Preise, mal wieder

  • Geht es jetzt um Gläser oder Eimer? Da sollte man schon unterscheiden im Glas 12Euro/kg im Eimer würden mir 8 Euro langen, wenn ich überlege wie viel wenig arbeiten das mach, wenn man von Hand abfüllen muss wäre das im Verhältnis für mich OK.

    Ich bin der Meinung wenn der Honig im Eimer ist, sind 95 Prozent der Arbeit erledigt.


    Danach kommt ja „nur noch“ das Erwärmen und das Abfüllen ins Glas. Deswegen verkaufe ich persönlich lieber im Glas und nehme den entsprechend höheren Umsatz.

    Offensichtlich gibt es unterschiedliche Vorstellungen von „im Eimer“ und nein es sind nicht 95% der Arbeit erledigt. Abfüllen, etikettieren, vermarkten Gläser rankarren, Glasrücknahme etc. sind erhebliche Arbeitsschritte die du bei Eimerverkauf nicht hast. Glaubst du für 5% der Arbeit würden Imker 50% des erzielbaren Ertrags abgeben?

  • Ich bin der Meinung wenn der Honig im Eimer ist, sind 95 Prozent der Arbeit erledigt.

    Den Zahn kann ich Dir ziehen^^ 50% der Arbeit kommt danach. Zumindest wenn die Wertschöpfung bei Dir bleiben soll. Wenn Du im Großgebinde verkaufst, mag das anders sein, aber Technik (rühren, abfüllen), Lager & Vertrieb binden genau soviel Kapazitäten wie die Spielerei an den Bienen. Eher mehr.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Neulich wollte ich ein Klärfass kaufen. 309 EUR waren das noch letztes Jahr, heuer wollen sie 517 EUR für den selben lumpigen Metall-Hohlkörper, bei dem der Quetschhahn noch das aufwändigste Bauteil ist. Das sind 67% mehr - ohne jeglichen Mehrwert.

    Ja, hmm. Im Parallelfaden der Edelstahlproduzenten beschweren sie sich aktuell dann über die Honigpreise, die von fünf auf 8,50€ gestiegen sind - das sind 70% mehr - ohne jeglichen Mehrwert!1!11!

    Was auch immer du mir damit sagen willst, meine Aussage war und ist:


    Wer nicht mitgeht, mag vielleicht "edel" sein, aber ist halt auch dumm.


    Nebenbei: Ich glaube nicht, dass irgendwo jemand seinen Honig von 5 auf 8,5 in einem Rutsch aufpreisen kann oder konnte. Sieht man ja hier, da sind einige schon stolz, weil sie es von 5 auf 5,5 schaffen.

    Die Fehler der Preisfindung in der Imkerschaft wurden nicht im letzten Jahr gemacht, die Fehler passieren seit Jahren ständig aufgrund unerklärlicher Ängste, die andere Produzenten so nicht haben. Durch die bisherige Miniinflation ist das halt nicht so aufgefallen, man konnte sich an die schleichende Entwertung seiner Imkerarbeit gut gewöhnen und seine Preise weiterhin niedrig halten.


    Dieser Fehler fällt vielen Imkern aber jetzt in Zeiten explodierender Hyperinflation nun halt besonders krass auf die Füße, weil man plötzlich merkt, von 5 auf 8 geht wirklich schwer (obwohl es die Klärfassanbieter <ersetzbar durch eine Unzahl anderer Produkte> durchaus ganz leicht können), viel schwerer als hätte man jedes Jahr 25ct draufgelegt. Jetzt isses halt zu spät.


    Vielleicht müssen jetzt einige Billigimker tatsächlich demnächst sogar ganz zumachen. Kann aber niemand sagen, es wäre vorher nicht oft genug darüber geredet worden.

  • Eher mehr.

    kommt drauf an ;)

    Wir kleine, mit paar T im Jahr, zusätzlich zur Bienenspielerei, bei gutem Absatz rechnet sich das schon mal, aber mit 100T mal X ohne Spielerei, und zu für den Imker ruinösen Preisen eingehauft und meist verschnitten mit billigster Auslandsplörre, ich sag dir DAS lohnt!

