Bienenvolk umsiedeln

  • Hallo liebe Imkerfreunde,


    Ich habe leider ein Problem.

    Ich würde gerne ein Bienenvolk, dass sich an einer sehr ungünstigen Stelle einquartiert hat retten.


    Kurze Erklärung des Problems:

    Ich bin neben meinem Biologiestudium ehrenamtliche Sanitäterin.

    Auf der Rettungswache auf der ich tätig bin, lebt schon seit einigen Jahren ein herrenloses Bienenvolk in einem Holraum in der Außenfasade.

    Seit Jahren gibt es auch schon Diskussionen um unsere "wach"bienen. Einige Mitglieder meiner Hilfsorganisation sehen das ganze eher weniger Tierfreundlich sondern eher als Gefahrenpotential und wollen die armen Bienchen da weg haben ;( .

    Wir stehen bereits mit dem örtlichen Imker in kontakt, aber auch ihm gehen langsam die Ideen aus. Leider sind bereits mehrere Versuche die Bienen aus ihrem Quartier zu locken/scheuchen gescheitert.

    Das Hauptproblem ist, dass man nicht direkt an das Nest heran kommt.

    Gebäudeaußenwand besteht im Prinzip aus zwei Wänden, Der eigentlichen Gebäudeaußenwand und einer davor gemauerten Fasadenwand. Dazwischen befindet sich ein ca. handbreiter Hohlraum. In die Fasadenwand sind schmale ca. 1,5cm breite Schlitze eingebracht, damit die Luft an der eigentlichen Gebäudemauer zirkulieren kann. Und in diesem Hohlraum nur durch diese Lüftungsschlitze zugänglich leben unsere Bienen.


    Ein Versuch die Bienen mit Rauch aus dem Quartier zu treiben ist bereits im letzten Jahr gescheitert, der Hohlraum ist einfach zu groß um genug Rauch an das Nest zu bekommen.

    Aktuell versuchen wir die Königin anzulocken, dazu haben wir einen Abelegerkasten mit einem zusätzlichem Loch auf der Rückseite, der mit frischen Brutwaben besetzt ist, am Ausflugsloch befestigt und so verklebt, dass die Bienen nur noch durch den Kasten Zugang zu ihrem Nest haben. Ich habe den Kasten nach einer guten Woche abgenommen und die Waben mit den gefangenen Bienen in einen Bienenkasten bei mir Zuhause umgesetzt, jedoch war beim durchschauen der Bienen die Königin nicht dabei. Wir haben deshalb den Kasten wieder aufgehängt und diesesmal zusätzlich eine Lockpaste im Kasten verteilt.

    Hat hier vielleicht schon jemand Erfahrungen ob Lockpaste etwas bringen, auch wenn Bienen gerade nicht in Schwarmstimmung sind. Und ob es vielleicht noch ander Möglichkeiten gibt, die bei euch geklappt haben.


    Leider befindet sich das Einflugsloch genau unter der Leiter die zum Gebäudedach führt, weshalb die Sache mittlerweile dringlich ist. Aufgrund der Umstellung des Funkverkers in Bayern werden bald technische Arbeiten auf dem Dach beginnen und die Bienen müssen bis dahin weg sein (ansonsten wird die Sache wohl leider nicht so Bienenfreundlich gelöst, was ich gerne verhindern würde)


    Bitte bitte schreibt mir eure Ideen und Erfahrungen. Wäre schade um das Volk, wenn wir sie nicht retten könnten.


    Liebe Grüße

    Biolex

  • Man muss leider ganz klar sagen, dass diese Versuche nicht bringen werden. Ein einmal eingezogenes Volk, das in Brut ist, zieht nicht wieder aus. Ein Schwarmabgang würde auch nichts bringen, weil ja nur ein Teil des Volkes auszieht.

    Ich wundere mich aber, dass der Imker solche Versuche startet. Da fehlt es wohl an Expertise.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • auch wenn ihr die Königin tatsächlich in den Ablegerkasten bekommt, die restlichen Bienen in der Wand haben ja offene Brut und ziehen sich eine Königin.

    Falls Ihr sie wirklich in den Ableger bekommt, dann Absperrgitter so am Ablegerkasten montieren, dass sie nicht mehr zurück kann. Nach 9 Tagen könntet Ihr sie dann mitnehmen.

