Blüten besetzen wo ich Tage zuvor noch WIldbienen gesehen habe. Scheint mir durch das Nahrungsüberangebot ein buntes Nebeneinander zu sein, wo jeder sein Platz im System hat.


    Daher hab ich die Schlussfolgerung für mich gezogen: wo es ein gleichmäßiges(!) Überangebot an Nahrung gibt, hast du kein Problem. Problem ist aber, dass das immer seltener wird. Und die Nutzungsart der Flächen und die Rückzugsräume immer kleiner werden. Wenn wir ein gesundes ÖkoSystem haben, werden sich Bienen nicht um die Blüte streiten. Dann ist genug Platz für alle da. Von daher versteh ich nicht wieso man nicht mehr Kraft darauf verwendet mehr Ausgleichsflächen zu schaffen und Rückzugsgebiete zu vergrößern.


    mich nervt langsam aber dieses pseudo-wissenschaftliche, links-radikale Denken...

    Ich kann für so ziemlich alles Studien ranziehen um meine Thesen zu stützen (und ich hab tatsächlich auch gelernt was es heißt wirklich wissenschaftlich zu arbeiten - bin deshalb anfangs nämlich fast aus dem Studium geflogen, weil ich munter Zitate und Studien eingefügt hab).

    1. ist fraglich ob die Studien genau diese Argumente so abdecken (und die wenigsten haben die Zeit und das Wissen das genau zu überprüfen)

    2. nennt man das Framing und erzeugt weder auf der einen noch auf der andren Seite Vertrauen

    3. ist der Natur die Studienlage herzlich egal.


    Dieses schwarz-weiß-radikal Denken führt doch zu nix.

    Ich will ein Land das durch gesunden Menschenverstand besticht und differenzieren kann.In der Welt von 30sek Insta Reels und Bild-Headlines verdummt die Bevölkerung und lässt eine anständig geführte Diskussion überhaupt nicht mehr zu. Das zieht sich durch bis in die kleinsten Vereine und macht einfach nur müde.

    Und trotzdem erwisch ich mich immer wieder dabei, dass ich mir Gedanken über solche Vorwürfe mache und mich frage ob das so richtig ist wie ich es tu.

    Ich bin langsam an dem Punkt, dass mir das alles scheiß egal ist und ich nur noch mein Ding mach, weil ich absolut keinen Bock mehr auf diese sinnfreien Dikussionen überall hab die mittlerweile ein Ausmaß angenommen haben, dass der Schaden den Nutzen überwiegt, weil sie nur noch blockieren und Kraft kosten.

    Ist das jetzt besser? ganz sicher nicht...

  • Meines Wissens geht es um ein "generelles Aufstellverbot" - also auch auf Deinem Grund & Boden...

    Der Naturschutz hat noch nie auf privat Eigentum Rücksicht genommen...

    Gib doch einfach mal eine Quelle an. Die wurde schon mehrfach abgefragt. Meine Suchmaschine spuckt nichts aus, ausser dem DIB Statement v. 24.06.2021

  • tobeekeeping, Du beschreibst es treffend.


    Das Problem liegt in der Verfügbarkeit der Requisiten, wie der Experte Westrich es beschreibt (Nahrungsangebot, Nistmöglichkeiten, Verfügbarkeit von Nistbaumaterialien).


    In einem Industriestaat mit großen Gewerbegebieten, einer hocheffiziente Agrarindustrie, die jeden qm nutzt und einer Bevölkerungsdichte von 234 / qkm (zum Vergleich Polen 123 / qkm) bleibt schlicht immer weniger Platz für die "reine Natur". Nicht zu vergessen die Waldbewirtschaftung und die kommunale Mähwut, die das ganze Jahr über zuschlägt.


    Ein echtes Interesse an der Verbesserung der Situation für die Wildbienen müsste exakt dort ansetzen. Da würde man sich als NGO mit sehr starken Lobbyverbänden anlegen, wo der Erfolg eher gering sein dürfte. So weit reichen die Mittel der NGO's dann doch nicht; denn es wären ja politisch weitreichende Änderungen vonnöten.


    Da legt man sich doch lieber mit dem schwächsten Glied der Kette an, das eher keine Strategie gegenüber solchen Interventionen hat.

  • Ich vermute, das es so ist wie es hier mehrfach anklang:

    Es geht überhaupt nicht die Honigbiene/Wildbiene sondern um die Auslegungshoheit

    d.h. wer bestimmt was gut ist (Naturschutz) und was nicht.

    Ich vermute das haben unsere Verbände, im Gegensatz zu NABU und Co, noch nicht erkannt.

    Wahrscheinlich wird es so laufen wie bei den Jägern. Erst, mehr oder weniger, unmerkliche Ausgrenzung ->darauf hin klagt der Verband, ->gewinnt -> feiert seinen Erfolg und schlummert, ob seines Erfolgs, selig weiter. Bis er merkt das er er zu keiner Gesprächsrunde mehr eingeladen wird, weil überall die anderen Vereine als "Sachverständige" sitzen.

    VG

    Martin

    P.S. Mir ist aber auch aufgefallen das immer mehr Imker gibt die tatsächlich herzlich wenig Ahnung von den Vorgängen in der, sie umgebenden Natur, haben--> außer von Bienen das ist m.E. zu wenig!

  • Nachdem es heißt Entscheidung wird es um die politische Ebene und um die Ämter Ebene gehen.

    Eben nicht. Es gibt auf dieser Ebene momentan grad mal garnichts.

    Es wird einfach eine Behauptung aufgestellt und alle springen drauf an.

    Ob falsch oder nicht, - egal. Beleg unnötig.


    Es gibt öffentliche Forderungen eines Teils einiger Naturschutzverbände, gefordert wird viel. Aber mehr auch nicht.

    Für kleinere Gebiete gibt es durchaus auch heute schon Einschränkungen, die auf Betreiben der Naurschutzverbände eingesetzt wurden, aber die hier diskutierten Maximalforderungen stehen nirgends zur Entscheidung.

    Das kann sich natürlich ändern.

    Viele Gebiete, in denen strikte Verbote und Einschränkungen gelten, haben die Naturschutzverbände gekauft. Das verschafft ihnen eine ganz andere Position.

    Es gibt offensichtlich sehr viele Menschen, die dieses Handeln gutheißen und unterstützen.

    Es steht den Imkern frei, sich ebenso um Unterstützer zu bemühen.

    Hat man dafür ausreichend gute Argumente?

    "Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“ Pippi Langstrumpf