    In den Arsch gekniffen werden wir, und sind das selber schuld!

    Nun Haben die Mischer die Lager leer, im Letzten Jahr gabs hier ja hier ne Missernte und aus dem Osten wird nix kommen...
    Leute, wir sind mal am Drücker, denkt drann!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Richtige Auslese und exaktes Verpaaren, ist das Ruder mit dem das Schiff auf Kurs gehalten wird.

    Paul Jungels


    https://www.bienen-plus.de/

  • Es kommt immer darauf, wo die ländliche Region ist. Tendenziell heißt Land in der Regel mehr Selbstversorger und niedrigere Einkommen.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Ich glaub ehrlich gesagt überhaupt nicht, dass es den Leuten hier finanziell schlecht geht. Ich denke nur, dass da andere Wertigkeiten sind.

  • Die letztjährige Ernte hab ich auf dem Dorf für 6.80/7.20 verkauft.


    Dieses Jahr hab ich den Preis noch nicht festgelegt, die Inflation von knapp 8 Prozent wird ziemlich sicher den Teuerungsschub nicht ausgleichen.


    Bei mir gibt es jährliche Preisanpassung, mach ich von Anfang an bereits so mit meinen Streuobstprodukten.


    Am Beispiel Honig hiess das, die erste "Ernte" im 2020 ging für 6/6.50 raus. Und das ausschließlich im Bekannten/Verwandtenkreis.


    Bevor ich im Eimer für 6/kg verkaufe, würde ich einlagern und mich an die Erzählungen der Alten erinnern: Honig ist ein prima Tauschmittel ;)

    Der Tradition verbunden, der Natur verpflichtet.

  • Eher mehr.

    kommt drauf an ;)

    Wir kleine, mit paar T im Jahr, zusätzlich zur Bienenspielerei, bei gutem Absatz rechnet sich das schon mal, aber mit 100T mal X ohne Spielerei, und zu für den Imker ruinösen Preisen eingehauft und meist verschnitten mit billigster Auslandsplörre, ich sag dir DAS lohnt!

    In den Arsch gekniffen werden wir, und sind das selber schuld!

    Nun Haben die Mischer die Lager leer, im Letzten Jahr gabs hier ja hier ne Missernte und aus dem Osten wird nix kommen...
    Leute, wir sind mal am Drücker, denkt drann!

    Man muss es etwas anders sehen.


    WENN die Abfüller insgesamt wenig verkauft bekommen, dann können diese mit dem was sie haben nicht den Bedarf decken.


    Eine höhere Nachfrage (also eine Verknappung) lässt automatisch die Preise steigen. Und wenn es im Supermarkt nichts mehr gibt, kommen die Leute auch eher zum Imker.


    Hier ist die Chance den Leuten ein super Produkt zu bieten und damit die Leute zu binden.

  • viel schwerer als hätte man jedes Jahr 25ct draufgelegt. Jetzt isses halt zu spät.

    Ich halte das für keine gute Strategie. Jede Erhöhung fällt negativ auf, viel mehr als der tatsächliche Betrag. Deswegen finde ich seltener, aber dann mehr besser. Aber das ist Geschmackssache.


    Die Herdenpreistreiberei (weil's alle machen) seh ich trotzdem als problematisch. Du hast natürlich Recht, wirtschaftlich ist das bestimmt richtig. Gesellschaftlich ist es aber eine Katastrophe. Vaddern sagte immer, 'wenn alle in den Rhein springen, springst Du dann auch?'

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Klare Zustimmung, Inflation wie derzeit ist für jeden negativ. Weil dann eben jeder mehr verdienen muss, dadurch die anderen mehr Gewinne haben wollen und weil das alles eben kaum noch aufzuhalten ist...schön ist das nicht, genau wie Hochwasser.


    Denn um beim Rhein zu bleiben: Wenn das Hochwasser aber kommt, bleibst du dann trotzdem im Keller?