    Aber irgendwie ist das doch alles sehr wage und unrealistisch.


    Viele Grüße

    Michael

    *************************************
    Aktuell 6 Buckfast Völker auf 12er Dadant.
    Ziel 6 starke Völker einwintern.

  • Naja, die Idee war den Brutraum im Prinzip durch den Kasten zu erweitern und so die Königin vll dazu zu bewegen dort zu bestiften und sich dort aufzuhalten.


    Wie gesagt die Alternative vom Wachleiter ist alle Schlitze zumachen und die Bienen so verhungern zulassen :(


    Der uns beratende Imker ist sehr erfahren, schon seit Jahrzehnten Imker und auch Sachverständiger Bienen.

    Der Vorschlag ob man es nicht irgentwie Probieren kann sie raus zu locken kam von mir. Der Imker hatte eigentlich schon nach den Räucherversuch aufgegeben.

    Er hat mich aber bei der Umsetzung meiner Ideen unterstützt.


    Mir tut das Volk leid, wenn man sich den Flugverkehr anschaut ist es ein wirklich starkes Volk und die armen Bienen können ja nichts für ihre Situation.


    Mein früherer Imkerpate ( hatte früher als halbwüchsige mal ein Patenvolk, aber meine Eltern hatten es mir nicht erlaubt eigene Bienen zu haben).


    Hat mir empfohlen mal einen Industriestaubsauger ohne Filter rein zu halten und zumidest einen Teil der Bienen auszusaugen, hat er wohl schon in solchen Situationen gemacht und Erfolg gehabt, aber davon hält der aktuell mit den "erschienen beauftragte Imker nichts. Er sagt, er hätte das einmal gemacht, aber da haben zu viele Bienen Flügelschäden genommen. Hat hiermit vll. Schon jemand Erfahrungen und wäre das zumindest eine letzte Option?


    LG

  • Wie wäre es mit Abtrommeln?

    Mit der Abrissbirne?

    Abtrommeln bedeutet, physikalisch gesprochen, die Beute so beschleunigen, dass die Bienen abfallen. Bei einem Bauwerk eine bemerkenswerte Idee, wenn die Außenhaut wie beschrieben aus Mauerwerk besteht.

    Trommeln und Abtrommeln ist nicht dasselbe.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Was ist abtrommeln?



    LG

    Biolex

    Man trommelt unregelmäßig auf Beuten herum und treibt die Bienen so nach draußen. Dabei kommt die Königin mit. Das hat mit dem Schwingen, was Wolfgang beschrieben hat, nichts zu tun. Die Bienen werden durch den Lärm gestört.

  • Wo steckt der Heuvel wenn man ihn braucht, weil bei mir offenbar die Altersdemenz einsetzt? Gab meines Wissens nach eine interessante Schieberkonstruktion, die für solche Fälle entwickelt wurde...

  • Danke Michael,


    dass die restlichen Bienen sich wahrscheinlich aus der noch vorhandenen Brut eine neue Königin ziehen wollen hatte ich zwar auf dem Schirm, aber dass ich das verhindern kann indem ich die Königin zwar abgesperrt aber noch Vorort lasse, da wäre ich nicht drauf gekommen. Aber klar, dann währen ihre Feromone noch vor Ort :/. Gute Idee


    Liebe Grüße

    Biolex

  • Hallo JaKi,

    Meinst du, dass das klappt wenn man an die Wand trommelt :/. Vll mit nem Hammer ^^.Die Feurwehrsirene auf dem Dach, die das ganze Gebäude in Vibration versetzt stört sie ja auch nicht.


    Danke für die Erklärung


    LG

  • Eine Zarge mit Dach und Boden, vorn und hinten ein Loch.

    In die Zarge Rähmchen mit Mittelwänden und eine alte, leere Brutraumwabe in die Mitte.

    Kasten an der Wand befestigen und zwischen Wald und Zarge einen Schaumstoffstreifen zur Abdichtung.

    Die Bienen bauen die Mittelwände aus und schafft „ fluglochnah“ einen neuen Brutraum. In den alten Waben in der Wand wird das Winterfutter eingelagert.

    Wenn „vorn“ gebrütet wird, wird die Zarge abgenommen und nahe neben den Einflugöffnungen aufgestellt und ein HR aufgesetzt.

    So müsste das Volk umgesiedelt sein.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.