Wie wirkt Coumaphos?

  • Liebe Imker,


    wie wirkt Coumaphos?


    (Bitte nicht falsch verstehen, ich meine wie funktioniert seine milbentödliche Wirkung. Nicht daß seine Anwendung und Anreicherung auf uns bedrohlich wirkt und auch nicht wie es anzuwenden ist)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    wenn ich mein Pharmakologiebuch noch im Kopf habe, ist der Wirkstoff in die Kathegorie Phosphorsäureester (oder so ähnlich :oops: ) einzuordnen.
    Diese wirken durch Hemmung des Acetylcholins, d.h. eine Erregungsleitung im Nervensystem ist nicht mehr möglich.
    Militärische Kampfstoffe wirken im Prinzip genauso.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Danke Michael für die Mühe,


    die Links hatte ich schon durchgesehen und war immer am selben Punkt hängengeblieben. Bayer beschreibt mit der Anwendungsempfehlung Perizin leider eben nur dessen Anwendung und wie der Wirkstoff in die Milbe kommt. Dann steht da " und tötet die Milbe ab".


    Ja aber wie? Und warum nur die Milbe und nicht die Biene, die den Wirkstoff ja im Blut hat? Oder ist das auch so ein Spiel mit der Wirkstoff-Konzentration? Schließlich wir Coumaphos unter anderen Handelsnamen ja zur Entwesung gegen andere, im Vergleich zur Milbe, große Insekten eingesetzt.


    (Bitte liebe Mitleser, laßt diese Fragen nicht unbeantwortet. Schließlich fehlen im Imkerforum ja auch noch die Antworten wie AS, OS und MS wirken. Über die Anwendung und den Wirkungsort kann man viel lesen und ob's oder ob's nicht wirkt, aber letztendlich heißt es immer nur:"und tötet die Milbe ab". Mich interessiert aber eben gerade warum so eine saugstarke Milbe nach Genuß von coumaphoshaltiger Hämolymphe ihr zartes Leben aushaucht, wohingegen die genossene Biene ihr giftiges Blut noch lebensfroh anderen Parasiten darreichen kann. Sich die eine also befreit hingibt während die andere tödlich vergiftet dahin geht.)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    wie immer macht die Dosis das Gift.
    Ich hatte schon öfter das "Vergnügen", Patienten zu behandeln, die eine Überdosis, sei es Absicht oder Unfall, erhalten hatten. Meist waren es Winzer, oder deren Angehörige. Du weißt sicher, dass Weinberge oft gespritzt werden müssen und ein "ordentlicher" Winzer hat immer Coumafos im Haus.
    Symtome:


    -Blutdruckabfall
    -Sehstörungen, Schwindel
    -Atemnot, bis hin zum Atemstillstand
    -Pulsverlangsamung (teilw. <20/min.)
    -Kollaps, Ohnmacht, Koma


    So wirkts beim Menschen, beim Insekt oder dem Spinnentier Milbe wird es ähnlich sein.
    Die letale (sprich: tödliche) Dosis ist halt für Milben geringer als für Bienen.
    Das Flohhalsband für deinen Dackel enthält übrigens auch Coumafos; ist aber für dich ungefährlich, wenn Du nicht gerade deinen Dackel zum Abendessen zu verzehren gedenkst. :wink:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Liebe Imker,


    wie wirkt Coumaphos?


    (Bitte nicht falsch verstehen, ich meine wie funktioniert seine milbentödliche Wirkung. Nicht daß seine Anwendung und Anreicherung auf uns bedrohlich wirkt und auch nicht wie es anzuwenden ist)


    Wird Perizin immer noch angewendet? Wirkt Perizin noch? Ist Perizin im Honig schon in zu hoher Menge nachgewiesen worden? Dürfen wir Perizin noch anwenden?
    Gruss
    Jon:-?:-?:-?:-?

  • Danke, Christian. :liebe002:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Diese Antworten sind mir zu ungenau.

    Was kann präziser sein als ein eindeutiges "ja"

    Zitat

    Kann mich niemand besser aufklären oder auf gute Berichte hinweisen?

    Magst a Weng Gschwafel? :roll:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Liebe Imker,
    wie wirkt Coumaphos?
    (Bitte nicht falsch verstehen, ich meine wie funktioniert seine milbentödliche Wirkung. Nicht daß seine Anwendung und Anreicherung auf uns bedrohlich wirkt und auch nicht wie es anzuwenden ist)


     

    Magst a Weng Gschwafel? :roll:


     
    Moin Moin aus Hamburg ,
    ich probiere es dann auch noch einmal :
     
    Coumafos ist ein sowohl oral, als auch topisch einsetzbares Antiparasitikum aus der Gruppe der organischen Phosphorsäureester. Es wirkt als Kontakt- und Frassgift gegen ein begrenztes Spektrum von Nematoden, sowie gegen zahlreiche Ektoparasiten
     
    Wirkmechanismus
    Der Wirkmechanismus der Organophosphate beruht auf einer schwer reversiblen bzw. irreversiblen Hemmung der Acetylcholinesterasen.
     
    Die Acetylcholinesterasen sorgen durch die Zerstörung des Neurotransmitters Acetylcholin für die Regulierung der Neurotransmission an den Synapsen.
     
    Die organischen Phosphorsäureester ähneln strukturell dem Acetylcholin und binden an die Acetylcholinesterase. Durch diese Bindung kommt es zu einer Transphosphorylierung des Enzyms. Der daraus resultierende Anstieg von Acetylcholin führt in den neuromuskulären Synapsen der Parasiten zu einer depolarisierenden Muskelrelaxation, welche eine spastische Paralyse und letzlich den Tod zur Folge hat.
     
    Gegen Arthropoden wirken Organophosphate als Kontakt- und Frassgifte. Auch bei Arthropoden kommt es zu einer kaum reversiblen Hemmung der Cholinesterasen, welche durch Störung der neuromuskulären Übertragung im cholinergen Nervensystem zu einer Lähmung und zum Tod der Parasiten führt. :o
     
    So , ist doch alles ganz einfach :wink: 
     
    Einfach augedrückt : Die Dosis des Nervengiftes ist bei richtiger Dosierung so gering , das es Deine Bienen nicht unbedingt umbringt aber sich in einer Dosierung in Ihnen anreichert , das es hoffentlich die Milbe killt.
    Dosis zu hoch = Biene auch tot
    Dosis zu niedrig = Milben überleben zum Teil und können Resistenzen ausbilden.
     
    :cool: Ich kann es mir einfach nicht verkneifen:wink:
    Da das Nervengift sich aber nachweislich im Wachs anlagert, und über Jahre Nachweisbar ist, ist mir seine Wirkungsweise eigentlich ziemlich egal. Dieses allein ist das Argument dafür , das ich andere Mittel einsetze.
     
    Mit den allerherzlichsten Grüßen eines nicht Perizinverwenders
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo zusammen,
     
    also ich es so gelernt, Coumaphos erzeugt bei den Bienen Blutkrebs was aber der Biene angeblich nichts macht, da sie es innerhalb weniger tage angeblich abbauen!
     
    Die Varroa saugt ja an der Biene und die vertragen es nicht und gehen ein. (aber auch nur die saugen, daher der geringe Wirkungsgrad )
     
    Coumaphos ist aber Lt. Bayrischem Bienen Zeitung auch nach 5 Jahren nachweisbar.
    Die max werte sind ja auch, einfach so von 10 ppm auf 100 ppm erhöht worden, Warum!!!
     
     
    Gruß
     
    Pitju

    Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume.