Propolisallergie

  • Ich hatte letztes Jahr plötzlich zunehmend mit juckenden zugeschwollenen Augen und einem juckendem Halsbereich zu kämpfen, den ich nach einiger Zeit auch mit Propolis in Verbindung gebracht habe.

    Die Symptome traten nicht sofort, sondern immer mit einigen Stunden Verzögerung auf.

    Bis dahin habe ich mich eigentlich für allergiefrei gehalten.

    Konsequentes Tragen von Handschuhen an den Völkern hat die Probleme beseitigt.

    Nach dem Reinigen von Rähmchen im Winter, bei dem ich aus Gedankenlosigkeit keine Handschuhe getragen habe, waren die Probleme in abgeschwächter Form sofort wieder da.

    Seit einigen Wochen merke ich, dass ich wieder unvorsichtiger werde und z.B. auch die Frühtracht 2 Tage ohne Handschuhe geschleudert habe… auch die letzte Durchsicht keine Handschuhe anhatte.

    Aktuell ohne Probleme… mal sehen wie es weitergeht…

  • Am Anfang fragst du, ob du vielleicht zu nachlässig mit den Handschuhen bist und wenn die Leute dann "ja, bist du" schreiben, willst du nicht mehr über Handschuhe reden?

    Lieber JaKi,


    natürlich will ich über Handschuhe reden, z.B. welche Leute mit Propolisallergie für sich tauglich empfunden haben. Auch habe ich in meinem Eingangspost schon angedeutet, dass ich mir meines Fehlers bewusst bin, evtl. nicht konsequent genug mit der Problemvermeidung umzugehen.


    Wenn jetzt beispielsweise jemand berichtete, er oder sie fahre seit Jahren gut damit, bis zu dem Ellbogen reichende Nitrilhandschuhe aus dem und dem Laborversand unter die stabilen Arbeitshandschuhe anzuziehen, dann wäre das ein Beitrag, der mir weiterhülfe.


    Ich war jahrelang hier stiller Mitleser, bevor ich auch ab und an etwas geschrieben habe. Deshalb sind mir die hier üblichen Dynamiken sehr bewusst, dass bei der kleinsten zugegebenen Schwäche oder Ungenauigkeit die Besserwisserfraktion sofort um die Ecke kommt und hackt und bohrt. Und, dass vor allem Anfänger, die dies nicht gewohnt sind, sich dann schnell aus dem Forum zurückziehen. Ja, ich weiß um die Wichtigkeit, Anfänger auf ihre Fehler hinzuweisen, dass oft genug guter Rat nicht goutiert wird, und ich weiß, dass vor dem geballten Imkerforumswissen eine gewisse Demut angebracht ist. Ich frage mich aber, ob du es nötig hast, nach diesen Mustern zu agieren: Erst rückfragen, dann den oberschlauen Kommentar loswerden, und wenn dann der Hinweis kommt, dass mir das natürlich klar ist und ich darüber hinaus diskutieren will, die Keule auspacken: Na du schlägst ja den Rat der Erfahrenen in den Wind, du willst gar nicht über Handschuhe reden.


    Wenn du wirklich eigene Erfahrungen mit dem Umgang mit Propolisallergien hast, dann teile sie doch gerne.


    Sorry, wenn das jetzt mindestens ebenso maßregelnd rüberkommt. Aber ich finde es schon manchmal wichtig, sich über die Gesprächsdynamiken hier klar zu werden, und wenn es auch einige Kandidaten hier geben mag, welche nicht aus diesen Mustern herauskommen - du brauchst dir das nicht abzuschauen, der vermeintliche Distinktionsgewinn ist am Ende für viele, die das lesen, keiner.

  • Und nun auf deine Frage einzugehen:

    Wie mache ich die Sache einigermassen erträglich, wenn es trotz grösstmöglicher Sorgfalt doch immer wieder einmal zu Kontakt mit Propolis kommt.

    Lederhandschuhe halten auf die Dauer nicht dicht. Ich trage deshalb feste Gummihandschuhe und daunter einen feinen Baumwollhandschuh.

    Dieser Schutz ist 100%ig, zwar behindernd aber ich habe mich daran gewöhnt.

    Auf keinen Fall darf man im Fall von Unachtsamkeit ein Reinigungsmittel verwenden. Seife muss reichen. Meistens aber sieht man auf den betroffenen Stellen gar nichts von Propolis. Auf der 30km-Heimfahrt von meinem Bienenstand melden sich die Symptome vor allem zwischen den Fingern. Da muss ich zuhause sofort reagieren:

    Ich gebe in ein Becken 50 Grad heisses Wasser und etwas Kamille und bade die Hände. Im ersten Moment steigt der Juckreiz fast aufs Unerträgliche, doch die Hitze stoppt die Histaminausschüttung (ähnlich wie beim Hitzestick gegen Bienenstiche) und die Blasenbildung und spätere Ablösung der Haut bleibt aus. Meistens wiederhole ich dann Stunden später nur noch eine Behandlung unter laufendem heissen Wasser (so heiss wie erträglich) und die Haut beruhigt sich vollends. Ueber Nacht verwende ich eine einfache Hautcrème von Ni....

    Und übrigens, mit den Handschuhen darf ich nicht ins Gesicht oder an den Hals fahren, sonst ist der Teufel auch dort los.

    Hoffnung auf Besserung - sie stirbt bei mir zuletzt.

    Dunkle Biene Mellifera Schutzgebiet Glarnerland (CH)

    CH Hinterbehandler im Bienenhaus

  • Wer jahrelang ohne Handschuhe gearbeitet hat, dem fällt deren Nutzung schwer. Ich habe im Pharmabereich diese Erfahrung machen können, wo in bestimmten Arbeitsbereichen konsequent Handschuhe getragen werden.


    Unangenehm empfindet man, wenn im engen Einmalhandschuh die Hände schwitzen. Gelindert wird dies durch innerlich bepuderte Einmalhandschuhe die den Schweiß abfangen. Ausprobieren... und Handschuhe des Öfteren wechseln.


    Was Aueren schreibt, ist die komfortablere Variante - Baumwollhandschuh plus Gummihandschuh. Damit hast aber kaum noch Gefühl, was Du anfasst. Egal, was Du nutzt, jeglichen Kontakt vermeiden!


    Eine Desensibilisierung gg. Propolis kenne ich nicht, jedoch kann man bei Allergologen fragen. Das Problem ist die wechselnde Zusammensetzung von Propolis, was man nicht standardisierten kann.

  • Die Symptome mögen eindeutig sein und klar auf Propolis zurückgehen (oder einen externen Stoff, der zumindest regional oder zeitweise da hineingelangt [Pestizid, besondere Pflanze, was weiß ich]), aber zwischen Allergie und erhöhter Empfindlichkeit gibt es womöglich fließende Übergänge.


    Anders kann ich mir den Verlauf bei mir nicht erklären. Höchstens noch, dass permanent viele Bienenstiche vielleicht auch dabei geholfen haben könnten, die Sensibilität gegen Propolis zu verringern - keine Ahnung, ob das geht, aber möglich könnte es ja sein. Dem Bienengift wird ja auch sonst allerlei Wunderdingens zugeschrieben.


    An dünnen Hautstellen habe ich mit kleiner Zeitverzögerung auch heute noch gelegentlich ein leichtes Jucken nach Propoliskontakt. An "Alltagshautstellen", also normal dick oder durch die Arbeit mit verstärkter Hornhaut ist gar nix mehr.


    Ich würde den Kontakt erst mal stark reduzieren und dann wie oben beschrieben mit sanfter, aber gründlicher Reinigung nach jedem Kontakt beginnen.


    Handschuhe, insbesondere solche die "dicht" sind, halte ich persönlich auf längere Sicht für problematisch, erstens wegen der fehlenden Feinfühligkeit, dem fehlenden Kontakt zu den Bienen und weil die Haut in solchen Handschuhen im Treibhausklima schnell nass und warm wird, was garantiert nicht förderlich für Abwehr oder Resistenz gegenüber Stoffen wie Propolis ist.


    Viel Erfolg!

