Neue Bienenwohnung

  • Hallo liebe Imkerfreunde,


    ich bin Anfänger mit der Imkerei und habe einige Fragen an Euch. Mir ist im vergangenem Jahr ein Schwarm zugeflogen und hat sich in einer alten, leeren Hinterbehandlungsbeute von meinem verstorbenen Schwiegervater eingenistet. (Rähmchenmass ca. 22,5 x 22,5 ) Als ich sie bemerkt hatte, hingen an der Beutendecke schon mehrere Naturbauwaben. Diese habe ich vorsichtig in gedrahtete Rähmchen gedrückt und einige Mittelwände dazu gehangen. Die Bienen sind gut über den letzten Winter gekommen. In diesem Jahr konnte ich die unschönen Waben austauschen und habe so ca. 14 kg Honig geerntet. Jetzt sind sie eingefüttert und gegen Varroa mit Ameisensäure behandelt.
    Weil die Beute jedoch in einem sehr schlechten Zustand ist und die Bearbeitung auch umständlich ist, möchte ich die Bienen in ein Magazin umsetzen. Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Wie stelle ich es an, daß ich die Brut und das Futter mit in die neue Beute bekomme? Für welches Magazin (Zander oder Dadant) sollte ich mich entscheiden? Ich hoffe Ihr könnt mir ein paar nützliche Tips geben.
    Mit freundlichen Grüssen


    Joachim

  • Hallo Joachim,


    man kann das Volk auf verschiedene Weisen in die neue Beute logieren. Z.B. Waben umschneiden (eine ziemliche Matzerei), abfegen (Verlust von Brut und Futter).
    Am symphatischsten ist mir das Umwohnen. Du hängst die Rähmchen der alten Beute einfach in die neue Beute. Nun werden die Maße nicht stimmen. Irgendwie, längs oder quer werden sie schon hineingehen (besonders, wenn Du ein modernes Maß wie Langstroth oder Dadant nimmst). Zwei Leisten als Rähmchenträger an geeignete Stellen in der Zarge nageln. Im verbleibenden Freiraum wird es Wildbau geben. Entweder lebst Du ein Jahr damit (so machte ich es) oder Du füllst den Raum aus.
    Obenauf kommen dann Zargen mit dem neuen Rähmchenmaß. Laß sie viel bauen, damit das Volk sich in einer Saison nach oben wohnt.
    Wann umsetzen? So im Frühjahr, etwa zur Kirschblüte, da ist das Volk noch recht klein, will aber heftig bauen.


    Zum Beutentyp - fast eine Glaubensfrage. Am Stammtisch kannst Du Dich belesen, auch z.B. bei der AG Magazinimker http://www.magazinimker.de/. Ich habe mich für Langstroth-Flachzargen entschieden.


    Viele Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,


    Danke für deine Tips. Ich werde mir über den Winter eine Zarge bauen in die ich meine alten Rähmchen hängen kann. Dann werde ich es so machen wie du es vorgeschlagen hast. Nun noch eine Frage: Meine alte Beute steht im Bienenhaus, das Magazin will ich aber im Freien aufstellen. Soll ich die Bienen erst einmal an einen anderen Standort bringen oder geht es auch einfacher?


    mfG Joachim

  • Hallo Thomas,


    Danke für deine Tips. Ich werde mir über den Winter eine Zarge bauen in die ich meine alten Rähmchen hängen kann. Dann werde ich es so machen wie du es vorgeschlagen hast. Nun noch eine Frage: Meine alte Beute steht im Bienenhaus, das Magazin will ich aber im Freien aufstellen. Soll ich die Bienen erst einmal an einen anderen Standort bringen oder geht es auch einfacher?


    mfG Joachim

  • Hallo Joachim,


    ein neuer Standort der Beute ist nicht einfach so zu machen. Entweder für ein paar Wochen außerhalb des Flugradius' stellen (in der Saison) oder mit dem Flugbienenverlust leben. Sie betteln sich dann bei anderen Völkern ein, wenn die alte Wohnung nicht mehr da ist.
    Im Winter ist es aber noch einfacher, sie fliegen sich im Frühjahr sowieso neu ein. Ich würde während der Winterruhe umstellen.
    Wenn die Wetterfestigkeit Deiner alten Beute das Problem ist, muß sie eben für ein paar Wochen notdürftig geschützt werden.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,


    danke für die Nachricht. Aber kann ich es jetzt im Winter riskieren, die Bienen zu transportieren?
    Ich müsste die Beute ca. 4-5m tragen.


    Du imkerst jetzt mit Langstroth-Flachzargen 2/3 oder 3/4? Wieviel Zargen braucht man dann für den Brutraum? Wie führst Du die Schwarmkontrolle durch?


    freundliche Grüße aus der Lausitz


    Joachim

  • Hallo Joachim,


    wenn Du sie ruhig transportierst, sollte es kein Problem sein. Also nicht die Beute hinschmeißen. :D


    Ich benutze 2/3-Langstroth, ein bewährtes Maß. Es entspricht auch dem in der DDR benutzten "Schweriner Maß".
    3/4-Langstroth teste ich gerade auf Wunsch von Herrn Kieß (AG Magazinimker). Den Ableger habe ich letztes Jahr aufgebaut, in zwei Jahren weiß ich mehr.
    Da ich fast nur Frühtracht habe, lege ich Wert auf stark überwintende Völker. Im Sommer brüten diese dann auf drei Flachzargen, pro Zarge sind aber ein bis drei Randwaben mit Futter gefüllt. Die Brut auf zwei Flachzargen zu pressen, wird nicht gut sein. Ob zwei Zargen 3/4-Langstroth als Brutraum reichen, werde ich sehen.


    Schwarmkontrolle: Die mittleren Rähmchen der obersten Brutraumzarge ziehen. Sind dort Weiselzellen, dann Ableger bilden oder Brutdistanzierung.


    Grüße, Thomas

  • Liebe Imkerinnen+Imker,


    Ein Anfänger braucht Hilfe.
    Die Umsiedlung meines Bienenvolkes in die neue Beute ist gelungen. Zur Obstblüte habe ich die Waben aus der alten Hinterbehandlungsbeute in eine vorbereitete Zarge gehangen und eine Zarge mit Mittelwänden aufgesetzt. Diese wurde aber erst mit Beginn der Rapsblüte angenommen. Jetzt ist sie fast vollständig ausgebaut und folgendermaßen belegt: 3 Waben mit Futter (Pollen+Nektar), 3Brutwaben (2 verdeckelt+
    1 bestiftet), 2 Honigwaben, 1 Baurahmen (zu 1/3 mit Drohnenbau ausgebaut)+1 Honigwabe. Jetzt kommt mein Problem, soll ich eine weitere Zarge mit Mittelwänden aufsetzen? Mit oder ohne Absperrgitter ?
    Oder soll ich die Honigwaben aus dem Brutraum entnehmen und dafür
    Mittelwände reinhängen? Wie soll ich es anstellen, daß mir die Bienen möglichst viele Waben ausbauen?


    Mit freundlichen Grüßen aus der Lausitz


    Joachim