Preise, mal wieder

  • Nun habe ich den ersten Wabenhonig! Und wieviel ist er den Kunden wert?!

    grob kristallisierter Honig in Waben?

    Da zeigt dir die typische arabische Kundschaft die rote Karte. Akazie ist mir zu flüssig dafür. Ich nehme Brombeere / Wald für meinen Wabenhonig.

    20€ das Kilo, aber geschnitten und nicht in Kassetten. Ist aber auch noch zu günstig. Erst mal anfixen, dann erhöhen...

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Bevor Zucker für Imker erschwinglich war, konnten es sich nur die Reichen leisten.

    Stimmt, solange du nur von Zucker sprichst :)


    Honig war schon immer ein Naturprodukt, das sich schon in der Steinzeit "unerschrockene" Menschen geholt haben.


    Sorry für OT möchte den Thread mit seinen spannenden Argumenten nicht zerschneiden.

    Der Tradition verbunden, der Natur verpflichtet.

  • Hab's schon mal erwähnt, trotzdem nochmal an alle, die an höhere (d.h. für Imker fairere) Preise interessiert sind UND zugleich irgendwie in die Vereinsarbeit eingebunden sind:


    Meiner Erfahrung nach sind Vereine vor allem an mehr Mitgliedern interessiert, aus finanziellen Gründen. Der wirtschaftliche Erfolg der Einzelimker interessiert die wenigsten Vereine, z.B. auch nicht, dass viele Imker auch viel Konkurrenz bedeuten kann.

    Entsprechend ist die Ausbildung, der Schwerpunkt Honigverkauf existiert wenn, nur ganz nebenbei. Meist bleibt es bei Hinweisen zum Rechtlichen und der Hygiene.


    Hier muss man also ansetzen, will man die Imker in der breiten Masse dazu bewegen, endlich auch mal betriebswirtschaftlich etwas für den eigenen monetären Erfolg zu tun, statt nur die Arbeit an den Bienen zu optimieren.


    Irgendwo weiter oben hat einer geschrieben, 95% der Arbeit seien erledigt, wenn der Honig im Eimer ist...da bleibt mir die Spucke weg, zeigt es doch überdeutlich, wie einseitig, defizitär und desinteressiert am Erfolg der Imker die Imkerausbildung bei uns vielfach abläuft.

    Was ich meine, wer von euch kennt denn seine tatsächlichen Kosten?

    Ich kenne meine Kosten quasi auf den cent genau seit ich mit der Imkerei begonnen hab. Trotz guter Preise bin ich viele Jahre im Minus geblieben, seit wenigen Jahren endlich in einem Plus, das für die lange Durststrecke davor entschädigt (und das auch muss, sonst war der ganze, langjährige Aufwand viel zu hoch und umsonst gewesen).

    Nun habe ich den ersten Wabenhonig! Und wieviel ist er den Kunden wert?!

    Ich habe an 25€ pro Kilo gedacht.

    40€/kg !?? Das erscheint doch etwas hoch.

    43 EUR/kg sind überhaupt kein Problem. Natürlich höherwertig verpackt, nicht einfach roh, triefend in irgendeinen Plastikbecher reingeklatscht.

  • 43 EUR/kg sind überhaupt kein Problem. Natürlich höherwertig verpackt, nicht einfach roh, triefend in irgendeinen Plastikbecher reingeklatscht.

    Einfach roh … nein.

    Die Waben sind in den Kassetten und werden in einem Zellophanbeutel und in einem Umkarton verpackt.

    So ist meine ich, dass das schon eine gute Qualität ist.


    Bis zum Verkauf lagert der Honig im Tiefkühler.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Bei der Preisgestaltung sollte man immer bedenken, dass die Inflation erst in einem frühen Stadium sich befindet. Und es wäre sehr ärgerlich innerhalb kürzester Zeit den Honigpreis immer wieder anpassen zu müssen.

