Königinnen aus dem SBA drohnenbrütig

  • Hätte ich die Drohnenbrütigkeit schon beim Zusetzen der Zuchtzellen erkannt, hätte ich nichts mehr zugehängt.

    Ist wie gesagt auch schon viele Jahre her und sollte bestimmt keine Arbeitsanleitung sein. In der Hauptsaison muss ich öfter auf Herausforderungen reagieren, auf die ich nicht vorbereitet bin bzw. die anders geplant sind. Ich war damals jedenfalls erstaunt wie schnell Drohnenbrütigkeit entstehen kann, wenn Brut fehlt.

    Also wenn die Umstände passen, und die Königinnen in den Begattungsablegern gut aussehen, besteht die Möglichkeit, dass die Geschichte gut ausgeht und die Königinnen regulär begattet worden sind.


    Herzliche Grüße Thomas

    "Ihr müsst mich nicht mit Widerspruch verwirren, sobald man spricht, beginnt man schon zu irren"

    - Goethe -

  • Riesimker Ließ dir die Hinweise von WFLP und wasgau immen durch.

    Der Zeitplan ist wichtig. Die Königin können nachdem Schlupf nicht sofort ausfliegen, chitin muss erst aushärten und die Flügel ausreichend gespannt und trocken sein.

    Dann muss die Königin erstmal ausreichend gefüttert werden, damit sie einen Flug schafft. Sie wird ab dem 4 Tag, brüftig und kann ausfliegen. Wenn das Wetter mitspielt. Nachdem Begattungsflug braucht es einige Tag, dass die Königin stiftet.


    Daher sind 9 Tage vom Schlupf bis zum ersten Ei das absolut schnellste, was biologisch mit einer Königin geht. Eher braucht es länger.

    Und diese Zeit braucht sie auch bei Drohnenbrütigkeit.

    Allerdings ist es maximal unwahrscheinlich, dass bei dir in der Umgebung keine Drohnen mehr sind. Und dass die Königinnen direkt nur einmal ausfliegen.


    Man bedenke, einige machen auch künstliche Besamung und dort werden die Königinnen erst nach 10 Tagen besamt. Und man weiß, dass diese Königinnen, trotz der Besamung auch nochmal zum Begattungsflug aufbrechen können.

    Das heisst, wenn der Begattungsflug ereignislos bleibt, versucht die Königin es weiter.


    Somit ist die Frage, was das für Brut ist, und wer sie gelegt hat, völlig berechtigt.

    Es ist eine spannende Frage und vielleicht ist auch ein Fehler passiert. Trotzdem bitte gib uns hier Bilder von der Brut und der Königin. Wir können alle nur aus Fehlern lernen.

  • Ein schönes Beispiel für ein vermeintliches Paradoxon. Danke Nasanov für Deinen Erfahrungsbericht - sehr lehrreich!


    Ich habe das so noch nicht erlebt - solange eine intakte WZ im Volk ist, gibt's eine Perspektive. Im üblichen SBA sind ja z.B. mindestens 12 Tage ältere Brut und WZ drin und es fehlt das Königinnenpheromon; dennoch keine Afterweiseln. Im Begattungsableger ist auch eine WZ bzw. eine Jungkönigin drin und dann Afterweiseln ??


    Verständlich ist es für mich nicht; denn neben dem Königinpheromon muss es ja eine Steuerung geben, die genau das unterbindet.


    Sondern werdende Kö's in WZ schon Pheromone ab ?

  • Sondern werdende Kö's in WZ schon Pheromone ab ?

    Würde nichts bringen, da die täglich produzierte Pheromonmenge per Trophallaxis und durch das Betüdeln der Königin im Volk verteilt wird. WZ ist verschlossen.

    Dass sich in Begattungseinheiten derart schnell Afterweiseln entwickeln sollen, ist mir allerdings auch noch nicht untergekommen.

  • laut Seeley zeigt das Königinnenpheromon an, dass eine Königin anwesend ist und hält die Arbeiterinnen davon ab neue Königinnen zu ziehen.


    Die Pheromonabgabe der Brut hält dagegen die Arbeiterinnen davon ab selbst Eier zu legen bzw. bewirkt die Unterentwicklung der Eierstöcke.


    Ca. 10% aller gelegten Drohneneier stammen laut Seeley generell von Arbeiterinnen, diese werden aber innhalb von 2 Stunden von anderen Arbeiterinnen zerstört, da das Verwandschaftsverhältniss vom Drohnenei der Königin zu den Arbeiterinnen höher ist (ca. 25%), als das Drohnenei einer Arbeiterin zu ihren Halbschwestern (ca. 15%)


    Seeley kommt zum Resultat, dass dadurch immerhin noch 0,1% aller aufgezogenen Drohnen von Arbeiterinnen stammen.

    -> "Honigbienen - Im Mikrokosmos des Bienenstocks" Thomas D. Seeley


    Also scheinen wohl immer einige eierlegende Arbeiterinnen vorhanden zu sein, fällt im Normalfall aber nicht auf, höchstens durch vereinzelte Drohnenzellen im Honigraum.


    Herzliche Grüße Thomas

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  • Seeley kommt zum Resultat, dass dadurch immerhin noch 0,1% aller aufgezogenen Drohnen von Arbeiterinnen stammen.

    -> "Honigbienen - Im Mikrokosmos des Bienenstocks" Thomas D. Seeley


    Also scheinen wohl immer einige eierlegende Arbeiterinnen vorhanden zu sein, fällt im Normalfall aber nicht auf, höchstens durch vereinzelte Drohnenzellen im Honigraum.

    0,1% sind 1 von 1000, da können so viele in der beschriebenen kurzen Zeit nicht entstanden sein.


    Wie aufwändig die Messung war (Verwandtschaftsverhältnis mittels PCR oder Sequenzierung auf bestimmte Markergene) möchte ich nicht wissen...


    Rein praktisch habe ich bisher noch niemals drohnenbrütige Kö's aus dem üblichen SBA-Verfahren gesehen. O.k., ich mach' ja erst seit 11 Jahren in Bienen; heißt nix.

  • Zitat von beemax

    0,1% sind 1 von 1000, da können so viele in der beschriebenen kurzen Zeit nicht entstanden sein.

    Die 0,1% beziehen sich auf ein normales Volk mit legender Königin und Brut. Da dort das sogenannte Arbeiterinnen-Policing wirkt, also das gegenseitige Verhindern der Fortpflanzung durch die Arbeiterinnen selbst.

    Wie sich das in einem Begattungsableger verhält, weiß ich nicht.

    Bei mir waren die Begattungsableger einen Tag ohne Brut und ohne Zelle, das hat wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt gereicht um die Arbeiterinnen zu pushen.


    Der Versuch mit den Drohneneiern wurde von Visscher durchgeführt, der genetische Marker benutzte. Diese versetzten ihn in die Lage Drohnen, die von Arbeiterinnen oder der Königin gelegt wurden zu unterscheiden, der Chitinpanzer war andersfarbig. Er sammelte dann akribisch alle Drohnen aus seinen 12 Versuchsvölkern, was immerhin fast 60000 waren.


    Ob diese Informationen weiterhelfen, um zu verstehen was in dem Begattungsableger wirklich passiert ist, sei dahingestellt. Wir wissen nicht genau ob die Königinnen drohnenbrütig sind, oder die Drohnenbrut von eierlegenden Arbeiterinnen stammt. Wäre interessant wann die erste Drohnenbrut schlüpft, in meinem Fall war es sehr zeitnah, nachdem ich die Königinnen auf Eilage kontrollierte, daher war dann klar das die Drohnenbrut nicht von der Königinn seien konnte. Man könnte einige Drohnenzellen aufkratzen und an dem Zustand der Maden das alter schätzen.

    Mir zeigt es nur, dass es viele Möglichkeiten gibt.

    Für #Riesimker hoffe ich natürlich, dass es eierlegende Arbeiterinnen sind und sich das Problem von selbst löst.


    Einen schönen Abend wünsche ich

    "Ihr müsst mich nicht mit Widerspruch verwirren, sobald man spricht, beginnt man schon zu irren"

    - Goethe -

  • Also ich das mal mit meinen EWKs. Die konnte ich nicht sofort zur Belegstelle bringen, weil ich mir das Zuchtmaterial zu früh geholt hatte und ich nicht auf dem Schirm hatte, daß die Belegstellen erst frühestens Ende Mai/Anfang Juni öffnen. Als ich sie dann vor der Fahrt zur Belegstelle inspiziert habe, war überall Buckelbrut drin. Habe dann in Panik die Buckelbrut ausgekratzt, dabei leider auch ein paar Bienen aus den Kästchen eingebüßt. Die Serie ist dann auch nicht besonders gut geworden. Eine Erklärung für die Buckelbrut habe ich nicht wirklich gefunden, aber so was kommt offensichtlich vor.