Völkerzahl in Naturschutzgebieten / Aktiv werden gegen drohende Aufstellverbote

  • Generell: Sind nicht die Imker die Profis, wenn es um Insekten im weitesten Sinne geht? Ich stelle in Gesprächen mit Imkern immer wieder fest, daß ihr Interesse und Engagement nicht bei der Honigbiene und ihrer Haltung aufhört.


    Fragt man in der Bevölkerung, welcher Verein/Verband sich für die Natur einsetzt, dann hört man NABU oder BUND. Aber hört man auch "unser örtlicher Imkerverein"?


    Wer hat also die bessere bzw stärkere Lobby im Volk und Politik?

  • schau dir mal die einzelnen Zahlungen an

    Bei deinem Link finde ich unter "Nabu" genau 2 Organisationen, die für Flächen Zuschüsse bekommen.

    Ich könnte mir vorstellen, daß man sich z.B. Streuobst-Projekte auch via Flächenprämie fördern läßt. Der Imker-Verein hätte zwar die Arbeit der Bewirtschaftung, aber könnte sich so auch in der Öffentlichkeit präsentieren.

    Was hält dich ab?

  • Berggeist, du muß "weiterblättern" bei dem Agrarzahlungs-Portal.

    Ich bekommen 50 Begünstigte angezeigt bei "NABU".


    Bei "BUND" sind es 52 Begünstigte, ABER: Das sind auch Empfänger dabei, die in ihrem Nachnamen "Bund" mit drin haben, wie z.B. "Bundschuh".


    Es geht ja nicht darum, ob ich persönlich mir eine Streuobstwiese fördern lasse sondern darum, daß die Lobby der Imkerei gegenüber dem NABU schwach ist und dies dazu führen kann, daß zukünftig keine Imkerei mehr in Naturschutzgebieten stattfinden kann.

  • Soweit mir bekannt sind "Basisprämie", "Umverteilungsprämie" und "Greening-Prämie" flächengebunden.


    Bei "Basisdienstleistung und Dorferneuerung" handelt es sich um andere Dinge, die recht breit gefasst sind:


    "Die Förderung umfasst die Sicherung lokaler Basisdienstleistungen, der Dorferneuerung und dem ländlichen Charakter angepasste Infrastrukturen (einschließlich Breitband und erneuerbare Energien). Die Maßnahmen dienen dem Erhalt und der Stärkung einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft, dem Erhalt und der Entwicklung von Biodiversität, dem Schutz und der Entwicklung des Grundwassers und der Oberflächengewässer sowie der Bewältigung des demografischen Wandels einschließlich Erhalt der Daseinsvorsorge und Lebensqualität in den ländlichen Räumen. Damit sollen insbesondere die Lebens-, Wohn-, Arbeits- und Umweltverhältnisse sowie die Attraktivität des ländlichen Raums verbessert und die ländliche Wirtschaft gestärkt werden.

    Durch die Dorferneuerung sollen die Dörfer auf künftige Erfordernisse vorbereitet und städtebaulich unbefriedigende Zustände behoben werden. Neben baulich-gestalterischen und infrastrukturellen Vorhaben sowie Beiträgen zur Innenentwicklung der Dörfer, zur Energiewende und zum Klimaschutz wird eine intensive Beschäftigung der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Lebensraum angestrebt und selbstverantwortliches Handeln auf dörflicher Ebene angeregt."

  • Welche Vorraussetzungen zur Beantragung notwendig sind, weiß ich nicht, aber es beschränkt sich nicht auf landwirtschaftliche Betriebe.


    Empfänger sind z.B. Kommunen, Kirchengemeinde usw.


    Kommunen und Kirchengemeinden haben zwar auch oftmals Flächen, aber die sind üblicherweise an z.B. Landwirte verpachtet und dieser Bewirtschafter bekommt die zugehörigen "Flächenprämien". Das sind dann u.a. die Direktzahlungen.


    Mir wäre es neu, daß die Kirche im Nachbarort einen landwirtschaftlichen Betrieb führen würde (es wird auch keine Basis-Prämie oder dergleichen aufgeführt), aber sie erhielt über 64.000 Euro aus dem Programm "ELER: Basisdienstleistungen und Dorferneuerung".

  • Sind nicht die Imker die Profis, wenn es um Insekten im weitesten Sinne geht? Ich stelle in Gesprächen mit Imkern immer wieder fest, daß ihr Interesse und Engagement nicht bei der Honigbiene und ihrer Haltung aufhört.


    Fragt man in der Bevölkerung, welcher Verein/Verband sich für die Natur einsetzt, dann hört man NABU oder BUND. Aber hört man auch "unser örtlicher Imkerverein"?