    Dieses Jahr betrachte ich den Honig als Tauschobjekt, ergo, er wird für noch schlechtere Zeiten (die bereits vor der Tür stehen), aufgehoben.

    Habe immer noch die Erzählungen meiner Großmutter über die Inflationszeit vor 100 Jahren im Ohr.

  • Bevor ich mit der Imkerei begonnen hatte, kaufte ich mal von einem Arbeitskollegen einen Honig ab. 5€ wollte der haben! Ich lies es mir nicht anmerken, aber insgeheim dachte ich: "Boah, ist das teuer"

    Das Problem ist, dass keiner die Arbeit kennt, die dahintersteckt.

    Ich tu mir jetzt schwer, einfach den Preis zu erhöhen, weil es alle anderen jetzt auch machen.

    Wüsste ich meine Ausgaben, wie zuvor jemand geschrieben hatte, würde ich mir leichter tun.

    Ich bereue, nicht aufgeschrieben zu haben, wieviel ich schon für mein "Hobby" ausgegeben habe!

    VG

  • Bei der Preisgestaltung sollte man immer bedenken, dass die Inflation erst in einem frühen Stadium sich befindet. Und es wäre sehr ärgerlich innerhalb kürzester Zeit den Honigpreis immer wieder anpassen zu müssen.

    Dieses Jahr betrachte ich den Honig als Tauschobjekt, ergo, er wird für noch schlechtere Zeiten (die bereits vor der Tür stehen), aufgehoben.

    Habe immer noch die Erzählungen meiner Großmutter über die Inflationszeit vor 100 Jahren im Ohr.

    Das ist plausibel. Aber früher besaßen sehr viel mehr Menschen etwas, was sie tauschen ließ. Möglicherweise ergibt sich daraus aber eine Alternative.

    Ich weiß, dass ich nicht weiß. (Sokrates)

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Kant)

  • Wüsste ich meine Ausgaben, wie zuvor jemand geschrieben hatte, würde ich mir leichter tun.

    du musst nur wissen, was auch ich am Freitag wieder mal in der Post der Stadtwerke (Strom) vorfinden musste: Die Preise aller wichtigen Betriebsmittel der Imkerei steigen und zwar nicht nur um läppische 8% und auch nicht nur 1x jährlich!

    dass die Inflation erst in einem frühen Stadium sich befindet. Und es wäre sehr ärgerlich innerhalb kürzester Zeit den Honigpreis immer wieder anpassen zu müssen.

    Wieso eigentlich? Tankstellen, Glashersteller, Gasanbieter etc. ärgern sich keineswegs, obwohl da derzeit im Wochen- und bekanntlich sogar im Stundentakt angepasst wird.


    Derzeit ist keine "normale" Zeit. Wir werden überrollt und von den großen Marktspielern ausgenommen. Man kann sich jetzt untergehen lassen oder wenigstens eine zeitlang versuchen, mitzurudern, vielleicht ebbt die Welle bald ab. Dann ist man wenigstens immer noch oben und nicht ersoffen.

    Alle wissen derzeit, was los ist, niemand ist überrascht.

    Nicht nur ein Wiederverkäufer hat mir in den letzten Wochen zu den Preissteigerungen ihrer Zulieferer gesagt


    "ach, das sind wir schon gewöhnt, wir wissen ja, wieso, weshalb, warum und geben es weiter, solange die Kunden mitspielen, was anderes bleibt uns auch nicht übrig".


    Dem Imker geht es da nicht anders, zumindest nicht denen, die nicht nur mit den Bienen spielen sondern mehr im Feuer haben.

    Wenigstens die gestiegenen Kosten muss ich immerzeitnah weitergeben, sonst kann ich auch gleich zusperren.

  • Ja, wenn’s nur die Spielerei mit den Bienen wäre!

    Aber getätigte Investitionen müssen abgeschrieben werden, bereinigt natürlich!

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.