  • Aueren Hat schon sehr gut das Problem verdeutlicht.

    Bei einer allergischen Reaktion wird eine Cortison Creme helfen, sie bekämpft aber nur die Symptome und nicht die Ursache.

    Eine gute Pflegecreme hilft der Haut als Barriere.

    Handschuhe verhindern einen direkten Kontakt, aber sie haben je länger man sie trägt, eine negative Wirkung auf die Haut. Nitrilhandschuhe würden reichen, aber die Wollhandschuhe sorgen dafür das Feuchtigkeit nicht zum Problem wird. Das kann zu Erythemen etc führen, daher wäre bei längerem Einsatz oder Wärme die Wollhandschuhe drunter eine super Hilfe.


    Oft bedingt ein Problem ein anderes bei der Haut.


    Haut ist immer langwierig und auf offene Stellen Handschuhe tragen, ist kontraproduktiv.


    Was auch etwas lindern und den negativen Effekt der Handschuhe mildern kann, ist eine Creme vor dem Einsatz zunutze. Mittlerweile gibt es da einiges, da sich z.b. Automechaniker nicht gerne Handschuhe anziehen, aber mit Kühl und Schmierstoffen in Berührung kommen. Propolis ist da leider ein schwieriger Stoff.


    Wenn du irgendwann Nebenerwerbsimker oder Berufsimker wirst und an die BG deine Abgabe zahlen solltest, dann würde ich dort Anfrage. Es gibt da einen riesigen Bereich genau mit dem Thema.

  • Ich habe normalerweise eine äußerst unempfindliche Haut; ich denke, das Handschuhtragen ist zwar lästig (und ich habe den Propolisgeruch an den Fingern immer geliebt!), und auch die taktile Sensibilität wird mir fehlen, aber wenn es denn sein muss, muss ich mich schützen, ganz klar. Ich habe auch inzwischen den Verdacht, dass die bisher von mir verwendeten Arbeitshandschuhe am Unterarmbereich, jenseits des Handgelenks, nicht so dicht sind wie ich dachte. Also das wird sich noch einpegeln müssen mit den richtigen Handschuhen oder auch einer Art Manschetten.


    Dass Allergien oft ziemlich erratisch sein können, weiß ich auch vom Heuschnupfen; da habe ich beispielsweise für mich herausgefunden, dass es wesentlich einfacher ist, durch die Birkensaison zu kommen, wenn ich bestimmte Lebensmittel weglasse, Weizen, Chili, Knoblauch beispielsweise. Einige Histaminika haben bei mir ihre Wirkkraft verloren, aber dieses Jahr hatte ich bis auf das typische Augenjucken bei den ganz frühen Bäumen praktisch keine Probleme. Und ich denke, bei Allergien läuft vieles sehr individuell ab.


    Das mit der Hitze kann ich bestätigen, das lindert den Juckreiz ungemein. Eine Kortisonsalbe bringt es irgendwie nur so mäßig bei mir. Ein Imkerkollege, den es letztes Jahr erwischt hat, meinte Bepanthen und Pflaster drauf.

  • Du meinst Antihistaminikum. Sonst gehst du durch die Decke.


    Aber recht hast du, das Immunsystem lernt und verändert sich auch. Sonst würde es mit einer Desensibilisierung nicht klappen. Nur muss man auch hier einiges wissen, z. B. dass das Immunsystem ein Gedächtnis hat. Was bei einer Allergie ausgetrickst werden will.

    Daher ist es wichtig, erst auf Null zurück zufahren. Und ja es kann jedes Mal etwas anders reagieren.


    Ein guter Freund hat über 60 Jahre Bienen und plötzlich erzählte er mir, dass er eine allergische Reaktion nach einem Stich bekommen hatte und ins Krankenhaus für eine Nacht musste. Er nahm das leicht und meinte, er würde jetzt etwas reduzieren. Doch ich schickte ihn zu seinem Hausarzt. Es war zu ungewöhnlich, da er immer Stiche bekam und keine Pause gemacht hatte.

    Der stellte Blutkrebs fest.


    Manchmal ist es auch der Körper, der sich verändert.