    Sorry, aber das Narrativ, wonach die Naturschützer die Deppen sind, die der Natur schaden, während andere Gruppierungen (Jäger, Imker, Bauern...) ja in Wahrheit die besseren Naturschützer seien, weil sie doch sooooo viieeeel Ahnung davon haben, kann ich echt nicht mehr hören.


    Der Durchschnitts-Jungimker konnte vor dem ersten Imkerkurs vielfach genau wie die Masse der Laien keine Wespe von der Biene unterscheiden. Es gibt kundige Imker, aber die Masse ist bezüglich Natur-Kompetenz zunächst mal nicht viel anders wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Wenn ich mir dann anschaue, was bei den Jägerkursen so alles antanzt, nee, echt nicht, Naturkompetenz um den großen Zampano zu geben ist da allermeistens nicht vorhanden. Das bißchen Jägerkurs ändert daran dann nicht so rasend viel.


    Wenn ich an Naturschutz denke, würde selbst ich als Imker nun wirklich nicht an einen Imkerverein denken. Hie und da mal ein paar Weidenstecklinge oder einen Blühstreifen anlegen oder den Nachbarn vom Giftspritzen abhalten ist in meinen Augen keine Kompetenz um beim Schutz von Wildbienenarten wirklich mitreden zu können. Es fehlt ja schon an Artenkenntnis, welcher Imker kann schon die gehörnte Mauerbiene erkennen und selbst wenn. spätestens danach ist sowieso bei 99,9% der Imker Schluss, geschweige denn Wissen über Lebensweise etc.


    Imker als Naturschützer hinstellen das geht viel zu weit, wir sind Naturnützer, die wie viele andere Nutzer auch natürlich auch ein wenig drauf schauen, dass die Natur oder besser, die Landschaft für uns "nutzbar" bleibt, aber Naturschutz im eigentlichen Sinne, nee, das könnt ihr der Bevölkerung meiner Meinung nach für die Masse der Imker nicht ernsthaft verkaufen.

    Schaut euch um in den Vereinen und lasst die Gesichter geistig vorbeiziehen - Naturschutz?? Ernsthaft?

    Ich kenne einige Vereine und die Mitglieder, da sitzt der Durchschnitt der Bevölkerung mit einem kleinen BIAS in Richtung etwas mehr Naturverständnis, mehr aber auch nicht.

  • Man, hier geht es um "Völkerzahl in Naturschutzgebieten / Aktiv werden gegen drohende Aufstellverbote"

    Euren Subventonsstreit könnt Ihr in einem eigenen Faden führen....- scheinbar ist Euch nicht klar das wir bald z.B. in halb Oberbayern keine Völker mehr aufstellen dürfen wenn die mit Ihrem Antrag durchkommen...



    Jeder kann dem Narrativ der Nahrungskonkurenz nachvollziehen. Ohne besondere Vorkenntnisse versteht man, dass viele Honigbienen viel Nektar abgreifen und damit weniger für die Wildbienen oder andere Insekten wie Käfer übrig bleibt.

    Falsch, die meisten Wildbienen sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und stehen NICHT in der Nahrungskonkurenz mit den Honigbienen....

  • FranzXR, nicht nur in Oberbayern wäre die Imkerei durch ein Aufstellverbot betroffen.

    Bei mir sieht's nicht anders aus. Für meine imkernden Kumpels wäre Feierabend.

    Mehrere aufeinfanderfolgende Naturschutzgebiete mit weniger als 6 km Abstand (6 = 2 x 3) zueinander würden ein riesiges Gebiet zur Tabu-Zone für Bienenhaltung machen. In meinen Augen völlig irre.

    Ich dürfte mir dann übrigens auch nie Bienen aufstellen.


    Was wäre deine Strategie, um dieses Aufstellverbot zu verhindern?


    Ich denke, es kann nur die Imkerschaft gechlossen dagegen angehen. Der einzelne wird machtlos sein.

    Ich sehe aber dann, daß von der Gegenseite argumentiert werden wird: Die Imker haben Angst um ihre Honigtöpfe.


    Und ich befürchte auch, daß die Strukturen für ein erfolgreiches Vorgehen gegen so ein Aufstellverbot oder auch nur eine -Reglementierung bei den Imkerfreunden fehlen.

  • Der NABU stellt doch inzwischen schon die entscheidenden Minister. Wer soll das denn noch verhindern? Das seh ich nicht.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Der NABU stellt doch inzwischen schon die entscheidenden Minister. Wer soll das denn noch verhindern? Das seh ich nicht.

    Kannst Du das auch erklären? Mir wäre das neu.

    Seit 2010 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Dann wärst Du mal die Tage beim NABU Salon in Berlin gewesen. Cem war auch da. Schwäbisch ist die neue Währung - und man kennt sich.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife