Honigraum aufsetzen über eingeengtes Volk

  • Hallo,


    meine Frage paßt zwar nicht in die Jahreszeit, läßt mir aber dennoch keine rechte Ruhe.


    Meine 2 Jungvölker besetzen die Dadantbruträume auf 5-6 Waben neben einem Schied. Wenn sie im Frühjahr etwas gewachsen sind und den ersten Honigraum bekommen - wie gehe ich da vor? Muß ich den Leerraum auf der anderen Seite des Schieds nach unten mit einem Brettchen oder so abtrennen, um zu verhindern, daß sie nach unten weiterbauen (vorausgesetzt, ich nehme kein Gitter)? Oder werden ohnehin erst mal nur die Honigraumwaben direkt über dem Nest gefüllt?


    Viele Grüße, Johannes

  • Die Honigräume werden erst aufgesetzt, wenn unten der komplette Platz freigegeben ist, und sie mindestens 6-7 von den 10 (oder hast du 12er?) Waben besetzen.
    Erst unten vollmachen, dann oben erweitern... (wobei vollmachen bitte nicht wörtlich zu verstehen ist).
    Und bei Buckis geht das schneller als du denkst.. :lol: 
    Wenn du über einem eingeengten Volk einen Honigraum aufsetzt, wird es a) zu kalt und b) wird ihre Majestät das Brutnest genau über den belegten Waben erweitern, egal ob du sagst: das ist ein Honigraum.
    Erst die waagerechte Ausdehnung, danach die vertikale, sonst hast du hinterher 10 Honigräume drauf, aber unten nix drin, weil sich das Brutnest schmal bis nach oben zieht!

    Schöne Grüße von der Weser!


    buckibiene

  • Lieber Johannes Haller,


    meine Erfahrungen sind da etwas anders:


    Auch wenn der Brutraum noch nicht voll erfaßt und durchgestaltet ist, kann man bei einsetzender Tracht und gutem Wetter den Honigraum geben. Allerdings sollten dann auch im Brutraum rechts und links neben dem fertigen und besetzten Wabenblock noch Leerrähmchen hängen und dann Beutenwand oder Schied.
    Honigraum kann so gegeben werden, wie heute unter "Naturbau"
    http://www.imkerforum.de/viewtopic.php?t=1566&start=30
    beschrieben. Wenn die Tracht stark einsetzt und das Volk vital und schlagkräftig genug wirkt, können oben auch mehr ausgebaute Waben als zwei in die Mitte über den Brutraum gegeben werden, damit der Nektarstrom untergebracht werden kann.


    Einen schönen ersten Advent
    und in der Adventszeit die nötigen Momente zur Ruhe und Besinnung
    auf das, was weihnachten will
    wünscht


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo Johannes,


    noch ein Tip (von Toyotafan): Die Fläche des Brutraum ohne Rähmchen (Leerraum) zum Honigraum hin wegen Wärmeverlust abdecken.
    Ich mache das mit zugeschnittener Klarsicht-Kunststofftischdecke (verwende ich auch als Abdeckfolie, sehr flexibel, sehr stabil und durchsichtig !).


    Gruß
    Matthias